Bad Neighbors
Der Nachbarschaftskonflikt gehört zu den unterschätzten Dramen des Alltags. Was harmlos mit leiser Musik beginnt, endet nicht selten vor Gericht oder im vollständigen Kontaktabbruch. Das Kino hat dieses Spannungsfeld erstaunlich selten aufgegriffen, obwohl die Konstellation dramaturgisch vielversprechend ist: Zwei Parteien, räumlich gebunden, emotional entfremdet, ohne Fluchtmöglichkeit. Nicholas Stoller nimmt sich 2014 dieser Prämisse an und verwandelt sie in eine Komödie, die den Generationenkonflikt zwischen jungen Eltern und Studenten austrägt.

| Dauer: | 96 Min. |
|---|---|
| FSK: | 12 (DE) |
| Jahr: | 2014 |
| Kategorien: | Komödie |
| Regie: | Nicholas Stoller |
| Produzenten: | Seth Rogen, Evan Goldberg, James Weaver |
| Hauptdarsteller: | Seth Rogen, Zac Efron, Rose Byrne |
| Nebendarsteller: | Dave Franco, Christopher Mintz-Plasse, Jerrod Carmichael, Ike Barinholtz |
| Studio: | Good Universe, Universal Pictures, Point Grey Pictures |
„Bad Neighbors“ entstand in einer Phase, in der die amerikanische Filmkomödie verstärkt auf derben Humor setzte, dabei jedoch versuchte, emotionale Tiefe einzubauen. Stoller, der zuvor mit „Männertrip“ und „Fast verheiratet“ unterschiedliche Register bediente, versammelt mit Seth Rogen, Zac Efron und Rose Byrne drei Darsteller, die zwischen Slapstick und Charakterzeichnung pendeln können. Die Produktionsfirma von Rogen und Evan Goldberg steht für einen Humor, der Tabubrüche nicht scheut, dabei aber stets einen Rest Menschlichkeit bewahrt.
Besetzung, Regie und Drehorte
„Bad Neighbors“ erschien 2014 als US-amerikanische Produktion unter dem Originaltitel „Neighbors“. Der Film dauert 97 Minuten und erhielt in Deutschland eine Freigabe ab 12 Jahren. Die Komödie stammt aus der Feder von Andrew J. Cohen und Brendan O’Brien, beide lieferten ihr Langfilmdebüt als Drehbuchautoren ab.
Regie führte Nicholas Stoller, während Evan Goldberg, Seth Rogen und James Weaver als Produzenten fungierten. In den Hauptrollen agieren Seth Rogen als Mac Radner und Zac Efron als Teddy Sanders. Rose Byrne verkörpert Kelly Radner, Dave Franco übernimmt die Rolle des Pete Regazolli. Christopher Mintz-Plasse, Jerrod Carmichael, Lisa Kudrow und Ike Barinholtz ergänzen die Besetzung. Für die Kamera zeichnete Brandon Trost verantwortlich, Michael Andrews komponierte die Filmmusik, Zene Baker führte den Schnitt aus.
Der Film vereint Elemente der Slapstick-Komödie mit Situationskomik und spielt bewusst mit den Erwartungen an beide Genres. Die Produktion setzte auf Improvisation der Darsteller, was dem Timing zugutekam, gleichzeitig aber strukturelle Schwächen verstärkte. „Bad Neighbors“ kam weltweit in die Kinos und entwickelte sich zu einem kommerziellen Erfolg, der eine Fortsetzung nach sich zog.
Handlung & Inhalt vom Film „Bad Neighbors“
Mac und Kelly Radner führen mit ihrer Tochter Stella ein ruhiges Vorstadtleben, als im Nachbarhaus die Studentenverbindung Delta Psi Beta einzieht. Die vorherige Unterkunft der Fraternity war bei einer Party abgebrannt, was bereits auf deren Ruf schließen lässt. Verbindungspräsident Teddy Sanders plant, sich durch eine spektakuläre Feier auf der Ehrentafel zu verewigen. Die Radners befürchten Lärmbelästigung und suchen das Gespräch. Bei der Eröffnungsfeier werden sie als Gäste integriert, man vereinbart, bei Problemen direkt zu kommunizieren statt die Polizei einzuschalten.
