Emotional und tiefgründig: Die besten Drama-Filme

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Dem Horizont so nah

Deutsche Melodramen haben es schwer, den schmalen Grat zwischen echtem Gefühl und kalkuliertem Kitsch zu halten. Tim Trachtes Romanverfilmung „Dem Horizont so nah“ wagt diesen Balanceakt und schickt zwei junge Hauptdarsteller ins emotionale Ungleichgewicht einer Liebe unter Zeitdruck. Luna Wedler und Jannik Schümann verkörpern ein Paar, dessen Glück von Anfang an begrenzt ist. Die Vorlage der realen Jessica Koch wurde zum Bestseller, der Film zum Publikumsmagneten.

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Rocky

Es gibt Außenseiter, die man anfeuert, weil man selbst einmal ein Außenseiter war. Rocky Balboa ist einer von ihnen – ein Boxer aus den ärmsten Vierteln Philadelphias, ungebildet, unterschätzt und von niemandem ernsthaft wahrgenommen. Als ihm 1976 die Chance eines Lebens angeboten wird, nicht weil man an ihn glaubt, sondern weil er eine gute Geschichte verkauft, macht er daraus etwas Unerwartetes. Was genau, das entscheidet dieser Film auf seine ganz eigene Weise – und warum er noch heute berührt, lässt sich schwer in Worte fassen?

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Wochenendrebellen

Manche Filme erzählen von großen Revolutionen, dieser hier von einer kleinen: Ein autistischer Junge weigert sich, die Welt nach den Regeln der anderen zu deuten. Marc Rothemunds „Wochenendrebellen“ folgt Jason und seinem Vater Mirco durch die Stadien deutscher Profivereine und fragt dabei, was Nähe zwischen Menschen eigentlich bedeutet. Florian David Fitz spielt den Vater mit ruhiger Präsenz, Cecilio Andresen den Sohn mit bemerkenswerter Direktheit. Zwischen Nudelregeln und Nazivergangenheit entfaltet sich ein deutsches Familienporträt.

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The Gentlemen

Zwei Jahrzehnte nach seinem kultigen Erstling meldet sich Guy Ritchie auf vertrautem Terrain zurück. Mit „The Gentlemen“ liefert der britische Regisseur 2019 eine Gangster-Komödie, die zugleich Rückbesinnung und ironische Selbstreflexion ist. Matthew McConaughey spielt einen Drogenbaron im Ausstiegsmodus, Hugh Grant in seiner Paraderolle als schmieriger Schnüffler. Hinzu kommen Colin Farrell, Charlie Hunnam und Michelle Dockery in einem Ensemble, das jede Szene mit Lust am Spiel auflädt.

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Zusammen!

„Zusammen!“ spielt in einer Kommune im Stockholm der 1970er Jahre, in der Menschen mit unterschiedlichen Lebensvorstellungen unter einem Dach wohnen. Nach der Trennung von ihrem gewalttätigen Ehemann zieht Elisabeth mit ihren Kindern dort ein und verändert das Zusammenleben spürbar. Gleichzeitig entwickeln sich bestehende Beziehungen weiter, neue Freundschaften entstehen und mehrere Bewohner treffen Entscheidungen, die ihren Alltag dauerhaft verändern.

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Kokowääh

Coq au Vin ist ein Gericht, das Geduld braucht. „Kokowääh“, der gleichnamige Film von Til Schweiger aus dem Jahr 2011, verlangt von seinem Protagonisten Henry ebenfalls etwas Ungewohntes: stillzuhalten und hinzuschauen. Mit mehr als vier Millionen Kinobesuchern gehörte er zu den meistgesehenen deutschen Filmen des Jahres – und das nicht ohne Grund. Schweiger inszeniert mit einem klaren Blick auf das, was Familien zusammenhält, auch wenn sie auf dem Papier gar keine sind.

