(T)Raumschiff Surprise – Periode 1
„(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ erschien im Sommer 2004 und traf das deutsche Kinopublikum wie ein Laserstrahl aus dem Weltraum. Michael „Bully“ Herbig, der zwei Jahre zuvor mit „Der Schuh des Manitu“ alle Rekordtafeln neu geschrieben hatte, kehrte zurück – diesmal mit einer Parodie auf das Science-Fiction-Genre, die Star Trek, Star Wars und Zurück in die Zukunft in einem einzigen turbulenten Raumschiff zusammenquetschte.

| Dauer: | 87 Min. |
|---|---|
| FSK: | 6 (DE) |
| Jahr: | 2004 |
| Kategorien: | Komödie |
| Regie: | Michael Herbig |
| Produzenten: | Michael Herbig |
| Hauptdarsteller: | Michael Herbig, Rick Kavanian, Christian Tramitz |
| Nebendarsteller: | Anja Kling, Til Schweiger, Sky du Mont, Hans-Michael Rehberg |
| Studio: | Constantin Film, herbX film |
Das war kein Zufall, sondern Demokratie: Herbig ließ die Zuschauer der Bullyparade abstimmen, welches Projekt als nächstes realisiert werden sollte. Das galaktische Chaos gewann gegen Sissi, Manitu-Fortsetzung und einen Film, den schlicht „keiner erwartet hätte“. Was bedeutet es eigentlich, wenn neun Millionen Menschen gemeinsam in ein deutsches Raumschiff steigen wollen?
Besetzung, Regie und Drehorte
„(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ ist eine deutsche Kinokomödie aus dem Jahr 2004 unter der Regie von Michael „Bully“ Herbig, der auch das Drehbuch gemeinsam mit Rick Kavanian und Alfons Biedermann verfasste. Die Produktion lag in den Händen von Patty Barth, Herbig selbst und Michael Waldleitner. Für die Musik zeichnete Ralf Wengenmayr verantwortlich, während Stephan Schuh die Kamera führte und Alexander Dittner den Schnitt übernahm. Das Budget betrug neun Millionen Euro.
In den Hauptrollen agieren Michael Herbig als Mr. Spuck, Christian Tramitz als Käpt’n Jürgen Thorsten Kork und Rick Kavanian in gleich drei Rollen: als Jens Maul, als Chefingenieur Schrotty und als Schiffsarzt Pulle. Anja Kling verkörpert Königin Metapha, während Til Schweiger als Raumtaxifahrer Rock Fertig-Aus auftritt. Sky du Mont spielt in einer Doppelrolle sowohl William den Letzten als auch Santa Maria. Christoph Maria Herbst hat einen markanten Kurzauftritt als Williams Berater.
Der Film hatte seine Premiere am 19. Juli 2004 in München und startete am 22. Juli bundesweit in den Kinos. Mit einer Laufzeit von 83 Minuten und einer Altersfreigabe ab FSK 6 war er für ein breites Publikum zugänglich. Die Auszeichnungen umfassen unter anderem den Deutschen Comedypreis für die beste Kinokomödie, eine Goldene Kamera, den Bayerischen Filmpreis sowie das Prädikat „wertvoll“ der Deutschen Film- und Medienbewertung.
Handlung & Inhalt vom Film „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“
Im Jahr 2304 bereitet der böse Regulator Rogul, Machthaber der Marskolonie, einen verheerenden Angriff auf die Erde vor. Der erste Angriff trifft die Menschheit völlig unvorbereitet und sorgt für Chaos sowie große Verluste. Königin Metapha und ihr Senat stehen vor einer scheinbar ausweglosen Lage ohne klare Lösungsmöglichkeiten. Konsul Kanon entwickelt einen riskanten Plan, der die letzte Chance zur Rettung darstellen soll. Eine Crew soll mit einer Zeitmaschine in Form eines Sofas ins Jahr 2004 reisen. Ziel ist es, den Absturz eines außerirdischen UFOs in der Wüste von Nevada zu verhindern. Genau dieses Ereignis machte Jahrzehnte später erst die Besiedlung des Mars überhaupt möglich. Zur Verfügung steht nur die Besatzung des Raumschiffes Surprise mit Kork, Spuck und Schrotty.
Die drei Astronauten, deren Hauptinteresse der Miss-Waikiki-Wahl in Honolulu gilt, folgen dem Auftrag nur widerwillig – Befehlsverweigerung bedeutet Urlaubsstreichung. Da der Mopsantrieb der Surprise beschädigt ist, ordern sie ein Weltraumtaxi, gesteuert vom draufgängerischen Rock Fertig-Aus, der sie trotz Beschusses durch das sogenannte Kampfkeksgeschwader des Regulators zur City of Government bringt. Dort erläutert der Konsul den Zeitreiseplan. Während die ersten Marsianer in den Palast eindringen und Schrotty gefangennehmen, entkommen Metapha, Kork, Spuck und Rock im letzten Moment auf dem Zeitsofa. Jens Maul, der Sohn des Regulators, baut unterdessen sein Moped zur Zeitmaschine um und nimmt die Verfolgung auf.
