Kampf der Titanen
Die griechische Mythologie ist ein Steinbruch. Generationen von Filmemachern haben aus ihr geschöpft, mal behutsam, mal mit der Brechstange. „Kampf der Titanen“ von 2010 wählt eindeutig Letzteres. Louis Leterrier verfilmt die Perseussage nicht als ernsthaftes Epos, sondern als Spektakel auf Hochglanzpapier, das seine eigenen Regeln kennt und sie konsequent verfolgt.

| Dauer: | 106 Min. |
|---|---|
| FSK: | 12 (DE) |
| Jahr: | 2010 |
| Kategorien: | Action |
| Regie: | Louis Leterrier |
| Produzenten: | Basil Iwanyk, Karl McMillan, Kevin De La Noy |
| Hauptdarsteller: | Sam Worthington, Gemma Arterton, Mads Mikkelsen |
| Nebendarsteller: | Alexa Davalos, Jason Flemyng, Ralph Fiennes, Liam Neeson |
| Studio: | The Zanuck Company, Legendary Pictures, Thunder Road, Moving Picture Company, Warner Bros. Pictures |
Darin liegt eine eigene Logik. Der Film fragt nicht, ob die Götter glaubwürdig sind, sondern ob sie beeindruckend aussehen. Ob diese Haltung ausreicht, um fast zwei Stunden zu tragen, ist eine Frage, auf die „Kampf der Titanen“ eine eigenwillige, nicht immer überzeugende Antwort gibt.
Besetzung, Regie und Drehorte
„Kampf der Titanen“ ist ein US-amerikanischer Fantasyfilm aus dem Jahr 2010 und das Remake des gleichnamigen Films von 1981. Regie führte der Franzose Louis Leterrier, bekannt durch Actionproduktionen wie „Transporter“ und „Der unglaubliche Hulk“. Das Drehbuch stammt von Travis Beacham, Phil Hay und Matt Manfredi. Die Filmmusik komponierte Ramin Djawadi, die Kameraarbeit lag bei Peter Menzies junior. Gedreht wurde überwiegend auf Teneriffa, ergänzt durch Aufnahmen in Wales und den Shepperton Studios in England.
Die Hauptrolle des Perseus übernahm Sam Worthington, damals auf dem Höhepunkt seiner Popularität nach „Avatar„. An seiner Seite spielen Liam Neeson als Zeus, Ralph Fiennes als Hades und Gemma Arterton als Io. Mads Mikkelsen verleiht dem Soldaten Draco Kontur, während Pete Postlethwaite den Ziehvater Spyros verkörpert. Weitere Rollen besetzten Alexa Davalos, Jason Flemyng, Nicholas Hoult, Luke Evans und Polly Walker. Die Produktion übernahmen Kevin de la Noy und Basil Iwanyk.
Der Film hat eine Laufzeit von 106 Minuten und ist ab FSK 12 freigegeben. Das Produktionsbudget betrug 125 Millionen US-Dollar, weltweit spielte der Film rund 300 Millionen ein. Ursprünglich auf 2D gedreht, wurde das Material nachträglich in ein 3D-Format umgerechnet. Die Deutsche Film- und Medienbewertung verlieh dem Film das Prädikat „wertvoll“. 2012 folgte die Fortsetzung „Zorn der Titanen“.
Handlung & Inhalt vom Film „Kampf der Titanen“
Im Mittelmeer findet der Fischer Spyros einen treibenden Sarg. Darin liegt eine tote Frau und ein lebender Säugling. Spyros und seine Frau Marmara nehmen das Kind auf, nennen es Perseus und ziehen es gemeinsam mit ihrer Tochter groß. Perseus wächst als einfacher Fischer auf, ohne von seiner wahren Herkunft zu wissen. Als die Familie Zeuge wird, wie Soldaten aus Argos eine Zeusstatue zerstören, greift Hades, Gott der Unterwelt, ein. Sein Zorn trifft auch das Fischerboot. Perseus muss hilflos zusehen, wie seine Pflegefamilie im Meer versinkt.
Ein Schiff rettet Perseus und bringt ihn nach Argos. Die Königin Cassiopeia überschreitet dort die Grenzen menschlichen Hochmuts, indem sie ihre Tochter Andromeda öffentlich mit der Göttin Aphrodite gleichsetzt. Hades erscheint erneut. Er lässt Cassiopeia altern und kündigt an: Wenn Argos Andromeda nicht binnen zehn Tagen opfert, wird ein Kraken die Stadt vernichten. Zugleich enthüllt er Perseus, dass dieser ein Sohn des Zeus ist. Draco, der Hauptmann von König Kepheus, lässt Perseus daraufhin einsperren. In der Zelle erscheint Io, eine unsterbliche Halbgöttin, und berichtet Perseus von seiner Herkunft, seinem Vater Zeus, seiner Mutter Danaë und dem verfluchten Acrisius, der heute als Monster Calibos unter Argos haust.
