Das gibt Ärger
Zwei Männer, eine Frau, ein Geheimdienst – und das Herz hat bekanntlich keine Vernunft. Mit „Das gibt Ärger“ wagte Regisseur McG 2012 den Spagat zwischen Agentenfilm und romantischer Komödie, zwischen Knalleffekt und Liebesgeflüster. Das Ergebnis ist ein Film, der sich selbst nie ganz sicher ist, was er sein will – und genau darin liegt sein eigenartiger Reiz.

| Dauer: | 97 Min. |
|---|---|
| FSK: | 12 (DE) |
| Jahr: | 2012 |
| Kategorien: | Action, Komödie |
| Regie: | McG |
| Produzenten: | Simon Kinberg, Will Smith, James Lassiter, Robert Simonds |
| Hauptdarsteller: | Reese Witherspoon, Chris Pine, Tom Hardy |
| Nebendarsteller: | Til Schweiger, Chelsea Handler, John Paul Ruttan, Abigail Spencer |
| Studio: | Dune Entertainment, Overbrook Entertainment, Robert Simonds Productions, 20th Century Fox |
Wie weit kann Freundschaft tragen, wenn beide denselben Weg einschlagen? Wo endet sportlicher Ehrgeiz, und wo beginnt echtes Gefühl? „Das gibt Ärger“ verhandelt diese Fragen nicht mit philosophischer Tiefe, sondern mit der unbeschwerten Energie eines Films, der Tempo über Substanz stellt – und das mit einem Augenzwinkern, das man ihm schwerlich verübeln kann. Ob dieser Ansatz trägt, ist allerdings eine Frage, die jeder Zuschauer für sich beantworten muss.
Besetzung, Regie und Drehorte
„Das gibt Ärger“ ist eine US-amerikanische Action-Komödie aus dem Jahr 2012 mit einer Laufzeit von 97 Minuten. Regie führte McG, bekannt durch die „Drei Engel für Charlie“-Reihe. Das Drehbuch stammt von Timothy Dowling und Marcus Gautesen, dessen Originalskript bereits in den späten 1990er-Jahren bei 20th Century Fox akquiriert worden war. Produziert wurde der Film unter anderem von Will Smith und Simon Kinberg. Die Musik komponierte Christophe Beck, die Kamera verantwortete Russell Carpenter.
In den Hauptrollen agieren Chris Pine als charismatischer Frauenheld FDR Foster, Tom Hardy als der sensiblere, familienorientierte Tuck Henson sowie Reese Witherspoon als Lauren Scott, die ohne ihr Wissen ins Zentrum eines ungewöhnlichen Wettkampfs gerät. Til Schweiger übernimmt die Rolle des Antagonisten Karl Heinrich und synchronisierte sich in der deutschen Fassung selbst. Chelsea Handler spielt Laurens freimütige beste Freundin Trish, Angela Bassett die strenge CIA-Vorgesetzte Collins.
Gedreht wurde der Film in Vancouver und Steveston, British Columbia, wobei das Martial Arts Centre in Steveston als Drehort diente. Die Altersfreigabe in Deutschland beträgt FSK 12. Nachwuchsdarsteller John Paul Ruttan, der Tucks Sohn Joe spielt, erhielt eine Nominierung für den Young Artist Award in der Kategorie Beste Leistung eines Jugenddarstellers in einer Nebenrolle.
Handlung & Inhalt vom Film „Das gibt Ärger“
FDR Foster und Tuck Henson sind nicht nur beste Freunde, sondern auch CIA-Agenten mit einem eingespielten Rhythmus aus Vertrauen, Humor und professioneller Komplizenschaft. Als ein Einsatz in Hongkong gegen den internationalen Verbrecher Karl Heinrich schiefläuft und dabei dessen Bruder Jonas ums Leben kommt, werden die beiden Agenten umgehend in den Innendienst versetzt. Heinrich schwört Rache. Die erzwungene Schreibtischroutine trifft beide unterschiedlich hart. Tuck, geschieden und Vater eines jungen Sohnes, wagt den Schritt auf ein Online-Datingportal – angetrieben von dem Wunsch nach echter Nähe. FDR, der gewohnte Frauenheld, begleitet seinen Freund bei dessen erstem Date als heimlicher Beobachter.
Lauren Scott, eine Produkttesterin, die gerade erfährt, dass ihr Ex-Freund eine andere heiraten wird, findet sich unvermittelt auf einer Dating-Plattform wieder – dank ihrer zupackenden Freundin Trish. Das erste Treffen mit Tuck verläuft vielversprechend. Kurz darauf begegnet Lauren zufällig FDR in einer Videothek, der sich zunächst aufdrängt, sie dann jedoch durch sein Gespür für ehrliche Worte für sich einnimmt. Als die beiden Agenten entdecken, dass sie dieselbe Frau umwerben, treffen sie eine folgenschwere Entscheidung: Sie wollen Lauren nicht von ihrer Konkurrenz unterrichten, sondern sie stattdessen frei wählen lassen – und beginnen doch sogleich, mit den Mitteln des Geheimdienstes gegeneinander zu taktieren. Was als spielerischer Wettkampf beginnt, nimmt rasch absurde Züge an. Beide Männer beschäftigen CIA-Techniker, überwachen Laurens Telefongespräche und sabotieren gegenseitig ihre Verabredungen mit ihr.
