Planet der Affen: Revolution
Science-Fiction hat die Angewohnheit, das Menschliche im Außerirdischen zu suchen – und dabei zu vergessen, es im Menschen selbst zu finden. „Planet der Affen: Revolution“ dreht diesen Gedanken mit beunruhigender Konsequenz um. Matt Reeves inszeniert eine Zivilisationsparabel, die ihren Figuren zuhört, bevor sie ihnen Waffen in die Hand drückt. Das Ergebnis ist ein Blockbuster, der sein Genre mit ernster Haltung betreibt.

| Dauer: | 130 Min. |
|---|---|
| FSK: | 12 (DE) |
| Jahr: | 2014 |
| Kategorien: | Action, Science-Fiction |
| Regie: | Matt Reeves |
| Produzenten: | Dylan Clark, Peter Chernin, Rick Jaffa, Amanda Silver |
| Hauptdarsteller: | Andy Serkis, Jason Clarke, Toby Kebbell |
| Nebendarsteller: | Gary Oldman, Keri Russell, Kodi Smit-McPhee, Nick Thurston |
| Studio: | TSG Entertainment, Chernin Entertainment, Ingenious Media, 20th Century Fox |
Zehn Jahre nach dem Ausbruch der Affengrippe ist die Welt eine andere. Die Menschheit liegt in Trümmern, die Affen haben in den Wäldern nahe San Francisco eine eigene Gesellschaft errichtet. Reeves schickt den Zuschauer direkt in diese fremde Ordnung hinein – und der Sog, den dieser Einstieg entwickelt, trägt den Film weit über seine Actionsequenzen hinaus. Was passiert, wenn zwei Gemeinschaften aufeinandertreffen, die beide Angst voreinander haben und dennoch voneinander abhängen?
Besetzung, Regie und Drehorte
„Planet der Affen: Revolution“ ist die Fortsetzung von Rupert Wyatts Reboot aus dem Jahr 2011 und der achte Film, der auf dem Roman „La Planète des singes“ von Pierre Boulle basiert. Die Regie übernahm diesmal Matt Reeves, bekannt durch seinen Katastrophenfilm „Cloverfield“. Das Drehbuch stammt von Mark Bomback sowie Rick Jaffa und Amanda Silver, die bereits den Vorgänger geschrieben hatten. Die Filmmusik komponierte Michael Giacchino, die Kamera führte Michael Seresin. Das Budget betrug rund 170 Millionen US-Dollar.
In der Hauptrolle des Affenführers Caesar ist erneut Andy Serkis im Motion-Capture-Verfahren zu erleben. An seiner Seite spielt Toby Kebbell den fanatischen Bonobo Koba. Auf menschlicher Seite verkörpert Jason Clarke den friedfertigen Malcolm, Keri Russell seine Partnerin Ellie und Gary Oldman den menschlichen Anführer Dreyfus. Oldman war bereits für Tim Burtons Affen-Remake aus dem Jahr 2001 im Gespräch gewesen, hatte damals jedoch abgelehnt.
Die Dreharbeiten begannen im April 2013 im Golden Ears Provincial Park in British Columbia, Kanada. Im Mai 2013 wechselte die Produktion nach New Orleans, ergänzende Außenaufnahmen entstanden in San Francisco. Der Film wurde in Deutschland ab dem 7. August 2014 gezeigt und erhielt eine FSK-12-Freigabe. Die deutsche Synchronfassung übernahm die Interopa Film GmbH, Tobias Meister sprach Caesar auf Deutsch.
Handlung & Inhalt vom Film „Planet der Affen: Revolution“
Zehn Jahre sind vergangen, seit ein im Labor entstandener Retrovirus die Welt verwüstet hat. Der Virus, ursprünglich als Alzheimer-Medikament entwickelt, hatte sich zu einer für Menschen tödlichen Pandemie ausgeweitet. Der Großteil der Menschheit ist ausgerottet. Die wenigen Überlebenden sind genetisch immun. Die durch das Mittel intelligent gewordenen Affen hingegen haben sich unter der Führung des Schimpansen Caesar in den Wäldern nahe San Francisco eine eigene Zivilisation aufgebaut. Sie kommunizieren in Zeichensprache, einige sprechen rudimentär. Sie jagen, reiten und unterrichten ihre Jungen im Lesen.
