Filme unter 45 Minuten: Rückblick auf das Kurzfilmfestival Köln 2025
Fast 20 Jahre hat es auf dem Buckel, doch noch konnte kein rundes Jubiläum gefeiert werden. Das ist erst im nächsten Jahr so weit. So fand jetzt aber die 19. Ausgabe des Kurzfilmfestivals Köln statt, das bis 2015 noch unter dem Namen Unlimited lief. Der Name ist zwar nicht mehr vorhanden, aber das Programm bewegt sich auch weiterhin ohne Grenzen vorwärts, sodass die Zuschauer in diesem Jahr zahlreiche interessante Beiträge sehen konnten.

Über sechs Tage lief das KFFK 2025, wobei Filme in ganz verschiedenen Lichtspielhäusern gezeigt wurden. Unter anderem im Filmforum NRW und am Off Broadway. Zentral waren auch in diesem Jahr wieder drei Wettbewerbe. Das waren der deutsche Wettbewerb, das Kölner Fenster und der Virtual Reality Wettbewerb. Am Ende wurden Preise in verschiedenen Kategorien verliehen. Den Hauptpreis konnte in diesem Jahr “So ist das Leben und nicht anders” von Lenia Friedrich gewinnen. Alle weiteren Highlights gibt es in diesem Artikel zu erfahren.
Das Kurzfilmfestival Köln 2025
2006 wurde es erstmals ausgetragen und ist über die Jahre zu einer wichtigen Institution in Deutschland herangewachsen. Heute gilt es als eines der wichtigsten Kurzfilmfestivals überhaupt, das 2026 sein 20. Jubiläum feiern wird. In diesem Jahr fand das Festival vom 18. bis zum 23. November statt. Die Eröffnung wurde im Filmhaus durchgeführt, am letzten Tag gab es die Preisverleihung im Filmforum. Zudem wurden Filme auch im Off Broadway, Lichtspiele Kalk, die Temporary Gallery und im Päff gezeigt. Drei Wettbewerbe gab es auch dieses Mal wieder. Der deutsche Wettbewerb ist das Herzstück.
Thematisch gab es zum Hauptwettbewerb die fünf Blöcke “Unter Druck”, “Der unmögliche Mann”, “Auf die Abwesenden”, “Aus der Reihe treten” und “Spuren und Schrammen”. Zudem gab es auch wieder das Kölner Fenster. Hierbei werden Filme von Filmschaffenden aus Köln in den Blick genommen. Die Kategorie Virtual Reality sorgt dafür, dass ganz besondere Seherlebnisse geschaffen werden. Unter anderem durch 360°-Filme oder echtzeitgenerierter 3D-Erlebnisse. In der Fachjury saßen in diesem Jahr Clara Schwinning, Thomas Meckel, Tania de León Yong, Constantin Leonhard, Jessica Eisermann, Daniel Asadi Faezi und Andrea Hanke. Das Festival wurde einmal mehr von Johannes Duncker geleitet.
Die Gewinner der 19. Ausgabe
Der Hauptbewerb war in fünf Blöcke unterteilt. Den Fokus auf Arbeit gab es in der Kategorie “Unter Druck”, während es um Gehorsam und Widerstand bei “Aus der Reihe treten” ging. “Der unmögliche Mann” behandelte die Themen Männlichkeit und Rituale. Erinnerungen und Verluste rückten in “Auf die Abwesenden” in den Fokus. Und “Spuren und Schrammen” war die Kategorie für die Aspekte Identität und Trauma. Das Kölner Fenster dient den lokalen Filmschaffenden und hat interessante Beiträge hervorgebracht. Um digitale Kultur und immersive Medien ging es bei “New Aesthetic und VR. Am Ende wurden mehrere Preise verliehen, die auch mit Geldbeträgen dotiert waren.