Rivalität, Rache und die Wahl des Herzens
Lauren ahnt nichts davon und fühlt sich zunehmend unwohl mit ihrer eigenen Unentschlossenheit. Sie setzt sich eine Frist für ihre Entscheidung. Gleichzeitig nähert sich Karl Heinrich den USA. Er will sich an beiden Agenten rächen. FDR erfährt von Heinrichs Ankunft. Er konfrontiert Tuck mit der Bedrohung. Die aufgestaute Spannung zwischen den Freunden eskaliert daraufhin in einem heftigen Streit. Lauren erlebt die Auseinandersetzung zufällig mit. Sie entdeckt, dass FDR und Tuck sich kennen. Wütend verlässt sie beide Männer. Die Lage spitzt sich weiter zu. Heinrich und seine Männer entführen Lauren und ihre Freundin Trish.
FDR und Tuck legen ihre Rivalität beiseite und nehmen sofort die Verfolgung auf. Die Rettungsaktion endet in einer spektakulären Fahrzeugverfolgung. Heinrich verunglückt dabei mit seinem Wagen tödlich. Lauren muss sich schließlich zwischen beiden Männern entscheiden. Sie wählt FDR. Tuck nimmt die Entscheidung zunächst gefasst hin. Danach beruhigt sich die Situation langsam. Er und FDR versöhnen sich schließlich. Ihre Freundschaft übersteht die schwere Bewährungsprobe. Gleichzeitig eröffnet sich für Tuck eine neue Perspektive. Katie und Joe verfolgen die Ereignisse im Fernsehen. Dabei erfahren sie überraschend Tucks wahre Identität. Sie erkennen, dass er Geheimagent ist. Bisher hielten sie ihn für einen Reiseveranstalter. Dadurch kommt es zu einer unerwarteten familiären Annäherung.
Kurz darauf kehren FDR und Tuck in den aktiven Dienst zurück. FDR spricht mit Tuck an Bord eines Chinook-Helikopters. Er verrät, dass er Lauren heiraten möchte. Außerdem bittet er Tuck, sein Trauzeuge zu werden. Dann macht FDR ein letztes Geständnis. Er hatte früher eine Liaison mit Katie. Tuck verliert daraufhin die Beherrschung. Er tacklert FDR kurzerhand aus dem Hubschrauber.
Filmkritik und Fazit zum Film „Das gibt Ärger“
„Das gibt Ärger“ ist ein Film mit einem strukturellen Grundproblem, das sich durch seine gesamte Laufzeit zieht: Die Action und die romantische Komödie stehen nebeneinander, ohne je wirklich miteinander zu sprechen. McG inszeniert die Actionsequenzen mit erkennbarem Vergnügen an der Überdrehtheit – die Verfolgungsjagd im Finale hat Drive, und die Paintball-Szene besitzt eine absurde Eigendynamik, die funktioniert. Doch sobald der Film in den romantischen Modus wechselt, folgt er blind den Konventionen des Genres, ohne ihnen etwas Eigenes hinzuzufügen. Chris Pine, Tom Hardy und Reese Witherspoon bringen individuelle Stärken mit, wirken in ihren Rollen jedoch selten vollständig engagiert.
Kamera und Schnitt liefern solide, bisweilen routinierte Arbeit. Christophe Becks Musik bleibt im Hintergrund, ohne Akzente zu setzen. Das Drehbuch jongliert Oneliner und Situationskomik mit wechselndem Erfolg – einzelne Szenen zünden, andere verpuffen ohne Nachhall. Die Bromance zwischen FDR und Tuck, die den emotionalen Kern des Films bilden sollte, bleibt zu oft Behauptung statt spürbare Chemie. Til Schweiger als Antagonist Heinrich hat kaum Raum, eine eigenständige Bedrohung zu entwickeln, und bleibt eine Randerscheinung, die dem Film mehr Kontur geben könnte als sie tatsächlich bekommt.
Für ein Publikum, das kurzweilige Unterhaltung ohne Anspruch sucht, ist „Das gibt Ärger“ ein Film, der seinen Auftrag nicht verfehlt. Genre-Liebhaber, die echten Witz oder handwerkliche Konsequenz erwarten, werden hingegen feststellen, dass der Film weniger als die Summe seiner Teile ist. McG liefert ein unterhaltsames Produkt, dem der Mut zur eigenen Stimme fehlt.