Manche Filme erzählen ihre Geschichte. Andere drängen sie ihrem Publikum unter die Haut. Alfonso Cuaróns dystopischer Thriller aus dem Jahr 2006 entwirft ein Großbritannien, in dem seit fast zwei Jahrzehnten kein Kind mehr geboren wurde – und macht aus diesem stillen Untergang eine der eindringlichsten Bildsprachen des jüngeren Kinos. Zwischen Polizeistaat, Flüchtlingslagern und der schmalen Hoffnung auf ein einziges ungeborenes Leben verhandelt der Film, was vom Menschsein bleibt, wenn die Zukunft verstummt. Wie überlebt man in einer Welt ohne Nachkommen?
Manche Filme werden mit den Jahren leiser, andere bewahren ihre Energie wie am ersten Tag. Charles Crichtons Kriminalkomödie aus dem Jahr 1988 gehört zur zweiten Kategorie. Ein britisch-amerikanisches Quartett, ein Juwelenraub und vier Egos, die sich gegenseitig zerlegen – das klingt nach Standardware, ist aber das Gegenteil. John Cleese und Crichton verbinden zwei sehr unterschiedliche Schulen britischer Komik zu einem präzise getakteten Ensemblestück.
Die Zeichentrickserie „Avatar – Der Herr der Elemente" begeisterte weltweit ein Millionenpublikum mit ihrer Mischung aus Kampfkunst, Mythologie und tiefgründigen Figuren. Als M. Night Shyamalan 2010 die Realverfilmung in die Kinos brachte, waren die Erwartungen entsprechend hoch. Mit einem Budget von 150 Millionen Dollar und einem ambitionierten Trilogie-Plan wollte der Regisseur eine neue Fantasy-Reihe etablieren. Goldene Himbeeren statt Oscar-Nominierungen folgten.
Wien, kurz nach dem Krieg: eine Stadt in vier Besatzungszonen, durchzogen von Schatten, Trümmern und Schwarzmarktgeschäften. Genau in diese zerrissene Kulisse schickt Carol Reed 1949 seinen amerikanischen Westernautor Holly Martins, der einen alten Freund besuchen will und stattdessen auf dessen Grab stößt. Was folgt, ist eine der berühmtesten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte – inklusive Zither, Riesenrad und einem späten Orson Welles, der alles an sich reißt.
Manche Filme altern. Andere werden Mythos. „Blues Brothers" gehört zur zweiten Kategorie und hat seit 1980 nichts von seiner kühlen Strahlkraft verloren. Zwei Männer in schwarzen Anzügen, eine ramponierte Limousine, eine göttliche Mission und die geballte Soul-Aristokratie eines ganzen Jahrzehnts. John Landis erfand mit diesem Werk eine eigene Bildsprache zwischen Slapstick, Musical und Verfolgungsjagd. Was diesen Film zum Klassiker macht und warum er bis heute so anziehend wirkt, lässt sich erst beim genauen Hinsehen erkennen.
Eine Zugfahrt von Mumbai nach Rameswaram verwandelt sich in eine turbulente Flucht durch Tamil Nadu, wenn Rohit Shetty die beiden größten Stars des zeitgenössischen Bollywood-Kinos an Bord schickt. „Chennai Express" stellte 2013 alle bisherigen Rekorde der Hindi-Filmindustrie in den Schatten und avancierte zur bis dahin erfolgreichsten Produktion seiner Art. Shah Rukh Khan und Deepika Padukone liefern eine Mischung aus Romanze, Komödie und Action, die weit über den üblichen Genre-Rahmen hinauswächst. Was macht diesen Film zu einem derart beispiellosen Publikumserfolg?
