The Last Showgirl
„The Last Showgirl“ ist ein leiser, aber kraftvoller Film, der tief unter die glitzernde Oberfläche von Las Vegas blickt. Regisseurin Gia Coppola nutzt die Ikonographie der Stadt nicht als Selbstzweck, sondern als Spiegel einer Unterhaltungsindustrie, die ihre eigenen Legenden langsam verschleißt. Im Zentrum steht eine Frau, deren Leben untrennbar mit einer Bühne verbunden ist, die allmählich verschwindet. Der Film verbindet Glamour mit Melancholie und erzählt die Geschichte einer Generation von Performerinnen, die von moderneren, lauteren Formaten an den Rand gedrängt werden.

| Dauer: | 90 Min. |
|---|---|
| FSK: | 12 (DE) |
| Jahr: | 2024 |
| Kategorien: | Drama |
| Regie: | Gia Coppola |
| Produzenten: | Robert Schwartzman, Natalie Farrey, Gia Coppola |
| Hauptdarsteller: | Pamela Anderson, Jamie Lee Curtis, Dave Bautista |
| Nebendarsteller: | Brenda Song, Kiernan Shipka, Billie Lourd, John Clofine |
| Studio: | Utopia, Pinky Promise, Digital Ignition Entertainment, High Frequency Entertainment |
Statt schneller Schnitte und auffälliger Effekte setzt Coppola auf Intimität – auf Gesichter, Körper und Kostüme. Genau hier liegt die emotionale Kraft dieser Produktion. Las Vegas dient nicht nur als Schauplatz, sondern auch als kulturelles Echo. Seit Jahrzehnten steht die Stadt für Eskapismus und risikoreiche Unterhaltung, vom Showgeschäft bis zum Glücksspiel. Selbst heute können diejenigen, die digitale Freizeitangebote erkunden, wie Echtgeld Online Casinos für Deutsche, Parallelen zu demselben Nervenkitzel und Risiko erkennen, das einst die klassische Bühne prägte. Der Film greift diese Spannung subtil auf, ohne sie explizit zu machen, und zeigt, wie eng Unterhaltung, Risiko und Vergänglichkeit miteinander verknüpft sind.
Besetzung, Regie und Drehorte
„The Last Showgirl“ ist ein Drama unter der Regie von Gia Coppola mit einem Drehbuch von Kate Gersten. Pamela Anderson spielt die Hauptfigur Shelley Gardner, ein ehemaliges Showgirl in Las Vegas. Kiernan Shipka verkörpert die junge Tänzerin Jodie, Billie Lourd ist als Tochter Hannah zu sehen. Jamie Lee Curtis übernimmt die Rolle der Freundin Annette, Brenda Song spielt die Kollegin Marianne. Dave Bautista ist als Eddie zu sehen, Shelleys Ex und Vater von Hannah. Jason Schwartzman tritt als Regisseur in einer Nebenrolle auf.
Gedreht wurde innerhalb von 18 Tagen in Las Vegas. Autumn Durald Arkapaw führte die Kamera, die Filmmusik stammt von Andrew Wyatt. Für den Song „Beautiful That Way“ arbeitete er mit Miley Cyrus und Lykke Li zusammen. Die Produktion verantworteten Robert Schwartzman und Natalie Farrey. Der Film feierte am 6. September 2024 bei Toronto International Film Festival Premiere und wurde anschließend auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt. In Deutschland lief er ab dem 20. März 2025 im Kino.
Bei den Golden Globes 2025 war Pamela Anderson als Beste Hauptdarstellerin nominiert, ebenso der Filmsong. Jamie Lee Curtis erhielt Nominierungen bei den BAFTAs und den SAG Awards. Gia Coppola wurde für ihre Regie mehrfach ausgezeichnet. An den Kinokassen erreichte der Film ein weltweites Einspielergebnis von rund 7 Millionen Dollar.
Handlung & Inhalt vom Film „The Last Showgirl“
Shelly Gardner steht seit über 30 Jahren auf der Bühne des Revuetheaters *Le Razzle Dazzle* in Las Vegas. Mit 57 Jahren zählt sie zu den letzten Showgirls ihrer Generation. Sie teilt die Garderobe mit jüngeren Kolleginnen wie Jodie und Mary-Anne, die in ihr eine Art Mutterfigur sehen. Ihre engste Vertraute ist Annette, eine ehemalige Tänzerin, die heute als Cocktailkellnerin arbeitet. Als Eddie, der Bühnenmanager, die baldige Schließung der Show verkündet, bricht für Shelly eine Welt zusammen. Das geplante Nachfolgeprogramm wirkt auf sie vulgär und würdelos. Sie fühlt sich zunehmend verdrängt.
