Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe

Wenn Hollywood die Sprache der Begierde spricht, wählt es meist einen Dialekt, der mehr verspricht als er hält. „Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe“ ist der zweite Teil einer Trilogie, die das Verhältnis von Lust und Macht auf Hochglanzpapier druckt und dabei selten den Unterton verliert, dass Schönheit allein keine Erzählung trägt. James Foley übernimmt hier das Steuer von Sam Taylor-Johnson und lenkt das Franchise in ruhigeres, seichteres Fahrwasser.

Fifty Shades of Grey - Gefährliche Liebe
Dauer: 118 Min.
FSK: 16 (DE)
Jahr: 2017
Kategorien: Drama
Regie: James Foley
Produzenten: Dana Brunetti, Michael De Luca, E.L. James, Marcus Viscidi
Hauptdarsteller: Dakota Johnson, Jamie Dornan, Eric Johnson
Nebendarsteller: Eloise Mumford, Bella Heathcote, Rita Ora, Jennifer Ehle
Studio: Universal Pictures, Michael De Luca Productions, Perfect World Pictures

Wo der Vorgänger noch eine eigenartige Spannung zwischen Kontrolle und Annäherung entwickelte, setzt dieser zweite Teil auf Eskalation durch Akkumulation: mehr Luxus, mehr Vergangenheit, mehr Rivalen. Die Frage, ob die neue Regiehandschrift dem Stoff eine eigene Ästhetik verleiht oder ihn schlicht verwaltet, stellt sich schon in den ersten Minuten.

Besetzung, Regie und Drehorte

Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe“ entstand unter der Regie von James Foley nach einem Drehbuch von Niall Leonard, dem Ehemann von Romanvorlage-Autorin E. L. James. Der Film ist die zweite Verfilmung der gleichnamigen Buchreihe und wurde back-to-back mit dem dritten Teil der Trilogie gedreht. Die Kamera führte John Schwartzman, den Schnitt verantwortete Richard Francis-Bruce. Danny Elfman komponierte erneut die Filmmusik, nachdem er bereits den Vorgänger vertont hatte. Gedreht wurde an Schauplätzen in Vancouver und Paris, unter anderem in den North Shore Studios.

Dakota Johnson und Jamie Dornan kehren als Anastasia Steele und Christian Grey zurück. Neu im Ensemble sind Kim Basinger als Greys frühere Domina Elena Lincoln sowie Bella Heathcote als psychisch instabile Ex-Submissive Leila Williams. Eric Johnson übernimmt die Rolle des übergriffigen Verlagschefs Jack Hyde. Marcia Gay Harden spielt erneut Greys Mutter Grace Trevelyan Grey, und Rita Ora ist als Mia Grey zu sehen. In weiteren Nebenrollen agieren Luke Grimes, Eloise Mumford, Max Martini, Tyler Hoechlin und Victor Rasuk.

Der Film hat eine Laufzeit von 131 Minuten und trägt in Deutschland eine FSK-16-Freigabe. Bei den 38. Golden Raspberry Awards erhielt er neun Nominierungen und gewann zwei Preise: als schlechteste Fortsetzung und für Kim Basinger als schlechteste Nebendarstellerin. Weltweit spielte der Film bei einem Budget von rund 55 Millionen US-Dollar etwa 381 Millionen Dollar ein. Die deutsche Synchronisation übernahm die Interopa Film Berlin.

Handlung & Inhalt vom Film „Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe“

Anastasia Steele hat ihr Studium hinter sich gelassen und arbeitet nun als Lektoratsassistentin in einem Seattler Verlag. Genau in diesem neuen Alltag tritt Christian Grey erneut in ihr Leben – zunächst mit Blumen, anschließend mit einem Versprechen. Als sich beide zufällig bei einer Fotoausstellung ihres Freundes José Rodriguez begegnen, wird schnell deutlich, dass Christian inzwischen alle Porträts Anas gekauft hat. Dadurch formuliert er seinen Besitzanspruch, auch ohne Vertragsstruktur, sehr klar. Schließlich bietet er ihr einen Neuanfang an: ohne Regeln, ohne Bestrafungen und ohne Geheimnisse. Obwohl Ana zunächst zögert, willigt sie ein, sodass ihre Beziehung zärtlich neu beginnt – allerdings bleiben die Schatten der Vergangenheit weiterhin spürbar.

Schon bald jedoch treten erste Störungen auf. Einerseits versucht ihr Vorgesetzter Jack Hyde, Ana für eine Geschäftsreise nach New York einzuspannen, andererseits reagiert Christian darauf mit offener Eifersucht. Gleichzeitig taucht immer wieder eine unbekannte junge Frau auf, die Ana irritiert beobachtet. Infolgedessen erklärt Christian schließlich, dass es sich um Leila Williams handelt, eine ehemalige Submissive, die nach dem Ende ihrer Beziehung zu ihm sowie dem Tod ihres Mannes einen Nervenzusammenbruch erlitt. Darüber hinaus führt Christian Ana in den Schönheitssalon Esclava, dessen Eigentümerin Elena Lincoln eine zentrale Figur aus seiner Vergangenheit ist. Dadurch erfährt Ana, dass Elena ihn bereits mit fünfzehn Jahren in die BDSM-Welt eingeführt hat, weshalb der Besuch sie nachhaltig erschüttert.

