The Circle
Mit „The Circle“ rückt ein Science Fiction Thriller die digitale Gegenwart in grelles Licht. Der Film greift die Faszination für soziale Netzwerke auf und verbindet sie mit der Sehnsucht nach Sicherheit. Gleichzeitig schwingt die Frage mit, wie viel Öffentlichkeit eine Gesellschaft verträgt. Zwischen Innovationsversprechen und Kontrollfantasie entsteht ein Szenario, das vertraut wirkt. Gerade deshalb entwickelt die Geschichte ihre Spannung aus der Nähe zur Realität.

| Dauer: | 110 Min. |
|---|---|
| FSK: | 12 (DE) |
| Jahr: | 2017 |
| Kategorien: | Science-Fiction, Thriller |
| Regie: | James Ponsoldt |
| Produzenten: | Walter F. Parkes, Gary Goetzman, Anthony Bregman, Tom Hanks |
| Hauptdarsteller: | Emma Watson, Tom Hanks, John Boyega |
| Nebendarsteller: | Karen Gillan, Ellar Coltrane, Patton Oswalt, Glenne Headly |
| Studio: | Parkes+MacDonald Image Nation, Route One Entertainment, Playtone, Likely Story, 1978 Films, Image Nation Abu Dhabi |
Im Zentrum steht Mae Holland, die über eine Freundin bei einem Technologiekonzern einsteigt. Sie sucht berufliche Stabilität und will ihre Familie unterstützen. Schrittweise integriert sie sich in die Unternehmenskultur und beteiligt sich an neuen Transparenzprojekten. Ein Rettungseinsatz, ausgelöst durch Kameratechnik, verändert ihre Haltung grundlegend. Fortan lebt sie öffentlich und treibt digitale Offenlegung weiter voran, bis persönliche Beziehungen zerbrechen und eine dramatische Eskalation unausweichlich wird. Wie weit darf Transparenz gehen, bevor sie Freiheit ersetzt?
Besetzung, Regie und Drehorte
„The Circle“ erschien 2017 als US Science Fiction Thriller. James Ponsoldt führte Regie und schrieb das Drehbuch. Zudem arbeitete Dave Eggers am Drehbuch mit. Die Vorlage lieferte sein Roman von 2013. Anthony Bregman, Gary Goetzman und James Ponsoldt produzierten den Film. Danny Elfman komponierte die Musik. Matthew Libatique verantwortete die Kamera. Lisa Lassek und Franklin Peterson übernahmen den Schnitt. Der Film läuft 110 Minuten und erhielt FSK 12. Die Premiere fand am 26. April 2017 bei Tribeca Film Festivalsstatt. Anschließend startete er am 28. April 2017 in den USA. Der deutsche Kinostart folgte am 7. September 2017.
In der Hauptrolle spielt Emma Watson Mae Holland. Tom Hanks verkörpert Eamon Bailey. Karen Gillan tritt als Annie Allerton auf. Glenne Headly spielt Bonnie Holland. Bill Paxton übernimmt die Rolle von Vinnie Holland. John Boyega stellt Tyler Ty Lafitte dar. Patton Oswalt spielt Tom Stenton. Ellar Coltrane erscheint als Mercer. Poorna Jagannathan verkörpert Dr. Villalobos. Mamoudou Athie spielt Jared.
Die Dreharbeiten begannen am 11. September 2015 in Hollywood. Danach arbeitete das Team ausschließlich in Kalifornien. Am 17. September 2015 filmte man in Pasadena. Dort nutzte man das Art Center College of Design. Zusätzlich entstanden Szenen in Fillmore. Weitere Aufnahmen fanden in Glendora statt. Gedreht wurde am Citrus College. Das Budget betrug 18 Millionen US Dollar. Weltweit spielte der Film rund 41 Millionen US Dollar ein. In Deutschland zählte man 432037 Besucher. Bei den Teen Choice Awards 2017 gewann Emma Watson.
Handlung & Inhalt vom Film „The Circle“
Über ihre Freundin Annie erhält Mae Holland eine Stelle bei The Circle. Zuvor arbeitete sie in einem Callcenter als Praktikantin. Nun beginnt sie im Kundendienst des Technologiekonzerns. Dabei hofft sie, ihre Eltern finanziell zu entlasten. Ihr Vater leidet an Multipler Sklerose. Während Mae begeistert startet, bleibt Mercer skeptisch. Bei einer Firmenversammlung präsentiert Eamon Bailey das Kamerasystem SeeChange. Kleine Geräte übertragen dauerhaft Bilder in Echtzeit. Fasziniert engagiert sich Mae stärker im Netzwerk. Gleichzeitig lernt sie Ty Lafitte kennen. Allerdings warnt er vor der Entwicklung von TrueYou. Dennoch steigt Mae innerhalb des Unternehmens schnell auf.
