Lost Place

Lost Place“ verbindet eine moderne Schatzsuche mit wachsender Bedrohung im abgelegenen Pfälzerwald. Geocaching bildet dabei den Ausgangspunkt für einen Ausflug abseits vertrauter Wege. Gleichzeitig rückt eine rätselhafte Anlage immer stärker in den Mittelpunkt. Was zunächst wie ein gemeinsames Abenteuer beginnt, verändert dadurch rasch seinen Charakter. Technische Störungen und körperliche Beschwerden verschärfen die Situation zusätzlich.

Lost Place
Dauer: 101 Min.
FSK: 12 (DE)
Jahr: 2013
Kategorien: Mystery, Thriller
Regie: Thorsten Klein
Produzenten: Alexander Weimer, Esther Friedrich
Hauptdarsteller: François Goeske, Anatole Taubman, Josefine Preuß
Nebendarsteller: Jytte-Merle Böhrnsen, Pit Bukowski, Björn Bugri, Georg Kammerer
Studio: Dragonfly Films, NFP Marketing & Distribution, MovieBrats Pictures, Stereo Post Production

Daniel, Elli, Thomas und Jessica suchen gemeinsam nach versteckten Geocaches. Nach einem ungewöhnlichen Fund treffen sie auf einen Mann im Strahlenschutzanzug. Seine Warnungen vor einem HAARP-Stützpunkt gewinnen bald eine konkrete Bedeutung. Jessica verschwindet, elektrische Geräte reagieren selbstständig und Thomas stirbt bei seiner Flucht. Schließlich suchen Daniel und Elli innerhalb der Anlage nach einem Ausweg. Während beide entkommen, beseitigen Mitarbeiter später sämtliche Spuren und aktivieren die Anlage erneut. Können Daniel und Elli dem Einfluss der Anlage wirklich endgültig entkommen?

Besetzung, Regie und Drehorte

Lost Place“ ist ein deutscher 3D-Film aus dem Jahr 2013. Thorsten Klein führte Regie und schrieb gemeinsam mit Lena Vurma das Drehbuch. Produziert wurde der Film von Alex Weimer, Esther Friedrich und Lena Vurma. Dabei beteiligten sich Moviebrats, Dragonfly Films sowie NFP marketing & distribution. Adrian Sieber komponierte die Musik, während Vincent Assmann den Schnitt übernahm. Xiaosu Han und Andreas Thalhammer verantworteten gemeinsam die Kameraarbeit. Der Film dauert 101 Minuten und erhielt eine FSK-Freigabe ab zwölf Jahren.

François Goeske spielt Daniel, während Josefine Preuß die Rolle Jessica übernimmt. Jytte-Merle Böhrnsen verkörpert Elli, und Pit Bukowski spielt Thomas. Außerdem gehört Anatole Taubman als Falk Geisinger zur Besetzung. Björn Bugri tritt zusätzlich in der Rolle eines Polizisten auf. Die Dreharbeiten fanden zwischen Oktober und Dezember 2011 statt. Gedreht wurde hauptsächlich an Originalschauplätzen im Pfälzerwald. Weitere Aufnahmen entstanden bei Fulda und in den Berliner CCC-Studios. Auch Relikte des Kalten Krieges dienten dabei als authentische Drehorte.

Der Kinostart in Deutschland erfolgte am 19. September 2013. NFP und Warner Bros. übernahmen den Verleih des Films. Zudem behandelte erstmals ein europäischer Spielfilm das Thema Geocaching. RED-Epic-Kameras ermöglichten außerdem erstmals bei einem deutschen Spielfilm dreidimensionale Aufnahmen. Gleichzeitig gehörte der Film zu frühen europäischen Dolby-Atmos-Produktionen. Fördermittel kamen von HessenInvestFilm, dem Medienboard Berlin-Brandenburg und dem Deutschen Filmförderfonds. Zusätzlich bezogen die Filmemacher Fans über Social Media und Crowdsourcing ein.

