Jay Kelly
Mit „Jay Kelly“ entsteht ein Film, der die fragile Zone zwischen Erfolg und persönlicher Anteilnahme sichtbar macht. Die Tragikomödie richtet den Blick auf eine Figur, die sich in einem Spannungsfeld aus Vergangenheit, beruflichem Status und familiären Erwartungen bewegt. Dadurch entsteht ein Gefüge, in dem öffentliche Wahrnehmung und private Beziehungen kollidieren, während kleine Verschiebungen große Folgen erzeugen und vertraute Sicherheiten ins Wanken geraten.

| Dauer: | 132 Min. |
|---|---|
| FSK: | 12 (DE) |
| Jahr: | 2025 |
| Kategorien: | Drama, Komödie |
| Regie: | Noah Baumbach |
| Produzenten: | Noah Baumbach, Amy Pascal, David Heyman |
| Hauptdarsteller: | George Clooney, Adam Sandler, Laura Dern |
| Nebendarsteller: | Billy Crudup, Riley Keough, Grace Edwards, Stacy Keach |
| Studio: | Pascal Pictures, Heyday Films, NB/GG Pictures |
Parallel dazu entwickelt sich ein Verlauf, der Jay nach einem Dreh in eine Phase ungeplanter Entscheidungen führt. Seine Bemühungen um Zeit mit Daisy, sein Rückzug aus einem Projekt, der Streit mit Tim und die spontane Suche nach Nähe in Europa markieren Stationen, die ihn wiederholt in Konflikte treiben. Begegnungen mit seinem Team, seinem Vater und seiner älteren Tochter verknüpfen familiäre Distanz mit öffentlichem Druck, während ein kurzer Heldmoment neue Aufmerksamkeit erzeugt. Am Ende steht Jay vor Kameras und hält inne. Was deutet dieser Moment an?
Besetzung, Regie und Drehorte
„Jay Kelly“ erschien 2025 als Tragikomödie mit einer Laufzeit von 132 Minuten und erhielt eine FSK von 12. Die Regie übernahm Noah Baumbach, der zudem das Drehbuch mit Emily Mortimer schrieb. An der Produktion wirkten Noah Baumbach, Vito Colazzo, David Heyman und Amy Pascal mit. Linus Sandgren führte die Kamera und arbeitete mit 35-mm-Film. Den Schnitt verantworteten Valerio Bonelli und Rachel Durance, während Nicholas Britell die Musik komponierte. Die Besetzung umfasst George Clooney als Jay Kelly, Adam Sandler als Ron Sukenick, Laura Dern als Liz, Billy Crudup als Timothy, Riley Keough als Jessica Kelly, Grace Edwards als Daisy, Jim Broadbent als Peter Schneider, Patrick Wilson als Ben Alcock, Greta Gerwig als Lois Sukenick sowie Josh Hamilton als Carter.
Die Dreharbeiten begannen im März 2024 und fanden in London, New York City, der Lombardei und der Toskana statt. Die Premiere erfolgte bei den Filmfestspielen von Venedig, bevor der Film weitere Stationen wie Telluride, New York, Zürich, Vancouver, Chicago, London, Montclair und das AFI Fest erreichte. Danach startete der Film in ausgewählten US-Kinos und kam schließlich in die deutschen Kinos, bevor er bei Netflix verfügbar wurde.
„Jay Kelly“ erzielte zahlreiche Nominierungen und Auszeichnungen. Dazu zählen Einträge in die Top-Listen des AFI und des National Board of Review. Mehrere Festivals ehrten Adam Sandler, Noah Baumbach und Nicholas Britell. Zudem erhielt der Film Nennungen bei den Astra Film Awards, den Critics’ Choice Movie Awards, den Movies for Grownups Awards sowie weiteren internationalen Veranstaltungen.
Handlung & Inhalt vom Film „Jay Kelly“
Jay Kelly beendet einen Dreh und hofft auf ruhige Tage mit seiner Tochter Daisy, bevor sie nach Europa geht. Er plant eine gemeinsame Reise, doch sie möchte lieber mit Freunden verreisen. Die Distanz zwischen ihnen wächst seit Jahren, weshalb beide keinen Ansatz finden, sie zu verringern. Dann informiert Ron über den Tod von Peter Schneider, dem Regisseur, der Jay einst förderte. Schneider bat Monate zuvor um Jays Unterstützung für ein neues Projekt, doch Jay lehnte ab. Nach der Beerdigung trifft Jay seinen früheren Mitbewohner Tim, und ein Gespräch über alte Zeiten führt zu einer eskalierenden Auseinandersetzung.
