Transformers: The Last Knight

Wenn Merlin betrunken im arthuranischen England Roboter aus dem Weltall um Hilfe bittet, ist das kein Zeichen für ein geschwächtes Drehbuch – sondern Programm. „Transformers: The Last Knight“ ist ein Film, der sich selbst keine Grenzen setzt, kein Genre respektiert und keine narrative Konvention für bindend hält. Michael Bay verabschiedet sich von einem Franchise, das er zehn Jahre lang geprägt hat, und tut dabei genau das, was man von ihm erwartet: Er macht mehr. Mehr Chaos, mehr Schauplätze, mehr Geschichte, mehr Explosionen.

Transformers: The Last Knight
Dauer: 155 Min.
FSK: 12 (DE)
Jahr: 2017
Kategorien: Action
Regie: Michael Bay
Produzenten: Lorenzo di Bonaventura, Ian Bryce, Don Murphy, Tom DeSanto
Hauptdarsteller: Mark Wahlberg, Laura Haddock, Peter Cullen
Nebendarsteller: Anthony Hopkins, Erik Aadahl, Josh Duhamel, Gemma Chan
Studio: Paramount Pictures, di Bonaventura Pictures, Ian Bryce Productions, DeSanto/Murphy Productions, Hasbro

Ob man darin künstlerische Selbstermächtigung sieht oder schlicht die Konsequenz fehlender Kontrolle, hängt davon ab, was man ins Kino mitbringt. Die Frage ist nicht, ob „The Last Knight“ funktioniert – sondern für wen er gedacht ist.

Besetzung, Regie und Drehorte

Transformers: The Last Knight“ ist der fünfte Teil der Transformers-Realfilmreihe und erschien am 22. Juni 2017 in den deutschen Kinos. Regie führte erneut Michael Bay, das Drehbuch stammt von Art Marcum, Matt Holloway und Ken Nolan. Die Filmmusik komponierte Steve Jablonsky, der bereits den ersten Teil der Reihe musikalisch gestaltet hatte. Es handelt sich um den ersten Film der Reihe, der vollständig mit IMAX-Kameras in 3D gedreht wurde, unter anderem mit Arri Alexa 65-Systemen.

Mark Wahlberg übernimmt erneut die Hauptrolle als Cade Yeager. An seiner Seite sind Laura Haddock als Geschichtsprofessorin Vivian Wembley und Anthony Hopkins als Lord Edmund Burton zu sehen. Josh Duhamel kehrt aus den ersten drei Teilen als Colonel William Lennox zurück, Stanley Tucci spielt in einer neuen Rolle den Zauberer Merlin. Isabela Moner ist als Izabella erstmals in der Reihe dabei. Die Transformer-Figuren werden von Peter Cullen als Optimus Prime und Frank Welker als Megatron gesprochen.

Die Dreharbeiten zu Transformers 5 begannen im Mai 2016 auf Kuba und führten das Team durch zahlreiche Länder. In den USA entstanden Aufnahmen in Peoria, Detroit und an der Luke Air Force Base. Im Vereinigten Königreich wurde unter anderem an der Bamburgh Castle, dem Alnwick Castle, in Oxford und auf der Isle of Skye gedreht. Weitere Außenaufnahmen entstanden in Norwegen an der Trolltunga. Der Film trägt die Altersfreigabe FSK 12 und hat eine Laufzeit von 150 Minuten.

Handlung & Inhalt vom Film „Transformers: The Last Knight“

Im Jahr 484 nach Christus wendet sich der Zauberer Merlin an eine Gruppe von Transformers, die sich auf der Erde versteckt halten – die sogenannten Ritter von Iacon. Sie übergeben ihm einen mächtigen Stab, mit dem König Artus und seine Ritter die Sachsen besiegen können. Die Transformers geben Merlin jedoch einen Auftrag: Er soll den Stab verbergen. Jahrhunderte später ist die Erde ein umkämpftes Terrain. Eine paramilitärische Einheit, die Transformers Reaction Force, verfolgt alle Maschinen, während unter den verbliebenen Autobots und Decepticons ein fragiles Gleichgewicht herrscht.

Optimus Prime, der die Erde verlassen hat, erreicht die Trümmer von Cybertron. Dort trifft er auf Quintessa, eine kybernetronische Gottheit, die ihn durch Manipulation in „Nemesis Prime“ verwandelt und ihn anschließend zurück zur Erde schickt. Ihr Auftrag ist klar: Er soll den Stab Merlins finden und damit die Energie des Erdkerns nach Cybertron übertragen. Auf der Erde lebt unterdessen Cade Yeager in einem Schrottplatz, wo er Transformer-Flüchtlinge verbirgt. In einem zerstörten Chicago begegnet er zudem der jungen Izabella und ihrem kleinen Transformer-Gefährten Sqweeks. Schließlich übergibt ein sterbender Transformer Cade ein rätselhaftes Talisman.