Alte Wunden, neue Bedrohungen

Im weiteren Verlauf eskaliert die Situation zunehmend. Zunächst fordert Elena Ana beim Wohltätigkeitsball der Familie Grey offen auf, die Beziehung zu beenden, jedoch weist Ana sie entschieden zurück. Kurz darauf stellt sich heraus, dass Leila Anas Auto beschädigt hat, wodurch die Spannung weiter steigt. Anschließend fliehen Ana und Christian auf seine Yacht, wo er ihr schließlich von seiner traumatischen Kindheit erzählt. Aufgrund dieser Offenbarung entsteht eine neue emotionale Nähe zwischen ihnen. Währenddessen eskaliert die Lage im Büro, denn Jack Hyde versucht, Ana sexuell zu übergreifen, woraufhin Christian ihn sofort feuern lässt. Folglich wird Ana zudem zu seiner stellvertretenden Nachfolgerin befördert und zieht in sein Penthouse ein.

Daraufhin erreicht die Krise ihren Höhepunkt, als Leila in der neuen Wohnung mit einer Waffe auf Ana wartet. Glücklicherweise greifen Christian und sein Fahrer Jason Taylor rechtzeitig ein und bringen die Situation unter Kontrolle. Obwohl Christian Leila dominierend entwaffnet, reagiert Ana verstört und verlässt zunächst die Wohnung. Schließlich führt ihre Rückkehr jedoch zu einem entscheidenden Moment, in dem Christian sich auf die Knie begibt und ihr seine Ängste sowie seinen inneren Konflikt offenbart.

Kurz darauf fliegt Christian allein zu einem Geschäftstermin, doch über dem Mount St. Helens fällt sein Hubschrauber teilweise aus, sodass er notlanden muss. Während eine Suchaktion beginnt, wartet Ana in großer Ungewissheit, bis Christian schließlich unverletzt zurückkehrt. Infolgedessen entscheidet sie sich endgültig, seinen Heiratsantrag anzunehmen. Beim Geburtstagsfest kommt es erneut zu Spannungen mit Elena, die jedoch endgültig von Christian und seiner Familie zurückgewiesen wird. Schließlich, während ein Feuerwerk den Himmel erhellt, beobachtet Jack Hyde das Geschehen aus der Ferne und schwört Rache.

Filmkritik und Fazit zum Film „Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe“

Fifty Shades of Grey – Gefährliche Liebe“ zeigt, was passiert, wenn ein Franchise seine Zügel anzieht, statt sie zu lockern. James Foley inszeniert solide, jedoch selten überraschend. Kameramann Schwartzman erzeugt ein gleichmäßig schmeichelhaftes Licht, das Körper und Räume gleichermaßen stilisiert. Danny Elfmans Score bleibt zurückhaltend und unauffällig, was zugleich Stärke und Schwäche ist. Das Drehbuch von Niall Leonard trägt ein strukturelles Problem durch den Film: Konflikte werden eingeführt, kurz angespielt und sofort wieder aufgelöst. Figuren wie Leila oder Hyde fungieren eher als Störmomente ohne nachhaltige Wirkung. Dakota Johnson trägt den Film mit einer Präsenz, die die Vorlage übersteigt.

In den wenigen Momenten, in denen ihr Raum gegeben wird – etwa beim Zögern vor dem Antrag oder in intimeren Szenen – entsteht eine Figur mit mehr Tiefe als das Drehbuch erlaubt. Jamie Dornan bleibt distanziert, sein Christian Grey wirkt emotional wie körperlich kontrolliert. Kim Basinger und Marcia Gay Harden setzen punktuelle Akzente, erreichen jedoch keine größere Figurenentwicklung. Das zentrale Problem liegt im Rhythmus: Der Film erklärt zu viel, lässt wenig Raum für Interpretation und reduziert Erotik auf stilisierte, gleichförmige Sequenzen ohne echte Spannung.

Für Fans der Reihe bietet der Film „Fifty Shades of Grey 2″ vertrauten Eskapismus aus Luxus und Begehren. Wer jedoch narrative Entwicklung oder echte Überraschungen erwartet, wird kaum fündig. Foley verwaltet kompetent, entwickelt aber nichts weiter. „Gefährliche Liebe“ bleibt ein Film, der sein Publikum kennt und bedient, ohne es herauszufordern. Handwerklich solide umgesetzt, funktioniert er vor allem innerhalb klar definierter Erwartungen und weniger darüber hinaus.

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