Zurück in die Zukunft

Es gibt Filme, die ihre Epoche überdauern, weil sie in ihr verwurzelt bleiben. „Zurück in die Zukunft“ aus dem Jahr 1985 ist ein solcher Fall. Robert Zemeckis und sein Co-Autor Bob Gale verdichten eine Handvoll vertrauter Genrebausteine zu einer präzise gebauten Komödie. Das Science-Fiction-Gerüst trägt dabei weniger futuristisches Gewicht, als man vermuten würde. Es dient einer Erzählung über Familie, über verpasste Entscheidungen, über das Unbehagen am eigenen Herkommen. Ein Jugendfilm also, der sich hinter seinem Spielwerk versteckt.

Zurück in die Zukunft
Dauer: 116 Min.
FSK: 12 (DE)
Jahr: 1985
Kategorien: Science-Fiction
Regie: Robert Zemeckis
Produzenten: Neil Canton, Bob Gale
Hauptdarsteller: Michael J. Fox, Christopher Lloyd, Crispin Glover
Nebendarsteller: Lea Thompson, Claudia Wells, Thomas F. Wilson, Marc McClure
Studio: Universal Pictures, Amblin Entertainment

Zemeckis inszeniert das Zeitreisemotiv mit bemerkenswerter Leichtigkeit. Die Ära der Reagan-Jahre trifft auf die spießige Kleinstadtidylle der Eisenhower-Zeit, und zwischen beiden Polen entfaltet sich ein komödiantisches Spiel mit Erwartungen. Alan Silvestris orchestraler Score verleiht dem Ganzen einen Zug ins Mythische, ohne die Ironie des Drehbuchs zu untergraben. Die Spannung zwischen popkulturellem Übermut und klassischer Hollywood-Dramaturgie prägt jede Szene. Was macht einen Unterhaltungsfilm zum Kulturgut, das eine ganze Dekade überstrahlt?

Besetzung, Regie und Drehorte

Zurück in die Zukunft“ entstand unter der Regie von Robert Zemeckis, der das Drehbuch gemeinsam mit Bob Gale verfasste. Produziert wurde der Film von Neil Canton und Bob Gale, Executive Producer war Steven Spielberg. Die Kamera führte Dean Cundey, den Schnitt übernahmen Harry Keramidas und Arthur Schmidt. Die Filmmusik komponierte Alan Silvestri. Amblin Entertainment produzierte in Zusammenarbeit mit Universal Pictures. Die Dreharbeiten begannen im November 1984 und endeten im April 1985 bei einem Budget von rund 19 Millionen US-Dollar.

Michael J. Fox verkörpert den Schüler Marty McFly, nachdem der ursprünglich besetzte Eric Stoltz nach fünfwöchigen Dreharbeiten ersetzt worden war. Christopher Lloyd spielt den exzentrischen Erfinder Dr. Emmett Brown. Lea Thompson übernimmt die Rolle der Lorraine Baines, Crispin Glover die des George McFly. Thomas F. Wilson verkörpert den Widersacher Biff Tannen. Claudia Wells komplettiert das Ensemble als Jennifer Parker. Huey Lewis tritt in einer Kameorolle als strenger Schulmusikwettbewerb-Juror auf.

Der Film erschien am 3. Juli 1985 in den USA und am 3. Oktober 1985 in westdeutschen Kinos. Mit 116 Minuten Laufzeit und einer Freigabe ab zwölf Jahren spielte er weltweit rund 381 Millionen US-Dollar ein. Bei der Oscarverleihung 1986 wurde der Film für den besten Tonschnitt ausgezeichnet. 2007 nahm ihn das National Film Registry in seine Sammlung auf.

Handlung & Inhalt vom Film „Zurück in die Zukunft“

Marty McFly lebt im kalifornischen Hill Valley des Jahres 1985, doch sein Alltag wirkt ernüchternd. Sein Vater George ist ein ängstlicher Schreibtischtäter, den sein Vorgesetzter Biff Tannen systematisch demütigt. Auch seine Mutter Lorraine hat mit sich und ihrer Jugend längst abgeschlossen. Zwischen schulischem Verdruss und Rockmusik-Träumen bewegt sich Marty deshalb wie in einem Gehäuse, aus dem kein Entkommen scheint. Sein einziger Verbündeter ist hingegen der schrullige Wissenschaftler Dr. Emmett Brown. Dieser hat nämlich ein Gerät konstruiert, das die Grenzen der Physik sprengen soll. Dabei wird ein umgebauter DeLorean zur Zeitmaschine.