Lord of War – Händler des Todes cover

Lord of War – Händler des Todes

Über 550 Millionen Schusswaffen kursieren weltweit – eine Zahl, die Andrew Niccols Film von 2005 gleich zu Beginn in den Raum stellt. „Lord of War – Händler des Todes“ erzählt die Geschichte eines Mannes, der darin kein Problem, sondern eine Marktlücke sieht. Nicolas Cage spielt Yuri Orlov mit beunruhigender Gelassenheit: keinen Schurken, keinen Helden, sondern eine Logik. Zwanzig Jahre nach seiner Entstehung wirkt dieser Film nicht wie Vergangenheit.

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Die Jagd

Ein dänisches Dorf, ein Kindergärtner, ein Satz eines Kindes – und plötzlich bricht ein Leben zusammen. Thomas Vinterbergs „Die Jagd“ aus dem Jahr 2012 erzählt von einem Mann, der ohne Urteil verurteilt wird, und von einer Gemeinschaft, die sich selbst dabei zusieht. Mads Mikkelsen gewann für seine Darstellung den Darstellerpreis in Cannes.

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Papillon

Henri Charrières autobiografischer Roman verkaufte sich in 30 Sprachen über 13 Millionen Mal und wurde 1973 mit Steve McQueen zum Kinoereignis. 2017 wagt der dänische Regisseur Michael Noer eine zweite Verfilmung und rückt die ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem Safeknacker Papillon und dem Fälscher Louis Dega in den Mittelpunkt. Charlie Hunnam und Rami Malek tragen den Film durch Dschungel, Dunkelzellen und die berüchtigte Teufelsinsel. Die Vorlage ist monumental, das Vorbild ikonisch. Was rechtfertigt diese zweite Reise in eine der härtesten Strafkolonien der Geschichte?

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Wenn ich bleibe

Ein Auto gerät auf glattem Asphalt ins Schleudern, und plötzlich gilt jede Regel des Alltags nicht mehr. Regisseur R. J. Cutler erzählt von einem Mädchen, das zwischen Leben und Tod schwebt, während Erinnerungen in ihr Bewusstsein drängen. Die Liebe zu einem Rocksänger, die Hingabe an ein Cello, die Stille eines Krankenhausflurs. Jugendbuchverfilmungen gab es 2014 viele, doch dieses Drama blieb in Erinnerung. Können intime Geschichten im Kino mehr bewegen als spektakuläre Fantasywelten?

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Downsizing

Was wäre, wenn die radikalste Lösung für die Ressourcenkrise der Erde so simpel wäre wie ein medizinischer Eingriff? In „Downsizing“ spinnt Alexander Payne genau diesen Gedanken weiter – und führt ihn mit einer Konsequenz aus, die man von einem Science-Fiction-Film selten erwartet. Der Film folgt einem ganz gewöhnlichen Mann aus Nebraska, der das Außergewöhnliche wählt und dabei auf etwas stößt, das kein Werbeprospekt für die Miniaturwelt je versprochen hat.

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Big Eyes

Sie malte jahrelang in einem verschlossenen Atelier, während ein anderer den Ruhm erntete. Margaret Keane schuf eine der meistverkauften Kunstserien der amerikanischen Nachkriegszeit – mit Gemälden, die Millionen bewegten und die sie dennoch nicht ihr Eigentum nennen durfte. Tim Burton hat diese Geschichte verfilmt, ruhig und in eleganten Farben, mit Amy Adams in einer Rolle, für die sie den Golden Globe gewann.

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Mother’s Day – Liebe ist kein Kinderspiel

In „Mother’s Day – Liebe ist kein Kinderspiel“ treffen gleich mehrere Personen episodenhaft aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Allerdings haben alle eines gemeinsam: sie sind Mütter oder auf der Suche nach ihren Müttern, und müssen dabei gleichzeitig weitere Hürden des Lebens meistern. Romantische Komödie trifft auf Familiendrama mit gut gelaunter Starbesetzung.

