Police Academy – Dümmer als die Polizei erlaubt

Es gibt Filme, die im Augenblick ihres Erscheinens nichts weiter zu sein scheinen als leichte Unterhaltung – und die dennoch etwas auslösen, das weit über ihre bescheidenen Ambitionen hinausgeht. „Police Academy – Dümmer als die Polizei erlaubt“ war 1984 ein solcher Film. Hugh Wilson inszenierte mit sichtbarer Freude an der Figur, nicht an der Handlung, und schuf dabei ungewollt ein Ensemble, das das Publikum jahrelang nicht loslassen würde.

Police Academy - Dümmer als die Polizei erlaubt
Dauer: 96 Min.
FSK: 16 (DE)
Jahr: 1984
Regie: Hugh Wilson
Produzenten: Paul Maslansky
Hauptdarsteller: Steve Guttenberg, Kim Cattrall, G.W. Bailey
Nebendarsteller: Bubba Smith, Donovan Scott, George Gaynes, Andrew Rubin
Studio: The Ladd Company

Was macht einen Komödienfilm dauerhaft erinnerungswürdig? Die Frage klingt akademischer, als sie gemeint ist. Bei Police Academy liegt die Antwort nicht in der Dramaturgie – die ist episodisch, fast anarchisch –, sondern in der Unmittelbarkeit einzelner Charaktermomente. Wer Larvell Jones zum ersten Mal dabei zusieht, wie er mit dem Mund eine ganze Tonspur imitiert, versteht sofort: Hier wurde ein Darsteller gefunden, für den man erst noch eine Rolle erfinden musste. Doch trägt das einen ganzen Film?

Besetzung, Regie und Drehorte

Police Academy – Dümmer als die Polizei erlaubt“ entstand 1984 unter der Regie von Hugh Wilson, der hier sein Spielfilmdebüt gab. Das Drehbuch verfassten Neal Israel, Pat Proft und Wilson gemeinsam. Die Musik stammt von Robert Folk, die Kameraarbeit übernahm Michael D. Margulies, der Schnitt lag bei Robert Brown und Zach Staenberg. Produzent Paul Maslansky hatte die Grundidee nach eigenen Beobachtungen einer gemischten Polizeikadettentruppe in San Francisco entwickelt.

Steve Guttenberg übernahm die Hauptrolle des Carey Mahoney, nachdem unter anderem Bruce Willis für dieselbe Rolle vorgesprochen hatte. Michael Winslow wurde spontan für den Film engagiert, nachdem die Produzenten seine Stand-Up-Comedy-Show in Long Beach besucht hatten – seine Rolle des Larvell Jones wurde eigens für ihn geschrieben. David Graf erschien zum Casting im Tarnanzug und erhielt die Rolle des Eugene Tackleberry auf der Stelle. Marion Ramsey, G. W. Bailey, Bubba Smith, Kim Cattrall und Leslie Easterbrook vervollständigten das Ensemble.

Der Film wurde vollständig in Toronto gedreht. Das markante Akademiegebäude war ursprünglich eine psychiatrische Klinik und gehört heute zum Lakeshore Campus des Humber College. Regisseur Hugh Wilson hat einen kurzen Cameo-Auftritt als verärgerter Autofahrer. Die Altersfreigabe in Deutschland liegt bei FSK 16. Die Laufzeit beträgt 96 Minuten.

Handlung & Inhalt vom Film „Police Academy – Dümmer als die Polizei erlaubt“

Die neue Bürgermeisterin der Stadt, Mary Sue Beal, schafft per Erlass sämtliche Zulassungsvoraussetzungen für die örtliche Polizeiakademie ab. Geschlecht, Körpergröße, Gewicht, Bildungsstand – nichts davon soll künftig noch als Ablehnungsgrund gelten. Diese Entscheidung löst in der Polizeibehörde erhebliche Unruhe aus. Commissioner Hurst beauftragt Commandant Lassard, den Leiter der Akademie, dafür zu sorgen, dass die ungeeigneten Kandidaten freiwillig aufgeben. Lassards Assistent Harris nimmt diesen Auftrag mit Begeisterung an. Zu den neuen Rekruten zählen: Carey Mahoney, ein chronischer Kleinkrimineller, der als Alternative zum Gefängnis die Akademie besucht; Eugene Tackleberry, ein übereifrig waffenbegeisterter Nachtwächter; Larvell Jones, der mit dem Mund mühelos Geräuschkulissen erzeugt; Moses Hightower, ein ungewöhnlich großgewachsener Blumenverkäufer; Laverne Hooks, deren Stimme kaum über ein Flüstern hinausreicht; Leslie Barbara, ein von Rowdys schikanierter Fotoverkäufer; Karen Thompson, eine wohlbehütete Tochter aus gutem Hause; Douglas Fackler, ein spröder Buchhaltertyp; und der charmante Frauenheld George Martín.