In San Francisco hat sich eine kleine Menschenkolonie etabliert. Ihre Energiereserven neigen sich dem Ende zu. Eine Expedition unter Malcolm bricht auf, um ein nahegelegenes Wasserkraftwerk in Betrieb zu nehmen – der Weg führt durch das Territorium der Affen. Bei der Begegnung schießt der aggressive Carver auf einen jungen Affen. Caesar schickt die Menschen fort, erlaubt ihnen jedoch später, das Kraftwerk zu reparieren – unter der Bedingung, keine Waffen mitzuführen. Malcolm akzeptiert. Zwischen Caesar und Malcolm wächst ein vorsichtiges gegenseitiges Vertrauen, während Caesars erkrankte Partnerin von der Ärztin Ellie behandelt wird.
Verrat, Flammen und der Weg in den Krieg
Der Bonobo Koba trägt tiefe Narben aus Jahren der Tierversuche. Er hasst die Menschen aus vollem Herzen und misstraut Caesars Friedenskurs grundlegend. Als er ein verlassenes Waffenlager entdeckt, sieht er darin den Beweis für einen bevorstehenden Angriff. Caesar weist ihn zurück. Koba beginnt daraufhin im Verborgenen zu handeln: Er tötet zwei Wachleute, erbeutet ein Sturmgewehr und erschlägt den ohnehin verhassten Carver. Mit seiner Beute legt er die Spur für das, was folgt.
Als das Kraftwerk endlich wieder Strom liefert und San Francisco erstmals seit Jahren in Licht erstrahlt, schlägt Koba aus dem Hinterhalt auf Caesar ein. Dieser stürzt schwer verletzt. Koba präsentiert das erbeutete Gewehr als vermeintlichen Beweis für menschliche Schuld und ruft zum Krieg auf. Die Affen rücken auf die Stadt vor. Es kommt zu einer blutigen Schlacht. Menschen fliehen oder werden gefangen genommen. Malcolm findet den verletzten Caesar und versteckt ihn in einem verlassenen Haus in der Stadt.
Caesar erholt sich. Mit Hilfe seines Sohnes Blue Eyes befreit er die loyalen Affen, die Koba eingesperrt hat. Er zieht zum Turm, in dem Koba seine neue Herrschaft errichtet hat. Im Einzelkampf stürzt Caesar den Verräter in die Tiefe. Malcolm erfährt unterdessen, dass Dreyfus Kontakt zu Soldaten aufgenommen hat, die bereits unterwegs sind. Er versucht vergeblich, Caesar zur Flucht zu bewegen. Dieser lehnt ab. Der Krieg, so seine Überzeugung, hat längst begonnen – unabhängig davon, wer ihn gewollt hat. Caesar verabschiedet sich von Malcolm mit einer stillen Geste der Anerkennung und wendet sich seinen Affen zu.
Filmkritik und Fazit zum Film „Planet der Affen: Revolution“
Was „Planet der Affen: Revolution“ von vielen seiner Gattungsgenossen unterscheidet, ist die Konsequenz, mit der Matt Reeves seinen Figuren vertraut. Die ersten zwanzig Minuten gehören allein den Affen – ohne Erklärung, ohne menschliche Vermittlung. Andy Serkis trägt diesen Einstieg mit einer körperlichen Präsenz, die das Motion-Capture-Verfahren vollständig vergessen lässt. Sein Caesar besitzt Würde, Müdigkeit und eine leise Trauer, die kein Kostüm erzeugen könnte. Toby Kebbell steht ihm als Koba in nichts nach: ein Antagonist, dessen Hass nachvollziehbar bleibt, gerade weil seine Wunden real sind.
Michael Sereslins Kameraarbeit schafft dichte, ungemütliche Räume – der Wald wirkt lebendig, die Stadt bedrohlich leer. Michael Giacchinos Musik unterstützt diesen Ton, ohne ihn zu überwältigen. Wo das Drehbuch im Mittelteil gelegentlich an Tempo verliert und einzelne menschliche Figuren an Kontur einbüßen, hält die visuelle Sprache das Gewicht der Geschichte. Die Actionsequenzen, darunter ein Panzerangriff aus der Egoperspektive und ein Kampf auf einem halb zerstörten Hochhaus, sind nicht Spektakel um des Spektakels willen, sondern Konsequenz einer Erzählung, die ihre Eskalation sorgfältig aufgebaut hat.
Für Liebhaber nachdenklichen Science-Fiction-Kinos ist dieser Film eine der interessanteren Produktionen des Jahrzehnts. Reeves zeigt, wie Misstrauen zum Krieg wird, ohne einem der Lager die alleinige Schuld zuzuschieben. Das macht den Film unbequem – und das ist sein größtes Verdienst. Wer bereit ist, einem Blockbuster diese Ernsthaftigkeit zuzugestehen, wird mit einem Werk belohnt, das noch lange nach dem Abspann nachwirkt.