Die erste Demonstration gerät jedoch zur Katastrophe. Browns Plutonium stammt aus einem dubiosen Geschäft mit libyschen Terroristen, die sich nun für seinen Betrug rächen wollen. Deshalb erschießen sie den Erfinder auf offener Straße. Marty flieht daraufhin, betätigt versehentlich den Fluxkompensator und landet schließlich im Jahr 1955. Dort trifft er auf seine noch jugendlichen Eltern. Allerdings verhindert ein unbedachter Eingriff das schicksalhafte Treffen, aus dem später seine Existenz hervorgehen sollte. Schlimmer noch: Lorraine verliebt sich nun in ihn selbst und nicht in den schüchternen George. Dadurch beginnt Martys Dasein buchstäblich zu verblassen.

Der Tanz über dem Abgrund

Marty sucht deshalb den Dr. Brown der Vergangenheit auf. Nach einigem Zögern glaubt dieser schließlich der ungeheuerlichen Geschichte und beginnt daraufhin mit der Vorbereitung der Rückkehr. Da Plutonium in den Fünfzigern unerreichbar bleibt, richten beide ihre Hoffnung jedoch auf ein anderes Ereignis. Ein Blitz wird nämlich zur vorausberechneten Uhrzeit in die Rathausuhr einschlagen. Die Energie dieses Einschlags soll den DeLorean anschließend ins Jahr 1985 zurückschleudern. Parallel dazu muss Marty seine Eltern zusammenführen. Deshalb wird ein Schulball zum dramaturgischen Schmelzpunkt.

Der geplante Heldenauftritt des zaghaften George scheitert zunächst an Biff, der Lorraine im Auto belästigt und Marty zuvor kaltgestellt hat. Unerwartet findet George jedoch Mut zur Gegenwehr und streckt seinen Peiniger mit einem einzigen Schlag nieder. Dadurch erlebt Lorraine ihre Offenbarung, während der erste Kuss die familiäre Zukunft besiegelt. Parallel dazu rast Marty gegen die Zeit. Der Blitz trifft die Turmuhr schließlich punktgenau, sodass sich die Spannung im Fluxkompensator entlädt und der DeLorean in einer Leuchtspur Richtung Gegenwart verschwindet.

Zurückgekehrt findet Marty schließlich ein verändertes Zuhause vor. George ist nun ein selbstbewusster Schriftsteller geworden, während Lorraine wieder Lebensfreude ausstrahlt und Biff als unterwürfiger Autopfleger den Wagen der Familie schrubbt. Zudem hat ein Brief aus der Vergangenheit Dr. Browns Leben gerettet, weil dieser entgegen seiner Bedenken die Warnung gelesen und deshalb eine schusssichere Weste getragen hat. Im Finale kehrt Brown schließlich mit einer weiterentwickelten Zeitmaschine zurück. Er drängt Marty und Jennifer zur sofortigen Reise in die Zukunft, da dort dringende Angelegenheiten ihre Kinder betreffen.

Filmkritik und Fazit zum Film „Zurück in die Zukunft“

Was „Zurück in die Zukunft“ bis heute trägt, ist die dramaturgische Ökonomie des Drehbuchs. Zemeckis und Gale konstruieren ihre Geschichte mit der Präzision eines Uhrmachers. Kein Detail bleibt folgenlos, kein beiläufiger Dialog ohne späteres Echo. Christopher Lloyd stattet seinen Dr. Brown mit einer überdrehten Gestik aus, die nie ins bloße Chargieren abgleitet. Michael J. Fox wiederum hält den Film mit einer erstaunlich unangestrengten Leichtigkeit zusammen. Dean Cundeys Kameraarbeit gibt den beiden Zeitebenen klar unterscheidbare Farbwelten.

Das Tempo bleibt über die gesamte Laufzeit bemerkenswert konsistent. Alan Silvestris Partitur, getragen von einem 98-köpfigen Orchester, verleiht den Zeitsprüngen eine fast heroische Wucht. Die Spezialeffekte wirken aus heutiger Sicht patiniert, funktionieren aber durch ihre konsequente Einbettung in die Erzählung. Kritisch bleibt der Umgang mit Frauenfiguren, die vorrangig als Objekte männlicher Sehnsucht erscheinen. Der ödipale Kern der Handlung wird durch einen erzählerischen Kniff entschärft, ohne wirklich durchdrungen zu werden. Hier zeigt sich das Jahrzehnt, in dem der Film entstand.

Vier Jahrzehnte nach seiner Premiere hat der Film wenig von seinem Sog verloren. Wer Unterhaltungskino mit dramaturgischer Finesse schätzt, findet hier ein Musterbeispiel des Genres. Liebhaber der Science-Fiction-Komödie sollten den Auftakt der Trilogie unbedingt kennen. Zemeckis hat mit diesem Werk einen Maßstab gesetzt, an dem sich spätere Zeitreiseerzählungen messen lassen müssen. Die DeLorean-Flügeltüren öffnen sich bis heute mit ungebrochener Verheißung.

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