Mission: Impossible
1996 war ein Schicksalsjahr für das amerikanische Actionkino. Hollywood entdeckte die Fernsehvergangenheit als Rohstoff und ließ sie in neuer Größe auferstehen. „Mission: Impossible“ war kein bescheidenes Experiment – es war ein Befreiungsschlag. Brian De Palma, der Hitchcock-Erbe aus New Jersey, und Tom Cruise, der Megastar kurz vor dem endgültigen Durchbruch, schufen gemeinsam einen Film, der mehr sein wollte als nur Spektakel.

| Dauer: | 110 Min. |
|---|---|
| FSK: | 12 (DE) |
| Jahr: | 1996 |
| Kategorien: | Abenteuer, Action |
| Regie: | Brian De Palma |
| Produzenten: | Tom Cruise, Paula Wagner |
| Hauptdarsteller: | Tom Cruise, Jon Voight, Emmanuelle Béart |
| Nebendarsteller: | Henry Czerny, Jean Reno, Ving Rhames, Kristin Scott Thomas |
| Studio: | Paramount Pictures, Cruise/Wagner Productions |
Dafür nahmen sie eine Fernsehserie, die im deutschen Fernsehen als „Kobra, übernehmen Sie!“ bekannt war, und destillierten aus ihr etwas Eigenständiges. Das Ergebnis war ein Agententhriller voller Täuschung, Verrat und visueller Finesse – aber auch ein Film mit erkennbaren Brüchen. Kann ein Blockbuster, der sichtlich zwischen Hochglanzinszenierung und dramaturgischer Substanz schwankt, trotzdem zu einem Klassiker werden?
Besetzung, Regie und Drehorte
„Mission: Impossible“ entstand unter der Regie von Brian De Palma und wurde von Tom Cruise sowie Paula Wagner produziert. Das Drehbuch verantworteten David Koepp und Robert Towne, an der Kamera stand Stephen H. Burum. Die Musik stammt von Danny Elfman, der das legendäre Originalthema von Lalo Schifrin aufgriff und ergänzte. Gedreht wurde zwischen März und August 1995, hauptsächlich in Prag und in den Pinewood Studios in England.
Tom Cruise spielt den IMF-Agenten Ethan Hunt, dem nach einem misslungenen Einsatz Verrat vorgeworfen wird. Jon Voight verkörpert seinen Mentor Jim Phelps, Emmanuelle Béart dessen Ehefrau Claire. Jean Reno und Ving Rhames sind als ausgeschiedene Agenten zu sehen, die Cruise rekrutiert. Vanessa Redgrave spielt die Waffenhändlerin Max, Henry Czerny den IMF-Direktor Eugene Kittridge. Kristin Scott Thomas und Ingeborga Dapkūnaitė sind in kleineren Rollen als IMF-Agentinnen besetzt.
Der Film hat eine Laufzeit von 110 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Er feierte seine Weltpremiere am 22. Mai 1996 in den USA und kam am 8. August 1996 in die deutschen Kinos. Weltweit spielte er über 450 Millionen Dollar ein und begründete eine Filmreihe, die mittlerweile acht Teile umfasst. Die Synchronisation übernahm die Berliner Synchron GmbH.
Handlung & Inhalt vom Film „Mission: Impossible“
Im Mittelpunkt steht ein gefährlicher Auftrag der Impossible Missions Force, kurz IMF. Dabei besitzt ein Verräter aus den eigenen Reihen eine Hälfte der sogenannten NOC-Liste. Diese enthält die Decknamen aller verdeckten IMF-Agenten in Osteuropa. Außerdem befindet sich die zweite Hälfte mit den echten Namen in der amerikanischen Botschaft in Prag. Deshalb soll Ethan Hunts Team den geplanten Diebstahl beobachten und die Hintermänner entlarven. Zunächst verläuft der Einsatz kontrolliert, doch schon wenig später gerät alles außer Kontrolle.
Nach und nach sterben die Teammitglieder. Schließlich bleibt Ethan Hunt als einziger Überlebender zurück, während auch sein Mentor Jim Phelps scheinbar ums Leben kommt. Anschließend nimmt Hunt Kontakt zu IMF-Offizier Kittridge auf. Dabei erfährt er, dass der gesamte Einsatz lediglich eine Falle war. Dadurch soll ein Maulwurf innerhalb der Organisation entlarvt werden. Allerdings fällt der Verdacht ausschließlich auf Hunt. Deshalb ergreift er sofort die Flucht. Kurz darauf trifft er am vereinbarten Ort auf Claire, die Ehefrau des angeblich verstorbenen Jim Phelps.
