Rampage – Big Meets Bigger

Monster wachsen schneller, als Städte reagieren können. „Rampage – Big Meets Bigger“ stellt diese physikalische Gewissheit ins Zentrum eines Blockbusters, der sich lieber auf Krawall als auf Konsequenz verlässt. Dahinter steckt eine alte Frage, die das Genre seit Jahrzehnten begleitet: Was passiert, wenn das Archaische die Zivilisation einholt?

Rampage - Big meets Bigger
Dauer: 108 Min.
FSK: 12 (DE)
Jahr: 2018
Kategorien: Abenteuer, Science-Fiction
Regie: Brad Peyton
Produzenten: Beau Flynn, Hiram Garcia, Brad Peyton, John Rickard
Hauptdarsteller: Dwayne Johnson, Naomie Harris, Malin Akerman
Nebendarsteller: Jeffrey Dean Morgan, Jake Lacy, Joe Manganiello, Marley Shelton
Studio: Wrigley Pictures, New Line Cinema, ASAP Entertainment, Flynn Picture Company, Twisted Media, Seven Bucks Productions, Access Entertainment

Die Antwort liefert Brad Peyton im Sommer 2018 mit 108 Minuten Hochleistungsaction – und einer emotionalen Prämisse, die überraschend zärtlich beginnt. Ein Primatenforscher und sein Gorilla. Eine Freundschaft jenseits der Speziesgrenze. Kann das funktionieren, wenn ringsum alles in Trümmer fällt?

Besetzung, Regie und Drehorte

Rampage – Big Meets Bigger“ ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Abenteuerfilm aus dem Jahr 2018. Regie führte Brad Peyton, der damit seine dritte Zusammenarbeit mit Hauptdarsteller Dwayne Johnson fortsetzte, nach „Journey 2: The Mysterious Island“ und „San Andreas„. Das Drehbuch entstand im Vierergespann: Ryan Engle, Carlton Cuse, Ryan Condal und Adam Sztykiel entwickelten die Geschichte, die auf dem gleichnamigen Arcade-Klassiker von Bally Midway aus dem Jahr 1986 basiert. Die Filmmusik komponierte Andrew Lockington, die Kameraarbeit übernahm Jaron Presant. Gedreht wurde an Originalschauplätzen in Chicago sowie in Georgia, unter anderem im Stone Mountain Park.

Dwayne Johnson verkörpert Davis Okoye, einen ehemaligen Army-Special-Forces-Soldaten und Primatologen. Naomie Harris spielt Dr. Kate Caldwell, eine Gentechnikerin mit Vergangenheit. Als Antagonistin ist Malin Åkerman in der Rolle der skrupellosen Konzernleiterin Claire Wyden zu sehen, ihr Bruder Brett wird von Jake Lacy gespielt. Jeffrey Dean Morgan gibt den eigenwilligen Regierungsagenten Harvey Russell. Joe Manganiello übernimmt die Rolle des Söldnerführers Burke. Die Bewegungen des Albino-Gorillas George setzte Jason Liles in Motion-Capture-Arbeit um. Die visuellen Effekte stammen überwiegend von Weta Digital.

Der Film startete am 13. April 2018 in den USA und kam am 10. Mai 2018 in die deutschen Kinos. Die Altersfreigabe liegt bei FSK 12. Das Budget betrug zwischen 120 und 140 Millionen Dollar, der weltweite Einspielbetrag erreichte rund 428 Millionen Dollar. Bei den Hollywood Professional Association Awards 2018 erhielt der Film eine Nominierung für die visuellen Effekte, auch die Satellite Awards nominierten ihn in dieser Kategorie. Die deutschen Synchronisation verantwortete Interopa Film GmbH, Berlin.

Handlung & Inhalt vom Film „Rampage – Big Meets Bigger“

Die Geschichte beginnt im Weltall. Auf der Raumstation Athena 1 des Biotechnologiekonzerns Energyne löst eine mutierte Laborratte eine Katastrophe aus. Die Station wird zerstört, einzig Wissenschaftlerin Dr. Kerry Atkins überlebt in einer Evakuierungskapsel. Die Kapsel explodiert in der Atmosphäre, drei Probenbehälter mit einem genmanipulierenden Erreger stürzen in verschiedene Teile Nordamerikas: in die Everglades, in einen Wald in Wyoming und in das San Diego Wildlife Sanctuary. Ein Krokodil und ein Wolf kommen mit dem Erreger in Berührung und beginnen sich zu verändern – langsam zunächst, dann mit erschreckender Geschwindigkeit.