Tim wirft Jay vor, ihm eine Freundin und später eine wichtige Rolle weggenommen zu haben. Der Streit endet mit einem Schlagabtausch, der Jay ein blaues Auge beschert. Am nächsten Morgen verlässt er sein geplantes Filmprojekt und fliegt nach Europa. Ron warnt ihn davor, seine Karriere zu gefährden, doch Jay tarnt die Reise als Verpflichtung. Meg verfolgt Daisys Aufenthaltsort über die Karte einer Freundin. In Paris verpassen sie sie knapp, weshalb sie in einen Zug steigen. Jay erlebt entspannte Momente, spricht mit Reisenden und macht Fotos, während online Berichte über Tims Klage wegen Körperverletzung auftauchen.
Rons Entscheidung und ihre Folgen
Ron und Liz sprechen über ihre gemeinsame Vergangenheit und über die Belastung, die Jays ständige Krisen erzeugen. Liz denkt an die verpasste Zeit mit ihrer Tochter, während Ron eine alte Kränkung erwähnt. Jay findet Daisy im Speisewagen, doch sie erkennt schnell, dass er sie verfolgt. Als ein Radfahrer eine Handtasche stiehlt, jagt Jay ihm hinterher und bringt sie zurück. Ron schlägt daraufhin vor, Jays Vater einzuladen. Jay stimmt zu, weil er die angespannte Beziehung verbessern möchte. Während sie weiterreisen, verbreitet sich das Video des Vorfalls, und viele feiern Jay als Held.
In der Toskana trifft Ron einen weiteren Klienten, der ihn entlässt. Jay nimmt die Abwesenheit kaum wahr. Später erfährt er, dass Tims Klage fallengelassen wurde, nachdem Anwälte belastendes Material gefunden hatten. Als Jays Vater eintrifft, wirkt er erschöpft. Kurz darauf fühlt er sich unwohl und äußert den Wunsch, heimzukehren. Jay versucht, ihn zum Bleiben zu bewegen, doch die Abfahrt lässt sich nicht verhindern. Er rennt dem Wagen hinterher, verliert ihn jedoch aus den Augen und streift anschließend durch die umliegenden Wälder, bevor er Jessica anruft. Sie lehnt einen Besuch ab und erinnert an frühere Enttäuschungen.
Jessica beschreibt erneut den Moment, in dem Jay eine Therapiesitzung verließ, obwohl sie ihm einen Brief vorlas. Anschließend sieht Jay Rons Taxi, läuft darauf zu und bittet ihn, zur Veranstaltung zu kommen. Ron sagt zu, erklärt jedoch gleichzeitig das Ende ihrer Zusammenarbeit. Jay begreift, dass er jahrelang berufliche Bindungen mit echter Nähe verwechselt hat. Beim Tribute versucht er zu funktionieren, doch er stoppt vor den Kameras und bittet leise um einen neuen Anfang. Seine Worte zeigen, dass er erstmals erkennt, wie stark sein Verhalten Beziehungen belastet und wie dringend er Veränderung braucht.
Filmkritik und Fazit zum Film „Jay Kelly“
Der Film „Jay Kelly“ zeigt sich als sorgfältig inszenierte Studie über Ruhm, Alter und Selbstwahrnehmung. Die Kameraarbeit von Linus Sandgren liefert mit 35-mm-Film ein atmosphärisch dichtes Bild, das zwischen glänzender Oberfläche und leiser Verstimmung oszilliert. Das Verfahren bringt einen spürbaren visuellen Kontrast zwischen öffentlichem Schein und innerer Leere hervor. Die musikalische Begleitung von Nicholas Britell bleibt dezent und wirkt wie ein sanftes Echo, sie unterstreicht Szenen, statt sie zu dramatisieren. Die Regie von Noah Baumbach wirkt bewusst zurückgenommen und legt den Fokus auf Stimmungen, nicht auf spektakuläre Wendungen.
In der Inszenierung ragt eine Schlüsselszene heraus: Der Moment, in dem Jay in einem langen Take über ein Filmset abschreitet, wirkt wie eine versteckte Selbstreflexion. Die Kamera folgt ihm ruhig, das Licht wirkt kühl, und Clooneys Mimik scheint im Rampenlicht leer. Diese Szene symbolisiert den inneren Bruch zwischen Persona und Selbst. Später im Zug zeigt der Film eine andere Stimmung: Dort entsteht eine beiläufige Begegnung zwischen Jay und einem Fremden, die normal wirkt und doch seine Isolation spürbar macht. Solche ruhigen Episoden werfen Fragen über Authentizität und Einsamkeit auf.
George Clooney wechselt zwischen Star-Aura und Verletzlichkeit. Sein Auftritt wirkt nicht als Show, sondern als Reflexion eines gealterten Profi-Darstellers, der sich und seine Rolle hinterfragt. Adam Sandler überzeugt als loyaler Manager mit leiser Verzweiflung, seine Darstellung bringt ein emotionales Gegengewicht zur Celebrity-Inszenierung. Dennoch wirken einige Nebenfiguren zu vage skizziert; dadurch verliert der Film an konturiertem Umfeld und wirkt an manchen Stellen Leerstellenhaft. Wer klare Konflikte, straffe Dramaturgie oder starke narrative Impulse sucht, könnte hier enttäuscht werden.