Der 1. Jurypreis und damit 3.500 € gingen an Lenia Friedrich und ihrem Film “So ist das Leben und nicht anders”. Die Jury lobte die “berührende Zartheit” des Films, der aber dennoch auch humorvoll daherkam. Florian Fischer und Johannes Krell durften sich für “Les rites de Passage” über den zweiten Platz und 2.600 € freuen. “Crysanthemum” von Jingyuan Luo wurde mit dem 3. Jurypreis ausgezeichnet. Zudem ging der Publikumspreis im Wert von 850 € an Simon Schneckenberger und seinen Beitrag “Skin on Skin”. “Prekid Vatre” von Jakob Krese ist ein Dokumentarfilm, der den WDR-Preis erhielt.
Zuletzt gab es noch eine lobende Erwähnung für “You do not leave traces of your presence, just of your acts” von Gernot Wieland. “Open your Eyes” von Yuichi Watanabe gewann den VR Award, womit 500 € einhergingen. “Bodies of Water” von Chélanie Beaudin-Quinti erhielt eine lobende Erwähnung. Zuletzt gab es noch im Wettbewerb Kölner Fenster den Publikumspreis für “Displaced in Time” von Pariya Bakhshi. Neben 500 € Dotierung gab es 1.500 € Technikbeistellung. “Ooops!” von Sıla Küçükoğlu gewann das Battle of the Shorts und damit 333,33 €.

Weitere Highlights in diesem Jahr
Zu den weiteren Highlights in diesem Jahr gehörte auch das Event “Shorts on Wheels”. Dabei gab es eine cineastische Fahrradtour durch Köln, bei der Filme an ganz unterschiedlichen Orten gezeigt wurden. Interessant war auch die “Midnight Madness”, bei der Filme wie “Pasta” oder “Nebenan” zu sehen waren. Ein gemütliches Frühstücksprogramm gab es beim “Cereal Cinema”. Unter anderem wurden hier “Oyu” und “Beurk” gezeigt. Und nicht zu vergessen ist das Kinderprogramm, sodass auch die Kleinsten ihren Spaß an dem Festival haben konnten. Besonders für Kinder ab 4 und 6 Jahren gab es beispielsweise Bastel-Workshops. Zudem wurden spezielle Filme wie “Das Finale” oder “Kaulquappe” gezeigt.
Unlimited: Historie des Kurzfilmfestivals
Erstmals wurde das Festival 2006 durchgeführt, wobei Köln immer der Standort gewesen ist. Traditionell findet es immer im November statt. Zu Anfang hieß es noch Europäisches Kurzfilmfestival Köln Unlimited, wurde dann aber 2016 in Kurzfilmfestival Köln (KFFK) umbenannt und den regionalen Charakter zu stärken. Seit 2013 hat Johannes Duncker die Leitung übernommen. Schon früh hat sich der Deutsche Wettbewerb als Herzstück des Festivals etabliert. 2013 gab es dann die Erweiterung mit “New Aesthetic” und 2016 folgte der Virtual Reality Preis. Die Förderung von Künstlern aus dem Kölner Raum war von Anfang an ein wichtiger Bestandteil, der bis heute fortgeführt wird.
Fazit zum Kurzfilmfestival Köln 2025
Einmal mehr bewies das Kurzfilmfestival Köln in diesem Jahr, warum es sich seit 2006 zu einem der wichtigsten Festivals für Kurzfilme etablieren konnte. Die 19. Ausgabe konnte mit einer bunten und mutigen Themenvielfalt punkten. Inhaltlich reichte die Auswahl von Identitätsträumen bis hin zu innovativen VR-Erlebnissen. “So ist das Leben und nicht anders” von Lenia Friedrichs gewann den Hauptpreis. Der Film kombiniert gekonnt Humor mit Zärtlichkeit. Aber auch alle weiteren Filme und Events sorgten dafür, dass an den sechs Tagen so schnell keine Langeweile auftrat. Im nächsten Jahr wird dann vom 24. bis zum 29. November 2026 das 20. Jubiläum gefeiert.