Powder Girl
„Powder Girl“ verbindet einen persönlichen Neuanfang mit der Welt des Wintersports. Dabei treffen Verlust, neue Beziehungen und sportlicher Ehrgeiz aufeinander. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, deren früheres Talent lange von Erinnerungen überschattet bleibt. Erst ein Ortswechsel bringt Bewegung in ihren festgefahrenen Alltag. Zwischen Chalet, Skipiste und Wettbewerb entstehen neue Möglichkeiten, aber auch unerwartete Konflikte.

| Dauer: | 96 Min. |
|---|---|
| FSK: | R (US) |
| Jahr: | 2011 |
| Kategorien: | Komödie |
| Regie: | Phil Traill |
| Produzenten: | Pippa Cross, Harriet Rees, Dietmar Güntsche, Wolfgang Behr |
| Hauptdarsteller: | Felicity Jones, Ed Westwick, Brooke Shields |
| Nebendarsteller: | Bill Nighy, Tamsin Egerton, Bill Bailey, Sophia Bush |
| Studio: | Kaleidoscope Films, UK Film Council, Aegis Film Fund, Prescience, Hindsight Media, OFI, Cine Tirol, Metropolis International Sales, BKM, kulturelle Filmförderung des Bundes, CrossDay Productions Ltd., Neue Bioskop Film, Novotny & Novotny Filmproduktion |
Kim reist nach St. Anton und beginnt dort als Chalet-Girl zu arbeiten. Schon bald entdeckt sie ihre frühere sportliche Sicherheit beim Snowboarden wieder. Mikki unterstützt ihr Training, während sich zugleich eine Nähe zu Jonny entwickelt. Erinnerungen an den tödlichen Unfall ihrer Mutter bremsen Kim jedoch immer wieder. Schließlich erhält sie beim Wettbewerb eine unerwartete Chance auf den entscheidenden Lauf. Kann Kim ihre Angst überwinden und wieder vollständig auf ihre eigenen Fähigkeiten vertrauen?
Besetzung, Regie und Drehorte
„Powder Girl„, im Original „Chalet Girl“, ist eine britische Liebeskomödie aus dem Jahr 2011. Phil Traill führte Regie, während Tom Williams das Drehbuch schrieb. Für die Produktion zeichneten Wolfgang Behr, Pippa Cross, Dietmar Güntsche und Harriet Rees verantwortlich. Christian Henson komponierte die Musik, Ed Wild übernahm die Kamera und Robin Sales führte den Schnitt. Der Film entstand im Vereinigten Königreich, in Deutschland und Österreich; als Originalsprachen dienten Englisch und Deutsch.
Felicity Jones spielt Kim Matthews, außerdem verkörpert Ed Westwick Jonny. Bill Nighy tritt als Richard auf, Brooke Shields als Caroline und Tamsin Egerton als Georgie. Daneben spielt Georgia King die Jules, Bill Bailey den Bill sowie Sophia Bush die Chloe. Nicholas Braun übernimmt die Rolle des Nigel, Ken Duken stellt Mikki dar und Gregor Bloéb spielt Bernhard. Angaben zu Auszeichnungen liegen in den vorhandenen Informationen nicht vor.
Zwischen dem 1. März und dem 7. Mai 2010 drehte das Team in St. Anton, Garmisch, im Kaunertal und in London. Wegen Budgetkürzungen entfielen einige geplante Szenen. Als Chalet der Familie diente tatsächlich das Museum St. Anton am Arlberg samt Restaurant nahe der Galzigbahn. Bei einer Laufzeit von 93 Minuten erhielt der Film die Freigaben FSK 0 und JMK 10. Die Veröffentlichung erfolgte am 16. März 2011 in England sowie einen Tag später in Deutschland. Finanziell standen einem Budget von acht Millionen Pfund weltweite Einnahmen von 1,75 Millionen US-Dollar gegenüber.
Handlung & Inhalt vom Film „Powder Girl“
Kim gilt schon als Kind als talentierte Skateboarderin und gewinnt wichtige Wettbewerbe. Ihre Eltern unterstützen sie trotz bescheidener Verhältnisse bei jedem Schritt. Nach einem Sieg endet die gemeinsame Heimfahrt jedoch in einem schweren Unfall. Kims Mutter stirbt, während Vater William und Kim traumatisiert zurückbleiben. Daraufhin gibt Kim das Skateboarden vollständig auf und arbeitet in einem Fastfood-Restaurant. Gleichzeitig führt sie den Haushalt, regelt die Finanzen und versorgt ihren überforderten Vater. Eine Kollegin erzählt ihr später von einer Stelle als Chalet-Girl in Österreich. Nach anfänglicher Ablehnung erhält Kim überraschend doch den Job. Schließlich reist sie nach St. Anton und beginnt dort neu.
