Die englische Provinz gilt im Kino selten als Schauplatz spektakulärer Schießereien. Edgar Wright und Simon Pegg haben sich 2007 vorgenommen, dieses Vorurteil mit handwerklichem Ehrgeiz zu widerlegen. Ihre zweite gemeinsame Genrearbeit verlegt die Buddy-Cop-Mechanik amerikanischer Hochglanzproduktionen in ein scheinbar friedliches Dorf in Gloucestershire. Was als trockene Komödie über einen überqualifizierten Polizisten beginnt, mündet in einen Showdown von beachtlicher Konsequenz.
Kein Pate, kein Patenkind, kein familiäres Opernhaus. Scorseses Antwort auf Coppola kommt schnörkellos daher und trifft dadurch härter. Der Film folgt dem Aufstieg eines Halbwüchsigen zum assoziierten Mobster und zeigt dann über drei Jahrzehnte, wie das Versprechen der Straße langsam zerfällt. Zwischen Lufthansa-Raub, Kokainrausch und Zeugenschutzprogramm bleibt am Ende nur ein durchschnittlicher Niemand übrig. Die wahre Geschichte hinter Henry Hill wird zum Sinnbild einer ganzen Epoche.
Wien, kurz nach dem Krieg: eine Stadt in vier Besatzungszonen, durchzogen von Schatten, Trümmern und Schwarzmarktgeschäften. Genau in diese zerrissene Kulisse schickt Carol Reed 1949 seinen amerikanischen Westernautor Holly Martins, der einen alten Freund besuchen will und stattdessen auf dessen Grab stößt. Was folgt, ist eine der berühmtesten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte – inklusive Zither, Riesenrad und einem späten Orson Welles, der alles an sich reißt.
Ein zorniger Teenager, eine neue Schule im sonnigen Florida und ein unterirdisches Kampfturnier mit klingendem Namen: Jeff Wadlow servierte 2008 mit „The Fighters" eine Mischung aus Coming-of-Age-Drama und Mixed-Martial-Arts-Spektakel. Der Film wollte zugleich prügeln und predigen, Adrenalin und Moral liefern, Youtube-Kultur und Mentorenmythos verweben. Zwischen Sean Faris als gebrochenem Helden, Djimon Hounsou als wortkargem Lehrmeister und Cam Gigandet als reichem Widersacher entstand ein Werk, das sein Genre neu vermessen wollte. Gelingt dieser Spagat zwischen Arthouse-Ambition und Kampfsport-Kino wirklich?
Martin Scorsese hat das amerikanische Gangsterkino über Jahrzehnte geprägt wie kaum ein zweiter Regisseur. Mit „The Irishman" kehrt er 2019 zu jenem Genre zurück, das seinen Ruhm begründete – und unterwandert zugleich dessen Konventionen. Drei Legenden stehen gemeinsam vor der Kamera: Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci. Netflix finanzierte die 209-minütige Produktion mit 159 Millionen Dollar. Digitale Effekte verjüngen die Darsteller über Jahrzehnte hinweg.
Sechs Jahre hatte das Publikum auf den Abschluss der Star-Wars-Saga gewartet. Nach dem düsteren Cliffhanger von „Das Imperium schlägt zurück" standen zentrale Fragen im Raum: Kann Luke Skywalker seinen Vater zur hellen Seite zurückführen? Überlebt Han Solo seine Karbonitgefangenschaft? Richard Marquand übernahm 1983 die Regie für das Finale einer der einflussreichsten Trilogien der Filmgeschichte. Zwischen Ewoks, Thronsaal-Duell und zweitem Todesstern verbindet der Film Märchen und Mythos zu einem eigenwilligen Ganzen.
