James Bond 007 – Skyfall

Fünfzig Jahre Bond – und plötzlich wirkt die Zahl wie eine Hypothek. Was tut man mit einem Agenten, dessen Garderobe unveränderlicher ist als sein Auftrag, dessen Unverwundbarkeit zum Markenversprechen gehört? Sam Mendes entschied sich für eine unerwartete Antwort: Er ließ ihn fallen. „James Bond 007 – Skyfall“ beginnt mit einem Schuss, einer Brücke und einem langen Sturz ins Wasser – und meint damit mehr als die übliche Prolog-Geste. Der 23. Film der Eon-Reihe setzt auf Verletzlichkeit als dramatisches Prinzip, auf Vergänglichkeit als erzählerische Energie.

James Bond 007 - Skyfall
Dauer: 143 Min.
FSK: 12 (DE)
Jahr: 2012
Kategorien: Action, Thriller
Regie: Sam Mendes
Produzenten: Barbara Broccoli, Michael G. Wilson
Hauptdarsteller: Daniel Craig, Judi Dench, Javier Bardem
Nebendarsteller: Ralph Fiennes, Naomie Harris, Bérénice Marlohe, Albert Finney
Studio: Metro-Goldwyn-Mayer, EON Productions, Columbia Pictures

Was folgt, ist kein Neuanfang, sondern eine Rückkehr unter anderen Vorzeichen. Bond kehrt zurück – ramponiert, im Körper wie im Selbstbild –, und der Geheimdienst, dem er dient, steht ebenfalls unter Beschuss. Mendes, Theatermann und Oscar-Preisträger, legt keinen Wert auf Spektakel um seiner selbst willen. Er interessiert sich für die Figur dahinter. Was macht ein Mann aus einem Leben, das ihn längst hätte aufgebraucht haben sollen?

Besetzung, Regie und Drehorte

James Bond 007 – Skyfall“ erschien 2012 als 23. Film der James-Bond-Reihe von Eon Productions und feierte am 23. Oktober seine Weltpremiere in der Londoner Royal Albert Hall. Sam Mendes führte Regie – erstmals in der Geschichte der Reihe ein Filmemacher mit primär theatralem Hintergrund. Das Drehbuch stammt von Neal Purvis, Robert Wade und John Logan. Kameramann Roger Deakins, bekannt für seine Arbeit mit den Coen Brothers, verantwortet die visuelle Gestaltung. Thomas Newman komponierte den Soundtrack; das Titellied stammt von Adele und Paul Epworth.

Daniel Craig übernimmt zum dritten Mal die Hauptrolle, Judi Dench verkörpert zum siebten und letzten Mal MI6-Chefin M. Als Antagonist Raoul Silva ist der Oscar-Preisträger Javier Bardem besetzt. Ralph Fiennes gibt sein Debüt als Geheimdienstkoordinator Gareth Mallory, Ben Whishaw spielt den neuen Quartiermeister Q, und Naomie Harris verkörpert erstmals Eve Moneypenny als aktive Agentin. Bérénice Marlohe ist als Sévérine zu sehen, Albert Finney als Wildhüter Kincade.

Die Dreharbeiten umfassten 128 Drehtage und führten das Team nach Istanbul, London, Macau und in die schottischen Highlands. Das namensgebende Herrenhaus wurde eigens in Surrey aus Gips und Sperrholz errichtet und am Ende der Dreharbeiten tatsächlich angezündet. Der Film hat eine Laufzeit von 143 Minuten, ist ab FSK 12 freigegeben und gewann zwei Oscars sowie einen Golden Globe.

Handlung & Inhalt vom Film „James Bond 007 – Skyfall“

James Bond und seine Kollegin Eve Moneypenny verfolgen in Istanbul den Auftragsmörder Patrice, der eine Festplatte aus dem MI6 entwendet hat, wobei die Daten darauf gefährlich sind, da sie die Identitäten aller undercover eingeschleusten Agenten in terroristischen Netzwerken enthalten. Bond stellt Patrice auf dem Dach eines fahrenden Zuges, doch auf direkte Weisung von MI6-Chefin M schießt Eve auf Patrice und trifft dabei Bond, sodass er von der Brücke in einen Fluss stürzt, während Patrice mit der Festplatte entkommt und Bond als vermisst gilt sowie schließlich für tot erklärt wird. Drei Monate vergehen, während Geheimdienstkoordinator Gareth Mallory M zu einem ehrenvollen Rücktritt bewegen soll, da der Verlust der Festplatte politischen Druck erzeugt.