Doch schon bald eskaliert die Situation. Nach einer besonders lauten Nacht kontaktiert Mac telefonisch die Polizei, was die Studenten als Vertragsbruch werten. Es folgen Racheaktionen: Streiche, laute Partys und Müll im Garten der Radners. Stella gerät dabei in Kontakt mit einem Kondom. Bei der Dekanin Gladstone erfahren Mac und Kelly, dass die Verbindung erst nach drei negativen Schlagzeilen geschlossen wird. Der Brand war die erste gewesen. Mac versucht zunächst, die Studenten durch einen fingierten Wasserrohrbruch zu vertreiben, doch diese finanzieren die Reparatur durch den Verkauf selbst hergestellter Dildos.
Eskalation und Gegenschlag der Studenten
Kelly plant daraufhin, die Studenten gegeneinander auszuspielen. Sie will einen Vertrauensbruch zwischen Teddy und seinem Stellvertreter Pete herbeiführen. Unter dem Vorwand der Versöhnung besuchen die Radners mit Freunden die nächste Party. Kelly sorgt mit Alkohol dafür, dass Pete mit Teddys Freundin ins Schlafzimmer geht, wo Teddy die beiden überrascht. In der folgenden Rauferei rollt ein Grill auf die Straße und verletzt einen Professor. Dies liefert die zweite negative Schlagzeile, woraufhin die Dekanin die Verbindung auf Bewährung setzt.
Die Radners wollen als Nächstes die demütigenden Aufnahmerituale filmen lassen. Sie überreden den Anwärter „Arschsaft“, Videobeweise mit einer Kamerabrille zu sammeln, doch dieser verrät den Plan an Teddy. Die Studenten beginnen, brutal zurückzuschlagen, was sogar zu einer kurzzeitigen Trennung der Eheleute führt. Mac und Kelly fälschen einen Brief der Dekanin, der angeblich die Bewährung aufhebt. Teddy plant daraufhin eine große Abschlussparty, zu der die Radners heimlich zusätzliche Gäste einladen.
Kurz vor Eintreffen der Polizei entdecken die Studenten die Fälschung und beenden die Party rechtzeitig. Teddy schaltet Musik und Licht ab und schickt alle weg. Doch die Radners dringen ins Haus ein, feuern Feuerwerkskörper auf die Polizeistreife ab und aktivieren den Hauptschalter wieder. Jimmy stürzt sich als Ablenkung vom ersten Stock. Das Haus wird geräumt, Teddy verhaftet und die Verbindung geschlossen. Teddy übernimmt die Verantwortung und schickt Pete weg, um dessen Karriere zu schützen. Teddy arbeitet später als Oben-ohne-Modell bei Abercrombie & Fitch, während Mac und Kelly ihr Familienleben fortsetzen.
Filmkritik und Fazit zum Film „Bad Neighbors“
Stollers Inszenierung von „Bad Neighbors“ setzt auf hohes Tempo, wobei die Kameraarbeit von Brandon Trost die chaotischen Partyszenen visuell überladen präsentiert. Rogen nutzt sein Timing geschickt, doch die Chemie zu Rose Byrne bleibt merkwürdig distanziert. Das Drehbuch von Cohen und O’Brien favorisiert Situationen vor Charakterentwicklung, weshalb die Figuren schablonenhaft wirken. Efron changiert zwischen Charme und Antagonist, ohne dass der Film sich entscheidet. Dave Franco liefert überraschend differenziertes Spiel, seine Szenen mit Efron besitzen mehr emotionale Substanz als die des Hauptpaares.
Die Bildsprache schwankt zwischen visuellen Gags und dramaturgischer Leere. Michael Andrews‘ Musik bleibt funktional, ohne eigenständige Akzente zu setzen. Das Genre der derben Komödie wird bedient, jedoch fehlt die innere Logik. Die einzelnen Eskalationsstufen folgen keiner psychologischen Entwicklung, sondern einer reinen Aneinanderreihung von Einfällen. Wenn der übergewichtige Rogen neben dem durchtrainierten Efron positioniert wird, entsteht zwar visueller Kontrast, aber keine dramaturgische Spannung.
„Bad Neighbors“ funktioniert in Einzelszenen, scheitert jedoch an der Gesamtstruktur. Der Film will gleichzeitig Klamauk und Beziehungsdrama sein, entscheidet sich aber nie. Die Besetzung rechtfertigt das Projekt nicht vollständig, da selbst talentierte Darsteller schwache Charakterisierungen nicht kompensieren können. Wer isolierte Lacher sucht, wird bedient. Wer inhaltliche Konsequenz erwartet, bleibt enttäuscht.