Iron Man 2

Manchmal lauert der wahre Feind nicht hinter den Kulissen der Welt, sondern im Inneren der eigenen Rüstung. „Iron Man 2“ erzählt von einem Mann, der alles zu haben scheint – und dennoch in Auflösung begriffen ist. Jon Favreau kehrt mit dem zweiten Teil seiner Superhelden-Saga zurück und stellt eine ungewöhnliche Frage: Was hinterlässt ein Mensch, wenn er weiß, dass er stirbt?

Iron Man 2
Dauer: 125 Min.
FSK: 12 (DE)
Jahr: 2010
Kategorien: Action, Science-Fiction
Regie: Jon Favreau
Produzenten: Kevin Feige
Hauptdarsteller: Robert Downey Jr., Gwyneth Paltrow, Don Cheadle
Nebendarsteller: Scarlett Johansson, Sam Rockwell, Mickey Rourke, Samuel L. Jackson
Studio: Marvel Studios, Fairview Entertainment, Marvel Entertainment

Der Film setzt dort an, wo sein Vorgänger endete – mit Tony Stark als selbsternanntem Garanten des Weltfriedens. Doch der Triumph ist vergiftet, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Favreau nutzt die Fortsetzung nicht als bloße Eskalation des ersten Teils, sondern als Charakterstudie über Vermächtnis und Verantwortung. Ob dieses Vorhaben in der Umsetzung konsequent genug verfolgt wird, ist eine Frage, die den Film bis zum Abspann begleitet.

Besetzung, Regie und Drehorte

Iron Man 2“ ist ein US-amerikanischer Action- und Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2010. Jon Favreau führte erneut Regie, das Drehbuch stammt von Justin Theroux. Produziert wurde der Film von Kevin Feige für Marvel Studios, die Kamera übernahm Matthew Libatique, die Filmmusik komponierte diesmal John Debney, der die Aufnahmen in den Abbey Road Studios in London einspielte. Als Verleih fungierten in den USA Paramount Pictures und in Deutschland Concorde.

Robert Downey Jr. spielt erneut Tony Stark alias Iron Man, Don Cheadle übernahm die Rolle des James Rhodes von Terrence Howard. Mickey Rourke verkörpert den Antagonisten Ivan Vanko, Sam Rockwell gibt den Waffenproduzenten Justin Hammer. Gwyneth Paltrow ist als Pepper Potts zu sehen, Scarlett Johansson debütiert als Natasha Romanoff. Samuel L. Jackson kehrt als Nick Fury zurück, Clark Gregg als Agent Phil Coulson.

Der Film hat eine Laufzeit von 125 Minuten und trägt in Deutschland die Altersfreigabe FSK 12. Gedreht wurde er nahezu vollständig in Kalifornien, lediglich einige Establishing Shots entstanden an Originalschauplätzen wie Monaco. Der Film wurde mit einem Hollywood Award für die besten visuellen Effekte ausgezeichnet und erhielt eine Oscar-Nominierung in derselben Kategorie, unterlag jedoch gegen „Inception„.

Handlung & Inhalt vom Film „Iron Man 2“

In Moskau verfolgt der sterbende Wissenschaftler Anton Vanko, wie Tony Stark auf einer Pressekonferenz seine Identität als Iron Man enthüllt. Mit letzter Kraft offenbart er seinem Sohn Ivan, dass Starks Ruhm ihm hätte gehören sollen. Die Väter beider Männer hatten gemeinsam den Arc-Reaktor entwickelt, bis Anton Vanko als geldgieriger Eigenbrötler in die Sowjetunion abgeschoben wurde. Ivan, selbst Physiker, erbt die alten Konstruktionspläne seines Vaters und baut daraus einen miniaturisierten Arc-Reaktor sowie energiegeladene Plasmapeitschen. Der Zorn über eine gestohlene Zukunft treibt ihn an.

Sechs Monate später eröffnet Tony Stark unter dem Jubel der Öffentlichkeit eine neue Stark Expo. Nach außen hin ist er der unbesiegbare Beschützer des Weltfriedens, innerlich kämpft er gegen die schleichende Vergiftung durch das Palladium seines Arc-Reaktors. Er übergibt die Unternehmensführung an Pepper Potts, stellt kurzerhand die Notarin Natalie Rushman als neue Assistentin ein und nimmt beim Historischen Großen Preis von Monaco spontan selbst am Rennen teil. Doch auf der Strecke greift Ivan Vanko mit seinen Plasmapeitschen an. Nach einem anstrengenden Nahkampf, bei dem Pepper und Happy Hogan Tonys kompakte Koffer-Rüstung herbeischaffen, besiegt Stark den Angreifer und lässt ihn verhaften. Der Senat verlangt nun erst recht die Übergabe der Iron-Man-Technologie.

