Men in Black 3

Zehn Jahre Pause – das ist in der Welt des Blockbuster-Kinos eine Ewigkeit. „Men in Black 3“ kam 2012 in eine Kinolandschaft zurück, die sich grundlegend verändert hatte: Das Marvel Cinematic Universe war im Aufbau, Superhelden dominierten die Leinwände, und das Publikum hatte längst gelernt, Franchise-Auferstehungen mit Skepsis zu begegnen. Der dritte Teil der auf Marvel-Comics basierenden Reihe um die schwarz gekleideten Alienagenten stellte sich diesem Erwartungsdruck mit einem klassischen Science-Fiction-Mittel entgegen.

Men in Black 3
Dauer: 106 Min.
FSK: 12 (DE)
Jahr: 2012
Kategorien: Action, Komödie
Regie: Barry Sonnenfeld
Produzenten: Laurie MacDonald, Walter F. Parkes
Hauptdarsteller: Will Smith, Tommy Lee Jones, Josh Brolin
Nebendarsteller: Jemaine Clement, Emma Thompson, Michael Stuhlbarg, Mike Colter
Studio: Columbia Pictures, Hemisphere Media Capital, Amblin Entertainment, Parkes+MacDonald Image Nation, Image Nation Abu Dhabi

Ein Zeitreise-Plot birgt strukturelle Risiken, denn er verspricht mehr, als er oft halten kann. Regisseur Barry Sonnenfeld und Drehbuchautor Etan Cohen nutzten diesen Kniff jedoch nicht als bloße Konstruktionshilfe, sondern als emotionalen Hebel. Darin liegt die eigentliche Frage, die „Men in Black 3″ an sein Publikum stellt: Kann ein Film, dessen Drehbuch sich bis in die Produktion hinein im Umbau befand, trotzdem eine kohärente Erzählung über Loyalität und Verlust liefern?

Besetzung, Regie und Drehorte

Men in Black 3“ ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Actionkomödie, die am 25. Mai 2012 in den amerikanischen Kinos anlief und am 24. Mai 2012 in Deutschland startete. Barry Sonnenfeld führte zum dritten Mal in der Reihe Regie, das Drehbuch stammt von Etan Cohen nach einer Story-Vorlage von Will Smith; zusätzliche Überarbeitungen nahmen David Koepp und Jeff Nathanson vor. Produziert wurde der Film von Walter F. Parkes und Laurie MacDonald, Steven Spielberg fungierte als ausführender Produzent. Gedreht wurde überwiegend in New York City sowie in Los Angeles, unter anderem in den Kaufman Astoria Studios und in Brooklyn.

Will Smith und Tommy Lee Jones kehren in ihre etablierten Rollen als Agent J und Agent K zurück. Neu in der Besetzung ist Josh Brolin, der die junge Version von Agent K in den 1969er-Szenen verkörpert. Jemaine Clement spielt den Antagonisten Boris. Emma Thompson übernimmt die Rolle der neuen MIB-Chefin Agent O, während Alice Eve dieselbe Figur in der Vergangenheit darstellt. Michael Stuhlbarg tritt als clairvoyanter Alien Griffin auf, und Bill Hader ist in einer Nebenrolle als Andy Warhol zu sehen.

Der Film läuft 106 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Mit einem Produktionsbudget von 215 Millionen US-Dollar ist er der teuerste Teil der Reihe und zählt zu den aufwendigsten Produktionen des Kinojahres 2012. Das Sounddesign und den Score verantwortete Danny Elfman, der bereits die beiden Vorgängerfilme musikalisch gestaltet hatte. Weltweit spielte „Men in Black 3″ rund 654 Millionen US-Dollar ein.

Handlung & Inhalt vom Film „Men in Black 3“

Das außerirdische Schwerverbrechen Boris, im Volksmund „die Bestie“ genannt, bricht aus einem Hochsicherheitsgefängnis auf dem Mond aus. Vor vierzig Jahren hatte ihn Agent K bei einem Einsatz in Cape Canaveral gestoppt und dabei einen Arm abgeschossen. Seitdem hegt Boris tiefen Groll. Zurück auf der Erde sucht er den Ort seiner einstigen Gefangennahme auf und lockt K und dessen Partner J in ein chinesisches Restaurant – eine Falle. Während des Kampfes wirft Boris eine düstere Behauptung in den Raum: K sei bereits tot, er wisse es nur noch nicht.

