Filmförderung für das Kino: Zwischen Wirtschaft und Kunst

Viele Menschen schauen Filme, die allerdings auch im kleinen Maßstab nicht mal eben so produziert werden können. Selbst kleinere Produktionen wie ein Tatort verschlingen mehr als eine Million Euro pro Film und das Geld muss irgendwoher kommen. Während die US-amerikanische Filmindustrie mit einem großen Binnenmarkt und privatem Risikokapital arbeiten kann, gibt es gerade in Europa die Notwendigkeit für die Filmförderung.

Filmförderung für das Kino: Zwischen Wirtschaft und Kunst

Es gibt verschiedene Gründe, warum Filme gefördert werden. Grundsätzlich geht es dabei um ein kulturelles Erbe, als das Filme auch angesehen werden. Der europäische Markt ist viel kleinteiliger als Hollywood, weshalb die Produktionen viel stärker als Kulturaufträge verstanden werden. Filme werden meist aus unterschiedlichen Quellen finanziert. Wie das genau aussieht, gibt es in diesem Artikel zu erfahren.

Warum Filmförderung notwendig ist

Filme müssen finanziert werden und selbst die vermeintlich kleineren Produktionen im deutschen Fernsehen können preislich in Millionenhöhe gehen. Dieses Geld kommt aber nicht einfach von irgendwoher, sondern speist sich aus verschiedenen Töpfen. Teilweise werden in Deutschland Rundfunkbeiträge genutzt, aber damit alleine können viele Filme nicht finanziert werden. Es gibt auch keinen so großen Markt wie für die US-amerikanischen Filme, die zum einen von einem großen Binnenmarkt profitieren, aber auch von der Vermarktung auf der ganzen Welt. Das geschieht mit deutschen Filmen nur ganz selten. Alleine die Einnahmen reichen also nicht aus, um Filme vollständig zu finanzieren, die beispielsweise in Deutschland, Frankreich oder der Schweiz produziert werden.

Die Filmförderung ist also notwendig und wird damit begründet, dass es sich um Kulturaufträge handelt. Filme bedeuten kulturelle Identität und Vielfalt. Außerdem ist die Filmwirtschaft auch ein bedeutender Arbeitgeber. Durch öffentliche Investitionen können Tausende von Arbeitsplätzen gesichert werden, die zu den Kreativberufen, Technik, Handwerk und Dienstleistung gehören. Kinoproduktionen aus Europa setzen meist auf ein gemischtes Budget, das sich aus Eigenmitteln, TV-Koproduktionsgeldern, Verleih-Minimumgarantien und auch öffentlichen Fördergeldern zusammensetzt. Würde es diese Förderung nicht geben, würden viele Filme gar nicht erst produziert. Daher werden sehr oft auch Filme über Ländergrenzen hinweg zusammen produziert.

Verschiedene Säulen der Förderlandschaft

Wie werden Filme konkret gefördert? In Deutschland gibt es dafür verschiedene Möglichkeiten. Eine davon ist die FFA – die Filmförderungsanstalt. Sie finanziert sich hauptsächlich über die Abgabe der Kino- und Videowirtschaft und die Filmabgabe der TV-Sender. Gefördert wird die gesamte Verwertungskette, also von der Entwicklung des Drehbuchs über die Produktion bis hin zum Verleih. Weitere Stellen der nationalen Förderungen sind das BKM (Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien), durch deren Fördermittel auch der Deutsche Filmpreis bezahlt wird, und dem DFFF (Deutscher Filmförderfonds).

Auf regionaler Ebene gibt es beispielsweise den Film- und Fernsehfonds Bayern und die Film- und Medienstiftung NRW und das Medienboard Berlin-Brandenburg. Jede Filmförderung hat dabei unterschiedliche Schwerpunkte. Darüber hinaus gibt es Förderung auf europäischer Ebene, etwa durch Eurimages und Creative Europe MEDIA. In anderen Ländern gibt es natürlich ebenso Institutionen dieser Art. Beispielsweise die Waadtländer Kinostiftung, die 1986 gegründet wurde, um speziell Produktionen im Schweizer Kanton Waadt zu unterstützen. Bei großen Produktionen kann es auch zu Zusammenarbeiten dieser Förderungsorganisationen kommen.

Wie funktioniert eine Förderung?

