Justice League

Wenn ein Filmstudio das Unmögliche versucht, entsteht manchmal Großes – und manchmal ein Film wie „Justice League„. Die Geschichte des DC Extended Universe ist eine der turbulentesten Hollywoodchroniken der vergangenen Dekade: gescheiterte Anläufe, kreative Konflikte, studio-diktierte Eingriffe. Dieser Film von 2017 trägt alle Narben dieser Entstehungsgeschichte sichtbar auf der Leinwand.

Justice League
Dauer: 121 Min.
FSK: 12 (DE)
Jahr: 2017
Kategorien: Action
Regie: Zack Snyder
Produzenten: Charles Roven, Deborah Snyder, Jon Berg, Geoff Johns
Hauptdarsteller: Ben Affleck, Henry Cavill, Amy Adams
Nebendarsteller: Gal Gadot, Ezra Miller, Jason Momoa, Ray Fisher
Studio: Cruel & Unusual Films, Atlas Entertainment, Warner Bros. Pictures, RatPac Entertainment, DC Films

Was hier aufeinanderprallte, waren zwei unvereinbare Visionen: Zack Snyders düsteres Epos und Joss Whedons nachträgliche Glättungsarbeit. Herausgekommen ist ein Hybrid, der weder dem einen noch dem anderen gerecht wird. Ist das Ergebnis dennoch sehenswert – oder bleibt am Ende nur das Scheitern zweier Hände an einem Werk?

Besetzung, Regie und Drehorte

Justice League“ ist ein US-amerikanischer Actionfilm aus dem Jahr 2017 und der fünfte Teil des DC Extended Universe. Die Regie übernahm offiziell Zack Snyder, der bereits für „Man of Steel“ und „Batman v Superman: Dawn of Justice“ verantwortlich zeichnete. Nach seinem familiär bedingten Rückzug führte Joss Whedon die Postproduktion und Nachdrehs durch, erhielt jedoch gemäß DGA-Regeln keinen Regie-Credit. Das Drehbuch stammt von Chris Terrio und Joss Whedon, die Musik komponierte Danny Elfman, die Kamera lag in den Händen von Fabian Wagner.

Ben Affleck verkörpert Bruce Wayne alias Batman, Henry Cavill kehrt als Clark Kent alias Superman zurück. Gal Gadot spielt Diana Prince alias Wonder Woman, Jason Momoa gibt Arthur Curry alias Aquaman. Ezra Miller übernimmt die Rolle des Barry Allen alias The Flash, Ray Fisher die des Victor Stone alias Cyborg. Jeremy Irons ist als Butler Alfred Pennyworth zu sehen, Ciarán Hinds verleiht dem Schurken Steppenwolf seine Stimme und Gestalt. Die Dreharbeiten fanden in den Warner Bros. Studios Leavesden sowie an verschiedenen Schauplätzen in London und Island statt.

Der Film läuft 120 Minuten und ist ab FSK 12 freigegeben. Eine von Snyder intendierte Langfassung, der sogenannte Snyder Cut, wurde 2021 unter dem Titel „Zack Snyder’s Justice League“ auf HBO Max veröffentlicht. Damit existieren zwei grundlegend verschiedene Versionen desselben Stoffs, was den Kinofilm nachträglich in einem eigentümlichen Licht erscheinen lässt.

Handlung & Inhalt vom Film „Justice League“

Nach dem Tod Supermans liegt ein Schatten über der Welt. Während die Menschheit trauert und die Hoffnung schwindet, regt sich auf Themyscira, der Insel der Amazonen, eine uralte Bedrohung. Steppenwolf, ein außerirdischer Kriegsherr, kehrt mit einer Armee aus Paradämonen zurück und verfolgt ein klares Ziel: Er will die drei mächtigen Mutterboxen vereinen. Einst verteilten die Amazonen, die Atlanter und die Menschen diese Artefakte, um sie vor seinem Zugriff zu schützen. Nun soll ihre Vereinigung Steppenwolf die Macht verleihen, die Erde zu unterwerfen.

