Hill Valley im Sommer 1985. Ein Schüler namens Marty McFly träumt vom Rockstar-Dasein, während sein Vater sich vom Chef demütigen lässt und seine Mutter in Erinnerungen ertrinkt. Dann betritt ein verrückter Wissenschaftler die Bühne, und ein umgebauter Sportwagen wird zur Zeitmaschine. Robert Zemeckis inszenierte mit seinem dritten Spielfilm eine Komödie, die sich hinter dem Science-Fiction-Gewand als scharfsinniger Kommentar über Elternbilder erweist.
Dreistündiges Kino aus Indien klingt nach einer Geduldsprobe, und genau das macht den Reiz des Bollywood-Erlebnisses aus. Farah Khan wagte sich 2004 erstmals auf den Regiestuhl und lieferte mit ihrem Debüt einen Gattungsmix, der gezielt westliche Sehgewohnheiten aufgreift. Shah Rukh Khan spielt einen Major im Einsatz gegen Terroristen, einen Sohn auf Spurensuche und einen verliebten Studenten in einer einzigen Rolle. Zwischen Mission-Impossible-Zitaten und tränenreichen Familiendialogen entfaltet sich ein erstaunlich politisches Unterhaltungskino. Funktioniert dieser ambitionierte Spagat über die gesamte Laufzeit?
Manche Filmhelden kämpfen gegen Drachen, andere erobern Galaxien. Der Dude trinkt White Russian und geht bowlen. Joel und Ethan Coen schufen mit ihrem Werk aus dem Jahr 1998 eine Figur, die sich in das kollektive Gedächtnis eingegraben hat wie kaum eine zweite. Zwischen Nihilisten, Pornoproduzenten und verirrten Hausaufgaben navigiert Jeff Bridges mit unvergleichlicher Gelassenheit durch ein Los Angeles voller Ränke.
Zwei Männer, zwei Diagnosen, eine Flasche Tequila und das Versprechen, das Meer zu sehen – bevor es zu spät ist. Thomas Jahns Roadmovie aus dem Jahr 1997 machte Til Schweiger und Jan Josef Liefers zu einem der beliebtesten Duos des deutschen Kinos und lockte über drei Millionen Menschen in die Kinos. Was dieser Film über Freundschaft, Freiheit und den lässigen Umgang mit dem Tod erzählt, klingt nach einer einfachen Geschichte. Ist er das wirklich – oder steckt mehr dahinter?
Es gibt Figuren, die man sich nicht in Ruhe vorstellen kann. Robert McCall ist so eine. Denzel Washington spielt ihn in „The Equalizer 2" als Mann, der selbst im Alltag nie wirklich ankommt – immer auf der Hut, immer einen Schritt voraus, immer etwas schuldig. Antoine Fuqua rückt in dieser Fortsetzung die Psychologie der Figur ins Zentrum und nimmt sich dafür mehr Zeit als erwartet. Ob das funktioniert oder eher zieht – das ist die entscheidende Frage.
Henri Charrières autobiografischer Roman verkaufte sich in 30 Sprachen über 13 Millionen Mal und wurde 1973 mit Steve McQueen zum Kinoereignis. 2017 wagt der dänische Regisseur Michael Noer eine zweite Verfilmung und rückt die ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem Safeknacker Papillon und dem Fälscher Louis Dega in den Mittelpunkt. Charlie Hunnam und Rami Malek tragen den Film durch Dschungel, Dunkelzellen und die berüchtigte Teufelsinsel. Die Vorlage ist monumental, das Vorbild ikonisch. Was rechtfertigt diese zweite Reise in eine der härtesten Strafkolonien der Geschichte?
In "Mother's Day - Liebe ist kein Kinderspiel" treffen gleich mehrere Personen episodenhaft aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Allerdings haben alle eines gemeinsam: sie sind Mütter oder auf der Suche nach ihren Müttern, und müssen dabei gleichzeitig weitere Hürden des Lebens meistern. Romantische Komödie trifft auf Familiendrama mit gut gelaunter Starbesetzung.