Fußball als Anlass, Gewalt als Ritual, Zugehörigkeit als Sucht – Lexi Alexander beschreibt in ihrem Regiedebüt ein Milieu, das sich dem einfachen Urteil entzieht. Die gebürtige Mannheimerin bringt eigene Erfahrungen aus Kampfsport und Subkultur mit. Elijah Wood spielt den Außenseiter, durch dessen Blick das Publikum die Green Street Elite kennenlernt. Charlie Hunnam verkörpert den widersprüchlichen Anführer zwischen Klassenzimmer und Straßenschlacht. Der Film aus dem Jahr 2005 ringt sichtbar um die richtige Distanz zu seinem Stoff. Gelingt ihm die Gratwanderung zwischen Milieustudie und Stilisierung?
Eine Legende trägt Staub auf ihren Schultern, bevor jemand ihn abwischt. Guy Ritchie greift 2017 zum Tuch und poliert die Artussage auf eine Weise, die das ehrwürdige Material gegen sich selbst kehrt. Sein „King Arthur: Legend of the Sword" reißt den Mythos aus dem Ritterepos heraus und verpflanzt ihn in eine Welt aus Fantasy-Wucht, urbanem Straßenjargon und rhythmischer Montage. Zwischen Riesenschlangen, Kriegselefanten und einem bordelltauglichen Thronerben stellt sich eine Frage: Bleibt am Ende noch etwas vom Helden übrig?
Neunzehn Jahre liegen zwischen dem letzten Kreuzzug und diesem Comeback. Eine halbe Ewigkeit im Kinogeschäft. Steven Spielberg und George Lucas wagten 2008 die Wiederbelebung einer der prägendsten Abenteuerreihen der Filmgeschichte, mit einem sichtlich gealterten Harrison Ford unter dem ikonischen Fedora. Die Ära der Nazi-Schergen ist vorbei, Sowjets und außerirdische Artefakte rücken ins Zentrum. Der vierte Teil wechselt das Jahrzehnt und damit seine gesamte ikonografische Grundlage.
Was Haustiere hinter verschlossenen Türen treiben, beschäftigt ihre Besitzer wohl seit jeher. Illumination Entertainment hat aus dieser alltäglichen Neugier im Jahr 2016 eine rasante Computeranimationskomödie gemacht – mit einem Jack Russell Terrier als Hauptfigur, Manhattan als Kulisse und einem weißen Kaninchen, das deutlich gefährlicher ist, als sein Name vermuten lässt. „Pets" verspricht einen Blick hinter die Wohnungstür. Hält der Film, was diese Prämisse verspricht – oder bleibt das eigentliche Geheimnis am Ende doch ungelüftet?
Er war Jugendliebe, Gegner und Verführer zugleich – die Beziehung zwischen Albus Dumbledore und Gellert Grindelwald gehört zu den faszinierendsten Leerstellen des gesamten Zauberer-Universums. Der dritte Teil der „Phantastischen Tierwesen"-Reihe verspricht im Titel endlich Antworten. Entstanden unter denkbar schwierigen Umständen – Pandemie, Besetzungswechsel, öffentliche Kontroversen rund um die Autorin – tritt der Film mit einem neu besetzten Schurken vor die Kamera. Was kann Mads Mikkelsen, was Johnny Depp nicht konnte?
Ein Film, der bremst, wo andere beschleunigen. Nicolas Winding Refns „Drive" aus dem Jahr 2011 trägt den Untertitel eines Actionthrillers, folgt aber seinen eigenen Gesetzen: wenige Worte, lange Blicke, Gewalt, die urplötzlich hereinbricht. Ryan Gosling verkörpert einen namenlosen Fahrer in Los Angeles – einen Mann ohne Geschichte, ohne Familie, mit einem einzigen Talent.
Zehn Jahre nach einer globalen Pandemie liegt die Menschheit in Trümmern – und in den Wäldern nahe San Francisco hat eine Affengesellschaft ihre eigenen Regeln entwickelt. Dieser Ausgangspunkt klingt nach Science-Fiction-Routine, ist in „Planet der Affen: Revolution" jedoch der Beginn einer Geschichte über Misstrauen, Verrat und die erstaunliche Fragilität des Friedens. Matt Reeves vertraut seinen Figuren mehr als dem Spektakel. Was entsteht, wenn ein Blockbuster wirklich etwas zu sagen hat?