Verfall, Verrat und Vendetta

Während Tony im Gefängnis Vanko besucht und erfährt, dass dieser von seiner Vergiftung weiß, arbeitet Waffenproduzent Justin Hammer im Hintergrund. Er befreit Ivan aus der Haft, inszeniert dessen Tod und überträgt ihm den Auftrag, eine überlegene Rüstungsflotte zu entwickeln. Tony, in der Gewissheit eines nahen Todes, verfällt zunehmend – er feiert eine zügellose Geburtstagsparty, trinkt sich in seiner Rüstung in Bewusstlosigkeit und liefert sich einen zerstörerischen Kampf mit seinem Freund James Rhodes, der ihm daraufhin die Mark-II-Rüstung abnimmt und dem Militär übergibt. Das Militär beauftragt seinerseits Hammer mit der Aufrüstung der Rüstung.

Nick Fury, Chef des Geheimdienstes S.H.I.E.L.D., sucht den verkaterten Stark auf und offenbart ihm, dass Natalie Rushman in Wahrheit die S.H.I.E.L.D.-Agentin Natasha Romanoff ist, die ihn überwachen sollte. Unter Hausarrest erhält Tony Unterlagen seines verstorbenen Vaters, darunter Aufnahmen der Stark Expo 1974. Zwischen den Bildern findet er eine persönliche Botschaft: Howard Stark nennt ihn seine „größte Schöpfung“ und fordert ihn auf, sein Werk zu vollenden. Im Modell des Expo-Geländes entdeckt Tony eine versteckte molekulare Struktur – die Blaupause eines neuen Elements, das den Palladium-Reaktor ersetzen kann.

Tony synthetisiert das Element, erhält kurz darauf einen Anruf Vankos und eilt zur Stark Expo. Dort präsentiert Hammer seine ferngesteuerten Drohnenrüstungen sowie Rhodes in dessen aufgerüsteter Rüstung – bis Vanko die Kontrolle übernimmt und sowohl Drohnen als auch Rhodes‘ Anzug gegen Tony und die Besucher richtet. Romanoff und Happy dringen in Hammers Fabrik ein, schalten die Wachen aus und führen einen Neustart von Rhodes‘ Rüstung durch, sodass dieser wieder auf Tonys Seite kämpft. Gemeinsam zerstören sie die Drohnenflotte. Vanko erscheint schließlich in einer verstärkten Rüstung, wird jedoch bezwungen und löst einen Selbstzerstörungsmechanismus aus. Tony und Rhodes entkommen, Tony rettet Pepper in letzter Sekunde. Romanoff bewertet anschließend Starks Tauglichkeit als Avengers-Mitglied: Iron Man ja, Tony Stark als Person – vorerst nicht.

Filmkritik und Fazit zum Film „Iron Man 2“

Iron Man 2“ versucht mehr zu sein als ein reiner Actionfilm, und darin liegt seine größte Stärke – wie auch seine auffälligste Schwäche. Jon Favreau inszeniert einen Film, der thematisch in die Tiefe will: Vergänglichkeit, das Gewicht des Vaters, die Last des Ruhms. Robert Downey Jr. trägt diese Ambition mit souveräner Leichtigkeit, er verleiht Tony Stark auch in Momenten der Selbstzerstörung einen lakonischen Witz, der den Film über konventionelle Blockbuster-Muster hebt. Matthew Libatiques Kamera arbeitet präzise, ohne aufdringlich zu sein, und John Debney liefert eine funktionale, wenn auch weniger charakterstarke Partitur als sein Vorgänger.

Die Besetzung der Antagonisten zeigt handwerkliches Kalkül. Sam Rockwell spielt Justin Hammer als Karikatur des Scheiterns mit feiner Komik, als Möchtegern-Stark, dem die Pointe stets eine Sekunde zu spät kommt. Mickey Rourke verleiht Ivan Vanko dagegen eine knappe, fast wortlose Schwere, die mehr über Klassenunrecht und gebrochene Familiengeschichte verrät als viele ausformulierte Monologe. Der Schlagabtausch auf der Rennstrecke in Monaco – Formel-1 Boliden, die wie Papier zerschnitten werden – bleibt die stärkste Actionsequenz des Films: kompakt, kinetisch, mit echter Bedrohung. Scarlett Johanssons Einführung als Romanoff hingegen verschenkt Potenzial, ihre Figur bleibt in dieser Ausgabe schemenhaft.

„Iron Man 2″ ist ein Film, der seine eigene Substanz mitunter im Betrieb des Marvel-Universums untergräbt. Die Verzahnung mit kommenden Filmen – Nick Furys Auftritte, die Avengers-Initiative, die Post-Credit-Szene – wirkt nicht immer organisch eingebunden. Für Fans des ersten Teils und des MCU bleibt er dennoch kurzweilig und charakterstark genug, um als eigenständiges Werk zu bestehen. Wer Downey Jr. dabei zusehen möchte, wie er eine Figur im freien Fall mit Eleganz spielt, wird nicht enttäuscht.

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