Unterdessen hat Bruce Wayne Supermans Opfer nicht vergessen. Vielmehr hat es seinen Glauben an die Menschheit gestärkt. Deshalb beginnt er, ein Team aus Metawesen zusammenzustellen, und sucht zunächst Diana Prince auf. Gemeinsam rekrutieren sie Barry Allen, einen jungen Mann mit übernatürlicher Schnelligkeit, anschließend Victor Stone, dessen Körper Technologie verändert hat, und schließlich Arthur Curry, einen Einzelgänger zwischen zwei Welten. Währenddessen greift Steppenwolf Themyscira an und entreißt den Amazonen ihre Mutterbox. Kurz darauf erobert er auch das Artefakt von Atlantis. Lediglich die dritte Box, die S.T.A.R. Labs verwahrt, bleibt zunächst außer Reichweite.

Zwischen Wiedergeburt und letzter Entscheidung

Dennoch erkennt Batman, dass die Helden ohne Superman kaum eine Chance haben. Deshalb trifft er eine riskante Entscheidung: Mithilfe der letzten Mutterbox will er den gefallenen Kryptonier zurückbringen. Tatsächlich gelingt die Wiederbelebung, doch Superman erwacht verwirrt und ohne Erinnerungen. In seiner Orientierungslosigkeit greift er die versammelten Helden an. Erst als Lois Lane erscheint, beruhigt sich die Situation. Ihre Anwesenheit weckt vertraute Erinnerungen, sodass Clark langsam zu sich zurückfindet. Während Lois und Superman sich anschließend zurückziehen, nutzt Steppenwolf die Gelegenheit und sichert sich auch die letzte Mutterbox.

Daraufhin errichtet er in Russland eine Festung und beginnt mit der Vereinigung der Artefakte. Sofort macht sich die Justice League auf den Weg. Zunächst durchbricht Batman den Energieschild, anschließend stürmen die übrigen Helden auf Steppenwolf los. Obwohl der Gegner zunächst überlegen wirkt, wendet sich die Lage schlagartig, als Superman erscheint. Gemeinsam trennen Cyborg und Superman die Mutterboxen voneinander, während Wonder Woman Steppenwolfs Axt zerstört. Schließlich verliert der Kriegsherr jede Kontrolle. Von Angst überwältigt, fällt er seinen eigenen Paradämonen zum Opfer und verschwindet durch ein Wurmloch.

Nach dem Sieg beschließt Batman, die Justice League dauerhaft bestehen zu lassen. Wenig später messen Superman und Flash in einem freundschaftlichen Wettrennen ihre Geschwindigkeit. Gleichzeitig schmiedet Lex Luthor nach seiner Flucht aus dem Gefängnis bereits neue Pläne. Gemeinsam mit dem Söldner Deathstroke bereitet er die Gründung einer eigenen Liga von Schurken vor.

Filmkritik und Fazit zum Film „Justice League“

Justice League“ ist ein Film, der sichtbar von zwei Händen geformt wurde – und diese Spannung wird nie aufgelöst. Snyders Bildsprache, die auf Wucht und Symbolgewicht setzt, trifft auf Whedons humoristische Einschübe, die den Ton spürbar in Richtung Marvel-Leichtigkeit verschieben. Das Ergebnis ist kein Dialog zweier Stile, sondern ein Nebeneinander. Danny Elfmans Musik bleibt solide, ohne je zu prägen. Fabian Wagners Kameraarbeit liefert handwerklich saubere Bilder, doch kaum einen Moment, der sich einbrennt. Ezra Miller als The Flash ist die erfrischende Ausnahme im Ensemble: Er trägt seine Szenen mit echtem Charisma, ohne in bloßen Comic Relief zu verfallen.

Das strukturelle Problem liegt tiefer. Die Figuren Aquaman, Cyborg und The Flash werden in wenigen Szenen eingeführt und sofort in den Kampf gedrängt, ohne emotionale Substanz zu entwickeln. Steppenwolf als Antagonist bleibt ein reines Funktionselement ohne eigenständige Motivation. Die Actionsequenzen des Finales, ein CGI-lastiges Kräftemessen in Russland, erzeugen Lärm ohne Spannung. Dort, wo der Film kurz atmet, etwa in der Szene von Supermans desorientierter Wiederkehr, deutet er an, welche Tiefe möglich gewesen wäre. Diese Momente sind zu selten.

Für Genre-Liebhaber ist „Justice League“ ein Film mit einzelnen Lichtern in trübem Gesamtbild. Wer das DCEU kennt und versteht, findet genug Momente, die das Sehen rechtfertigen. Wer Superheldenkino auf dramaturgisch soliderem Fundament sucht, wird enttäuscht werden. Der Film liefert Unterhaltung – jedoch fast nie dort, wo er sie sich am meisten vornimmt.

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