Avatar: Fire and Ash
Science-Fiction als Weltbau treibt seit jeher technische und ästhetische Erzählweisen voran. Mit „Avatar: Fire and Ash“ legt James Cameron einen weiteren Baustein in seine visuelle Chronik Pandoras. Der Film knüpft formal an seine Vorgänger an, erweitert jedoch das Beziehungsgeflecht zwischen Mensch, Natur und digitaler Körperlichkeit. Inmitten bekannter Motive rücken familiäre Brüche, biotechnologische Übergänge und kulturelle Allianzen in den Fokus.

| Dauer: | 197 Min. |
|---|---|
| FSK: | 12 (DE) |
| Jahr: | 2025 |
| Kategorien: | Science-Fiction |
| Regie: | James Cameron |
| Produzenten: | Jon Landau, James Cameron |
| Hauptdarsteller: | Sam Worthington, Zoe Saldaña, Sigourney Weaver |
| Nebendarsteller: | Stephen Lang, Oona Chaplin, Jack Champion, Kate Winslet |
| Studio: | 20th Century Studios, Lightstorm Entertainment, TSG Entertainment |
Nach dem Verlust eines Sohnes suchen Jake, Neytiri und ihre Kinder einen neuen Halt. Spiders Herkunft bringt Konflikte, sein Aufenthalt bei den Menschen führt zu tiefgreifenden Veränderungen. Quaritch verbündet sich mit den Mangkwan, rüstet sie aus und eskaliert den Konflikt. Kiri entdeckt ihre Verbindung zu Eywa, bleibt jedoch abgeschnitten. Der Angriff auf die Tulkun bringt die Na’vi in Zugzwang. Können familiäre Bindungen und spirituelle Kräfte den Ausgang dieses Krieges beeinflussen?
Besetzung, Regie und Drehorte
„Avatar: Fire and Ash“ erschien 2025 als Science-Fiction-Film mit einer Laufzeit von 197 Minuten. Die Altersfreigabe liegt bei FSK 12. Regie führte James Cameron, der zudem am Drehbuch beteiligt war. Das Drehbuch entstand gemeinsam mit Rick Jaffa und Amanda Silver. Die Produktion übernahmen James Cameron und Jon Landau. Simon Franglen komponierte die Filmmusik, während Russell Carpenter für die Kamera verantwortlich zeichnete. Den Schnitt gestalteten David Brenner, Stephen E. Rivkin, Nicolas De Toth, John Refoua, Jason Gaudio und Cameron selbst.
Zur Besetzung zählen Sam Worthington als Jake Sully und Zoë Saldaña als Neytiri. Stephen Lang spielt Colonel Miles Quaritch, während Britain Dalton Lo’ak verkörpert. Sigourney Weaver übernimmt die Rollen Kiri und Dr. Grace Augustine. Jack Champion tritt als Miles „Spider“ Socorro auf. Weitere Rollen besetzen Oona Chaplin als Varang, Kate Winslet als Ronal, Cliff Curtis als Tonowari sowie Edie Falco als General Frances Ardmore.
Die Dreharbeiten begannen parallel zu einem Vorgänger im September 2017 in Kalifornien. Später verlagerte die Produktion Teile der Arbeiten nach Neuseeland. Pandemiebedingte Unterbrechungen führten zu zeitlichen Verschiebungen, dennoch liefen visuelle Effekte weiter. Die Dreharbeiten endeten im Dezember 2020. Die Premiere fand am 1. Dezember 2025 in Los Angeles statt. Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter Ehrungen für visuelle Effekte und Filmmusik. Bis Januar 2026 erzielte die Produktion weltweit über 1,08 Milliarden US-Dollar Einspielergebnis.
Handlung & Inhalt vom Film „Avatar: Fire and Ash“
Nachdem sich Jake Sully und seine Familie im Dorf der Metkayina niedergelassen haben, ringen sie mit dem Verlust von Neteyam. Neytiri entwickelt eine wachsende Abneigung gegenüber den Menschen. Als eine Flotte fliegender Frachtschiffe auftaucht, beschließen Jake und Neytiri, Spider ins Wissenschaftslager zurückzubringen. Um ihn nicht allein reisen zu lassen, begleitet ihn die Familie. Doch der Weg verläuft nicht friedlich, denn ein feindlicher Na’vi-Stamm, die Mangkwan, greift den Konvoi an und bringt die Situation außer Kontrolle.
Die Mangkwan zerstören Schiffe, rauben die Ladung und töten Überlebende. Dabei wird die Familie getrennt. Jake trifft auf Quaritch und Wainfleet, die ihn widerwillig unterstützen, um Spider zu finden. Spiders Atemmaske versagt, er kollabiert, doch Kiri bringt ihn durch eine Verbindung mit dem Boden in Trance. Ein myzelartiges Netzwerk rettet ihm das Leben und erlaubt ihm, Pandoras Luft zu atmen. Wenig später geraten die Kinder in Gefangenschaft. Quaritch liefert Waffen an die Mangkwan und beeinflusst ihre Anführerin Varang. Kiri nutzt die Pflanzenwelt, um die Familie zu befreien.
