Fast & Furious 8
Wenn ein Actionfilm damit beginnt, dass ein halbes Schrottauto brennend und rückwärts über eine Ziellinie gerettet wird, sind die Spielregeln klar. „Fast & Furious 8“ setzt auf maximale Überwältigung – nicht auf Plausibilität. F. Gary Gray, dessen Regie bei „Straight Outta Compton“ noch soziale Sprengkraft entfaltete, lenkt das Franchise 2017 in ein Terrain, das sich selbst nur noch als kontrolliertes Chaos versteht.

| Dauer: | 136 Min. |
|---|---|
| FSK: | 12 (DE) |
| Jahr: | 2017 |
| Kategorien: | Action |
| Regie: | F. Gary Gray |
| Produzenten: | Vin Diesel, Neal H. Moritz, Michael Fottrell, Chris Morgan |
| Hauptdarsteller: | Vin Diesel, Jason Statham, Dwayne Johnson |
| Nebendarsteller: | Michelle Rodriguez, Tyrese Gibson, Ludacris, Charlize Theron |
| Studio: | Original Film, One Race, Universal Pictures |
Denn das Franchise ist längst kein Straßenrennen-Milieu mehr. Aus illegalen Autorennen wurde ein globales Agentenabenteuer, aus einer kleinen Crew eine Art staatlich tolerierte Spezialeinheit. Wie dieser Wandel sich auf das Publikum auswirkt – und ob die Reihe darin noch ihre Identität findet – das ist die eigentliche Frage hinter all dem Motorenlärm.
Besetzung, Regie und Drehorte
„Fast & Furious 8“ ist ein US-amerikanischer Actionfilm aus dem Jahr 2017, inszeniert von F. Gary Gray nach einem Drehbuch von Chris Morgan. Produziert wurde der Film unter anderem von Vin Diesel, Neal H. Moritz und Michael Fottrell. Brian Tyler übernahm die musikalische Gestaltung, die Kameraarbeit lag bei Stephen F. Windon, den Schnitt verantworteten Paul Rubell und Christian Wagner.
Das Ensemble vereint bekannte Seriengesichter mit prominenten Neuzugängen. Vin Diesel kehrt als Dominic Toretto zurück, flankiert von Michelle Rodríguez, Dwayne Johnson, Tyrese Gibson, Ludacris und Nathalie Emmanuel. Jason Statham ist erneut als Deckard Shaw zu sehen, während Charlize Theron als Antagonistin Cipher erstmals zur Reihe stößt. Ebenfalls neu: Scott Eastwood und Kristofer Hivju. Helen Mirren und Kurt Russell vervollständigen das Aufgebot in prägnanten Nebenrollen.
Die Dreharbeiten begannen im März 2016 in Island und führten weiter nach Kuba, wo „Fast & Furious 8″ als erster US-amerikanischer Film seit dem Beginn des Embargos eine Drehgenehmigung erhielt. Weitere Drehorte waren Atlanta, New York City und Cleveland. Der Film läuft in der Kinofassung 136 Minuten, eine Extended Director’s Cut-Version umfasst 149 Minuten. Die FSK-Freigabe liegt bei 12 Jahren.
Handlung & Inhalt vom Film „Fast & Furious 8“
Dominic Toretto und seine Frau Letty verbringen ihre Flitterwochen in Havanna. Dort gerät Dom spontan in ein Straßenrennen, um dem Cousin aus einer Notlage zu helfen. Er gewinnt, zerstört dabei den Wagen des Cousins, übergibt dem Gegner großmütig den Fahrzeugschein zurück und schenkt dem Cousin seinen eigenen Impala. Das idyllische Bild trübt sich schnell: Eine Frau tritt an Dom heran und setzt ihn unter Druck. Sie nennt sich Cipher und gibt sich als Cyber-Terroristin zu erkennen. Was sie über Dom weiß – und welche Mittel sie nutzt –, bleibt zunächst im Dunkeln.
Parallel dazu erhält DSS-Agent Hobbs von Mr. Nobody den Auftrag, eine EMP-Waffe in Berlin zu sichern. Doms Crew übernimmt die Aufgabe, doch Dom wendet sich gegen sein eigenes Team und flieht mit der Waffe. Hobbs wird verhaftet, lehnt jedoch Hilfe ab und landet im Gefängnis – wo er auf Deckard Shaw trifft. Mr. Nobody inszeniert einen inszenierten Ausbruch, bei dem Shaw sämtliche Zellentüren öffnet und eine Revolte auslöst. Im Anschluss stößt Shaw zu Mr. Nobodys Hauptquartier, wo das verbleibende Team erfährt, dass Cipher Dom erpresst: Sie hält Elena, Doms Ex-Freundin, und deren gemeinsamen Sohn als Geiseln gefangen.