Verrat, Täuschung und ein letzter Coup
Daraufhin entwickelt Hunt einen riskanten Plan. Zunächst nimmt er Kontakt zur Waffenhändlerin Max auf und bietet ihr die vollständige NOC-Liste an. Im Gegenzug verlangt er zehn Millionen Dollar sowie den Namen des wahren Verräters. Da die echte Liste im CIA-Hauptquartier in Langley liegt, plant Hunt gemeinsam mit Claire, Luther Stickell und Franz Krieger einen Einbruch. Währenddessen löst Luther einen Feueralarm aus. Gleichzeitig gelangen Hunt und Krieger durch einen Lüftungsschacht in den Hochsicherheitsbereich. Außerdem schaltet Claire den diensthabenden Analysten aus.
Hunt kopiert die Liste auf einen Datenträger. Anschließend gelingt der Rückzug zunächst problemlos. Allerdings verrät Krieger den Einbruch durch einen folgenschweren Fehler. Daraufhin lässt Kittridge Hunts Mutter und Onkel verhaften. Wenig später taucht der totgeglaubte Jim Phelps in einem Londoner Versteck auf. Dort beschuldigt er Kittridge, der eigentliche Verräter zu sein. Dennoch schöpft Hunt Verdacht und hinterfragt Phelps‘ Geschichte. Deshalb behält er seine Erkenntnisse zunächst für sich.
Schließlich findet die Übergabe der Liste im TGV nach Paris statt. Dafür tarnt sich Hunt mit einer täuschend echten Phelps-Maske. Mithilfe einer versteckten Minikamera überführt er seinen ehemaligen Mentor als Verräter. Daraufhin erschießt Phelps Claire, weil sie Hunt schützen will. Anschließend flieht er auf das Dach des Zuges, wo Krieger bereits mit einem Helikopter wartet. Dabei zeigt sich, dass Krieger von Anfang an Phelps‘ Komplize war. Letztlich sprengt Hunt den Helikopter im Ärmelkanal-Tunnel. Danach wird Max festgenommen, während Hunt und Luther vollständig rehabilitiert werden.
Filmkritik und Fazit zum Film „Mission: Impossible“
„Mission: Impossible“ ist vor allem ein Regisseursfilm. Brian De Palma bringt seine unverwechselbare Handschrift in jede Einstellung: die Liebe zur Täuschung, die Lust an der Überwachung, das Spiel mit mehreren Bildebenen gleichzeitig. Bereits die Eröffnungssequenz in der Prager Botschaft arbeitet mit simultanen Monitoren und einem inneren Splitscreen, der an De Palmas spätere Experimente erinnert. Der eigentliche Höhepunkt des Films liegt exakt in seiner Mitte: der Einbruch ins CIA-Hauptquartier, eine auf Stille und Körperspannung beruhende Sequenz, die mit extremen Großaufnahmen und extremer Konzentration auf das Scheitern durch Kleinigkeiten arbeitet.
Das Drehbuch von Koepp und Towne liefert ein weniger stabiles Fundament. Die Identität des Verräters lässt sich für einen aufmerksamen Zuschauer bereits früh erschließen, was dem Finale seinen Überraschungsmoment nimmt. Die abschließende Actionsequenz auf dem TGV und im Tunnelausgang setzt dort, wo Spannung durch Physik ersetzt wird, andere Maßstäbe als der subtile Mittelteil. Danny Elfmans Score trägt den Film verlässlich, und die von Adam Clayton und Larry Mullen jr. neu arrangierte Titelmelodie fügt dem Original eine zeitgeistige Energie hinzu, ohne es zu beschädigen.
Wer Agententhriller schätzt, die Atmosphäre über Explosionsdichte stellen, findet in diesem Film einen lohnenden Einstieg in ein Franchise, das sich seither deutlich anders entwickelt hat. De Palmas Version bleibt die eigenwilligste und stilistisch mutigste aller Fortsetzungen. Der Film ist kein makelloses Werk, doch er trägt eine visuelle Handschrift, die ihm dreißig Jahre später noch anzusehen ist.