Im San Diego Wildlife Sanctuary arbeitet Davis Okoye, ein ehemaliger Soldat, der Menschen meidet und Tiere versteht. Sein engster Gefährte ist der Albino-Gorilla George, den er nach dem Tod von dessen Eltern großgezogen hat. Die beiden kommunizieren in Gebärdensprache und verbindet eine stille, beständige Freundschaft. Als George die Dämpfe des zerstörten Probenbehälters einatmet, verändert sich sein Verhalten dramatisch. Er wird aggressiver, wächst in kurzer Zeit zu bedrohlichen Ausmaßen heran. Okoye versucht zu begreifen, was mit seinem Freund geschieht. Die Gentechnikerin Dr. Kate Caldwell, einst selbst bei Energyne angestellt und dort in Ungnade gefallen, nimmt Kontakt auf. Sie kennt den Erreger, sie kennt das Unternehmen dahinter – und sie trägt eine tiefe persönliche Wut auf Konzernchefin Claire Wyden, der sie den Tod ihres Bruders anlastet.

Chaos auf drei Schauplätzen

Energyne-Chefin Claire Wyden und ihr Bruder Brett verfolgen von Beginn an eigene Ziele: Sie nutzen den Erreger zur Entwicklung biologischer Waffen und wollen die mutierten Kreaturen als lebende Kampfmittel vermarkten. Daher entsenden sie ein privates Sicherheitsunternehmen unter Burke, um einen Behälter zu bergen. Allerdings gerät die Mission außer Kontrolle, als der mutierte Wolf eingreift und Burke sowie mehrere Männer tötet. Parallel nimmt zudem eine Regierungseinheit unter Harvey Russell die Verfolgung auf, wodurch sich die Lage weiter zuspitzt. George wird betäubt, gefangen genommen und in ein Militärflugzeug gebracht, während Okoye und Caldwell ebenfalls abtransportiert werden. Doch der früh erwachende Gorilla bringt das Flugzeug durch seine Kraft zum Absturz. Schließlich überleben alle drei per Fallschirmabsprung in letzter Sekunde.

Währenddessen lockt Wyden die Kreaturen per Radiosignal nach Chicago, um sie dort zu beseitigen und ihr Genmaterial zu verkaufen. Infolgedessen rückt das Militär an, während Okoye und Caldwell ins Energyne-Hochhaus eindringen, um ein Gegenmittel zu stehlen. Zwar stoppt es nicht die Mutation, aber die Aggressivität der Tiere. Gleichzeitig stellt sich Wyden ihnen entgegen, verletzt Okoye und nimmt Caldwell als Geisel.

Schließlich eskaliert die Lage auf dem Dach: George greift durch das Signal gesteuert das Gebäude an. Im Chaos gelingt es Caldwell, Wyden mit dem Gegenmittel von George verschlucken zu lassen. Daraufhin beruhigt sich George teilweise, doch das Gebäude stürzt ein. Okoye und Caldwell entkommen per Hubschrauber. Während Russell einen Luftangriff stoppt, kämpfen die Kreaturen weiter. George besiegt den Wolf, wird jedoch vom Krokodil schwer verletzt. Am Ende deutet er jedoch an, dass er überlebt hat.

Filmkritik und Fazit zum Film „Rampage – Big Meets Bigger“

Rampage – Big Meets Bigger“ zeigt, wie ein Film seine eigene Stärken systematisch untergräbt. Brad Peyton inszeniert das Zerstörungsspektakel mit handwerklicher Routine, doch das Drehbuch versucht gleichzeitig, eine emotionale Mitte zu setzen, die dem Tempo des Films dauerhaft im Weg steht. Die Entscheidung, den anarchischen Geist der Videospielvorlage gegen eine moralisch klar sortierte Heldengeschichte einzutauschen, ist konsequent – und kostet den Film genau die Reibung, die ihn interessanter machen würde. Weta Digital leistet dabei bemerkenswerte Arbeit: George besitzt in den Momenten seiner ruhigen Interaktion mit Okoye tatsächlich Körpermasse und Glaubwürdigkeit, das Riesenkrokodil entwickelt in der Schlusssequenz eine bedrohliche Wucht.

Die Besetzung der Nebenrollen ist der überraschendste Gewinn. Jeffrey Dean Morgan spielt den Regierungsagenten Russell als schrulligen Revolverhelden im Büroangestellten-Anzug, Jake Lacy etabliert Brett Wyden als komische Verkörperung konzerngetriebener Dummheit. Diese Figuren erlauben dem Film kurze Momente, seine eigene Absurdität anzuerkennen – eine Selbstironie, die dem Hauptplot vollständig fehlt. Dwayne Johnson funktioniert als physische Präsenz und verleiht den Szenen mit George eine unerwartete Wärme, doch die Liebesgeschichte zum Gorilla allein trägt keinen 108-Minuten-Film. Das Sounddesign der Zerstörungssequenzen in Chicago hat Gewicht; der Score von Andrew Lockington bleibt dagegen funktional ohne Erinnerungswert.

Wer einen Monster-Blockbuster ohne tiefere Ambitionen sucht, findet in der zweiten Hälfte des Films das versprochene Spektakel. Die CGI-Schlacht um Chicago ist laut, rücksichtslos und in einzelnen Momenten beeindruckend konsequent. Fans des Genres werden sich gut unterhalten fühlen. Wer darüber hinaus auch nur ansatzweise Interesse an narrativer Stimmigkeit hat, wird das Potenzial in dem Film vermissen, das dieser Prämisse innewohnte.

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