Transformers 3 – Die dunkle Seite des Mondes

Michael Bay liebt die Apokalypse. Seit „Armageddon“ verfeinert er seine Kunst, städtische Infrastruktur mit digitalem Furor zu zertrümmern – und mit „Transformers 3 – Die dunkle Seite des Mondes“ erreicht dieses Programm eine neue Dimension. 2011 trifft der dritte Teil der Franchise auf ein Publikum, das längst weiß, was es bekommt. Und bekommt es trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – mit unverminderter Wucht.

Transformers 3
Dauer: 154 Min.
FSK: 12 (DE)
Jahr: 2011
Kategorien: Action, Science-Fiction
Regie: Michael Bay
Produzenten: Kenny Bates, Ian Bryce, Tom DeSanto, Lorenzo di Bonaventura, Don Murphy
Hauptdarsteller: Shia LaBeouf, Rosie Huntington-Whiteley, Peter Cullen
Nebendarsteller: Leonard Nimoy, John Turturro, Frances McDormand, Josh Duhamel
Studio: Paramount Pictures, di Bonaventura Pictures, DeSanto/Murphy Productions, Ian Bryce Productions

Das Kino als Erfahrungsraum totaler Beschleunigung hat seinen Repräsentanten gefunden. Bay destilliert das Blockbuster-Kino auf sein Wesentliches: Licht, Lärm, Masse. Was das mit einem als Zuschauer macht – ob es betäubt, fasziniert oder schlicht erschöpft –, ist die eigentlich interessante Frage dieses Films.

Besetzung, Regie und Drehorte

Transformers 3 – Die dunkle Seite des Mondes“ ist ein US-amerikanischer Action- und Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2011. Regie führte Michael Bay nach einem Drehbuch von Ehren Kruger, der bereits beim Vorgänger mitgeschrieben hatte. Produziert wurde der Film von Lorenzo di Bonaventura, Ian Bryce, Tom DeSanto und Don Murphy; die Musik stammt von Steve Jablonsky, die Kamera führte Amir M. Mokri. Gedreht wurde an Schauplätzen wie Chicago, Washington D.C., Moskau, dem Kennedy Space Center und Angkor Wat.

Die Hauptrolle des Sam Witwicky übernimmt erneut Shia LaBeouf. Als neue weibliche Hauptdarstellerin wurde Rosie Huntington-Whiteley verpflichtet, die das Modeln gegen die Leinwand tauschte. Josh Duhamel und Tyrese Gibson kehren als Militärfiguren zurück. Hinzu kommen Charakterdarsteller wie John Malkovich, Frances McDormand, Patrick Dempsey, John Turturro und Ken Jeong. Die Stimmen der Transformer-Figuren sprechen im Original unter anderem Peter Cullen als Optimus Prime, Hugo Weaving als Megatron und Leonard Nimoy als Sentinel Prime.

Der Film läuft 154 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Er wurde in drei Oscar-Kategorien nominiert: Bester Ton, Bester Tonschnitt und Beste visuelle Effekte. Zudem gewann er den Scream Award als bester 3D-Film. Das Budget betrug rund 195 Millionen US-Dollar, wobei allein 30 Millionen auf die 3D-Produktion entfielen – für 60 Prozent des Films wurden echte Stereokameras eingesetzt.

Handlung & Inhalt vom Film „Transformers 3 – Die dunkle Seite des Mondes“

Der Film beginnt auf Cybertron, wo der Autobot-Anführer Sentinel Prime versucht, mit dem Raumschiff Ark samt einer revolutionären Weltraumbrücken-Technologie zu fliehen. Die Decepticons schießen ihn ab; die Ark trudelt ins All und schlägt 1961 auf der Rückseite des Mondes auf. Der Einschlag erreicht die Erde. US-Präsident Kennedy treibt das Apollo-Programm voran. 1969 betritt Neil Armstrong den Mond – und nutzt eine kurze Funkstille, um mit Buzz Aldrin das Wrack zu erkunden. Die Astronauten finden Beweise: Die Menschheit ist nicht allein.

In der Gegenwart arbeiten die Autobots im Geheimbündnis NEST mit dem US-Militär zusammen. Eine Mission nach Tschernobyl fördert eine außerirdische Brennstoffzelle zutage – ein Fragment der Ark. Optimus Prime ist aufgebracht, denn die Menschen haben ihn über den Fund im Unklaren gelassen. Er begibt sich mit Ratchet auf den Mond, birgt Sentinel Prime sowie Pfeiler der Weltraumbrücke und reaktiviert seinen Vorgänger auf der Erde. Unterdessen kämpft Sam Witwicky mit Jobsuche und Alltag. Ein paranoider Arbeitskollege namens Jerry Wang flüstert ihm von einer Verschwörung – und wird kurz darauf vom Decepticon Laserbeak getötet.

