Independence Day: Wiederkehr
Zwanzig Jahre sind eine lange Zeit im Kino. Zwanzig Jahre, in denen das Spektakelkino seine eigene Grammatik verändert hat, in denen CGI vom Wunder zur Selbstverständlichkeit wurde, in denen Blockbuster lernten, nicht nur laut, sondern auch klug zu sein. „Independence Day: Wiederkehr“ kehrt in diese veränderte Landschaft zurück – mit denselben Zutaten, denselben Gesichtern und demselben unerschütterlichen Vertrauen in die Kraft des Spektakels. Roland Emmerich weiß, was er kann. Die Frage ist nur, ob es noch reicht.

| Dauer: | 120 Min. |
|---|---|
| FSK: | 12 (DE) |
| Jahr: | 2016 |
| Kategorien: | Science-Fiction |
| Regie: | Roland Emmerich |
| Produzenten: | Dean Devlin, Roland Emmerich, Harald Kloser |
| Hauptdarsteller: | Liam Hemsworth, Jeff Goldblum, Jessie T. Usher |
| Nebendarsteller: | Bill Pullman, Maika Monroe, Travis Tope, Angelababy |
| Studio: | 20th Century Fox, TSG Entertainment, Centropolis Entertainment, Stereo D |
Der erste Teil von 1996 war ein Kulturereignis. Nicht weil die Geschichte tiefgründig war, sondern weil die Bilder neu waren – weil das Kino plötzlich zeigte, was bisher undenkbar schien. Diese Unschuld lässt sich nicht wiederholen. Jede Fortsetzung tritt gegen die eigene Legende an, und das weiß Emmerich selbst. Was er daraus macht – ob Wiederkehr ein bloßes Echo ist oder doch mehr –, verdient einen genauen Blick.
Besetzung, Regie und Drehorte
„Independence Day: Wiederkehr“ ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film von Regisseur Roland Emmerich, der 2016 von 20th Century Fox veröffentlicht wurde. Das Drehbuch verfassten Carter Blanchard, Dean Devlin, Emmerich selbst, Nicolas Wright, James A. Woods und James Vanderbilt. Die Produktion übernahmen Devlin, Emmerich und Harald Kloser. Die Filmmusik stammt von Kloser und Thomas Wander, die Kamera führte Markus Förderer, den Schnitt verantwortete Adam Wolfe. Gedreht wurde im Frühjahr 2015 in New Mexico; ein Teil der visuellen Effekte entstand bei den Stuttgarter LUXX Studios.
In den Hauptrollen kehren Jeff Goldblumals Wissenschaftler David Levinson und Bill Pullman als Ex-Präsident Thomas Whitmore zurück. Liam Hemsworth übernimmt als Kampfpilot Jake Morrison die Rolle der jungen Hauptfigur, Jessie Usher spielt Dylan Dubrow-Hiller, den Stiefsohn des im ersten Teil von Will Smith verkörperten Captain Hiller. Maika Monroe ist als Patricia Whitmore zu sehen, Charlotte Gainsbourg als Forscherin Dr. Catherine Marceaux. Brent Spiner kehrt als exzentrischer Wissenschaftler Dr. Brackish Okun zurück, Vivica A. Fox als Jasmine Dubrow-Hiller.
Der Film läuft 121 Minuten und ist ab FSK 12 freigegeben. Das Budget betrug 200 Millionen US-Dollar. Er ist die Fortsetzung von „Independence Day“ aus dem Jahr 1996. Bei den Goldenen Himbeeren 2017 erhielt der Film fünf Nominierungen, darunter Schlechtester Film und Schlechteste Regie. Zudem war er für den Saturn Award als Bester Science-Fiction-Film nominiert.
Handlung & Inhalt vom Film „Independence Day: Wiederkehr“
Zwanzig Jahre nach der verheerenden Alien-Invasion von 1996, bei der drei Milliarden Menschen ihr Leben verloren haben, hat sich die Erde grundlegend verändert. In der Folge schließt sich die Weltgemeinschaft zusammen, und Kriege zwischen den Nationen gehören der Vergangenheit an. Gleichzeitig nutzt die Menschheit die zurückgelassene Technologie der Invasoren, um neue Waffen und Antriebe zu entwickeln. Darüber hinaus entstehen auf dem Mond und am Saturnring Außenposten, während ein planetares Verteidigungssystem die Erde schützt. Inzwischen leitet David Levinson die Area 51, und parallel dazu wächst eine neue Generation heran: Captain Steven Hiller, Held der ersten Abwehr, stirbt 2007 bei einem Testflug, weshalb sein Stiefsohn Dylan nun sein Erbe vorbereitet.
Als schließlich an der Mondbasis ein fremdes, kugelförmiges Raumschiff auftaucht, reagiert US-Präsidentin Lanford sofort und gibt den Abschussbefehl. Gleichzeitig drängt Levinson darauf, die Absturzstelle genauer zu untersuchen, wodurch sich eine zusätzliche Spannung aufbaut. Noch während die Bergung läuft, verdunkelt plötzlich ein weitaus größeres Schiff den Himmel und dominiert die Szene. Dabei entpuppt sich das neue Mutterschiff der Aliens als gigantische Struktur mit rund 5.000 Kilometern Durchmesser, dessen eigene Gravitation beim Landeanflug ganze Städte aus dem Boden reißt. In der Folge werden Asien und Europa schwer verwüstet, und als die Menschen eine erste Gegenoffensive starten, führt Dylan Hiller den Angriff an, doch dieser scheitert letztlich mit schweren Verlusten.
