Dich kriegen wir auch noch!

Dich kriegen wir auch noch!“ verbindet jugendliche Außenseiter mit einer scheinbar perfekten Kleinstadt. Hinter gepflegten Fassaden herrscht ein auffälliger Drang nach Anpassung und Disziplin. Gerade Jugendliche geraten dabei unter den Einfluss ihrer Eltern und der Schule. Rebellion gilt nicht als normale Entwicklungsphase, sondern als Problem. Dadurch entsteht ein Konflikt zwischen persönlicher Freiheit und kontrolliertem Verhalten.

Dich kriegen wir auch noch
Dauer: 84 Min.
FSK: 18 (DE)
Jahr: 1998
Kategorien: Horror, Thriller
Regie: David Nutter
Produzenten: Jonathan Shestack, Armyan Bernstein
Hauptdarsteller: James Marsden, Katie Holmes, Nick Stahl
Nebendarsteller: Bruce Greenwood, William Sadler, Chad Donella, Katharine Isabelle
Studio: Beacon Communications, Village Roadshow-Hoyts Film Partnership, Behavioral Problem Productions Ltd., Metro-Goldwyn-Mayer, Beacon Pictures

Steve Clark kommt nach dem Tod seines Bruders mit seiner Familie nach Cradle Bay. Dort freundet er sich mit Rachel, Gavin und U.V. an. Bald bemerkt Steve, dass sich einige Mitschüler ungewöhnlich stark verändert haben. Gemeinsam mit seinen Freunden stößt er auf Dr. Caldicotts Blue-Ribbons-Programm. Eltern lassen ihre Kinder damit gezielt umformen und kontrollieren. Schließlich planen auch Steves Eltern seine Teilnahme. Für Steve beginnt damit der Versuch, sich dieser Kontrolle zu entziehen. Kann er Cradle Bay verlassen, bevor Caldicott auch ihn verändert?

Besetzung, Regie und Drehorte

Dich kriegen wir auch noch!“ trägt im Original den Titel „Disturbing Behavior“. Der Horror-Thriller entstand 1998 als Produktion aus den USA, Kanada und Australien. Regie führte David Nutter, während Scott Rosenberg das Drehbuch schrieb. Armyan Bernstein und Jonathan Shestack übernahmen die Produktion. Außerdem komponierte Mark Snow die Musik, John S. Bartley verantwortete die Kamera und Randy Jon Morgan den Schnitt. Der englischsprachige Film hat eine Laufzeit von 82 Minuten und erhielt in Deutschland eine FSK-Freigabe ab 18 Jahren.

Zur Besetzung gehören James Marsden als Steve Clark und Katie Holmes als Rachel Wagner. Daneben spielt Nick Stahl Gavin Strick, während Steve Railsback als Officer Cox auftritt. Bruce Greenwood verkörpert Dr. Edgar Caldicott und William Sadler übernimmt die Rolle von Dorian Newberry. Zudem sind Chad Donella als U.V., Ethan Embry als Allen Clark sowie Katharine Isabelle als Lindsay Clark zu sehen. Die Dreharbeiten fanden zwischen Januar und März 1998 in Port Coquitlam und Vancouver statt.

In den USA startete der Film am 24. Juli 1998, während der deutsche Kinostart am 27. Mai 1999 folgte. Die Produktionskosten lagen bei rund 15 Millionen US-Dollar. An den Kinokassen spielte der Film etwa 18 Millionen Dollar ein. Am nordamerikanischen Startwochenende erreichte er mit sieben Millionen Dollar Platz sieben der Kinocharts. Katie Holmes gewann für ihre Mitwirkung einen MTV Movie Award und erhielt außerdem eine Nominierung für die Saturn Awards.

Handlung & Inhalt vom Film „Dich kriegen wir auch noch!“

Steve Clark zieht mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester Lindsay nach Cradle Bay. Die Familie verlässt Chicago, nachdem Steves älterer Bruder Allen Selbstmord begangen hat. Steve verarbeitet den Verlust weiterhin und findet sich nur langsam in der neuen Umgebung zurecht. An seiner Schule freundet er sich mit den Außenseitern Gavin Strick, U.V. und Rachel Wagner an. Gleichzeitig begegnet er dem Schulpsychologen Dr. Edgar Caldicott, der ihm das sogenannte Blue-Ribbons-Programm empfiehlt. Gavin warnt Steve jedoch vor dieser Gruppe. Seiner Ansicht nach kontrolliert Caldicott die auffällig angepassten und erfolgreichen Jugendlichen. Steve hält diese Erklärung zunächst für übertrieben, bleibt gegenüber den Blue Ribbons aber vorsichtig.

