Timecop

Zeitreisefilme der neunziger Jahre bewegten sich zwischen physikalischem Gedankenspiel und körperbetontem Schauwert. Peter Hyams suchte für „Timecop“ einen Mittelweg, der beides bedienen sollte. Seine Inszenierung koppelt ein Quantenprinzip an einen Actionplot, dessen Zugkraft vor allem aus der Figurenzeichnung entsteht. Jean-Claude Van Damme verkörpert hier einen Agenten, dessen Körperlichkeit im Dienst einer behördlichen Ordnung steht. Die Mischung funktionierte seinerzeit an den Kinokassen und definierte sein kommerzielles Profil neu.

Timecop
Dauer: 99 Min.
FSK: 16 (DE)
Jahr: 1994
Kategorien: Action, Science-Fiction
Regie: Peter Hyams
Produzenten: Sam Raimi, Moshe Diamant, Robert Tapert
Hauptdarsteller: Jean-Claude Van Damme, Mia Sara, Ron Silver
Nebendarsteller: Bruce McGill, Gloria Reuben, Scott Bellis, Jason Schombing
Studio: Renaissance Pictures, Dark Horse Entertainment, Largo Entertainment, Signature Pictures, JVC Entertainment

Dreißig Jahre nach dem Start lässt sich das Werk mit Abstand betrachten. Die Effekte zeigen Patina, die narrative Anlage hingegen bleibt überraschend tragfähig. Ron Silver spielt gegen die Muskelikone einen Antagonisten, der sich selbst zum Gegenspieler wird. Mark Isham liefert dazu eine Partitur, die zwischen Pathos und Elektronik pendelt. Die Kamera übernahm Hyams selbst, was der Inszenierung eine ungewöhnliche Geschlossenheit verleiht. Gelingt es dem Film heute noch, seine eigenen Prämissen überzeugend einzulösen?

Besetzung, Regie und Drehorte

Timecop“ ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Actionfilm aus dem Jahr 1994. Regie führte Peter Hyams, der zugleich die Kamera verantwortete. Das Drehbuch verfasste Mark Verheiden auf Basis einer dreiteiligen Comicvorlage, die 1992 bei Dark Horse Comics erschien. Als Produzenten fungierten Moshe Diamant, Sam Raimi und Robert G. Tapert. Die musikalische Untermalung gestalteten Mark Isham und Robert Lamm. Den Schnitt übernahm Steven Kemper. Die Spezialeffekte stammen von VIFX.

In der Hauptrolle des TEC-Agenten Max Walker ist Jean-Claude Van Damme zu sehen. Mia Sara verkörpert seine Ehefrau Melissa, Ron Silver gibt den korrupten Senator Aaron McComb. Bruce McGill spielt den Commander Eugene Matuzak, Gloria Reuben die Agentin Sarah Fielding. Jason Schombing stellt den kompromittierten Kollegen Lyle Atwood dar. Scott Bellis übernimmt die Rolle des Technikers Ricky. Weitere Parts besetzten Kevin McNulty, Kenneth Welsh, Callum Keith Rennie und Scott Lawrence.

Der Film läuft 98 Minuten und erhielt eine FSK-Freigabe ab 16 Jahren. 1995 folgten vier Saturn-Award-Nominierungen, darunter für den besten Science-Fiction-Film. Mia Sara gewann die Auszeichnung als beste Nebendarstellerin. Der US-Start war der 16. September 1994, in Deutschland folgte der 24. November. Das Werk zählt bis heute zu Van Dammes erfolgreichsten Produktionen als Hauptdarsteller.

Handlung & Inhalt vom Film „Timecop“

Ein einzelner Mann stellt sich 1863 einem Goldtransport der Konföderierten in den Weg. Als fünf Soldaten ihre Waffen auf ihn richten, zieht er eine Maschinenpistole aus seinem Mantel und streckt sie nieder. Damit ist das Leitmotiv der Geschichte sofort gesetzt: Zeit lässt sich manipulieren. Als im Jahr 1994 Zeitreisen technisch möglich werden, stellt die CIA fest, dass Terroristen Goldbarren der Konföderierten für Waffenkäufe verwenden. Daraufhin entsteht die Time Enforcement Commission. Diese Behörde soll illegale Eingriffe in die Vergangenheit aufdecken und rückgängig machen. Gleichzeitig übernimmt der ehrgeizige Senator Aaron McComb die Leitung der parlamentarischen Kontrolle und gewinnt dadurch erheblichen Einfluss.

Zehn Jahre später arbeitet der ehemalige Polizist Max Walker als TEC-Agent. Seine Frau Melissa verlor er 1994 bei einem Anschlag vor dem gemeinsamen Haus, während ihm selbst eine kugelsichere Weste das Leben rettete. Ein Einsatz führt ihn in die Zeit der Weltwirtschaftskrise, wo er dem korrupten Kollegen Lyle Atwood nachstellt. Dieser kauft im Auftrag McCombs Ölaktien, um dessen Wahlkampf zu finanzieren. Obwohl Atwood seine Beteiligung gesteht, springt er anschließend aus einem Hochhausfenster. Walker rettet ihn während des Sturzes und bringt ihn vor Gericht. Dennoch belastet Atwood McComb nicht. Die anschließend verhängte Strafe endet schließlich tödlich.