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Fifty Shades of Grey – Befreite Lust

Anastasia Grey trägt jetzt seinen Namen – und mit ihm den ganzen Apparat aus Bodyguards, Sicherheitsprotokollen und einer Luxuswelt, die keine Wünsche offenlässt. Im dritten und letzten Teil der Fifty-Shades-Trilogie kehren Dakota Johnson und Jamie Dornan zurück, um eine Geschichte zu Ende zu erzählen, die Millionen Menschen bewegt hat. Regisseur James Foley inszeniert Hochglanz und Hochspannung in gewohnter Manier.

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Er ist wieder da

Wenn ein deutscher Film den verhasstesten Mann des 20. Jahrhunderts als Komödienfigur inszeniert, ist der Skandal programmiert. David Wnendt wagt genau diesen Balanceakt und stellt Oliver Masucci als erwachten Diktator mitten auf deutsche Straßen. Echte Passanten, echte Stammtische, echte NPD-Zentralen begegnen dabei einer Figur, die eigentlich nur im Geschichtsbuch stehen sollte. Die Grenzen zwischen Satire und Feldstudie verwischen auf unheimliche Weise.

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Le Silence de Lorna – Lornas Schweigen

„Le Silence de Lorna – Lornas Schweigen“ zeigt eine junge Albanerin in Belgien, die in einer Scheinehe lebt und neue Pläne verfolgt. Während sie mit ihrem Partner eine Snackbar eröffnen will, gerät sie unter Druck durch kriminelle Abmachungen. Als ihr Ehemann versucht, clean zu bleiben, verändert sich ihre Haltung. Nach seinem Tod, der als Überdosis dargestellt wird, wächst ihr innerer Konflikt und beeinflusst ihre weiteren Entscheidungen.

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Contra

Rhetorik kann eine Waffe sein, ein Schutzschild oder ein Schlüssel zu Türen, die sonst verschlossen bleiben. Sönke Wortmann erzählt in seiner Neuverfilmung eines französischen Kinohits von einer Juraprofessor und einer Studentin, die durch einen Skandal zu einer ungewöhnlichen Zweckgemeinschaft werden. Dabei geht es um mehr als sprachliche Schlagfertigkeit. Es geht um Herkunft, Ansehen und das Recht auf eine eigene Stimme. Kann ein Film mit sichtbar geglätteten Kanten trotzdem politisch relevant bleiben?

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Du sollst nicht lieben

„Du sollst nicht lieben“ zeigt das Leben eines streng religiösen Familienvaters in Jerusalem. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt Aaron die Metzgerei und begegnet dem jungen Ezri. Er gibt ihm Arbeit und Unterkunft, wodurch sich eine enge Bindung entwickelt. Gleichzeitig wächst der Druck aus dem Umfeld, da Gerüchte über Ezri kursieren. Die Gemeinschaft reagiert mit Ablehnung, was auch Aarons Familie belastet. Unter wachsender sozialer Spannung gerät seine Lebensordnung zunehmend ins Wanken.

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Rosemaries Baby

Kaum ein Horrorfilm hat die Konventionen seines Genres so elegant unterwandert wie dieser Klassiker von 1968. Statt auf Schockmomente zu setzen, lässt Roman Polański das Unheimliche im Alltag einer jungen Ehefrau keimen. Mia Farrow gelang mit der Rolle der Rosemarie Woodhouse ihr internationaler Durchbruch. Die Geschichte einer Schwangerschaft wird zum Albtraum zwischen Paranoia und realer Bedrohung. Spätere Werke wie „Der Exorzist“ oder „Das Omen“ verdanken diesem Film mehr, als sie zugeben würden.

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Erschütternde Wahrheit

Was passiert, wenn ein Arzt aus Nigeria dem mächtigsten Sportverband der Welt die medizinische Wahrheit ins Gesicht hält – und sie nicht zurücknehmen will? Peter Landesmans „Erschütternde Wahrheit“ aus dem Jahr 2015 erzählt die wahre Geschichte des Neuropathologen Bennet Omalu, der CTE bei NFL-Spielern diagnostizierte und damit ein System herausforderte, das Milliarden verdient und Kritik nicht duldet.

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