Irrwege durch Zeit und Raum
Das Zeitsofa erweist sich als unzuverlässiges Gefährt und bringt die Crew in unerwartete Situationen und Zeiten. Die Crew landet im Jahr 1304, wo Herzog William der Letzte von Shareholding sie gefangen nimmt. Rock muss ein Ritterturnier gewinnen, um die anderen zu retten, doch sein Gegner ist Jens Maul in schwarzer Rüstung. Rock verliert das Duell, doch Metaphas List ermöglicht schließlich die Flucht mit dem Zeitsofa. Beim nächsten Sprung landet die Gruppe im Wilden Westen in Groom Lake City, wo Figuren aus „Der Schuh des Manitu“ kurz auftauchen. Ein heranrasender Zug zerstört das Zeitsofa und verschärft die Lage, bevor ein Westernduell mit Jens Maul die Situation weiter zuspitzt.
Flucht in die Vergangenheit
Rock überwältigt Jens Maul schließlich mit einem Lasso und entreißt ihm wichtige Ausrüstung wie den Schweizer Taschenlaser und das Zeitreise Moped. Gemeinsam gelingt die Flucht in die Vergangenheit zu reisen und einen neuen Plan umzusetzen. In der Wüste von Nevada kommt es zum entscheidenden Zweikampf zwischen Rock und Jens Maul, bei dem ein außerirdisches UFO unerwartet eingreift. Rock zerstört das UFO mit dem Taschenlaser und beendet damit die akute Bedrohung. Für die Rückreise muss jedoch ein Opfer gebracht werden, da das beschädigte Zeitgerät überlastet ist. Mr. Spuck bleibt daher in der Vergangenheit zurück, weil das Zeitgerät sein zusätzliches Gewicht nicht mehr aufnehmen kann.
Als Metapha, Kork und Rock im Jahr 2304 ankommen, erwartet sie ein lebendiger Mr. Spuck. Er erklärt, dass Vulcanettes bis zu 400 Jahre alt werden und zur Gattung der Galápagos-Riesenschildkröten gehören. In den vergangenen 300 Jahren hat er die Erde nach eigenen Vorstellungen umgestaltet, sodass alles in Pink Camouflage erstrahlt. Die Mission endet mit der Miss Waikiki Wahl, bei der Kork den ersten Platz belegt. Spuck erreicht den zweiten Platz und Schrotty landet auf dem dritten Rang. Im Abspann taucht Jens Maul erneut auf und deutet mit seinen Worten eine mögliche Fortsetzung an. Im finalen Post Credit Moment fragt Apache Winnetouch, ob noch ein Perlentaucher gebraucht wird.
Filmkritik und Fazit zum Film „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“
„(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ ist ein Film, der sein Handwerk kennt – und das mit beträchtlichem technischem Aufwand demonstriert. Die CGI-Weltraumsequenzen, die wohl den Löwenanteil des Neun-Millionen-Euro-Budgets beanspruchten, erreichen ein Niveau, das für eine deutsche Produktion des Jahres 2004 außergewöhnlich ist. Herbig beweist als Regisseur ein verlässliches Gespür für Timing und visuelle Schlagkraft. Rick Kavanian als Jens Maul ragt deutlich heraus: Seine akrobatische Mimik und sein ostdeutscher Akzent erzeugen eine komische Energie, die kaum eine Szene ohne Wirkung lässt. Christian Tramitz wirkt dagegen merklich zurückgenommener als in seinem Rollenfach als Western-Ranger.
Das episodische Erzählprinzip – Mittelalter, Wilder Westen, Gegenwart – verleiht dem Film eine gewisse Unruhe. Die Stärke der Eröffnungssequenzen im Weltall verblasst in den Erdszenarien spürbar, wo die sparsamer ausgestatteten Sets den Kontrast zu den aufwendigen Weltraumbildern sichtbar machen. Die Referenzdichte ist beeindruckend, zugleich aber auch das strukturelle Problem: Wenn ein Film ständig auf andere Werke zeigt, droht er die eigene Erzählung als bloßen Aufhänger zu behandeln. Der Witz zwischen Kork und Spuck etwa, der sich zu einem unbeabsichtigten Westernduell entwickelt, funktioniert als Gag hervorragend – als dramatische Szene bleibt er folgenlos.
Wer Herbigs komödiantisches Universum schätzt und bereit ist, sich auf eine Nummernrevue einzulassen, findet hier kurzweiligen, handwerklich soliden Kinoblödsinn. Der Film verlangt keine erzählerische Strenge – und bietet im Gegenzug eine Gagdichte, die zwar nicht jede Volley landet, aber selten ganz leer schlägt. Für Freunde des deutschen Komödienfilms und Science-Fiction-Fans mit Sinn für Selbstironie ist „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1″ nach wie vor ein lohnendes Vergnügen.