House of Gucci

Intrigen, Besitzansprüche und eine toxische Ehe – „House of Gucci“ verarbeitet reale Ereignisse aus der Welt des Luxusmarkts als groß angelegtes Familiendrama. Ridley Scott bringt den Zerfall einer Dynastie auf die Leinwand, während Habgier, Verletzungen und Rivalitäten immer neue Allianzen und Abgründe freilegen. Die Handlung verknüpft Eitelkeiten und Geschäftsentscheidungen mit persönlichem Machtstreben, das selbst innerhalb der Familie keine Grenzen kennt. Erwartungen an Drama, Dekadenz und Kontrolle stehen dabei von Anfang an im Raum.

House of Gucci
Dauer: 158 Min.
FSK: 12 (DE)
Jahr: 2021
Kategorien: Drama, Krimi
Regie: Ridley Scott
Produzenten: Mark Huffam, Ridley Scott, Giannina Facio, Kevin J. Walsh
Hauptdarsteller: Lady Gaga, Adam Driver, Al Pacino
Nebendarsteller: Jeremy Irons, Jared Leto, Jack Huston, Salma Hayek Pinault
Studio: Metro-Goldwyn-Mayer, Bron Studios, Scott Free Productions

Patrizia Reggiani kämpft sich in das Modeimperium der Guccis, erst über Heirat, dann über strategische Eingriffe. Misstrauen, Manipulation und interne Machtverschiebungen prägen den Weg bis zur endgültigen Eskalation. Was als Annäherung zwischen Außenseiterin und Traditionsfamilie beginnt, endet in einem kaltblütig geplanten Mordanschlag. Wie weit darf persönliche Kränkung reichen, bis sie in Gewalt umschlägt?

Besetzung, Regie und Drehorte

Der Film „House of Gucci“ erschien 2021 und läuft 158 Minuten. Die Altersfreigabe liegt bei FSK 12. Regie führte Ridley Scott. Das Drama basiert auf dem Roman von Sara Gay Forden. Die Drehbuchautoren Becky Johnston und Roberto Bentivegna verarbeiteten darin reale Ereignisse. Produziert wurde der Film von Ridley Scott, Kevin J. Walsh und Giannina Facio. Für die Musik war Harry Gregson-Williams zuständig. Die Kamera führte Dariusz Wolski, der bereits mehrfach mit Scott zusammenarbeitete. Den Filmschnitt übernahm Claire Simpson.

In der Hauptrolle spielt Lady Gaga die verurteilte Patrizia Reggiani. Adam Driver verkörpert ihren Ehemann Maurizio Gucci. Al Pacino übernimmt die Rolle von Aldo Gucci, Jeremy Irons spielt Rodolfo Gucci. Jared Leto stellt Paolo Gucci dar. Jack Huston ist als Domenico De Sole zu sehen, Salma Hayek verkörpert Giuseppina „Pina“ Auriemma.

Die Dreharbeiten fanden ab März 2021 unter anderem in Rom, Mailand, Florenz und im Aostatal statt. Als Kulissen dienten historische Gebäude wie die Villa Necchi Campiglio und ein Palast aus dem 16. Jahrhundert. Die Ausstattung übernahm Letizia Santucci, das Kostümbild gestaltete Janty Yates. Beide erhielten Nominierungen für ihre Arbeit. Die Filmpremiere fand am 9. November 2021 in London statt.

Handlung & Inhalt vom Film „House of Gucci“

Patrizia Reggiani arbeitet 1978 in der Speditionsfirma ihres Vaters, als sie auf einer Party Maurizio Gucci kennenlernt. Der ruhige Jurastudent ist Erbe der Hälfte des berühmten Modehauses Gucci. Patrizia erkennt schnell seine Bedeutung und nähert sich ihm gezielt an. Trotz der Bedenken seines Vaters Rodolfo, der eine Beziehung ablehnt, entscheidet sich Maurizio für Patrizia. Er verlässt seine Familie, heiratet sie und beginnt mit ihr ein neues Leben fern vom Unternehmen. Als ihre Tochter zur Welt kommt, nutzt Patrizia die Gelegenheit, um Kontakt zu Maurizios Onkel Aldo aufzubauen und sich dem Familiengeschäft wieder zu nähern.

Durch Aldo rückt das Paar erneut ins Zentrum der Gucci-Familie. Er stellt Patrizia seinem Sohn Paolo vor, der sich als kreativer Kopf inszeniert, aber wenig Talent besitzt. Rodolfo, inzwischen schwer krank, versöhnt sich mit Maurizio kurz vor seinem Tod. Ein unterschriebenes Testament bleibt jedoch aus. Um Maurizios Erbe zu sichern, fälscht Patrizia die Unterschrift. Zugleich plant sie, Kontrolle über Gucci zu gewinnen, indem sie Aldo und Paolos Anteile ins Visier nimmt. Dabei erfährt sie vom Schwarzmarktgeschäft mit gefälschten Produkten, was zu Spannungen innerhalb der Familie führt. Patrizia beginnt, sich strategisch zu positionieren.