Verrat, Einnahme und letztes Gefecht

Sam und der frühere Agent Simmons decken auf, dass sowjetische Fotos Decepticons beim Plündern der Ark zeigen – Sentinel Prime wurde offenbar absichtlich zurückgelassen. Doch die Warnung kommt zu spät. Sentinel enthüllt sein Geheimnis: Er hat längst einen Pakt mit Megatron geschlossen. Er tötet den Autobot Ironhide, entwendet die Brückenpfeiler und aktiviert eine Weltraumbrücke zum Mond. Decepticon-Truppen fluten die Erde. Die Regierung der USA zwingt die Autobots, den Planeten zu verlassen. Starscream zerstört ihr Schiff im Orbit – die Autobots scheinen tot.

Chicago wird von den Decepticons eingenommen. Der Kontrollpfeiler der Weltraumbrücke wird errichtet. Dylans Plan wird enthüllt: Cybertron soll nicht verlassen, sondern in den Erdorbit geholt werden – mit sechs Milliarden menschlichen Sklaven als Arbeitskräfte. Sam, Carly und Ex-NEST-Soldat Epps kämpfen sich in die verwüstete Stadt. Die Autobots tauchen wieder auf. Sie hatten sich in einer Boosterrakete versteckt. Der Kampf beginnt. Shockwaves Driller-Kreatur lässt ein Hochhaus kollabieren, während die Soldaten darin um ihr Leben kämpfen.

Im finalen Showdown verliert Optimus im Kampf gegen Sentinel einen Arm und gerät in Bedrängnis. Carly überredet Megatron, indem sie seinen Stolz anstachelt – er greife ein, rettet Optimus. Dylan reaktiviert den gesunkenen Kontrollpfeiler, doch Sam schleudert ihn dagegen; Dylan stirbt. Bumblebee zerstört den Pfeiler, die Brücke kollabiert, Cybertron wird vernichtet. Optimus lehnt Megatrons Waffenstillstand ab, tötet ihn und erschießt den geschwächten Sentinel. Die überlebenden Autobots akzeptieren die Erde als neue Heimat.

Filmkritik und Fazit zum Film „Transformers 3 – Die dunkle Seite des Mondes“

Transformers 3 – Die dunkle Seite des Mondes“ ist ein Film, der sich selbst am besten versteht, wenn man ihn nicht als Erzählung begreift, sondern als Spektakel-Architektur. Die erste Stunde mäandert durch Exposition und Sidekick-Humoreske, ohne dramaturgische Spannung aufzubauen. Das Drehbuch von Ehren Kruger opfert Figuren und Logik der Schaulust – selbst renommierte Charakterdarsteller wie Malkovich und McDormand werden zu Stichwortgebern degradiert. Wo ein kohärentes Skript fehlt, übernimmt das Produktionsdesign das Kommando.

Dann kommt Chicago. Und mit Chicago kommt Bay in sein Element. Die zweite Filmhälfte entwickelt eine kinetische Energie, die kaum vergleichbar ist: Soldaten stürzen in Wingsuits durch Häuserschluchten, Hochhäuser biegen sich unter dem Gewicht des Driller-Wesens, Explosionen rahmen jeden Bildausschnitt mit geometrischer Konsequenz. Amir Mokris Kamera und Steve Jablonskys perkussiver Score arbeiten dabei Hand in Hand, um das Chaos rhythmisch zu strukturieren. Das 3D wurde mit technischer Sorgfalt umgesetzt – in der Tiefenwirkung der Schlachtszenen zahlt sich das aus, auch wenn es im ruhigeren ersten Akt kaum spürbar ist.

Wer bereit ist, anderthalb Stunden Anlaufzeit für dreißig Minuten konsequenten Actionkinos in Kauf zu nehmen, findet hier, was das Genre versprechen kann. Für Liebhaber visueller Effekte und monumentaler Schlachteninszenierung bleibt dieser dritte Teil der Transformers-Filmreihe trotz seiner Schwächen sehenswert. Narrative Ansprüche an den Film sollte man großzügig zurückstellen.

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