Roland Emmerich betrat Hollywood mit einem Film, der Muskelkraft und Militärdystopie zu einer bemerkenswerten Mischung verband. Zwei Ikonen des Actionkinos der Neunziger standen sich hier erstmals gegenüber: Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren. Ihre Körper wurden zum Schauplatz einer Geschichte über Krieg, Gedächtnis und Kontrolle. Der Hoover Dam, die Wüste Arizonas und eine Farm in Louisiana bilden die Kulisse für einen Science-Fiction-Actioner mit Tiefgang. Warum funktioniert dieser Film auch dreißig Jahre später noch?
in siebzigjähriger Witwer als Praktikant im jungen Mode-Startup – die Prämisse klingt nach einem Komödien-Konzept, das leicht ins Peinliche abrutschen könnte. Nancy Meyers zeigt 2015 mit ihrem Film jedoch, wie man aus einer Generationskonstellation echte Wärme schöpft, ohne in Klischees zu versinken. Robert De Niro und Anne Hathaway tragen die ungleiche Freundschaft mit bemerkenswerter Chemie durch 121 Minuten Laufzeit. Warum der Film trotz gelungener erster Hälfte am Ende nicht ganz einlöst, was er verspricht?
Was bleibt, wenn der Rausch vorbei ist? Thomas Vinterbergs gleichnamiger Film, ausgezeichnet mit dem Oscar für den besten internationalen Film, stellt diese Frage nicht laut, sondern lässt sie im Raum stehen. Vier befreundete Gymnasiallehrer in Kopenhagen starten ein Experiment mit Alkohol, und für eine Weile scheint die Welt tatsächlich besser zu werden: der Unterricht lebendiger, die Ehen wärmer, das Leben erträglicher. Dann kommt der Morgen danach. Was genau dieser Film über uns alle aussagt?
Kaum ein Film der Filmgeschichte hat es gewagt, seinen Helden so konsequent ins Straucheln zu bringen wie der zweite Teil der klassischen Star-Wars-Trilogie. Irvin Kershner übernahm 1980 das Ruder von George Lucas und verwandelte die bunte Weltraumoper in eine dunkle Prüfung. Zwischen Eisplaneten, Sumpfwelten und schwebenden Städten entfaltet sich eine Geschichte über Verlust, Erbe und die verborgene Kraft in jedem Einzelnen. Die Mythologie verdichtet sich hier zu einem tragischen Mittelstück. Wie schafft es ein Blockbuster, gerade durch seine Niederlage unvergesslich zu werden?
Was Haustiere hinter verschlossenen Türen treiben, beschäftigt ihre Besitzer wohl seit jeher. Illumination Entertainment hat aus dieser alltäglichen Neugier im Jahr 2016 eine rasante Computeranimationskomödie gemacht – mit einem Jack Russell Terrier als Hauptfigur, Manhattan als Kulisse und einem weißen Kaninchen, das deutlich gefährlicher ist, als sein Name vermuten lässt. „Pets" verspricht einen Blick hinter die Wohnungstür. Hält der Film, was diese Prämisse verspricht – oder bleibt das eigentliche Geheimnis am Ende doch ungelüftet?
Er war Jugendliebe, Gegner und Verführer zugleich – die Beziehung zwischen Albus Dumbledore und Gellert Grindelwald gehört zu den faszinierendsten Leerstellen des gesamten Zauberer-Universums. Der dritte Teil der „Phantastischen Tierwesen"-Reihe verspricht im Titel endlich Antworten. Entstanden unter denkbar schwierigen Umständen – Pandemie, Besetzungswechsel, öffentliche Kontroversen rund um die Autorin – tritt der Film mit einem neu besetzten Schurken vor die Kamera. Was kann Mads Mikkelsen, was Johnny Depp nicht konnte?