Das Training beginnt hart. Harris erkennt in den Mitrekruten Copeland und Blankes nützliche Verbündete, um missliebige Kadetten hinauszudrängen. Mahoney hingegen sucht Lassard auf, um seinen Abgang zu erwirken – und erfährt, dass Captain Reed ausdrücklich darum gebeten hat, ihn unter keinen Umständen zu entlassen. Was als erzwungener Aufenthalt begann, entwickelt sich so zu einem andauernden Kräftemessen. Mahoney spielt Harris Streiche, Harris reagiert mit Disziplinarmaßnahmen. Derweil beginnt der Frauenmagnet Martín eine Affäre mit Ausbilderin Sergeant Callahan, nachdem diese ihn bei einem nächtlichen Ausflug in die Frauenquartiere erwischt hatte. Mahoney und Thompson kommen sich auf der inoffiziellen Kadetten-Party näher, zu der Copeland und Blankes durch einen Trick Mahoneys in eine Schwulenbar umgeleitet werden.

Chaos, Konsequenzen und ein entscheidender Einsatz

Das Training schreitet fort, die Gruppe wächst zusammen. Beim Fahrtraining fährt Hooks versehentlich über Copelands Füße. Dieser beschimpft sie aufs Übelste, woraufhin der sonst sanftmütige Hightower den Polizeiwagen umwirft. Hightower wird umgehend aus der Akademie ausgeschlossen. Die anschließende Schlägerei in der Kantine reißt auch Mahoney mit hinein, der die Schuld auf sich nimmt und gleichfalls suspendiert wird. Für beide scheint die Ausbildung damit beendet – doch der Film hat anderes vor.

Eine folgenschwere Ungeschicklichkeit des tollpatschigen Fackler löst eine Kettenreaktion aus, die sich zu handfesten Stadtunruhen ausweitet. Die Akademie entsendet die noch verbliebenen Kadetten zur Unterstützung in ruhigere Bezirke. Mahoney schließt sich dem Einsatz trotz seines Rauswurfs an. Durch einen Koordinationsfehler geraten die Kadetten jedoch mitten in das Zentrum der aufgewühlten Menge. Copeland und Blankes provozieren die Randalierer, verlieren dabei ihre Waffen und fliehen – und landen abermals in der Blue Oyster Bar.

Harris wird im Tumult entführt. Mahoney eilt ihm zur Hilfe, wird jedoch selbst entwaffnet. Die Situation scheint ausweglos – bis Hightower, längst wieder Zivilist, eingreift und den Kidnapper überwältigt. Beim anschließenden Abschlusszeremoniell werden Mahoney und Hightower in die Akademie wiederaufgenommen und mit der höchsten Auszeichnung der Polizei dekoriert. Die Kadettengruppe hat ihre Ausbildung abgeschlossen. Harris bleibt, was er war. Und Copeland und Blankes haben ihre Lektion auf ihre eigene, unfreiwillige Weise gelernt.

Filmkritik und Fazit zum Film „Police Academy – Dümmer als die Polizei erlaubt“

Police Academy – Dümmer als die Polizei erlaubt“ ist kein Film, der durch seine dramaturgische Architektur überzeugt – das wäre auch eine falsche Erwartung. Was Hugh Wilson hier inszeniert, ist im Kern eine Figurenparade, zusammengehalten nicht durch Handlungslogik, sondern durch das Prinzip der Wiederholung mit Variation. Das funktioniert vor allem dort, wo die Darsteller ihren Figuren etwas mitgeben, das über den bloßen Gag hinausgeht. Michael Winslows Larvell Jones etwa ist eine reine Soundshow, und dennoch entsteht durch seine körperliche Präsenz eine Komik, die sich dem reinen Witz entzieht. Die Kamera bleibt dabei nüchtern, fast fernsehgleich – kein Sinn für visuelle Ironie, kein bewusstes Spiel mit Bildkomposition.

Das Tempo des Films schwankt spürbar. Einzelne Sequenzen – der erste Auftritt Hightowers, die Streiche gegen Harris, der Stammgast-Gag der Blue Oyster Bar – sitzen präzise. Andere Szenen hingegen wirken wie Lückenfüller, die keinen eigenen Rhythmus finden. Robert Folks Musik ist zweckmäßig, selten mehr. Was den Film von reinem Klamauk unterscheidet, ist das Ensemble selbst: Guttenberg gibt dem Anführer Mahoney eine lässige Energie, die das Gefüge zusammenhält. Einige Szenen hingegen – namentlich die Duschszenen und ein Pferd-Gag – sind schlichtes Produkt ihrer Zeit, ohne komödiantischen Mehrwert.

Police Academy ist kein Film für Zuschauer, die dramaturgische Kohärenz suchen. Wer sich jedoch für das Handwerk des Slapstick interessiert – für das Timing einer Pointe, für die Chemie eines gut zusammengestellten Ensembles, findet hier ein ehrliches Dokument seiner Entstehungszeit. Manches hat gealtert, vieles nicht. Für Liebhaber des Genres lohnt sich der erste Teil der Reihe noch immer.

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