Kurz darauf erlebt Rachel das aggressive Verhalten eines Gruppenmitglieds. Chug spricht sie zunächst vor einem Geschäft an, verliert dann jedoch plötzlich die Kontrolle und schlägt einen Mann brutal zusammen. Selbst Officer Cox greift während des Angriffs nicht ein. Rachel vermutet zunächst einen durch Steroide ausgelösten Wutanfall, während Gavin darin einen weiteren Beweis für seine Theorie sieht. Er zeigt Steve Fotos ehemaliger Problemjugendlicher, die inzwischen vollständig verändert auftreten. Anschließend belauschen Gavin und Steve ein Treffen von Eltern mit Dr. Caldicott.

Gavins überraschende Rückkehr

Dabei erfährt Gavin, dass seine eigenen Eltern ihn für das Programm angemeldet haben. Aus Angst vor einer Manipulation trägt er eine Waffe bei sich, die Steve ihm schließlich abnimmt. Am nächsten Schultag erscheint Gavin völlig verändert und verhält sich wie ein Mitglied der Blue Ribbons. Als Steve mit ihm sprechen will, wird er von der Gruppe angegriffen; Gavin führt den letzten Schlag aus. Später verliert auch Lorna bei Steve zu Hause plötzlich die Kontrolle und attackiert ihn mit einer Spiegelscherbe. Rachel wird währenddessen von Chug verfolgt, dessen implantierter Chip durch ein Hochfrequenzgerät gestört wird.

Steve und Rachel suchen in einer psychiatrischen Einrichtung nach Antworten. Dort erfahren sie, dass Dr. Caldicott Jugendlichen mit Zustimmung ihrer Eltern Mikrochips einsetzt, um sie gehorsam und erfolgreich zu machen. Da das Verfahren hormonelle Reaktionen nicht kontrollieren kann, führt sexuelle Erregung jedoch zu aggressiven Ausbrüchen. Als Steve und Rachel Lindsay retten wollen, werden sie überwältigt. Auch Steve soll auf Wunsch seiner Eltern behandelt werden. Kurz vor dem Eingriff verletzt er einen Techniker mit einem Skalpell und flieht mit Rachel.

Auf der Flucht tötet Rachel Chug mit einem Rohr. U.V. und Lindsay holen die beiden ab und fahren zum Fähranleger. Dort versperren Caldicott und die Blue Ribbons den Weg. Hausmeister Newberry aktiviert Hochfrequenzgeräte an seinem Auto, wodurch die Chips gestört werden. Trotz eines Schusses von Caldicott fährt er mit zahlreichen Blue Ribbons über eine Klippe. Steve stößt anschließend auch Caldicott in die Tiefe. Steve, Rachel, Lindsay und U.V. verlassen Cradle Bay. Später taucht Gavin jedoch weiterhin programmiert als Referendar an einer anderen Schule auf.

Fazit & Kritiken zum Film „Dich kriegen wir auch noch!“

Dich kriegen wir auch noch!“ besitzt eine reizvolle Grundidee über erzwungene jugendliche Anpassung. Besonders stark funktioniert Gavins Einführung der penibel sortierten Schulcliquen in der Cafeteria. Dabei verbindet der Film Teenagerkonflikte mit Misstrauen gegenüber Eltern und Autoritäten. Chugs Ausbruch im Supermarkt macht die Gefahr früh konkret und unangenehm. Allerdings greift die Geschichte bekannte Motive auf, ohne sie konsequent weiterzuentwickeln. Manche Dialoge klingen zudem gewollt lässig und bremsen dadurch glaubwürdige Begegnungen.

Spannender wird es, sobald Gavin selbst als angepasster Blue Ribbon zurückkehrt. Seine plötzliche Veränderung gibt Steves Verdacht erstmals persönliches Gewicht. Auch Lornas Angriff nach ihrem Annäherungsversuch zeigt das zentrale Problem deutlich. Solche Momente verbinden Kontrolle und unterdrückte Sexualität auf nachvollziehbare, zugleich bizarre Weise. Dagegen erklärt die psychiatrische Einrichtung das Geheimnis erstaunlich schnell und sehr vollständig. Dadurch verliert der Film einen Teil seiner zuvor aufgebauten Unsicherheit. Caldicott bleibt außerdem eher funktionaler Gegenspieler als wirklich komplexe Figur.

Im Finale setzt der Film stärker auf Flucht und direkte Konfrontationen. Newberrys Hochfrequenzgeräte liefern dabei eine einfallsreiche Anwendung des zuvor etablierten Details. Sein Opfer besitzt deshalb mehr Wirkung als manche frühere Schockszene. Caldicotts Sturz beendet den Konflikt dagegen vergleichsweise schlicht und vorhersehbar. Der Schluss mit Gavin setzt noch einen passenden, bitteren Nachsatz. So bleibt ein unterhaltsamer Teenagerthriller mit guter Idee, aber nicht vollständig ausgearbeiteter Umsetzung.

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