Dann erschüttert ein Bombenanschlag auf das MI6-Hauptquartier London. Bond, der den Sturz überlebt und sich im Ausland verborgen hat, kehrt zurück. M setzt ihn wieder ein, trotz körperlicher Schwäche. Sie schickt ihn nach Shanghai, wo Patrice laut CIA-Informationen auftauchen soll. Dort beobachtet Bond ein Attentat. Im anschließenden Kampf stürzt Patrice ab – ohne seinen Auftraggeber preisgegeben zu haben. Bald darauf erscheint im Internet ein Video, das fünf Agenten enttarnt und weitere Enthüllungen ankündigt. Ein Spielchip aus Patrice‘ Ausrüstung führt Bond nach Macau. Dort erhält er für einen Auftragsmord vier Millionen Euro und begegnet Sévérine, die ihn mit dem unbekannten Drahtzieher in Verbindung bringen kann.

Jagd, Falle und das Gesicht dahinter

Sie verspricht, ihn zu ihrem Chef zu führen, wenn Bond diesen für sie ausschaltet, doch auf einer Segelyacht geraten beide in einen Hinterhalt. Daraufhin werden sie auf eine verlassene Insel gebracht, wo der Cyberterrorist Raoul Silva in Erscheinung tritt. Silva war einst selbst MI6-Agent unter M, wurde jedoch vom chinesischen Geheimdienst gefasst und monatelang gefoltert, während M ihn fallen ließ. Schließlich erschießt er Sévérine vor Bonds Augen, doch Bond kann Silva trotzdem überwältigen und nach England bringen.

Im provisorischen Hauptquartier des MI6, in alten Londoner Untergrundtunneln eingerichtet, untersucht Q Silvas Laptop, wobei das Gerät ein Programm enthält, das sich automatisch ins Sicherheitsnetzwerk einbuchtet und Silva aus seiner Glaszelle befreit. Zwar gelingt die Flucht durch die Kanalisation, doch Bond erkennt, dass Silva dies von Anfang an so geplant hat. Sein Ziel ist M, die gerade in einer parlamentarischen Anhörung sitzt, weshalb Bond den Saal in letzter Sekunde erreicht und gemeinsam mit Mallory und Eve den Angriff abwehren kann. Danach flieht Bond mit M in seine Kindheitsheimat im schottischen Hochland, zu dem einsamen Herrenhaus namens Skyfall, wo der Wildhüter Kincade, der Bond nach dem Tod seiner Eltern aufzog, auf sie wartet.

Zu dritt präparieren sie das verlassene Anwesen mit improvisierten Sprengfallen. Silvas Vorhut wird zurückgeschlagen, M wird dabei verletzt. Als Silva selbst angreift, lässt er das Haus vom Hubschrauber aus beschießen. Bond sprengt den Hubschrauber mit Gasflaschen. Sein Elternhaus brennt. In einem Handgemenge brechen Bond und ein Angreifer in einen zugefrorenen See ein. Silva verfolgt inzwischen M bis zu einer Kapelle, wo er sie zwingt, eine gemeinsame Kugel für beide zu verwenden. Bond erscheint rechtzeitig und tötet Silva mit einem Messerwurf. M erliegt kurz darauf in seinen Armen ihren Verletzungen. Zurück in London übernimmt Gareth Mallory das Amt. Eve stellt sich Bond als Moneypenny vor. Der nächste Auftrag wartet bereits.

Filmkritik und Fazit zum Film „James Bond 007 – Skyfall“

Was „James Bond 007 – Skyfall“ von seinen Vorgängern unterscheidet, ist keine Frage des Budgets oder der Actiondichte – es ist die Bereitschaft zur Stille. Sam Mendes inszeniert mit kühler Präzision und lässt Räume entstehen, in denen Schweigen mehr sagt als Dialog. Roger Deakins‘ Kameraarbeit ist dabei der eigentliche Coup: Die Shanghai-Sequenz, in der Bond einen Mörder in spiegelnden Glasfassaden beobachtet, ist weniger Actionszene als visuelles Gedicht. Daniel Craig trägt diesen Bond ohne Schutzschicht – erschöpft, zweifelnd, und dennoch funktionierend.

Javier Bardem schafft als Silva eine Figur, die nicht durch Gewalt erschreckt, sondern durch kalkulierte Nähe. Sein erster Auftritt – ein langer Monolog, fast ohne Gegenschnitt – setzt auf das Unbehagen zwischen zwei Männern, die mehr gemeinsam haben, als sie zugeben wollen. Thomas Newmans Score hält sich zurück, verzichtet auf heroische Gesten und schafft damit Raum für emotionale Zwischentöne. Wo der Vorgänger „Ein Quantum Trost“ im Schnittgewitter unterging, atmet dieser Film. Das Finale in den schottischen Highlands wirkt bewusst karg – und gewinnt dadurch an Gewicht.

Für Liebhaber des klassischen Agentenfilms ist „James Bond 007 – Skyfall“ eine seltene Verbindung: Spektakel und Substanz ohne Widerspruch. Der Film stellt unbequeme Fragen nach Loyalität, Kontrolle und dem Preis des Gehorsams – und lässt sie offen. Wer Bond als Mythos schätzt und gleichzeitig die Figur dahinter sehen will, findet hier beides. Ein Film, der seinen Stoff ernst nimmt.

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