Vampire sind in der Filmgeschichte meist männlich, charismatisch und gefährlich. Dennis Gansel dreht diese Formel 2010 konsequent um: In „Wir sind die Nacht" sind alle Blutsauger Frauen – und die letzten Männer unter ihnen wurden vor Jahrhunderten von den eigenen Artgenossinnen vernichtet. Berlin bei Nacht wird zur Bühne für ein ungewöhnliches Ensemblestück über Freiheit, Unsterblichkeit und den Preis, den beides hat. Was macht dieser emanzipierte Vampirfilm wirklich aus seinem Konzept?
Wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, die gesellschaftlich weiter nicht voneinander entfernt sein könnten, entsteht entweder ein sozialpädagogisches Lehrstück oder ein lebendiger Film. „Ziemlich beste Freunde" ist eindeutig Letzteres. Das Regieduo Nakache und Toledano adaptierte die wahre Geschichte des Tetraphlegikers Philippe Pozzo di Borgo und seines Pflegers Abdel Yasmin Sellou mit großem Gespür für das Komische im Tragischen – und umgekehrt.
Das Große Barriere-Riff liegt still. Dann bricht ein Barracuda ein, und mit ihm der ruhige Alltag eines Clownfisches namens Marlin. Was folgt, ist keine einfache Heldenreise, sondern die Geschichte eines Vaters, der lernen muss, seinem Kind zu vertrauen – und einer Welt, die er längst aufgegeben hat. „Findet Nemo" erschien 2003 bei Pixar und gewann den Oscar für den besten Animationsfilm. Was macht diesen Film bis heute so ungewöhnlich wirkungsvoll?
Ein Tal, das sich in eine Falle verwandelt. Schmelzwasser, das unaufhaltsam steigt. Und ein Mammut, das glaubt, das letzte seiner Art zu sein. „Ice Age 2 – Jetzt taut's" nimmt die charmante Herde des ersten Teils und stellt sie vor eine Katastrophe geologischen Ausmaßes – unterlegt mit Slapstick, Herzschmerz und zwei Urzeittieren, die eigentlich längst ausgestorben sein sollten. Carlos Saldanha kehrt hinter die Kamera zurück. Reicht das Bewährte, um den Nachschlag zu tragen?
2007 betritt David Yates zum ersten Mal das Potter-Universum "Harry Potter und der Orden des Phönix"– und das nicht mit kleinen Schritten. Der britische Fernsehregisseur übernimmt die Regie eines der kommerziell wertvollsten Franchises der Filmgeschichte und wählt einen Ton, der dunkler, politischer und drückender ist als alles, was die Reihe bis dahin gezeigt hat. Über tausend Seiten Romanvorlage, eine Handvoll kompromissloser Kürzungen und ein brillantes Ensemble warten auf die Leinwand.
Im Sommer 2004 strömten über neun Millionen Deutsche in die Kinos – für eine Weltraumparodie in Pink-Camouflage, "(T)Raumschiff Surprise – Periode 1" mit einem asthmatischen Darth-Vader-Verschnitt und einem Raumschiff, das eigentlich zur Miss-Waikiki-Wahl unterwegs war. Michael „Bully" Herbig hatte nach seinem Rekorderfolg mit „Der Schuh des Manitu" die Latte selbst gelegt, und das Publikum hatte per Abstimmung entschieden: Es sollte galaktisch werden.
Wenn ein zwölfjähriger Junge davon träumt, der größte Schurke der Welt zu werden, klingt das zunächst nach einem gewöhnlichen Kinderfilm. Doch im Universum von Illumination Entertainment bedeutet das: Plattenläden als Verbrecherhöhlen, Kung-Fu-unterrichtende Akupunkteurinnen und eine Gang namens die Fiesen 6, die deutlich mehr Stil besitzt als Moral. Mit dem zweiten Minions-Solofilm kehrt die Franchise in die goldene Ära des 70er-Jahre-Kinos zurück.