Handlung & Inhalt vom Film „Lost Place“

Daniel und Elli teilen ihre Begeisterung für Geocaching und planen eine gemeinsame Tour. Thomas und Jessica begleiten beide, wodurch die Gruppe zu viert aufbricht. Während Daniel Interesse an Elli zeigt, nähert sich Thomas zunehmend Jessica. Ihre Suche führt sie anschließend tief in den Pfälzerwald hinein. Dort entdecken die Jugendlichen in einem See einen versteckten Geocache. Darin befinden sich Kekse mit Haschisch, die ihre Tour zusätzlich verändern. Später erreichen sie einen verlassenen Campingplatz und wollen dort den Abend verbringen. Plötzlich erscheint ein Mann in einem Strahlenschutzanzug und warnt die Gruppe. Seine Aussagen über eine nahe Anlage wirken zunächst jedoch äußerst befremdlich.

Der fremde Mann erklärt ihnen die Gefahr extrem niedriger elektromagnetischer Wellen. Mehrere Wohnwagen hat er deshalb zu schützenden faradayschen Käfigen umgebaut. Nach seiner Warnung soll ein HAARP-Stützpunkt im Wald Gedanken beeinflussen können. Kurz darauf entwickeln einzelne Jugendliche erste gesundheitliche Beschwerden und werden zunehmend unruhig. Dann verschwindet Jessica plötzlich, wodurch innerhalb der Gruppe offene Panik ausbricht. Gleichzeitig beginnen elektrische Geräte ohne erkennbaren Grund selbstständig zu arbeiten. Thomas versucht daraufhin, die gefährliche Umgebung mit dem Auto zu verlassen. Während seiner Flucht kommt er jedoch ums Leben. Wenig später verschwindet auch Elli, sodass Daniel schließlich allein zurückbleibt und nun dringend selbst handeln muss.

Flucht durch die unterirdische Anlage

Daniel macht sich daraufhin zum Sendeturm auf und sucht dort nach Elli. Unterhalb der Anlage entdeckt er einen Bunker und findet seine Freundin wieder. Beide leiden inzwischen unter weiteren Beschwerden, darunter Zahnverlust und ausfallende Haare. Im Inneren treffen sie schließlich auch auf die zuvor verschwundene Jessica. Ihr körperlicher Zustand hat sich jedoch bereits deutlich verschlechtert. Als Jessica den eigenen Verfall erkennt, nimmt sie sich das Leben. Daniel und Elli erreichen danach die Hauptsicherung und schalten die Anlage aus. Anschließend gelingt ihnen die Flucht, doch Mitarbeiter beseitigen später sämtliche Spuren. Die Polizei beendet schließlich ihre Ermittlungen offenbar unter fremdem äußeren Einfluss.

Fazit & Kritiken zum Film „Lost Place“

Lost Place“ besitzt eine starke Ausgangsidee und nutzt Geocaching sinnvoll als Einstieg. Besonders der verlassene Campingplatz erzeugt früh eine glaubhafte Unsicherheit. Der Mann im Strahlenschutzanzug verstärkt diese Wirkung mit seinen rätselhaften Warnungen. Allerdings bleiben Daniel, Elli, Thomas und Jessica über weite Strecken schematisch gezeichnet. Ihre Beziehungen erscheinen deshalb weniger glaubwürdig, als die Situation verlangen würde. Zudem wirken manche Entscheidungen nur konstruiert, um die Gefahr voranzutreiben.

Spannender wird der Film, sobald elektrische Geräte plötzlich selbstständig reagieren. Auch Thomas’ Fluchtversuch im Auto setzt einen klaren dramatischen Höhepunkt. Danach verdichtet sich die Bedrohung durch körperliche Veränderungen deutlich stärker. Gerade Zahnverlust und Haarausfall machen die unsichtbare Gefahr erstmals konkret erfahrbar. Trotzdem erklärt der Film die Wirkung der Strahlung nur unzureichend. Dadurch verliert das Geschehen zunehmend an innerer Logik und nachvollziehbaren Regeln. Einige Dialoge verstärken diesen Eindruck, weil sie Figuren kaum weiterentwickeln.

Das Finale im Bunker nutzt die klaustrophobische Umgebung für wirksame Spannungsmomente. Jessicas Selbstmord setzt dabei einen harten und nachvollziehbar vorbereiteten Akzent. Daniels Suche nach Elli hält den letzten Abschnitt zudem konzentriert zusammen. Weniger überzeugend bleibt dagegen die einfache Auflösung um die Anlage. Das anschließende Vertuschen passt zum Verschwörungsthema, wirkt jedoch erwartbar. Trotzdem trägt die beklemmende Grundidee den Film über schwächere Passagen hinweg. Als Mystery-Thriller funktioniert Lost Place daher besser atmosphärisch als dramaturgisch.

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