Das Glück der großen Dinge

Das Glück der großen Dinge“ verbindet Familiendrama mit einer ruhigen Alltagsbeobachtung. Im Mittelpunkt stehen Beziehungen, Verantwortung und kindliche Wahrnehmung. Kleine Gesten erhalten dabei oft größeres Gewicht als laute Konflikte. Gleichzeitig entsteht eine zurückhaltende Atmosphäre ohne übertriebene Zuspitzungen. Dadurch richtet sich der Blick konsequent auf das familiäre Umfeld. Veränderungen bestimmen den Alltag der Figuren und prägen jede neue Situation.

Das Glück der großen Dinge
Dauer: 99 Min.
FSK: 12 (DE)
Jahr: 2013
Kategorien: Drama
Regie: Scott McGehee, David Siegel
Produzenten: Daniel Crown, Daniela Taplin Lundberg, William Teitler
Hauptdarsteller: Julianne Moore, Steve Coogan, Alexander Skarsgård
Nebendarsteller: Joanna Vanderham, Onata Aprile, Diana García, Sadie Rae
Studio: Red Crown Productions, Weinstock Productions, 10th Hole Productions, KODA Entertainment, 120dB Films, Dreambridge Films, Image Entertainment

Nach der Trennung ihrer Eltern lebt Maisie zwischen zwei Haushalten. Beide Eltern verfolgen eigene Interessen und geraten immer wieder aneinander. Gleichzeitig gewinnen Margo und Lincoln zunehmend an Bedeutung. Während sich vertraute Strukturen auflösen, entstehen unerwartete Bindungen. Jede Entscheidung verändert den Alltag des Kindes ein weiteres Stück. Wohin führen diese Veränderungen schließlich?

Besetzung, Regie und Drehorte

Das Glück der großen Dinge“ trägt den Originaltitel „What Maisie Knew“ und ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 2012. Die Produktion entstand in englischer Sprache und hat eine Laufzeit von 99 Minuten. In Deutschland erhielt der Film eine Freigabe ab 12 Jahren. Scott McGehee und David Siegel führten Regie, während Carroll Cartwright und Nancy Doyne das Drehbuch verfassten. Daniela Tablin Lundberg, William Teitler, Charles Weinstock und Daniel Crown übernahmen die Produktion. Außerdem basiert der Film auf dem Roman *Was Maisie wusste* von Henry James.

Zur Besetzung gehören Onata Aprile als Maisie, Julianne Moore als Susanna, Alexander Skarsgård als Lincoln, Joanna Vanderham als Margo, Steve Coogan als Beale, Diana García als Cecelia, Amelia Campbell als Ms. Baine, Emma Holzer als Holly, Stephen Mailer als Zoes Vater, Gil O’Brien als Cafe Patron, Samantha Buck als Zoes Mutter sowie Joel Garland als Emmett. Giles Nuttgens verantwortete die Kamera, Nick Urata komponierte die Filmmusik und Madeleine Gavin übernahm den Schnitt. Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2011 über 35 Drehtage in New York statt, vor allem in Lower Manhattan und auf Long Island.

Der Film war offizieller Beitrag beim Toronto International Film Festival 2012. Zudem erhielten Scott McGehee und David Siegel beim Tokyo International Film Festival 2012 eine Nominierung für den Tokyo Sakura Grand Prix. Die Uraufführung erfolgte am 7. September 2012 beim Toronto Film Festival, bevor der US-Kinostart am 3. Mai 2013 folgte. Darüber hinaus erhielt das Werk mehrere Nominierungen und Auszeichnungen, darunter Ehrungen für Onata Aprile sowie Nominierungen für Julianne Moore, Steve Coogan und das adaptierte Drehbuch.

Handlung & Inhalt vom Film „Das Glück der großen Dinge“

Die sechsjährige Maisie lebt mit ihren Eltern Susanna und Beale in einer Wohnung in New York. Susanna singt in einer Rockband, während Beale als international tätiger Kunsthändler arbeitet. Zwischen beiden kommt es ständig zu heftigen Streitigkeiten, bei denen Maisie häufig unbeachtet bleibt. Deshalb übernimmt meist das Kindermädchen Margo ihre Betreuung und kümmert sich im Alltag um sie. Manche Entscheidungen ihrer Eltern kann Maisie nicht einordnen. So lässt Susanna eines Tages das Schloss der Wohnung austauschen, damit Beale keinen Zugang mehr erhält. Schließlich trennen sich die Eltern endgültig voneinander. Nach der Trennung erhalten beide das gemeinsame Sorgerecht für ihre Tochter und teilen künftig die Betreuung.

Kurz darauf zieht Margo zu Beale und heiratet ihn wenig später. Susanna reagiert darauf, indem sie spontan Lincoln heiratet, einen Barkeeper, den sie kaum kennt. Maisie findet schnell Zugang zu Lincoln und verbringt gerne Zeit mit ihm. Susanna beobachtet diese Nähe zunehmend mit Unmut und reagiert darauf immer empfindlicher. Gleichzeitig beanspruchen beide Eltern das alleinige Sorgerecht, doch ihr Verhalten richtet sich vor allem gegeneinander. Sobald die Betreuung unbequem wird, geben sie Maisie rasch an den jeweils anderen Elternteil weiter. Dadurch wechselt das Mädchen regelmäßig zwischen beiden Haushalten, ohne dort dauerhaft verlässliche Aufmerksamkeit von Susanna oder Beale zu erhalten. Während Susanna mit ihrer Band auf Tournee geht, übernimmt Lincoln immer häufiger die Verantwortung für Maisie.