Die Verschmelzung zweier Zeitlinien

Durch Atwoods Ende schwinden McCombs Geldquellen, weshalb der Senator selbst in die Vergangenheit reist, um eine geschäftliche Fehlentscheidung zu korrigieren. Im Jahr 1994 hatte er seine Anteile an einer später erfolgreichen Chipfabrik an seinen Partner Parker verkauft. Deshalb warnt er nun sein jüngeres Ich und erschießt Parker direkt vor den Augen Walkers und dessen neuer Partnerin Sarah Fielding. Die Festnahme scheitert jedoch, weil Fielding heimlich für McComb arbeitet. Während mehrere Handlanger sterben und Fielding schwer verletzt wird, kehrt Walker in ein verändertes Jahr 2004 zurück. Dort steht die TEC inzwischen kurz vor der Auflösung.

Sein Vorgesetzter ermöglicht ihm dennoch eine letzte Zeitreise. Walker findet Fielding im Krankenhaus und überredet sie zu einer Aussage gegen McComb. Allerdings ermorden dessen Männer die Zeugin unmittelbar danach. Kurz darauf entdeckt Walker zufällig einen positiven Schwangerschaftstest seiner Frau Melissa. Deshalb kehrt er in die Nacht des Anschlags zurück und offenbart sich seiner Ehefrau als älteres Ich. Vor dem Haus entbrennt daraufhin ein heftiger Kampf mit McCombs Schergen. Schließlich nimmt der Senator Melissa als Geisel und präsentiert eine Bombe mit Zeitzünder. Gleichzeitig hat Walker den jüngeren McComb heimlich zum Tatort gelockt.

Im entscheidenden Moment stößt Walker die beiden McCombs zusammen. Da dieselbe Materie nicht denselben Raum einnehmen kann, verschmelzen die Körper miteinander und lösen sich auf. Anschließend entkommen Melissa und Walker der Explosion, bevor er seine Frau neben sein bewusstloses jüngeres Ich legt. Im Jahr 2004 gilt Senator McComb bereits seit zehn Jahren als verschwunden. Gleichzeitig lebt Sarah Fielding weiterhin, erinnert sich jedoch an nichts. Zuhause erwarten Walker schließlich seine Frau und sein Sohn. Damit ist die ursprüngliche Zeitlinie wiederhergestellt, und zudem wurde das Gesetz formal nicht gebrochen. Walker hat lediglich die Manipulation eines anderen rückgängig gemacht.

Filmkritik und Fazit zum Film „Timecop“

Peter Hyams verleiht „Timecop“ eine Geschlossenheit, die sich aus der Doppelrolle als Regisseur und Kameramann erklärt. Die Lichtsetzung arbeitet mit klaren Kontrasten, ohne in Effekthascherei zu verfallen. Van Damme agiert in der Hauptrolle zurückgenommener als in früheren Produktionen. Seine körperliche Präsenz bleibt zentral, wird jedoch in eine nachvollziehbare Figurenpsychologie eingebettet. Ron Silver wiederum liefert einen Antagonisten, dessen Geringschätzung gegenüber dem eigenen jüngeren Ich zu den stärkeren Drehbucheinfällen gehört. Die Konfrontation zweier Zeitebenen einer Figur wird zur eigentlichen dramaturgischen Pointe.

Das Tempo der Inszenierung hält die 98 Minuten stabil. Mark Ishams Partitur unterstützt die Zeitsprünge mit elektronischen Einschüben, ohne sich vor den Bildern zu drängen. Die Actionsequenzen wirken heute streckenweise konventionell, besitzen aber eine handwerkliche Sorgfalt, die aktuelle CGI-Schlachten oft vermissen lassen. Schwächen offenbart das Drehbuch bei den Nebenfiguren, die kaum Kontur gewinnen. Die Blue-Screen-Arbeit zeigt ihr Alter deutlich. Dafür trägt das physikalische Leitmotiv – die Unvereinbarkeit identischer Materie im selben Raum – bis ins Finale.

Für Genre-Liebhaber bleibt der Film ein lohnender Zugang zur Van-Damme-Filmografie. Wer klare Plotstrukturen und schauspielerische Konfrontationen sucht, wird bedient. Die Effekte haben ihren dokumentarischen Charme, der die Entstehungszeit nicht verleugnet. Als Werkstattarbeit eines versierten Handwerkers hält das Werk seinen Platz. Nostalgiker und Freunde des klassischen Actionkinos der neunziger Jahre finden hier Substanz.

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