Escape Plan
Sie hätten eigentlich längst Geschichte sein sollen. Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger, die beiden Kolossalgestalten des amerikanischen Actionkinos der achtziger Jahre, sind jedoch hartnäckig. Mit „Escape Plan“ wagen sie 2013, was Fans seit Jahrzehnten erträumten: einen gemeinsamen Film als gleichberechtigte Hauptdarsteller. Mikael Håfström, der schwedische Regisseur, inszeniert sie in einem Hochsicherheitsgefängnis auf hoher See. Das Versprechen ist groß.

| Dauer: | 116 Min. |
|---|---|
| FSK: | 16 (DE) |
| Jahr: | 2013 |
| Kategorien: | Thriller |
| Regie: | Mikael Håfström |
| Produzenten: | Remington Chase, Kevin King Templeton, Robbie Brenner, Mark Canton, Randall Emmett |
| Hauptdarsteller: | Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger, Jim Caviezel |
| Nebendarsteller: | 50 Cent, Sam Neill, Vinnie Jones, Faran Tahir |
| Studio: | Knightsbridge Entertainment, Summit Entertainment, Atmosphere Entertainment MM, Envision Entertainment, Boies/Schiller Film Group, Lionsgate, Emmett/Furla Films |
Zwei Legenden, ein Gefängnis, kein Ausweg – das klingt nach einem Rezept, das sich nicht verspielen lässt. Doch ob das Drehbuch von Miles Chapman und Jason Keller diesem Versprechen gerecht wird oder ob das Spektakel hinter den Erwartungen zurückbleibt, ist eine Frage, die „Escape Plan“ auf eigentümliche Weise selbst stellt: Kann ein Film von seiner Besetzung leben, wenn das Fundament schwankt?
Besetzung, Regie und Drehorte
„Escape Plan“ ist ein US-amerikanischer Gefängnisthriller aus dem Jahr 2013, produziert von Robbie Brenner, Mark Canton und weiteren Produzenten. Die Regie übernahm der schwedische Filmemacher Mikael Håfström, bekannt durch den Horrorfilm „Zimmer 1408″. Das Drehbuch verfassten Miles Chapman und Jason Keller. Die Kamera führte Brendan Galvin, den Schnitt verantwortete Elliot Greenberg, und die Filmmusik komponierte Alex Heffes. Gedreht wurde unter anderem in New Orleans, Louisiana.
Die Hauptrolle des Sicherheitsexperten Ray Breslin verkörpert Sylvester Stallone. An seiner Seite spielt Arnold Schwarzenegger den Mitgefangenen Emil Rottmayer. James Caviezel übernimmt die Rolle des Gefängnisdirektors Willard Hobbs, Vincent D’Onofrio spielt Breslins Geschäftspartner Lester Clark. Sam Neill ist als Gefängnisarzt Dr. Kyrie zu sehen. Weitere Rollen besetzten 50 Cent als Technikexperte Hush, Amy Ryan als Kollegin Abigail Ross, Faran Tahir als Mitgefangener Javed sowie Vinnie Jones als brutaler Wärter Drake.
Der Film läuft 115 Minuten und trägt in Deutschland die Altersfreigabe FSK 16. Er war der erste Film, in dem Stallone und Schwarzenegger gleichberechtigte Hauptrollen übernahmen. Weltweit spielte er rund 137 Millionen US-Dollar ein, bei einem Produktionsbudget von geschätzten 54 bis 70 Millionen Dollar. Zwei Fortsetzungen folgten: „Escape Plan 2: Hades“ (2018) und „Escape Plan: The Extractors“ (2019).
Handlung & Inhalt vom Film „Escape Plan“
Ray Breslin ist ein ehemaliger Staatsanwalt, der sich nach einem persönlichen Trauma einer ungewöhnlichen Profession verschrieben hat. Als Sicherheitsexperte lässt er sich in Hochsicherheitsgefängnisse einschleusen, um deren Schwachstellen von innen zu kartieren. Sein Fachwissen hat er in einem Buch festgehalten, das in der Branche als Referenzwerk gilt. Unterstützt von seiner Kollegin Abigail Ross und dem Techniker Hush, nimmt er einen neuen Auftrag der CIA-Agentin Jessica Mayer an: Er soll ein streng geheimes Prototyp-Gefängnis testen, dessen Standort selbst seinen eigenen Mitarbeitern verborgen bleibt.
Breslin lässt sich unter dem Decknamen eines Terroristen betäuben und entführen. Die Aufnahme im Gefängnis verläuft anders als vereinbart. Sein Notfallcode wird ignoriert, der im Arm implantierte Tracking-Chip herausgeschnitten. Rasch erkennt er: Er sitzt in einer Falle. Direktor Willard Hobbs hat sich mit Breslins eigenem Geschäftspartner Clark verbündet, der seinen Mitgründer dauerhaft verschwinden lassen will. Das Gefängnis trägt den Namen „Das Grab“ – und wurde, wie Breslin bald entdeckt, nach den Sicherheitskonzepten aus seinem eigenen Buch errichtet.