Maisies Entscheidung

Auch Beale ist wegen geschäftlicher Reisen oft abwesend, sodass Margo ebenfalls zur wichtigsten Bezugsperson des Kindes wird. Die Beziehung zwischen Beale und Margo verschlechtert sich unterdessen zunehmend und verliert schließlich ihren bisherigen Halt. Daraufhin entscheidet Beale, in das Vereinigte Königreich umzuziehen. Nachdem sowohl er als auch Susanna nicht mehr in New York sind, verbringen Maisie, Lincoln und Margo gemeinsam Zeit. Obwohl Susanna angeblich auf Tournee ist, begegnen die drei ihr überraschend in der Stadt. Daraus entwickelt sich unmittelbar eine heftige Auseinandersetzung zwischen den Erwachsenen.

Susanna wirft Lincoln und Margo vor, ihr Maisie wegnehmen zu wollen. Lincoln widerspricht und beendet daraufhin seine Beziehung zu Susanna. Zugleich erklärt er ihr, dass sie Maisie nicht verdiene. Nachdem Susanna New York erneut verlassen hat, bleibt das Mädchen wieder bei Margo. Diese fährt mit ihr zum Strandhaus eines Cousins und lädt Lincoln dorthin ein. Maisie freut sich über seinen Besuch, während sich auch Margo und Lincoln näherkommen. Schließlich küssen sich beide miteinander. Für Maisie entsteht dadurch eine Situation, in der ihre beiden wichtigsten Betreuungspersonen gemeinsam bei ihr sind und sich weiterhin zuverlässig um sie kümmern und Zeit mit ihr verbringen.

Eines Abends erscheint Susanna unangekündigt mit ihrem Tourbus am Strandhaus. Sie will Maisie abholen und mitnehmen. Das Mädchen entscheidet sich jedoch dagegen und möchte bei Margo und Lincoln bleiben. Susanna reagiert zunächst mit lautem Ärger und schreit ihre Tochter an. Dabei erkennt sie schließlich, dass Maisie Angst vor ihr hat. Diese Reaktion verändert Susannas Haltung zur Situation deutlich. Sie akzeptiert, dass ihre Tochter nicht mit ihr fahren möchte. Schließlich kommt sie zu dem Schluss, dass Maisie besser bei Margo und Lincoln bleibt. Damit endet der Konflikt um die unmittelbare Betreuung des Kindes am Strandhaus, während Susanna ohne Maisie wieder abreist.

Filmkritik und Fazit zum Film „Das Glück der großen Dinge“

Das Glück der großen Dinge“ entwickelt seine Wirkung vor allem durch die konsequente Perspektive des Kindes. Scott McGehee und David Siegel verzichten auf übersteigerte Dramatisierung und setzen stattdessen auf eine ruhige, präzise Inszenierung. Die Kamera von Giles Nuttgens bleibt häufig auf Augenhöhe der jungen Hauptfigur und vermittelt dadurch ihre begrenzte Wahrnehmung der Ereignisse. Madeleine Gavins zurückhaltender Schnitt unterstützt diesen Ansatz mit fließenden Übergängen, während Nick Uratas sparsam eingesetzte Musik emotionale Akzente setzt, ohne Szenen zu dominieren. Fachkritiken heben besonders diese kontrollierte Regie und den sensiblen Umgang mit dem Stoff hervor.

Onata Aprile trägt den Film mit einer natürlichen Darstellung, die viele emotionale Momente allein über Mimik und kleine Gesten vermittelt. Julianne Moore und Steve Coogan gestalten ihre Figuren vielschichtig, während Alexander Skarsgård und Joanna Vanderham den ruhigeren Gegenpol bilden. Besonders die Begegnung der Erwachsenen in New York entwickelt ihre Spannung durch zurückhaltendes Spiel statt lauter Konflikte. Ebenso bleibt die nächtliche Szene am Strandhaus wegen ihrer konzentrierten Bildgestaltung und der reduzierten Inszenierung nachhaltig im Gedächtnis. Der Erzählrhythmus entfaltet sich bewusst langsam, wodurch einzelne Passagen etwas distanziert wirken können.

Die moderne Adaption des Romans verbindet eine klare Bildsprache mit einem konsequent eingehaltenen Blickwinkel und vermeidet über weite Strecken sentimentale Zuspitzungen. Gerade diese Zurückhaltung zählt zu den größten Stärken, verlangt jedoch Aufmerksamkeit und Geduld. Einzelne Kritiken bemängeln, dass die Erzählung gegenüber der literarischen Vorlage an Komplexität verliert und ihr gemächliches Tempo nicht jede Szene gleich intensiv trägt. Dennoch entsteht ein geschlossenes Filmbild, das Schauspiel, Inszenierung und Kamera überzeugend zusammenführt. Der Film eignet sich besonders für Zuschauer, die ruhige Charakterdramen mit fein beobachteter Inszenierung bevorzugen.

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