J ist aufgewühlt. Er versucht, über interne MIB-Datenbanken mehr über die Vergangenheit seines Partners herauszufinden, stößt jedoch auf gesperrte Dateien. Noch am selben Abend ruft K bei J an – ein ungewöhnliches Zeichen. Am nächsten Morgen ist K verschwunden. Seine Wohnung bewohnt eine fremde Familie. Im MIB-Hauptquartier erfährt J, dass Boris entkommen ist und Agent K bereits vor vierzig Jahren ums Leben gekommen sein soll. Nur J erinnert sich an ihn in der Gegenwart. Die neue MIB-Chefin Agent O erkennt, dass jemand in der Zeit eingegriffen haben muss, und deutet auf eine Zeitmanipulation hin. J fasst einen Entschluss: Er beschafft sich eine Zeitmaschine und reist ins Jahr 1969.

Zeitsprung in die Vergangenheit

In der Vergangenheit angekommen stellt J den jungen Boris nach dessen erstem Mord. Doch bevor er handeln kann, greift der junge Agent K ein und nimmt J fest. Anschließend bringt er ihn ins MIB-Hauptquartier, wo J eigentlich sein Gedächtnis verlieren soll. Allerdings glaubt K im letzten Moment der Geschichte und entscheidet sich gegen die Löschung. Daraufhin arbeiten beide zusammen und beginnen die Jagd auf Boris. Gleichzeitig folgen sie Spuren in der New Yorker Kunstszene und treffen schließlich auf den Archanier Griffin, der mögliche Zukünfte sieht und ein Objekt für das Arcnet trägt.

Infolgedessen entführt Boris Griffin und will das Arcnet-Objekt an sich reißen. Dadurch soll die Installation des Schutzsystems im Orbit verhindert werden. Deshalb befreien K und J Griffin schnell wieder. Danach entsteht ein klarer Plan: Das Arcnet soll mit der Saturn-V-Rakete ins All gebracht werden. Deshalb reisen sie zum Kennedy Space Center, wo beide Boris-Versionen auftauchen. Kurz vor dem Start erreichen sie gemeinsam mit einem Offizier die Startrampe.

Schließlich kommt es zum Kampf. Beide Boris werden besiegt. J tötet den Boris aus der Gegenwart. K tötet den jungen Boris, um die Zukunft zu sichern. Danach startet das Arcnet mit Apollo 11 in den Orbit und schützt die Erde. J erfährt später, dass der Offizier sein Vater ist. Er sieht sich selbst als Kind auf der Tribüne. Schließlich kehren K und J zurück. Boris ist verschwunden. K wirkt menschlicher. J bedankt sich, und K antwortet knapp.

Filmkritik und Fazit zum Film „Men in Black 3“

Men in Black 3“ ist ein Film, der unter denkbar schwierigen Bedingungen entstand: Drehstart ohne fertiges zweites und drittes Akt, zwei Produktionspausen, mehrere Drehbuchautoren – und dennoch trägt das fertige Werk keine sichtbaren Narben davon. Sonnenfeld findet zur Leichtigkeit der ersten Teile zurück, ohne diese bloß zu reproduzieren. Der eigentliche Gewinn liegt in Josh Brolin, dessen Verkörperung des jungen Agent K eine bemerkenswerte schauspielerische Leistung darstellt: Er imitiert Tommy Lee Jones nicht, er destilliert ihn – das Knurren, das Schweigen, das trockene Misstrauen – und bleibt dabei eine eigenständige Figur.

Danny Elfmans Score erweitert sein bekanntes Hauptthema um E-Gitarren-Passagen, die den 1969er-Kontext subtil aufgreifen, ohne in Retro-Parodie abzugleiten. Die Ausstattung der Sechziger-Sequenzen setzt auf den Kontrast von historischer Atmosphäre und Science-Fiction-Objekt – Fischerhelm-Aliens und Blechraketen neben den glatten MIB-Apparaturen der Gegenwart. Dieser Bruch erzeugt eine visuelle Eigenheit, die das Zeitreisemotiv über die bloße Erzählfunktion hinaus trägt. Wo der 3D-Einsatz, im Nachgang aus 2D konvertiert, kaum einen Mehrwert liefert, hält Bill Popes Kameraarbeit die Energie im Bild.

„Men in Black 3″ ist kein Film für Zuschauer, die ein dichtes Drehbuch suchen. Die Handlung folgt bekannten Bahnen, und der Zeitreise-Mechanismus hält keiner analytischen Prüfung stand. Was ihn empfehlenswert macht, ist seine emotionale Richtigkeit: Das Finale am Startkomplex ist überraschend berührend, und dieser Effekt entsteht nicht trotz der leichten Tonalität des Films, sondern durch sie. Wer die Reihe kennt und ihr wohlgesonnen ist, findet hier einen würdigeren Abschluss, als es zehn Jahre Schweigen vermuten ließen.

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