Ein Concierge, der parfümiert durch den Untergang flaniert – das ist das Bild, das Wes Anderson in „Grand Budapest Hotel" entwirft. Der Film erschien 2014 und eröffnete die Berlinale mit einer Art traumhafter Präzision: alles stimmt, nichts ist echt, und genau darin liegt die Wahrheit. Vier Oscars, ein Golden Globe und ein Platz auf der BBC-Liste der bedeutendsten Filme des 21. Jahrhunderts sprechen für sich. Was macht diesen Film so schwer vergessbar?
Der Kalte Krieg. Eine Zeit der Paranoia, der stillen Kämpfe im Verborgenen. Die Geheimdienste in Ost und West führen einen Schattenkrieg, dessen Regeln nur die Eingeweihten kennen. Im britischen Circus arbeiten die besten Agenten der westlichen Welt. Sie alle sind Profis. Sie kennen die Gefahren ihres Berufs. Sie wissen, dass jeder Tag der letzte sein könnte. Doch was geschieht, wenn einer von ihnen nicht mehr für die eigene Seite kämpft, sondern für den Feind? Wenn mitten in der Führungsriege ein sowjetischer Maulwurf sitzt und alles verrät? Kann ein Geheimdienst überleben, wenn niemand mehr weiß, wem er trauen kann?
"Toy Story 4" zeigt Woody in einer neuen Lebensphase bei Bonnie. Als Forky entsteht, übernimmt Woody Verantwortung und gerät außerhalb des Wohnmobils in eine Kette von Begegnungen. Ein Antiquitätenladen bringt Porzellinchen zurück, während Gabby Gabby eigene Ziele verfolgt. Entscheidungen, Trennungen und neue Wege prägen den Verlauf bis zum Abschied auf der Kirmes. Alte Bindungen lösen sich neu.
"Alles voller Monster" zeigt Stitch Head zwischen Pflicht und neuen Versuchungen. Der Zirkusdirektor Fulbert Freakfinder bringt Bewegung in das bisher feste Leben im Schloss. Creature sucht später den verlorenen Freund und stößt auf Widerstände. Ein gefährlicher Zirkusmoment verändert die Abläufe und führt zu einer Konfrontation mit dem Dorf. Diese Entwicklung prägt Stitch Heads Umfeld merklich Sie wirkt präsent
"F1" folgt dem früheren Rennfahrer Sonny Hayes, der nach Jahren fern der Formel 1 ein letztes Engagement annimmt. Sein Einsatz für das Team APXGP führt ihn in eine angespannte Zusammenarbeit mit Rookie Joshua Pearce. Während interne Konflikte, technische Anpassungen und riskante Manöver den Verlauf der Saison prägen, verändert sich die Beziehung der Fahrer schrittweise und endet in einem gemeinsamen Finale.
"Wicked: Teil 2" zeigt die Entwicklungen in Oz, nachdem Elphaba sich in den Westen zurückgezogen hat und Glinda eine öffentliche Rolle im Dienst des Zauberers übernimmt. Fiyero sucht Elphaba, während Nessarose in Munchkinland strikte Regeln durchsetzt. Ein misslungener Zauber verändert Boqs Zustand dauerhaft. Elphaba versucht, gefangene Wesen zu befreien, gerät jedoch ins Zentrum politischer Spannungen, die durch Morribles Eingriffe weiter eskalieren.
Der Film "Anonymus" spielt im elisabethanischen London und verknüpft politische Machtkämpfe mit der Entstehung großer Dramen. Im Mittelpunkt steht der Schriftsteller Edward de Vere, der seine Werke unter fremdem Namen veröffentlichen lässt. Während Intrigen, Verrat und verborgene Identitäten das Königreich erschüttern, gerät die Grenze zwischen Kunst und Politik zunehmend ins Wanken.