Popcorn, Blockbuster und E-Zigaretten – Ist Vapen im Kino erlaubt?

Bereits seit Jahrzehnten gilt der Kinosaal als Ort, an dem klare Regeln gelten. Die Dunkelheit, die Stille und Konzentration auf die Leinwand gehören hier ebenso dazu wie Popcorn und Getränke. Während in den 50ern und 60ern im Saal auch noch geraucht werden durfte, ist dies bereits seit langem nicht mehr der Fall. Mit dem Aufkommen von E-Zigaretten und Pod-Systemen stellt sich die Frage jedoch quasi neu, denn viele Kinobesucher möchten nun wissen, ob Vapen im Kino erlaubt oder verboten ist. Die Antwort darauf fällt nicht zu 100 Prozent eindeutig aus. Unter anderem greifen hierbei gesetzliche Vorgaben, das Hausrecht der Kinobetreiber und gesellschaftliche Erwartungen ineinander.

Popcorn, Blockbuster und E-Zigaretten – Ist Vapen im Kino erlaubt?

Rechtliche Grundlagen zum Dampfen in öffentlichen Räumen

Eine einheitliche Regelung für E-Zigaretten gibt es bundesweit nicht. So gelten beispielsweise in Hessen, Hamburg und Niedersachsen Rauchverbote, die für klassische Zigaretten gelten, in der Regel auch für E-Zigaretten. In anderen Bundesländern kann es dagegen anders aussehen. Daher ist die Situation immer individuell zu betrachten. Auch wenn eine rechtliche Grauzone vorliegt, geht das nicht mit einer automatischen Erlaubnis einher. In Kinos gilt das Hausrecht der Betreiber, die sämtliche Vorgaben zum Nichtraucherschutz einhalten müssen. Dennoch können hier andere Maßstäbe als etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln greifen.

Das Hausrecht der Kinos als entscheidender Faktor

Vollkommen unabhängig von der gesetzlichen Einordnung von Vapes ist das Hausrecht stets zu beachten. Ein Kinotreiber darf selbst bestimmen, welche Regeln innerhalb seiner Säle gelten. In der Praxis werden E-Zigaretten hier meist den klassischen Zigaretten gleichgestellt und dürfen nicht in den Nichtraucherbereichen genutzt werden. Moderne Geräte wie die Elfbar Elfa erzeugen zwar keinen Rauch, und der Dampf ist für die anwesenden anderen Personen meist kaum störend, rechtlich ist das für die Festlegung eines eigenen Hausrechts jedoch irrelevant.

Einige Besucher fühlen sich durch das Dampfen dennoch gestört. Sichtbarer Dampf, Gerüche oder leuchtende Geräte widersprechen für sie dem gewünschten Kinoerlebnis.

Warum Kinos meist einheitliche Verbote aussprechen

In den meisten Kinos setzen die Betreiber bezüglich des Dampfens ganz bewusst auf klare und einfache Regeln. Eine Differenzierung zwischen Rauchen und Dampfen würde für zusätzlichen Erklärungsbedarf sorgen und Diskussionen hervorrufen, die Personal binden. Stattdessen gilt meistens ein pauschales Verbot für Rauchen und Dampfen gemeinsam. Für die Betreiber stellt das außerdem Rechtssicherheit sicher. Diskussionen während der laufenden Vorstellung werden vermieden und auch Versicherungsfragen im Zusammenhang mit dem Dampfen können von vornherein ausgeschlossen werden.

Rücksichtnahme auf andere Kinobesucher

Ein zentraler Aspekt beim Dampfen im Kino ist die Wahrnehmbarkeit durch andere Gäste. E-Zigaretten entwickeln zwar weniger Geruch und sind für die allermeisten anderen Menschen deutlich angenehmer als klassische Zigaretten, dennoch reagieren viele Kinobesucher sensibel auf fremde Aromen oder sichtbaren Dampf. Im dunklen Kinosaal fällt jede Bewegung auf und das Dampfen kann störend wirken. Die Kinobetreiber orientieren sich daher verständlicherweise an der Erwartung des Publikums. Für dieses steht das Filmerlebnis im Vordergrund und die individuellen Bedürfnisse von Dampfern treten in den Hintergrund.

Typische Gründe für Vape-Verbote im Kinosaal

Dampfen im Kinosaal ist üblicherweise aus mehreren Gründen untersagt. Neben den rechtlichen Fragen zählen dazu auch die folgenden praktischen Erwägungen:

  • Vermeidung von Ablenkung durch Dampf oder LED-Lichter
  • Schutz empfindlicher Technik
  • Einheitliche Regeln für alle Besucher
  • Vorbeugung von Beschwerden und Konflikten
  • Wahrung des klassischen Kinoambientes

Diese Punkte zeigen, dass Verbote oft weniger ideologisch als organisatorisch motiviert sind.

Unterschiede zwischen Kinofoyer und Kinosaal

Üblicherweise wird in Kinos zwischen dem Foyer, dem Außenbereich und dem Saal unterschieden. Während das Dampfen im Vorraum oder in ausgewiesenen Bereichen teilweise erlaubt ist oder zumindest toleriert wird, gilt im Saal selbst meist ein striktes Verbot. Diese Trennung ermöglicht es den Besuchern, vor oder nach dem Film zu dampfen, erfordert aber einen strikten Verzicht während des Films im Saal. Wer ganz sicher gehen will, geht zum Dampfen generell vor die Tür, wo es definitiv nicht untersagt ist. Drinnen hängt die konkrete Auslegung von Verboten stark von Betreiber, Standort und Besucherstruktur ab.

Vaping als Teil moderner Popkultur

Längst ist die E-Zigarette zu einem Bestandteil des urbanen Alltags geworden. Auch in Filmen und Serien taucht sie immer häufiger auf. Die dort präsentierten Figuren nutzen sie als Stilmittel oder Charaktermerkmal. Auch diese mediale Präsenz führt bei manchen Kinobesuchern zu der Annahme, dass Dampfen im Kino unproblematisch sei. Im realen Kinobetrieb spiegelt sich dieser Wandel allerdings nur begrenzt wider. Während die Leinwand Trends zeigt, die in Zukunft vielleicht Realität werden könnten, folgt der Saal meist weiterhin konservativen Regeln.

Warum Vapen trotzdem für ein gelungenes Kinoerlebnis sorgen kann

Warum Vapen trotzdem für ein gelungenes Kinoerlebnis sorgen kann

Auch wenn im Kinosaal selbst auf das Dampfen verzichtet werden muss, kann die E-Zigarette den gesamten Kinobesuch angenehmer gestalten. Viele Kinos verfügen über Außenbereiche, Lounges oder angrenzende Gastronomie, wo vor Filmbeginn entspannt gedampft werden kann.

Wer sich vorab über die Möglichkeiten im und um das betreffende Kino informiert, kann von vornherein für ein gelungenes Filmerlebnis sorgen. Nach der Vorstellung bieten sich ebenfalls oft Gelegenheiten in unmittelbarer Nähe. Da das Dampfen im Gegensatz zum klassischen Rauchen keinen unangenehmen Geruch in Kleidung oder Haaren hinterlässt und gesellschaftlich mittlerweile deutlich akzeptierter ist als der Konsum klassischer Zigaretten, lässt es sich deutlich besser in einen gelungenen Kinoabend integrieren, auch wenn im Saal selbst nicht gedampft werden darf.

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