Trotz ihrer Einwände beginnen die jungen Kolleginnen mit Vorsprechen für neue Shows. Shelly hat keine Altersvorsorge und wenig Perspektiven. In ihrer Not kontaktiert sie Tochter Hannah, die bei Freunden aufgewachsen ist und inzwischen in Arizona studiert. Das Wiedersehen verläuft angespannt. Shelly kann sich kaum an Details aus Hannahs Leben erinnern. Die Distanz zwischen Mutter und Tochter ist spürbar. Erst bei einem zweiten Treffen gelingt es ihnen, einen kurzen Moment der Nähe zu erleben. Shelly schöpft neue Hoffnung, doch diese bleibt nicht lange bestehen.
Abschied und Neuanfang
Hannah besucht ohne Vorankündigung eine Vorstellung, und sofort zeigt sie sich erschüttert. Denn sie wirft ihrer Mutter vor, die Karriere über die Familie gestellt zu haben. Nach einem heftigen Streit verlässt sie die Garderobe, ohne ein weiteres Wort. Kurz darauf sucht Jodie Trost bei Shelly, doch diese weist sie, noch aufgewühlt, brüsk ab. Am nächsten Abend weigert sich Jodie deshalb, bei Shellys Vorbereitung zu helfen. Die Situation eskaliert, denn Shelly reißt ihr Kostüm und verpasst schließlich ihren Auftritt. Hinter der Bühne bricht sie weinend zusammen, weil die schwelenden Konflikte sie emotional an ihre Grenzen bringen.
Bei einem gemeinsamen Essen sprechen Shelly und Eddie offen über ihr Versagen als Eltern, und dabei wird deutlich, dass Eddie Hannahs Vater ist – eine Wahrheit, die beide ihrer Tochter nie offenbart haben. Shelly fühlt sich nach Jahrzehnten auf der Bühne übergangen, während Eddie sich beruflich neu positioniert. Auch Annette steckt in Schwierigkeiten, denn sie hat keine Wohnung mehr und bittet Shelly um Obdach. Trotz eigener Sorgen nimmt Shelly sie bei sich auf, weil sie die Verantwortung erkennt. Die Realität holt sie nun endgültig ein, und Hoffnungslosigkeit, Reue sowie Erschöpfung mischen sich.
Ein missglücktes Vorsprechen konfrontiert Shelly mit der Härte des Showgeschäfts. Der Regisseur stellt nüchtern fest, dass ihr früherer Erfolg allein auf ihr Äußeres zurückzuführen war. Gedemütigt verlässt sie die Bühne, getröstet nur von Mary-Anne. In einem Moment der Frustration verletzt Shelly ihre Kollegin mit harter Kritik. Danach sucht sie den Kontakt zu Hannah, versöhnt sich mit Jodie und Mary-Anne und denkt über einen Neuanfang in Arizona nach. Beim letzten Auftritt stellt sie sich ihrer Vergangenheit – im Publikum glaubt sie Hannah und Eddie zu sehen.
Fazit & Kritiken zum Film „The Last Showgirl“
„The Last Showgirl“ fokussiert sich auf eine Figur, die selten im Zentrum eines Films steht: eine alternde Bühnenkünstlerin, die ihren Platz in der Gegenwart verliert. Die Inszenierung arbeitet mit feinen Alltagsbeobachtungen, verzichtet auf Dramatisierung und lässt die Konflikte aus beiläufigen Momenten entstehen. Besonders in der Szene, in der Shelly ihr Casting absolviert, erreicht der Film einen emotionalen Höhepunkt. Der Regisseur unterbricht sie kalt, was ihre ganze Vergangenheit mit einem Satz relativiert. Diese Szene verdichtet die Lebensrealität vieler Frauen im Showgeschäft und konfrontiert das Publikum mit dem Begriff Verwertbarkeit.
Die Dynamik zwischen Shelly und ihrer Tochter wirkt bewusst spröde. Der Film vermeidet Versöhnungsklischees und gibt dem Schweigen zwischen den beiden viel Raum. Das Gespräch am Esstisch zwischen Shelly und Eddie markiert einen weiteren starken Moment. Beide erkennen die Brüche im eigenen Leben, ohne sie mit großen Gesten zu überdecken. Der Rhythmus bleibt ruhig, manchmal fast starr.
Trotz einzelner Schwächen bleibt „The Last Showgirl“ ein Film mit klarer Haltung. Er richtet den Blick auf eine Lebensphase, die in der Kinolandschaft selten vorkommt, ohne sich in Nostalgie zu verlieren. Dabei funktioniert der Film vor allem dann, wenn er Widersprüche nicht auflöst. Seine Qualität liegt in der Haltung, Alltägliches ernst zu nehmen. Wer Erwartungen an klassische Spannungsbögen stellt, könnte enttäuscht sein. Wer Geduld mitbringt, wird mit eindrücklichen Szenen belohnt.