In St. Anton empfängt Georgie die unerfahrene Kim zunächst kühl und wenig hilfreich. Kurz darauf trifft die wohlhabende Familie Madsen im Chalet ein. Caroline wirkt herablassend, während Richard deutlich entspannter mit Kim umgeht. Sohn Jonny reist mit Freundin Chloe und deren Bruder Nigel an. Hinter der eleganten Fassade erlebt Kim jedoch eine überraschend lockere Familienatmosphäre. Während die Gäste Ski fahren, entdeckt sie ein altes Snowboard. Nach mehreren Fehlversuchen hilft ihr Mikki bei den ersten Grundlagen. Schnell zeigt Kim erneut außergewöhnliches Talent und gewinnt Sicherheit auf der Piste. Mikki berichtet außerdem von einem kommenden Freestyle-Wettbewerb und empfiehlt ihr die Teilnahme dort.
Die letzte Chance im Finale
Kim trainiert regelmäßig mit Mikki und begegnet dabei der erfahrenen Snowboarderin Tara. Wegen einer früheren Rückenverletzung fährt Tara weiterhin nur mit starken Schmerzmitteln. Trotzdem plant sie ihr Comeback beim bevorstehenden Wettbewerb. Gleichzeitig entwickelt sich zwischen Kim und Jonny zunehmend eine spürbare Nähe. Nach einer ausgelassenen Geburtstagsparty geraten Kim und Georgie in Schwierigkeiten. Später fahren beide mit Jonny, Chloe, Nigel und Mikki auf die Piste. Dort verhindert Kims Erinnerung an den Unfall einen geplanten Sprung. Chloe reagiert eifersüchtig, versucht einen Sprung und verletzt sich schwer. Auch weitere Trainingsversuche scheitern zunächst an Kims Angst. Dennoch verliert Mikki das Vertrauen in sie nicht.
Als Jonny nach St. Anton kommt, verlängert er seinen Aufenthalt. Kim gibt ihm Snowboardunterricht, damit sie ihre Schulden für die Musikanlage ausgleicht. Während Tage im Schnee wachsen ihre Gefühle weiter. Schließlich schlafen beide miteinander und glauben an eine gemeinsame Zukunft. Doch Caroline überrascht sie am nächsten Morgen und offenbart Jonnys geplante Verlobung mit Chloe. Enttäuscht beschließt Kim, nach England zurückzukehren. Ein Gespräch mit ihrem Vater verändert ihre Entscheidung. William erinnert sie daran, was ihre Mutter für sie gewollt hätte. Deshalb bleibt Kim und startet bei der Qualifikation. Dort scheitert sie erneut am letzten Sprung und landet nur auf Rang einundzwanzig.
Vor dem Finale sucht Kim nachts den verschneiten Berg auf. Dort trifft sie Willy, der sich als Yeti herausstellt. Ihm berichtet Kim offen vom Tod ihrer Mutter. Danach fährt sie gemeinsam mit Willy zurück ins Tal. Währenddessen beendet Jonny die geplante Verlobung, weil er Chloe nicht liebt. Sein Vater unterstützt ihn und verlässt mit ihm die Feier. Beim Finale scheint Kim zunächst ohne Startplatz zu bleiben. Doch Tara verzichtet nach Willys Zuspruch und überlässt Kim ihr Starttrikot. Kurz danach fährt Kim einen starken Lauf und bewältigt den entscheidenden Sprung. Sie gewinnt den Wettbewerb. Anschließend versöhnt sie sich mit Jonny endgültig.
Fazit & Kritiken zum Film „Powder Girl“
„Powder Girl“ verbindet romantische Komödie und Sportfilm ohne große Überraschungen. Besonders Kims Wechsel vom Skateboard zum Snowboard funktioniert glaubwürdig. Ihre ersten Fahrversuche besitzen Humor und einen nachvollziehbaren Lernprozess. Gleichzeitig zeichnet der Film die reichen Chalet-Gäste häufig sehr schematisch. Caroline erfüllt lange das erwartbare Bild der überheblichen Mutter. Auch Jonnys Annäherung an Kim folgt bekannten Mustern romantischer Komödien. Trotzdem entstehen zwischen beiden einige angenehm direkte Momente.
Stärker wird der Film, sobald Kims Unfalltrauma ihre sportlichen Grenzen bestimmt. Mehrfach bricht sie Sprünge ab, weil Erinnerungen an ihre Mutter zurückkehren. Dadurch erhält der Wettbewerb einen persönlichen Konflikt jenseits des Preisgeldes. Weniger überzeugend gerät dagegen die geplante Verlobung zwischen Jonny und Chloe. Carolines Enthüllung dient vor allem als künstliche Trennung des Paares. Auch Chloes Eifersucht bleibt eindimensional und entwickelt kaum eigene Bedeutung. Dagegen funktioniert Georgies langsame Annäherung an Kim wesentlich natürlicher.
Das Finale löst nahezu alle Konflikte bequem und vorhersehbar auf. Taras freiwilliger Rückzug verschafft Kim genau im richtigen Moment den Startplatz. Anschließend überwindet Kim ihre Blockade beim entscheidenden Sprung vollständig. Dieser Moment überzeugt, weil frühere Fehlversuche seine Bedeutung sorgfältig vorbereitet haben. Jonnys Trennung von Chloe beseitigt zugleich das letzte romantische Hindernis. Der abschließende Kuss vor laufender Kamera erscheint jedoch unnötig glatt. Als leichte Komödie funktioniert der Film besser als seine Klischees vermuten lassen.