Ohne Ausweg – und doch im Plan
Im Inneren des Grabs freundet sich Breslin mit Emil Rottmayer an, einem undurchsichtigen Deutschen, der unter dem Verdacht steht, für den flüchtigen Kriminellen Mannheim gearbeitet zu haben. Direktor Hobbs lässt Rottmayer wiederholt foltern, um an Informationen zu gelangen. Breslin entdeckt einen möglichen Fluchtweg über einen Schacht bei den Isolationszellen. Ein riskantes Ablenkungsmanöver ermöglicht ihm, das Dach des Gefängnisses zu erreichen. Dort offenbart sich das Ausmaß der Situation: Das Grab befindet sich auf einem riesigen Frachtschiff inmitten des offenen Meeres.
Breslins Fluchtpläne scheitern zunächst daran, dass das Gefängnispersonal seine Routinen ständig verändert. Hobbs erfährt durch Clark die wahre Identität seines Gefangenen und konfrontiert Breslin damit offen. Mittlerweile werden Ross und Hush misstrauisch, als ein Scheck für den Auftrag eingefroren wird. Ihre Nachforschungen ergeben, dass Das Grab keine staatliche Einrichtung ist, sondern von einer privaten Organisation finanziert wird. Der muslimische Mitgefangene Javed gewinnt das Vertrauen der Wärter und bestimmt mit einem selbst gebauten Sextanten die Position des Schiffs: Es fährt vor der Küste Marokkos.
Breslin überredet den Gefängnisarzt Dr. Kyrie mit dem Verweis auf dessen Berufsethos zur Mithilfe. Im Schutz eines inszenierten Gefängnisaufstands gelingt Breslin, Rottmayer und Javed die Flucht in den Maschinenraum. Dr. Kyrie sendet einen Hilferuf nach Casablanca. Rettung naht per Helikopter. Javed wird von Hobbs erschossen. Breslin gelangt durch einen Abfluss ins Meer, Rottmayer erreicht das Deck. Hobbs kommt in einer Explosion ums Leben, als Breslin Ölfässer an Deck zur Detonation bringt. An der marokkanischen Küste stellt sich heraus, dass Rottmayer selbst Mannheim ist und Jessica Mayer seine Tochter – sie hatte den gesamten Einsatz arrangiert, um ihren Vater zu befreien. Lester Clark, der Verräter, wird von Ross auf einem Frachtschiff eingesperrt.
Filmkritik und Fazit zum Film „Escape Plan“
„Escape Plan“ ist ein Film, der seinen stärksten Moment ausgerechnet dort findet, wo man ihn am wenigsten erwartet. Arnold Schwarzenegger, als tobender, betender, fluchender Ablenkungsmanöver-Spieler in einer Isolationszelle, liefert eine Szene voller körperlicher Intensität, die aus einem anderen Film zu stammen scheint. Häfströms Inszenierung ist sonst auf Hochglanz poliert, doch wirkt sie häufig wie ein Scheinwerfer ohne Objekt: Die Kamera umkreist ihre Stars mit Ehrerbietung, doch die dramaturgische Substanz, die solche Verehrung rechtfertigen würde, fehlt im Drehbuch von Chapman und Keller an zu vielen Stellen.
Das Konzept trägt Potenzial in sich. Ein Experte, der im Gefängnis seiner eigenen Expertise sitzt – das ist ein reizvoller Gedanke, der jedoch im Verlauf des Films nie zu voller Spannung entfaltet wird. Das Sounddesign bleibt funktional, die Musik von Alex Heffes begleitet das Geschehen zuverlässig, ohne sich aufzudrängen. Brendan Galvins Kamera beherrscht die klaustrophobischen Räume des Schiffsgefängnisses mit Kompetenz. Was dem Film fehlt, ist Atem: Der Rhythmus des Schnitts gönnt weder Szenen noch Figuren die Zeit, die echte Bedrohlichkeit erzeugen könnte. Stallone hält Breslin kühl und kontrolliert, was seiner Rolle entspricht – Schwarzenegger hingegen zeigt, dass er mit etwas Spielraum zu überraschen versteht.
Wer zwei Jahrzehnte auf das erste echte Leinwandduett dieser beiden gewartet hat, findet hier einen Film, der diese Neugier teilweise befriedigt. Für Fans des klassischen Actionkinos der Achtziger birgt „Escape Plan“ durchaus vergnügliche Momente. Als Gefängnisthriller mit ernstem Spannungsanspruch bleibt er hinter seinen Möglichkeiten zurück – als nostalgisches Schaustück zweier Ikonen funktioniert er besser, als Kritiker ihm zugestehen wollen.