Zwei Männer, zwei Diagnosen, eine Flasche Tequila und das Versprechen, das Meer zu sehen – bevor es zu spät ist. Thomas Jahns Roadmovie aus dem Jahr 1997 machte Til Schweiger und Jan Josef Liefers zu einem der beliebtesten Duos des deutschen Kinos und lockte über drei Millionen Menschen in die Kinos. Was dieser Film über Freundschaft, Freiheit und den lässigen Umgang mit dem Tod erzählt, klingt nach einer einfachen Geschichte. Ist er das wirklich – oder steckt mehr dahinter?
Auftragskiller kurz vor dem Ruhestand – das ist ein Bild, das das Kino schon oft gezeigt hat. Was Jonas Åkerlund daraus macht, ist etwas anderes: ein greller, unbequemer Genrefilm, der sich zwischen Comic-Exzess und melancholischem Charakterdrama aufreibt. Mads Mikkelsen trägt diese Spannung fast allein auf seinen Schultern, während um ihn herum Köpfe rollen und Neonfarben leuchten.
Jahrzehntelang liefen sie auf parallelen Spuren: Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger, jeder für sich eine Ära. 2013 trafen sie erstmals in gleichberechtigten Hauptrollen aufeinander – in einem Gefängnisthriller, der diese Begegnung als Ereignis inszeniert. Die Kulisse ist ein Hochsicherheitsgefängnis auf hohem Meer, das Setting wirkt klaustrophobisch, die Besetzung verheißt Großes. Was dieser Film aus dem Aufeinandertreffen zweier Legenden macht – und ob das Ergebnis dem langen Warten standhält?
Berlin im Morgengrauen, ein Elektroclub leert sich langsam, und eine junge Frau aus Spanien folgt vier Fremden in den anbrechenden Tag. Was wie eine zufällige Bekanntschaft beginnt, verwandelt sich innerhalb weniger Stunden in eine Schicksalsgemeinschaft aus Zärtlichkeit, Übermut und brutaler Gewalt. Sebastian Schipper drehte seinen Film 2015 in einer einzigen ungeschnittenen Einstellung von 140 Minuten und gewann damit sechs Goldene Lolas. Wie viel emotionale Wahrheit liegt in einer Kamera, die ihre Protagonisten zweieinhalb Stunden lang niemals aus den Augen verliert?
Es beginnt mit einem Schuss, der alles verändert. In Antoine Fuquas „Shooter" wird aus einem Patrioten ein Gejagter – und aus einer Verschwörung, die zunächst auf den US-Präsidenten zu zielen scheint, eine Geschichte über Machtmissbrauch, gedeckte Kriegsverbrechen und das Schweigen der Institutionen. Mark Wahlberg spielt den Scharfschützen Bob Lee Swagger als Mann, der nicht an das System glaubt, es aber dennoch schlägt. Kann ein Action-Film, der moralische Fragen stellt, diese auch wirklich beantworten?
"Le Silence de Lorna - Lornas Schweigen" zeigt eine junge Albanerin in Belgien, die in einer Scheinehe lebt und neue Pläne verfolgt. Während sie mit ihrem Partner eine Snackbar eröffnen will, gerät sie unter Druck durch kriminelle Abmachungen. Als ihr Ehemann versucht, clean zu bleiben, verändert sich ihre Haltung. Nach seinem Tod, der als Überdosis dargestellt wird, wächst ihr innerer Konflikt und beeinflusst ihre weiteren Entscheidungen.
Kaum ein Film der Filmgeschichte hat es gewagt, seinen Helden so konsequent ins Straucheln zu bringen wie der zweite Teil der klassischen Star-Wars-Trilogie. Irvin Kershner übernahm 1980 das Ruder von George Lucas und verwandelte die bunte Weltraumoper in eine dunkle Prüfung. Zwischen Eisplaneten, Sumpfwelten und schwebenden Städten entfaltet sich eine Geschichte über Verlust, Erbe und die verborgene Kraft in jedem Einzelnen. Die Mythologie verdichtet sich hier zu einem tragischen Mittelstück. Wie schafft es ein Blockbuster, gerade durch seine Niederlage unvergesslich zu werden?