Angriff aus dem Inneren des Universums
Parallel dazu untersucht ein Team in Area 51 die geborgene Mondkapsel. Dabei entdeckt es schnell eine kugelförmige Raumsonde, die nach ihrer Aktivierung enthüllt, was hinter der Invasion steckt. Denn die Außerirdischen ziehen von Planet zu Planet und beuten deren Kerne zur Energiegewinnung aus, während eine mächtige Alienkönigin jede Operation steuert. Gleichzeitig stammt die Sonde von einer feindlichen Spezies, die ursprünglich die Erde warnen und evakuieren wollte, weshalb sie nun die Menschheit unterstützt. Folglich reagiert die Königin sofort auf ihre Aktivierung und führt eine Flotte nach Area 51, wodurch sich die Lage weiter zuspitzt.
Zudem liefert die Sonde Informationen über einen entfernten Widerstandsplaneten, auf dem Überlebende zahlreicher Welten eine Gegenoffensive planen. Allerdings birgt genau diese Information ein Risiko, da nur die Sonde den Standort kennt. Daher startet das Team ein Ablenkungsmanöver, indem es ihr Signal kopiert und das Original verbirgt. Gleichzeitig meldet sich Ex-Präsident Whitmore freiwillig, obwohl er seit Jahren unter Visionen leidet. Zunächst funktioniert der Plan, da die Königin dem falschen Signal folgt. Schließlich opfert sich Whitmore beim Angriff auf das Mutterschiff, doch die Königin überlebt und bewegt sich erneut auf Area 51 zu, während alles auf die finale Konfrontation zuläuft.
In einem finalen Gefecht töten Hiller und Morrison schließlich die Alienkönigin. Mit ihrem Tod verlieren die übrigen Invasoren ihre Führung. Zugleich bricht die fremde Intelligenz zusammen, die hinter der Schwarmstruktur der Aliens steht. Die verbleibenden Schiffe verlassen die Erde. Die Menschheit rettet die Sonde. Levinson und sein Team beginnen anschließend, das darin gespeicherte Wissen zu analysieren. Dabei entdecken sie nicht nur den Standort des Widerstandsplaneten, sondern auch die Grundlage für einen gezielten Gegenangriff. Am Ende erkennt die Menschheit, dass sie künftig selbst die Offensive ergreifen kann.
Filmkritik und Fazit zum Film „Independence Day: Wiederkehr“
„Independence Day: Wiederkehr“ zeigt Emmerich als Regisseur, der seine Stärken kennt und seine Grenzen akzeptiert. Die Inszenierung der Zerstörungssequenzen ist handwerklich souverän: Wenn das Mutterschiff mit seiner Eigengravitation ganze Stadtteile aus dem Boden reißt und kontinentale Dimensionen annimmt, entfaltet das eine visuelle Wucht, die im Kinosaal sitzt. Kameramann Markus Förderer hält das Geschehen ruhig genug, um den Überblick zu behalten – ein bewusster Kontrast zur Verwackelungsästhetik vieler Konkurrenten. Das Sounddesign unterstreicht die Skala der Bedrohung mit sattem Nachdruck. Jeff Goldblums trockene Lakonie bleibt dabei das verlässlichste emotionale Fundament des gesamten Films.
Das Drehbuch, an dem fünf Autoren mitarbeiten, leidet sichtbar unter strukturellen Gewichtsverteilungsproblemen und verliert dadurch an Klarheit. Dabei führen die Filmemacher die neuen Figuren – Hemsworth und Usher – zwar ein, entwickeln sie jedoch kaum weiter, wodurch ihre emotionalen Subplots wie unfertige Entwürfe wirken. Im Gegensatz dazu nutzt Brent Spiner seinen Auftritt als aus dem Koma erwachter Dr. Okun konsequent und sorgt mit entwaffnender Komik für starke Akzente. Gleichzeitig entscheidet sich der Film, die Sonde als narrative Brücke zu einem möglichen dritten Teil zu nutzen, wodurch die Handlung zwar Offenheit gewinnt, aber auch zwischen Stärke und Schwäche schwankt. Zudem erfüllt der Score von Kloser und Wander funktional seinen Zweck, bleibt jedoch klanglich wenig einprägsam. Deshalb überrascht die Oscar-Longlist-Nominierung in der Kategorie Filmmusik im Rückblick deutlich.
Wer vom ersten Teil weiß, was ihn erwartet, wird auch hier bedient. Wer mehr erwartet, wird enttäuscht. „Independence Day: Wiederkehr“ ist kein Film, der seine Prämisse hinterfragt – er dehnt sie aus. Für Genre-Fans, die Emmerich nicht für etwas nehmen, das er nie sein wollte, ist das durchaus akzeptabel. Das Spektakel funktioniert. Die Substanz fehlt.