Die Rückkehr von Gewalt
Nach ihrer Rückkehr entdecken Norm und Max ein fremdes Wesen in Spiders Körper. Sie vermuten, dass es Menschen künftig ermöglichen könnte, ohne Maske auf Pandora zu leben. Zudem hat Spider eine neuralen Verbindung entwickelt, mit der er sich wie ein Na’vi mit Tieren verbinden kann. Quaritch überzeugt die Mangkwan zu einem Bündnis und beginnt eine Beziehung mit Varang. Währenddessen stärkt Kiri Spiders Verbindung zur Natur. Bei einem Überfall wird Spider gefangen genommen. Um weiteres Blutvergießen zu verhindern, ergibt sich Jake und wird gemeinsam mit Spider zur RDA-Basis gebracht.
Lo’ak sucht den Tulkun Payakan und gerät in Gefahr, doch Wale retten ihn. Inmitten der Paarungszeit plant die RDA, Profit aus der Jagd auf die Tulkun zu schlagen. Biologe Garvin warnt vergeblich vor den Folgen. Während Jake in der Basis auf seine Hinrichtung wartet, gelingt Neytiri und Ian die Befreiung. Spider nutzt seine Situation, um als menschlicher Schutzschild zu agieren. In der Folge eskaliert ein Streit zwischen Jake und Neytiri über Spiders Rolle. Jake will ihn töten, besinnt sich aber. Neytiri erkennt Spider schließlich als Familienmitglied an.
Die Tulkun lehnen zunächst Jakes Warnung vor einem Massaker ab. Doch Lo’ak bringt zwei überlebende Wale zum Ältestenrat, woraufhin ein Umdenken einsetzt. Jake verbindet sich mit dem Toruk und versammelt die Na’vi zum Kampf. Als die RDA-Flotte anrückt, beginnen Tulkun und Na’vi den Angriff. Quaritch und die Mangkwan greifen ebenfalls an. Neytiri wird gefangen genommen, Ronal stirbt bei der Geburt. Kiri ruft Eywa um Hilfe an, woraufhin die Naturkräfte die RDA zurückschlagen. In der letzten Schlacht rettet Spider Quaritch, der am Ende jedoch flieht. Schließlich wird Spider ins Volk der Na’vi aufgenommen.
Filmkritik und Fazit zum Film „Avatar: Fire and Ash“
„Avatar: Fire and Ash“ zeigt James Camerons sicher beherrschtes Handwerk und seine Vision vom Kino als kolossales, sinnlich erfahrbares Erlebnis. Die Bilder brechen erneut Grenzen des Digitalen auf und schaffen eine Welt, die im Kino greifbar wirkt. Die Kameraarbeit setzt atemberaubende Panoramen ein, die jeden Frame wie gemalt wirken. Doch jenseits der Optik fällt auf, wie sehr der Film an erzählerischen Altlasten hängt und damit sich wiederholenden Mustern folgt. Diese visuelle Kraft bleibt maßgeblich, doch ohne sie geriete vieles ins Leere, weil innere Logik und Charaktertiefe schwanken. Dennoch bleibt klar, dass Camerons Ambition eine handfeste Präsenz besitzt.
Der Regisseur meistert große Setpieces und orchestriert sie mit Präzision. Eine Szene, in der die Na’vi über flammende Ebenen fliegen, zeigt eine perfekte Symbiose aus Licht, Bewegung und rhythmischer Schnittfolge. Eine andere Sequenz verbindet massiven Kampf und intime Emotion, indem sie Blick und Nähe wechselt, ohne den Takt zu verlieren. Schauspielerische Leistung sorgt trotz holpriger Dialoge immer wieder für überzeugende Momente. Performance und CGI verschmelzen zu einer Einheit, die vor Schönheit strotzt. Kritisch bleibt jedoch, dass diese brav gesteuerte Emotionalität oft nur oberflächlich wirkt. Insgesamt ergibt sich ein ambivalentes Bild.
Diese Produktion funktioniert vor allem als Spektakel für Leinwandfans und Technikbegeisterte. Wer ein cineastisches Erlebnis sucht, findet viel zu staunen und nachhallende Bilder. Andererseits bringen schwankende Rhythmik und dramaturgische Wiederholungen die Erzählung an Grenzen. Der Film richtet sich an jene, die visuelle Opulenz vor erzählerische Innovation stellen und bereit sind, über narrative Schwächen hinwegzusehen. Für Zuschauer, die klare Figurenentwicklung und überraschende Wendungen erwarten, könnte dieser Eintrag enttäuschend wirken. Die Balance zwischen Stil und Substanz bleibt hier eine offene Frage.