Vampire sind in der Filmgeschichte meist männlich, charismatisch und gefährlich. Dennis Gansel dreht diese Formel 2010 konsequent um: In „Wir sind die Nacht" sind alle Blutsauger Frauen – und die letzten Männer unter ihnen wurden vor Jahrhunderten von den eigenen Artgenossinnen vernichtet. Berlin bei Nacht wird zur Bühne für ein ungewöhnliches Ensemblestück über Freiheit, Unsterblichkeit und den Preis, den beides hat. Was macht dieser emanzipierte Vampirfilm wirklich aus seinem Konzept?
"The Housemaid - Wenn sie wüsste" zeigt Millie Calloway, die auf Bewährung als Hausangestellte bei der wohlhabenden Familie Winchester lebt. Im abgeschlossenen Dachzimmer und im Alltag des Hauses entstehen widersprüchliche Situationen, ausgelöst durch Nina Winchester und deren instabiles Verhalten. Während sich zwischen Millie und Andrew eine Beziehung entwickelt, treten Hinweise auf frühere Gewalttaten und Manipulationen zutage. Alte Ereignisse und aktuelle Entscheidungen verdichten sich zu einer Eskalation innerhalb des Hauses, die alle Beteiligten in Lebensgefahr bringt.
"Greenland 2" beginnt fünf Jahre nach dem Einschlag des Kometen Clarke, der die Erde verwüstet hat. Die Garritys fliehen nach dem Einsturz ihres Bunkers über England und Frankreich zur vermuteten Sicherheitszone im Süden. Auf dem Weg verlieren sie Mitstreiter, geraten in Kämpfe und treffen schwerwiegende Entscheidungen. Die Reise endet in einem Gebiet, das sich als stabile Zuflucht herausstellt.
"Zoomania 2" beginnt mit Konflikten zwischen Judy Hopps und Nick Wilde im Polizeidienst. Ein Hinweis auf eine Schlange führt sie zu einer Gala, wo ein Angriff die Ereignisse ins Rollen bringt. Inmitten von Lügen, alten Schriften und verdrängter Vergangenheit geraten sie selbst ins Visier. Eine Flucht durch verborgene Stadtteile und konfrontierende Begegnungen mit Reptilien bringen neue Wahrheiten ans Licht. Am Ende steht eine öffentliche Korrektur der Stadtgeschichte.
"Monster" zeigt Aileens Versuch, in Florida Stabilität zu finden, nachdem sie Selby begegnet und beide eine Beziehung aufbauen. Abgewiesene Jobanfragen, finanzielle Not und wiederkehrende Gewalt prägen ihren Alltag. Aileen tötet mehrere Freier, nutzt deren Besitz und versucht dennoch, Nähe zu Selby zu halten. Ermittlungen, wachsender Druck und belastende Entscheidungen führen schließlich zu ihrer Festnahme und dem späteren Urteil.
"Sisu: Road to Revenge" zeigt Aatami Korpi, der nach Kriegsende nach Karelien zurückkehrt, um die Überreste seines Hauses zu bergen. Er trifft dabei auf sowjetische Kräfte und gerät in gefährliche Gefechte. Sein Weg führt über einen zerstörten Panzer, einen Zug Richtung Norden und schließlich zur Konfrontation mit dem Mann, der den Tod seiner Familie verursacht hat.
"Die Unfassbaren 3 - Now You See" Me zeigt einen neuen Einsatz der Magier, die nach einer digitalen Fake-Show von Atlas rekrutiert werden. Für The Eye planen sie den Diebstahl des Heart Diamond, der mit verdeckten Strukturen verbunden ist. Ein Heist in Belgien, Illusionsräume in Frankreich und ein Treffen in Abu Dhabi bestimmen den Ablauf, der eine über Jahre vorbereitete Täuschung gegen Veronika Vanderburg sichtbar macht.