Predator
Ein Dschungel, in dem die Hitze flirrt und das Laub jede Bewegung verschluckt. Ein Trupp schwerbewaffneter Männer, der sich selbst für die gefährlichste Spezies dieses Terrains hält. Dann ein Blick von oben, verzerrt in Infrarot, der die Hierarchie mit einem Schlag umdreht. Genau in diesem Umschlagmoment liegt das eigentliche Ereignis von John McTiernans „Predator“ aus dem Jahr 1987. Der Film beginnt als Söldnereinsatz und endet als archaischer Zweikampf.

| Dauer: | 107 Min. |
|---|---|
| FSK: | 16 (DE) |
| Jahr: | 1987 |
| Kategorien: | Action, Horror |
| Regie: | John McTiernan |
| Produzenten: | Lawrence Gordon, Joel Silver, John Davis |
| Hauptdarsteller: | Arnold Schwarzenegger, Carl Weathers, Kevin Peter Hall |
| Nebendarsteller: | Elpidia Carrillo, Bill Duke, Jesse Ventura, Sonny Landham |
| Studio: | 20th Century Fox, Lawrence Gordon Productions, Silver Pictures, Davis Entertainment, Amercent Films, American Entertainment Partners L.P. |
McTiernan verschmilzt Kriegsfilm, Horror und Science-Fiction zu einer Mischung, die damals ungewöhnlich wirkte. Arnold Schwarzenegger tritt hier nicht als unbesiegbarer Monolith auf, sondern als getriebene Figur am Rande der Erschöpfung. Das Setting reduziert sich fast vollständig auf grünes Dickicht. Die Kamera beobachtet, lauert, wartet. Aus diesem minimalen Rahmen entsteht ein Werk, das bis heute stilbildend wirkt. Welche Mittel genau sorgen dafür, dass ein Genre-Hybrid aus Reagans Achtzigern nichts von seiner Wucht verliert?
Besetzung, Regie und Drehorte
Die Regie des 107-minütigen US-amerikanischen Produktion übernahm John McTiernan, der im selben Jahrzehnt mit „Stirb langsam“ eine weitere stilprägende Arbeit vorlegte. Das Drehbuch stammt von den Brüdern Jim und John Thomas. Produziert wurde der Film von Joel Silver, Lawrence Gordon und Jim Thomas. Für die Musik zeichnete Alan Silvestri verantwortlich, die Kamera führte Donald M. McAlpine. Den Schnitt übernahmen Mark Helfrich und John F. Link. Gedreht wurde ausschließlich in Mexiko, an Schauplätzen in Puerto Vallarta und Palenque.
Die Hauptrolle des Major „Dutch“ Schaefer spielt Arnold Schwarzenegger, der zur Entstehungszeit auf Erfolge wie „Terminator“ und „Conan der Barbar“ zurückblicken konnte. In „Predator“ trifft er auf Carl Weathers als CIA-Agent Dillon und Elpidia Carrillo als Anna. Das Söldnerteam wird komplettiert durch Bill Duke als Mac, Jesse Ventura als Blain, Sonny Landham als Billy, Richard Chaves als Poncho und Drehbuchautor Shane Black als Hawkins. R. G. Armstrong spielt General Phillips. Kevin Peter Hall verkörpert mit seinen 2,20 Metern Körpergröße die titelgebende Kreatur.
Die Altersfreigabe liegt heute bei FSK 16, nachdem die ursprüngliche Indizierung von 1988 aufgehoben wurde. Alan Silvestri erhielt einen Saturn Award für die beste Filmmusik. Bei der Oscarverleihung 1988 wurde das Werk für die besten visuellen Effekte nominiert. Weitere Nominierungen folgten beim Hugo Award und beim Saturn Award für den besten Science-Fiction-Film. Das Design der Kreatur geht in Teilen auf Entwürfe von James Cameron zurück, ausgeführt wurde es vom Puppenbauer Stan Winston.
Handlung & Inhalt vom Film „Predator“
Über dem mittelamerikanischen Dschungel wirft ein Raumschiff zunächst ein glühendes Objekt Richtung Erde ab. Gleichzeitig landet unten im dichten Grün ein sechsköpfiger Söldnertrupp unter Major „Dutch“ Schaefer. Ihm zur Seite stehen Mac, Blain, Billy, Poncho und Hawkins. Kurz darauf erklärt General Phillips die Mission offiziell zur Rettungsoperation: Ein entführter Minister soll aus Rebellenhand befreit werden. Außerdem begleitet CIA-Agent Dillon die Einheit, ein ehemaliger Kampfgefährte Dutchs aus Vietnamzeiten. Schon früh jedoch spürt Dutch, dass dieser Auftrag nicht sauber ist, denn sein Ehrenkodex widerspricht verdeckten Tötungsmissionen. Zusätzlich verstärkt Dillons glatte Argumentation sein wachsendes Misstrauen.