Eskalation auf drei Kontinenten
In New York erhält Ciphers Plan konkrete Konturen. Dom soll dem russischen Verteidigungsminister Atomcodes entwenden. Auf dem Weg dorthin trifft er heimlich Magdalene Shaw, Deckards Mutter, um mit ihr eine Gegenstrategie zu entwickeln. Cipher lässt derweil Hunderte Fahrzeuge mit Fahrassistenzsystemen in Manhattan per Fernzugriff übernehmen und auf die Fahrzeugkolonne des Ministers lenken. Dom entkommt mit dem Koffer, doch das eigene Team verfolgt ihn. Er verwickelt alle sechs Fahrzeuge in eine kontrollierte Karambolage, schießt Shaw scheinbar nieder und flieht – bis Cipher als Strafe für Doms Fast-Fehler Elena töten lässt.
Dom wird an eine ehemalige russische Militärbasis an der sibirischen Küste gebracht, wo eine Miliz über veraltete Atom-U-Boote wacht. Er schaltet mithilfe des EMPs die Anlage aus. Cipher versucht, über gekaperte Systeme eines U-Boots Zugriff auf die Atomsprengköpfe zu erlangen. Doms altes Team dringt ebenfalls in den Stützpunkt ein. Die Übernahme des U-Boots scheitert technisch, dennoch startet Cipher das Gefährt, um die Sprengköpfe faktisch zu sichern. Das U-Boot nimmt Kurs auf eine Schleuse, das Team versucht diese vorher zu schließen, während Miliz und U-Boot folgen.
Deckard und sein Bruder Owen dringen derweil in Ciphers Flugzeug ein, kämpfen sich durch die Besatzung und bringen Doms Sohn in Sicherheit. Als Dom erfährt, dass sein Kind gerettet ist, tötet er Ciphers Handlanger Rhodes und hilft dem Team gegen die Miliz. Eine Wärmesuchrakete des U-Boots lenkt Dom auf sein Fahrzeug, um sie im Bogen zurück zum U-Boot zu führen. Die Explosion schleudert ihn aus dem Wagen, doch sein Team fängt ihn ab. Cipher entkommt per Fallschirm. Am Ende feiern alle auf einem New Yorker Dach – und Dom gibt bekannt, dass sein Sohn den Namen Brian trägt.
Filmkritik und Fazit zum Film „Fast & Furious 8“
„Fast & Furious 8“ ist ein Film, der seine eigene Physik mitbringt – und konsequent dabei bleibt. F. Gary Gray inszeniert mit handwerklicher Präzision, auch wenn er inhaltlichen Tiefgang zugunsten kinetischer Energie opfert. Die Manhattan-Sequenz, in der ferngesteuerte Fahrzeuge aus einem Parkhaus stürzen und die Straßen blockieren, ist als Setpiece von eigenem Rhythmus und visueller Wucht. Charlize Theron verleiht Cipher eine kühle Autorität, bleibt jedoch auf die Rolle der stillen Kommandogeberin reduziert – eine Verschwendung von Potenzial, die das Drehbuch selbst zu verantworten hat.
Die eigentliche Stärke des Films liegt im Ensemblespiel. Jason Statham reißt jede gemeinsame Szene mit Dwayne Johnson in eine Sphäre trockener Komik, die mit dem Rest des Films kaum konkurrieren kann. Tyrese Gibson und Ludacris liefern verlässliche Kontraste zum gravitätischen Ernst Vin Diesels. Das Sounddesign arbeitet mit brachialem Nachdruck, Brian Tylers Score treibt die Sequenzen an, ohne je zu differenzieren. Kamera und Schnitt funktionieren in den Actionszenen effizient; in den Dialogpassagen entsteht dagegen eine Gleichförmigkeit, die das Tempo bremst.
Wer dieses Franchise versteht, fragt nicht nach innerer Logik. „Fast & Furious 8″ liefert genau das, was es verspricht: überdimensionierte Actionbilder, ein Ensemble mit echtem Zusammenhalt und ein Gespür dafür, wann der nächste Knall fällig ist. Für Liebhaber des Genres ist das ein verlässliches Angebot. Wer hingegen auf Figurenentwicklung oder dramaturgische Konsequenz hofft, findet hier wenig Halt – und wird es wohl nie finden.