Grundsätzlich kann man zwischen zwei unterschiedlichen Arten der Förderung unterscheiden. Zum einen die kulturelle und zum anderen die wirtschaftliche Förderung. Erstere richtet sich vor allem nach künstlerischen Kriterien, aber auch nach Innovation und gesellschaftlicher Relevanz. Solche Zuschüsse müssen meist auch nicht zurückgezahlt werden. Anders sieht es bei der wirtschaftlichen Förderung aus, die vor allem kommerzielle Erfolgsaussichten im Blick hat. Die Frage ist also, ob ein Projekt wirtschaftlich tragbar ist. Solche Fördermittel werden oft als rückzahlbare Darlehen gewährt, sodass beim Erfolg Gelder zurück in die Förderfonds fließen, damit neue Projekte finanziert werden können.

Wie funktioniert eine Förderung?

Bei regionalen Förderungen hat man auch die Region im Blick. Das bedeutet, dass die Förderbeträge zu großen Teilen in der jeweiligen Region ausgegeben werden müssen, damit diese unterstützt wird. So können Honorare für regionale Crews bezahlt werden, ebenso Mieten für Technik und Studios, aber auch Catering, die Nachbearbeitung in ansässigen Tonstudios und Hotelübernachtungen der Crew. Meist entscheidet ein Fachgremium über die geförderten Projekte. Sie schaut dabei auf das Drehbuch, die Besetzung, die Kalkulation und Finanzierungspläne. Wenn Filme dann eine bestimmte Besucherzahl im Kino erreichen, kann man Punkte für eine Referenzförderung sammeln, sodass nächste Filmprojekte wieder gefördert werden können.

Die Herausforderungen für die Zukunft

In den letzten Jahren haben sich einige Chancen und Herausforderungen für die Förderung von Filmen ergeben. Klassischerweise gab es die Reihenfolge Kino und dann DVD/Video und Fernsehen. Doch heute gibt es Streaminganbieter wie Netflix und Amazon Prime, sodass sich das Sehverhalten der meisten Menschen drastisch verändert hat. Durch diese veränderten Gewohnheiten müssen sich auch die geförderten Filme anpassen, die mittlerweile nicht immer zuerst im Kino anlaufen. So werden Filme teilweise auch extra für Streaming-Plattformen produziert, mit denen es entsprechende Zusammenarbeiten gibt. Der Vorteil ist oft, dass diese Anbieter über größere Summen verfügen, sodass auch größere Produktionen entstehen können.

Um dennoch der regionalen Bedeutung gerecht zu werden, gibt es meist für die Plattformen Investitionsverpflichtungen. Das bedeutet, dass die Streaminganbieter in manchen Ländern Investitionen tätigen müssen, wenn sie dort Umsätze erwirtschaften. So kommen auch lokale Film- und Serienproduktionen zustande. Die klassischen Förderwege müssen sich in Zukunft vereinfachen, da sie oft mit großen bürokratischen Hürden verbunden sind. Das muss geschehen, um junge Kreative und unabhängige Nachwuchsproduzenten im Land zu behalten. Auch müssen sich Bewertungskriterien der Filmförderungen anpassen, beispielsweise an gesellschaftliche und ökologische Standards. Schon heute spielen Faktoren wie Diversität, Inklusion und faire Arbeitsbedingungen wichtige Rollen, damit überhaupt Fördergelder vergeben werden.

Fazit zu Filmförderung für das Kino

Fazit zu Filmförderung für das KinoDas europäische Kino würde ohne die Filmförderung nicht funktionieren. Sie ist das unverzichtbare Rückgrat der meisten Produktionen, die irgendwie den Weg ins Kino finden. Der europäische Markt funktioniert dabei nach ganz anderen Regeln als der US-amerikanische, der natürlich ohnehin auch international ausgerichtet ist. Filmförderung ist wichtig, damit Filme entstehen können, die für kulturelle Identität und künstlerische Vielfalt stehen. Mit Blick auf die Kultur sind sie enorm wichtig, darüber hinaus ist das Filmgeschäft auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor, vor allem was die Arbeitsplätze in der Branche angeht. Aufgrund der Veränderungen der letzten Jahre müssen sich aber auch Konzepte der Filmförderungen anpassen, um weiterhin zukunftsfähig sein zu können.

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