Im Verlauf der Mission dringt der Trupp tiefer in den Dschungel vor und stößt zunächst auf einen zerstörten Hubschrauber. Kurz darauf entdecken sie drei gehäutete Leichen, kopfüber aufgehängt. Dutch erkennt die Toten anhand ihrer Erkennungsmarken als Green Berets, die er persönlich kannte. Währenddessen beobachtet ein unsichtbares Wesen die Gruppe mit Wärmebildsicht aus der Distanz. Schließlich erreicht das Team das Rebellenlager und greift es nach einer öffentlichen Erschießung sofort an. Im anschließenden Feuergefecht eliminieren sie fast alle Gegner, doch sie finden heraus, dass die „Geiseln“ in Wahrheit CIA-Personal sind. Dillon gesteht daraufhin, dass die Mission nur als Tarnung für einen verdeckten Schlag gegen eine sowjetisch unterstützte Operation dient. Danach zieht sich die Gruppe durch ein enges Tal zurück.
Wenn die Jäger zu Gejagten werden
Kurz darauf eskaliert die Lage weiter: Anna flieht und Hawkins folgt ihr, doch plötzlich reißt eine unsichtbare Kraft ihn in den Dschungel. Sofort bleibt nur Chaos und Blut zurück. Danach verliert das Team auch Blain im Kampf. Während Mac wütend mit der Minigun in die Bäume feuert, erkennt niemand sofort die wahre Bedrohung. Dennoch errichten die Überlebenden ein Nachtlager mit improvisierten Fallen, doch das Wesen stiehlt Blains Leiche. Jetzt versteht Dutch zunehmend, dass der Gegner sich in den Baumkronen bewegt. Billy spricht schließlich aus, was alle ahnen: Sie jagen keinen Menschen mehr. Am nächsten Tag scheitert ein Fangversuch, und Poncho wird schwer verletzt.
Danach trennt sich das Team. Während Dutch und Billy versuchen, Poncho und Anna zum Treffpunkt zu bringen, jagen Dillon und Mac eigenständig die Kreatur. Allerdings verfügt der Jäger über überlegene Waffen und tötet Mac aus der Distanz. Kurz darauf stirbt auch Dillon brutal im Nahkampf. Dutch schickt Anna allein weiter, da das Wesen Unbewaffnete offenbar ignoriert. Anschließend stürzt er selbst in einen Fluss, bedeckt sich mit Schlamm und entgeht so der Wärmeortung. Von diesem Moment an steht er allein dem Gegner gegenüber.
Daraufhin bereitet Dutch ein improvisiertes Schlachtfeld vor und baut primitive Fallen aus Holz, Seilen und Sprengstoff. Sobald die Nacht einsetzt, lockt er den Jäger mit Feuer gezielt an. Im Kampf zerstört er dessen Tarntechnologie mit einer Explosion. Dadurch zwingt er den Gegner, Helm und Plasmakanone abzulegen und sich direkt zu stellen. Obwohl Dutch schwer verletzt wird, führt er den Jäger in eine finale Falle. Kurz vor dem Ende aktiviert dieser jedoch seinen Selbstzerstörungsmechanismus. Im letzten Moment rettet sich Dutch vor der Explosion und überlebt. Schließlich holen General Phillips und Anna ihn erschöpft aus dem Dschungel heraus.
Filmkritik und Fazit zum Film „Predator“
Was „Predator“ über seinen reinen Genre-Kern hinaushebt, ist die strukturelle Kühnheit der Dramaturgie. Die ersten dreißig Minuten inszeniert McTiernan als klassischen Söldnerfilm mit Machoposen, Muskelschau und dem Stürmen eines Rebellenlagers. Der Angriff auf das Camp ist technisch versiert, dabei jedoch auffällig geräuschvoll und pyrotechnisch überladen. Genau diese Exposition benötigt der Film, um im Anschluss jede ihrer Gewissheiten abzutragen. Donald M. McAlpines Kamera verwandelt den mexikanischen Urwald in eine eigenständige Figur. Sie atmet, flirrt, verbirgt.
Der eigentliche Coup liegt im Wechsel der Perspektive, als die subjektive Wärmebildsicht des Jägers einsetzt. Diese Einstellungen erinnern an das Slasher-Kino der späten Siebziger und überführen dessen Logik in ein Science-Fiction-Setting. Alan Silvestris Score arbeitet mit tiefen Perkussionsklängen, die das Tempo tragen, ohne die Szenen zu überzeichnen. Stan Winstons Kreaturendesign bleibt auch fast vierzig Jahre später wirkungsvoll, gerade weil es lange nur angedeutet wird. Schwarzenegger wiederum verzichtet auf seine übliche Unverwundbarkeit und lässt Dutch als getriebene, verletzliche Figur erscheinen.
Kritisch bleibt die dünne Figurenzeichnung der Nebenrollen, die kaum über ihre Funktion hinausreichen. Der Film gleicht dieses Defizit durch die Konsequenz seines Konzepts aus: Reduktion auf einen Schauplatz, ein Duell, eine archaische Grundfrage. Wer den klassischen Actionfilm der Achtziger schätzt oder sich für die Schnittstelle zwischen Horror und Science-Fiction interessiert, findet hier einen Meilenstein des Genres. Genre-Liebhaber sollten diesen Film gesehen haben.