Zwischen zwei Welten – der Kampf um die Erde

Megatron, der seine frühere Identität als Galvatron abgelegt hat, erfährt vom Wert des Talismans und verbündet sich widerwillig mit der US-Regierung, um es zu erlangen. Der britische Lord Edmund Burton, letztes Mitglied einer Geheimgesellschaft namens Orden der Witwiccans, lässt Cade über den Transformer Cogman nach England bringen. Gleichzeitig wird die Oxforder Geschichtsprofessorin Vivian Wembley vom Transformer Hot Rod zu Burton gebracht. Burton erklärt den Versammelten, dass Transformers seit Jahrhunderten im Verborgenen unter den Menschen gelebt haben. Das Talisman führt zum Stab Merlins, der in einem versunkenen kybernetronischen Raumschiff unter dem Meeresgrund liegt.

Vivian wird als direkte Nachfahrin Merlins identifiziert – nur sie kann den Stab aktivieren. Die Gruppe flieht vor den Behörden, kommandiert das U-Boot HMS Alliance und findet das versunkene Schiff. Dort erweckt Vivian den Stab und weckt damit die Ritter von Iacon. Die TRF und Navy SEALs überwältigen Cade und Vivian, doch Optimus taucht auf und nimmt den Stab an sich. In einem entscheidenden Moment erklingt Bumblebees eigene Stimme – zum ersten Mal in der Reihe – und bricht Quintessas Kontrolle über Optimus Prime. Die Decepticons stehlen daraufhin im Chaos den Stab und schlagen sich auf Quintessas Seite.

Cybertron rückt der Erde bedrohlich nahe und beginnt, thermische Energie aus ihr zu saugen. Unter Stonehenge aktiviert Quintessa den Stab. Burton versucht Megatron aufzuhalten und stirbt dabei. Cades Talisman verwandelt sich in Excalibur, was die Ritter von Iacon bewegt, auf die Seite der Menschen zu wechseln. Die Autobots, der dreiköpfige Dragonstorm und die verbliebenen menschlichen Verbündeten stürmen Cybertron. Vivian entreißt Quintessa den Stab und stoppt den Energietransfer. Optimus besiegt Megatron, Bumblebee tötet Quintessa scheinbar. Beide Planeten bleiben gerettet, aber eng miteinander verbunden. In einer Post-Credit-Szene zeigt sich, dass Quintessa überlebt hat – in menschlicher Gestalt nähert sie sich Wissenschaftlern, die einen der Hörner Unicrons untersuchen.

Filmkritik und Fazit zum Film „Transformers: The Last Knight“

Transformers: The Last Knight“ ist ein Film, der konsequent gegen sich selbst arbeitet – und das mit beträchtlichem Aufwand. Michael Bay inszeniert mit einer Energie, die keine Pause kennt: Kameramann Jonathan Sela verfolgt jede Szene mit rastloser Bewegung, der Schnitt von sechs verschiedenen Editoren zerhackt das Geschehen in kurze, knallharte Einheiten. Das funktioniert in den reinen Actionmomenten, wenn Dinobots und Dragonstorm über Cybertron rasen – es versagt, wenn die Handlung dramaturgische Anbindung bräuchte. Steve Jablonskys Musik liefert solide epische Unterstützung, ohne eigene Akzente zu setzen. Anthony Hopkins spielt Lord Burton mit einer entspannten Ironie, die dem Film guttut.

Die größte Stärke des Films ist paradoxerweise sein Größenwahn. Wenn Artussage, Zweiter Weltkrieg, Science-Fiction und U-Boot-Abenteuer in einer einzigen Plotline kollidieren, entsteht ein Spektakel, das seine eigene Unbeherrschtheit zum Stilmittel macht. Die IMAX-3D-Aufnahmen verleihen den planetaren Kollisionsszenen echtes Gewicht – man spürt, dass hier Budget und Technik an ihre Grenzen getrieben wurden. Mark Wahlberg bleibt dabei als emotionaler Anker weitgehend blass, die Figur Cade Yeager fordert ihn wenig. Laura Haddock als Vivian Wembley bekommt immerhin eine Handlungsfunktion, die über Begleitfigur hinausgeht. Die 150 Minuten Laufzeit allerdings dehnen sich – nicht trotz des Tempos, sondern wegen der strukturellen Beliebigkeit des Skripts.

Wer narrativen Zusammenhalt oder dramaturgische Präzision sucht, wird hier enttäuscht. Wer dagegen bereit ist, sich einem visuell überwältigenden, inhaltlich entgrenzten Spektakel auszusetzen, findet in „Transformers 5“ einen Film, der seinen Exzess zumindest konsequent lebt. Für Fans der Reihe und Liebhaber opulenten Actionkinos ist er ein durchaus lohnenswertes, wenn auch anstrengendes Erlebnis.

X