Das Ende der Gucci-Dynastie

Paolo fühlt sich übergangen und liefert Beweise über Aldos Steuerhinterziehung, die Patrizia nutzt. Aldo wird verhaftet und verurteilt, was ihre Macht im Unternehmen weiter stärkt. Um Paolos Einfluss zu bremsen, sabotiert Patrizia dessen Modenschau mit rechtlichen Mitteln. Ein Versuch, seine Firmenanteile zu kaufen, scheitert. Die Beziehung zwischen Maurizio und Patrizia verschlechtert sich drastisch. Als die Polizei gegen ihn ermittelt, verlässt er mit der Familie Italien und trifft in der Schweiz seine Jugendliebe Paola. Nach wachsender Entfremdung trennt sich Maurizio emotional von Patrizia und beginnt eine Affäre mit Paola, was Pina, Patrizias enge Vertraute, nicht entgeht.

Maurizio will das angeschlagene Unternehmen retten und wendet sich an Investcorp. Er sichert sich Paolos Anteile, was Aldo, nach seiner Rückkehr aus dem Gefängnis, tief enttäuscht. Als auch Aldos Aktien übernommen werden, verliert er endgültig den Glauben an seinen Neffen. Patrizia sucht erneut die Nähe zu Maurizio, stößt jedoch auf Ablehnung. Als dieser schließlich die Scheidung anstrebt, eskaliert die Situation. Maurizio setzt mit Tom Ford und Domenico De Sole auf einen neuen Designkurs. Die Kollektionen kommen gut an, aber wirtschaftlich steht das Unternehmen schlecht da. Investcorp übernimmt 1995 vollständig die Kontrolle und ersetzt Maurizio.

Patrizia verkraftet den Verlust nicht und fasst einen drastischen Entschluss. Mit Hilfe von Pina nimmt sie Kontakt zu zwei Auftragsmördern auf. Wenige Tage später wird Maurizio vor seinem Büro erschossen. Im Prozess bezeichnet sich Patrizia weiterhin als Gucci, obwohl das Unternehmen längst ohne Familienmitglieder geführt wird. Aldo stirbt 1990, Paolo verliert sein Vermögen. Patrizia, Pina und die Täter erhalten langjährige Haftstrafen. Gucci bleibt als Marke bestehen, wird aber seither vollständig von externen Investoren geführt. Der Name lebt weiter, doch die Familie hat keinen Platz mehr im Unternehmen.

Fazit & Kritiken zum Film „House of Gucci“

Ridley Scotts „House of Gucci“ nutzt das Familiendrama um Macht, Verrat und Kontrolle als Rahmen für ein breites Figurenpanorama. Die Inszenierung zeigt dabei ein auffälliges Schwanken zwischen ernster Charakterstudie und überzeichneter Farce. Besonders in Szenen mit Jared Letos Paolo verliert der Film spürbar an Tonkontrolle, da Mimik und Spiel deutlich vom Rest abweichen. Andere Figuren bleiben dagegen erstaunlich statisch, was der Dynamik schadet. Die Konflikte wirken oft konstruiert, weil der Film sie nicht organisch aus der Handlung entwickelt, sondern in Dialogen aufdrängt.

Die Erzählstruktur streckt sich über Jahre, schafft es aber selten, klare Entwicklungen sichtbar zu machen. Entscheidende Brüche, etwa in Maurizios Haltung oder Patrizias Entschlossenheit, wirken plötzlich. Einige Übergänge bleiben erklärungsbedürftig, da Motivationen nicht nachvollziehbar werden. Eine Szene am Comer See, in der Maurizio neue Pläne andeutet, bleibt beispielhaft vage. Dadurch verlieren spätere Entscheidungen an Wirkung. Zwar setzt die Inszenierung auf opulente Kulissen, doch diese stehen häufig losgelöst vom eigentlichen Geschehen. Die Schauplätze stützen nicht die Handlung, sondern überdecken inhaltliche Lücken.

Trotz aller Schwächen bietet der Film Ansätze, die Spannung erzeugen. Einige Dialoge zwischen Patrizia und Aldo zeigen Machtverhältnisse glaubhaft. Auch die Eskalation im letzten Drittel schafft kurzfristige Intensität. Dennoch fehlt ein konsequenter erzählerischer Bogen. Die Gewichtung der Handlungsteile gerät aus dem Gleichgewicht. So entsteht ein Film, der Potenzial andeutet, es aber nur phasenweise ausschöpft.

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