Greenland 2
In postapokalyptischen Erzählformen zeigt sich oft die fragile Balance zwischen Zerstörung und Neuanfang. „Greenland 2“ verlagert diese Spannung in eine Welt, die zwar noch existiert, aber kaum wiederzuerkennen ist. Der Film greift Motive aus Science-Fiction, Endzeitdrama und Fluchterzählung auf, ohne sich einem Genre eindeutig unterzuordnen. Dabei setzt er weniger auf technische Visionen als auf zwischenmenschliche Dynamiken und existenzielle Fragen.

| Dauer: | 99 Min. |
|---|---|
| FSK: | 12 (DE) |
| Jahr: | 2026 |
| Kategorien: | Action, Thriller |
| Regie: | Ric Roman Waugh |
| Produzenten: | Sebastien Raybaud, Gerard Butler, Brendon Boyea, Alan Siegel, John Zois, Basil Iwanyk |
| Hauptdarsteller: | Gerard Butler, Morena Baccarin, William Abadie |
| Nebendarsteller: | Roman Griffin Davis, Sophie Thompson, Amber Rose Revah, Tommie Earl Jenkins |
| Studio: | Thunder Road, G-BASE, Anton, STX Entertainment, Lionsgate |
Fünf Jahre nach dem Kometeneinschlag kämpfen die Garritys inmitten von Chaos, Verlust und Hoffnung um ihr Weiterleben. Geologische Umbrüche, militärische Spannungen und persönliche Opfer markieren ihre Etappen Richtung Süden. Die Stationen führen über zerstörte Landschaften, prekäre Allianzen und gefährliche Zwischenfälle bis an einen Ort, der Stabilität verspricht. Wie verändert sich ein Mensch, wenn jede Entscheidung Konsequenzen für andere hat?
Besetzung, Regie und Drehorte
„Greenland 2“ ist ein postapokalyptischer Thriller aus den USA, inszeniert von Ric Roman Waugh. Das Drehbuch stammt von Chris Sparling und Mitchell LaFortune. Für die musikalische Untermalung war David Buckley verantwortlich, während Martin Ahlgren die Kamera führte. Den Schnitt übernahmen Eric Freidenberg und Colby Parker Jr. In den Hauptrollen sind erneut Gerard Butler als John Garrity und Morena Baccarin als Allison Garrity zu sehen. Roman Griffin Davis spielt Nathan Garrity, Amber Rose Revah, Gordon Alexander, Peter Polycarpou, William Abadie und Tommie Earl Jenkins ergänzen das Ensemble.
Die Dreharbeiten fanden zwischen April und Juli 2024 in den Shinfield Studios sowie in Alton (Hampshire) und Island statt. Produziert wurde der Film unter anderem von Gerard Butler, Basil Iwanyk und Erica Lee. Lionsgate veröffentlichte den Film in Deutschland und Österreich am 8. Januar 2026, der US-Start folgte einen Tag später. Der ursprünglich für März 2025 geplante Kinostart wurde zuvor verschoben. Die Laufzeit beträgt 98 Minuten, die Altersfreigabe liegt bei 12 Jahren.
Im Juni 2021 wurde das Sequel unter dem Titel „Greenland: Migration“ angekündigt. STX sicherte sich auf dem Filmfestival in Cannes die weltweiten Vertriebsrechte, ging jedoch später in Insolvenz. Die meisten Darsteller des ersten Teils kehrten zurück, Morena Baccarin bestätigte ihre Teilnahme nach anfänglichem Zögern. In den Vorab-Vorführungen spielte der Film 900.000 US-Dollar ein, am Startwochenende erzielte er 8,5 Millionen.
Handlung & Inhalt vom Film „Greenland 2“
Nach dem katastrophalen Einschlag des Clarke-Kometen haben John, Allison und ihr Sohn Nathan fünf Jahre lang unter extremen Bedingungen überlebt. Gewaltige Erdbeben, unberechenbare elektromagnetische Stürme und radioaktive Zonen machen die Erde weiterhin zu einem gefährlichen Ort. Während Allison sich zur Anführerin entwickelt hat, sorgt John als Techniker für den Erhalt ihrer Schutzanlage. Nathan, mittlerweile 15, strebt eine Zukunft als Kundschafter an. Als schwere Erdstöße den Bunker zum Einsturz bringen, beginnt ein Wettlauf ums Überleben. Eine riesige Flutwelle zerstört das Gelände fast vollständig und reißt viele mit in den Tod.