Einige Zeit später zeigt Maes Mutter ein Foto von Mercers Kronleuchter. Daraufhin veröffentlicht Mae das Bild in ihrem Profil. Kurz darauf reagieren Nutzer mit heftigen Vorwürfen. Man unterstellt Mercer grausame Taten. Wütend sucht er Mae im Büro auf. Verletzt fordert er Abstand. Anschließend fährt Mae nachts Kajak. Plötzlich kentert sie in rauer See. Doch SeeChange Kameras registrieren den Notfall. Deshalb rettet die Küstenwache sie rechtzeitig. Bei einer Versammlung berichtet Eamon über die Rettung. Beeindruckt entscheidet sich Mae für totale Transparenz. Fortan trägt sie ständig eine Kamera. Dadurch belasten öffentliche Einblicke ihre Beziehungen erheblich.
Akzeptanz der dauerhaften Überwachung
Später kündigt Eamon digitale Wahlen über Circle Konten an. Zusätzlich schlägt Mae verpflichtende Profile für Wähler vor. Diese Forderung irritiert Annie deutlich. Kurz darauf präsentiert Mae ein weltweites Suchprogramm. Das System lokalisiert einen gesuchten Verbrecher innerhalb von Minuten. Begeistert reagiert das Publikum mit Applaus. Anschließend behauptet Mae, Offenheit schaffe Sicherheit. Jemand schlägt Mercer als Testperson vor. Zunächst zögert sie spürbar. Dennoch überzeugt Eamon sie weiterzumachen. Bald erscheint Mercers Standort auf Bildschirmen. Überrascht flieht er vor herannahenden Nutzern. Verfolgt von Autos und Drohnen verliert er die Kontrolle. Schließlich stürzt er tödlich von einer Brücke.
Tage danach ruft Mae Annie in Schottland an. Dort erholt sich Annie fernab des Konzerns. Dennoch hält Mae an ihrer Arbeit fest. Trotz Bitten ihrer Eltern kehrt sie zurück. Anschließend bittet sie Ty um Unterstützung. Er enthüllt belastende Informationen über die Führung. Bei einer großen Firmenversammlung spricht Mae erneut. Zuerst erklärt sie, Vernetzung habe ihr geholfen. Danach fordert sie Eamon und Tom öffentlich heraus. Gleichzeitig veröffentlicht sie deren private Nachrichten. Verärgert versuchen beide, ihre Position zu retten. Schließlich verlässt Tom die Bühne. Daraufhin unterbrechen Techniker die Präsentation.
Obwohl das Licht erlischt, bleiben zahlreiche Displays aktiv. Dadurch setzen die Zuschauer ein Zeichen der Unterstützung. Währenddessen bekräftigt Mae ihren Transparenzkurs. Zudem erklärt sie, niemand dürfe Ausnahmen beanspruchen. Eamon wirkt zunehmend überfordert. Ty beobachtet die Situation aus dem Hintergrund. Später kehrt Mae erneut zum Kajak zurück. Drohnen begleiten sie über das Wasser. Trotzdem zeigt sie keine Furcht. Stattdessen akzeptiert sie die permanente Beobachtung. Abschließend bestätigt sie ihre Entscheidung für totale Offenheit. Damit stellt sie persönliche Bindungen hinter das Prinzip.
Fazit & Kritiken zum Film „The Circle“
„The Circle“ eröffnet mit einer glänzenden Firmenwelt voller Euphorie. Dennoch entsteht schnell der Eindruck kontrollierter Harmonie. Der Konzern verkauft Transparenz als moralischen Fortschritt, während Widerspruch kaum Raum erhält. Dadurch wirkt der Aufstieg der Hauptfigur weniger zwingend als behauptet. Zudem setzt der Film stark auf Schlagworte und Präsentationsmomente. Diese Szenen treffen zwar den Ton digitaler Selbstinszenierung, aber sie wiederholen sich.
Überzeugend gerät die Episode um die nächtliche Rettung auf dem Wasser. Hier verschränkt der Film Nutzen und Risiko der Technik konkret. Kurz darauf verliert die Inszenierung jedoch an Schärfe. Familiäre Konflikte werden angerissen, aber nicht vertieft. Ebenso bleibt die kritische Gegenfigur zu blass, obwohl sie wichtige Fragen stellt. Die Idee verpflichtender Nutzerkonten erscheint provokant, doch echte Auseinandersetzungen bleiben aus.
Deutlich härter wirkt die öffentliche Fahndung per Livestream. Applaus ersetzt hier moralische Abwägung und erzeugt beklemmende Dynamik. Besonders die Verfolgung von Mercer besitzt eine unangenehme Direktheit. Allerdings setzt der Film auf Eskalation statt auf Analyse der Konsequenzen. Auch die finale Konfrontation mit der Konzernspitze entwickelt Energie, doch sie endet abrupt. Am Schluss bleibt ein nüchterner Eindruck: starke Ansätze, aber zu wenig Mut zur Vertiefung.