Verfolgung, Monster und Götterkampf
Perseus überzeugt Draco, ihn mit einer Elitegruppe von Soldaten auf eine Expedition zu schicken, da nur die drei stygischen Hexen wissen, wie der Krake zu besiegen ist. Io begleitet die Gruppe, ebenso wie ein Trupp nichtmenschlicher Wüstenmagier, die Dschinn. Unterwegs lauert Calibos ihnen auf, von Hades mit übernatürlichen Kräften ausgestattet. Er tötet mehrere Männer, verliert jedoch eine Hand, und aus dem tropfenden Blut wachsen riesige Skorpione. Nur durch das Eingreifen der Dschinn überstehen Perseus und seine Gefährten die verlustreiche Begegnung.
Bei den Hexen erfahren sie schließlich, dass nur der Blick der Medusa den Kraken töten kann. Da das Wesen jenseits des Styx in der Unterwelt lebt, muss Perseus vorsichtig vorgehen, da ihr Blick jeden sofort zu Stein verwandelt. Mit Hilfe des Fährmanns Charon überqueren Perseus und seine verbliebenen Männer den Totenfluss. In den Gemäuern der Medusa sterben alle Begleiter, doch Perseus gelingt es schließlich, der Kreatur den Kopf abzuschlagen, ohne in ihre Augen zu sehen.
Kaum aus der Höhle getreten, sieht Perseus, wie Calibos Io erdolcht. Daraufhin tötet Perseus im Zweikampf Calibos mit einem Schwert, das Zeus ihm einst geschenkt hat. Io stirbt in seinen Armen, schenkt ihm jedoch Pegasus, das schwarze Flügelross. Auf diesem reitet Perseus nach Argos, wo Fanatiker Andromeda bereits zur Opferstätte gebracht haben. Während der Krake aus dem Meer steigt, versucht Hades, Perseus zu stoppen, doch dieser zeigt dem Monster das Medusenhaupt und verwandelt es zu Stein. Schließlich verbannt er Hades mit dem Schwert des Zeus in die Unterwelt. Andromeda wird gerettet, steigt zur Königin auf, während Perseus auf den Thron verzichtet. Zeus erweckt Io zurück ins Leben, sodass sie Perseus am Strand wiederfindet und beide ein neues Leben beginnen.
Filmkritik und Fazit zum Film „Kampf der Titanen“
„Kampf der Titanen“ ist kein Film, der Ambivalenz sucht. Leterrier hat einen klaren Auftrag formuliert: Tempo, visuelle Überwältigung, mythologische Kulisse als Bühnenprospekt. Sam Worthington spielt Perseus mit raubeiniger Sturheit, die seinen Figuren-Widerspruch, ein Mensch, der sein Halbgöttertum verweigert – körperlich glaubwürdig macht. Liam Neeson und Ralph Fiennes dagegen overacten mit sichtlicher Freude: Neesons leuchtender Harnisch und Fiennes‘ zischende Zurückhaltung ergeben ein theatralisches Kontrastpaar, das genau zum Design des Films passt. Mads Mikkelsen verleiht Draco als schweigsamer Haudegen mehr Profil, als das Drehbuch eigentlich vorgesehen hat.
Die Bildsprache des Films besitzt einen rauen Zug. Die kargen Plateaulandschaften Teneriffas und das goldglitzernde Olymp-Dekor sind absichtsvoll unvereinbar und erzeugen einen visuellen Grundkonflikt, der zur Geschichte passt. Ramin Djawadis Musik arbeitet druckvoll, selten subtil, aber funktional im Dienst der Actionsequenzen. Die Kampfszenen selbst bleiben trotz hohem Tempo nachvollziehbar, ein Handwerk, das Leterrier solide beherrscht. Der 3D-Überzug hingegen, erst nach den Dreharbeiten aufgesetzt, fügt dem Bild wenig hinzu und nimmt ihm stellenweise die Tiefenschärfe, die Kameramann Peter Menzies junior sorgfältig aufgebaut hat.
Wer einen treuen Blick auf die griechische Mythologie sucht, wird hier nicht fündig. Wer jedoch bereit ist, sich auf ein entschlossen trashiges Abenteuer einzulassen, findet in „Kampf der Titanen“ einen kurzweiligen Fantasyrausch, der seine Grenzen kennt und sie mit Konsequenz ausfüllt. Für Freunde des Genres, die Spektakel höher schätzen als Tiefe, ist der Film durchaus sehenswert.