Mit knapper Not gelingt es den Garritys, gemeinsam mit Dr. Amina auf einem kleinen Schiff zu fliehen. Ohne Vorräte oder Treibstoff erreichen sie Liverpool, wo die Lage kaum besser ist. Während eines Schusswechsels an einem weiteren Bunker wird die Gruppe auseinandergerissen. John, Allison, Nathan und Amina schaffen es nach London, wo sie sich kurz erholen. Ihr Ziel liegt in Südfrankreich: Dort, so heißt es unter den Überlebenden, soll sich die Erde beruhigt haben. Der Krater des Kometeneinschlags gilt als einziger Ort mit stabilem Klima und geringer Strahlenbelastung.
Ein letzter Verlust am Ziel
Auf dem gefährlichen Weg Richtung Dover erfährt die Familie von Johns zunehmender Strahlenkrankheit, denn seine langen Einsätze außerhalb der Schutzräume haben ihn geschwächt. Tragischerweise stirbt Dr. Amina durch einen Überfall, und dennoch überqueren die Garritys den trockengefallenen Ärmelkanal und treffen in Calais auf eine französische Familie. Diese bittet sie, ihre Tochter Camille mitzunehmen, damit sie im Clarke-Gebiet eine Zukunft hat. Gemeinsam durchquert die Gruppe das umkämpfte Grenzgebiet, und in einem militärisch gesicherten Konvoi geraten sie erneut unter Beschuss. John wird dabei schwer verletzt.
Trotz aller Verluste erreichen Allison, Nathan und Camille das Gebiet rund um den Krater, und die Gerüchte bestätigen sich: Inmitten der zerstörten Welt liegt eine fast unberührte Landschaft mit Seen, Wiesen und klarem Himmel. Keine Strahlung und keine tektonischen Störungen stören diesen Ort. Die Erschöpfung weicht Erleichterung, als sich die erste sichere Siedlung vor ihnen auftut, und die Hoffnung auf einen Neuanfang rückt greifbar nahe. John aber, gezeichnet von seinen Verletzungen, erlebt die Ankunft nicht mehr, denn er stirbt wenige Meter vor dem Ziel, im Wissen, seine Familie in Sicherheit gebracht zu haben.
Allison übernimmt die Verantwortung für ihre kleine Gruppe, während Nathan langsam in die Rolle eines Kundschafters hineinwächst. Camille findet Halt bei den beiden, die ihr nicht nur Schutz, sondern auch neue Perspektiven bieten. Die drei stehen nun vor dem Aufbau eines neuen Lebens, in einer Umgebung, die erstmals wieder an Normalität erinnert. Die Stille des Tals wirkt wie ein Neuanfang für die Menschheit. Was bleibt, ist die Erinnerung an Opfer, Entscheidungen und das Durchhaltevermögen, das sie bis hierher getragen hat.
Filmkritik und Fazit zum Film „Greenland 2“
„Greenland 2“ rückt stärker als sein Vorgänger die psychologische Belastung der Figuren in den Fokus. Regisseur Ric Roman Waugh setzt auf eine entschleunigte Inszenierung, die weniger auf Spektakel zielt und stattdessen atmosphärisch dichte Bilder liefert. Martin Ahlgrens Kamera bleibt oft nah an den Gesichtern, arbeitet mit körniger Textur und natürlichem Licht. Die Musik von David Buckley hält sich zurück und verstärkt die Grundspannung subtil. Gerard Butler und Morena Baccarin spielen glaubwürdig und tragen die emotionale Last überzeugend. Einzelne Szenen überzeugen durch ihre Intensität, doch der Wechsel zwischen intimer Dramatik und flüchtiger Action wirkt stellenweise unausgewogen.
Vor allem in den dynamischeren Passagen fehlt es dem Film an rhythmischer Präzision. Einige Schnittfolgen brechen das Tempo abrupt, andere überinszenieren einfache Bewegungen. Eine Szene im Grenzgebiet, in der ein Hinterhalt die Figuren auseinanderreißt, entwickelt trotz dieser Schwächen eine dichte Spannung. Stärker noch bleibt eine späte Sequenz in Erinnerung, in der ein langsames Abschiedsgespräch unter freiem Himmel emotional wirkt, ohne kitschig zu werden. Hier stimmen Kamera, Schauspiel und Ton präzise überein.
„Greenland 2“ bietet intensive Figurenmomente und glaubhafte Darsteller, bleibt aber hinter dem Anspruch eines durchgehend stringenten Katastrophendramas zurück. Für Zuschauer mit Interesse an emotionaler Tiefe funktioniert der Film besser als für Genre-Fans.