Das fünfte Element

Ein Jugendtraum, fast zwei Jahrzehnte gereift. „Das fünfte Element“ entstand nicht in den Studios Hollywoods, sondern im Kopf eines französischen Teenager, der sich eine Welt voller Außerirdischer, fliegender Taxis und kosmischer Bedrohung ausmalte. Luc Besson setzte diesen Traum 1997 mit einem Budget von über 80 Millionen US-Dollar um und schuf dabei eines der visuell kühnsten Science-Fiction-Spektakel der Neunzigerjahre.

Das fünfte Element
Dauer: 126 Min.
FSK: 12 (DE)
Jahr: 1997
Kategorien: Action, Science-Fiction
Regie: Luc Besson
Produzenten: Patrice Ledoux
Hauptdarsteller: Bruce Willis, Milla Jovovich, Gary Oldman
Nebendarsteller: Ian Holm, Chris Tucker, Luke Perry, Brion James
Studio: Gaumont

Was dabei herauskam, ist kein Film, der sich mit Genre-Konventionen zufriedengibt. Er übertritt sie, verbiegt sie, lacht über sie. Die Mischung aus Actionfilm, Parodie und Liebesgeschichte funktioniert nicht trotz ihrer Widersprüche, sondern durch sie. Doch lässt sich ein Film, der alles auf einmal sein will, am Ende auch irgendetwas wirklich sein?

Besetzung, Regie und Drehorte

Das fünfte Element“ ist eine französisch-britische Co-Produktion unter der Regie von Luc Besson, gedreht nach einem Drehbuch, das Besson gemeinsam mit Robert Mark Kamen verfasste. Die Kamera führte Thierry Arbogast, den Schnitt verantwortete Sylvie Landra, und die Musik stammt von Éric Serra. Die Kostüme entwarf der französische Modeschöpfer Jean Paul Gaultier, das Szenenbild Dan Weil. Für die visuelle Gestaltung arbeitete Besson mit den Comiczeichnern Jean Giraud (Moebius) und Jean-Claude Mézières zusammen.

Bruce Willis spielt den Taxifahrer und Ex-Soldaten Korben Dallas, Milla Jovovich verkörpert das Wesen Leeloo. Gary Oldman gibt den Antagonisten Zorg, Ian Holm den Priester Vito Cornelius. Chris Tucker ist als Showmaster Ruby Rhod zu sehen, Luke Perry als Billy, Brion James als General Munro und Tommy Lister Jr. als Präsident Lindberg. Die Diva Plava Laguna wird von Maïwenn Le Besco dargestellt, gesungen von Inva Mula.

Der Film wurde 1997 in die Kinos gebracht und läuft 121 Minuten, freigegeben ab FSK 12. Er gewann 1998 den BAFTA Award für Spezialeffekte sowie den César für Regie, Kamera und Szenenbild. Hinzu kamen der Hugo Award, der Lumière Award und zahlreiche weitere Nominierungen, darunter für den Oscar in der Kategorie Bester Tonschnitt. Mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 260 Millionen US-Dollar zählt er zu den kommerziell erfolgreichsten europäischen Filmen überhaupt.

Handlung & Inhalt vom Film „Das fünfte Element“

Im Ägypten des Jahres 1914 stößt ein Archäologe auf uralte Inschriften in einem verfallenen Tempel. Sie berichten von einer kosmischen Bedrohung, die alle 5000 Jahre wiederkehrt und alles Leben zu vernichten droht. Gegen dieses unfassbare Böse gibt es eine Waffe: vier Steine, die die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft repräsentieren, sowie ein fünftes Element, das in einem Sarkophag ruht. Kurz darauf landen außerirdische Wesen namens Mondoshawan vor dem Tempel. Sie nehmen die Steine und den Sarkophag an sich, um sie in Sicherheit zu bringen. Dem Priester des Tempels übertragen sie die Aufgabe, die Stätte zu bewachen und das Geheimnis an die nächsten Generationen weiterzugeben.

Knapp 350 Jahre später, im Jahr 2263, nähert sich das Böse erneut der Erde, diesmal als riesige Feuerkugel. Der skrupellose Unternehmer Jean-Baptiste Emanuel Zorg hat sich mit der Bedrohung verbündet. Er beauftragt eine kriegerische Alien-Rasse, die Mangalores, mit der Beschaffung der vier Steine. Das fünfte Element indessen ist eine Frau namens Leeloo, die von den Mondoshawan zur Erde entsandt wird. Ihr Schiff wird von den Mangalores angegriffen und zerstört. Aus wenigen verbliebenen Zellen rekonstruieren Wissenschaftler auf der Erde Leeloo vollständig. Verwirrt und desorientiert flüchtet sie aus dem Labor und landet im fliegenden Taxi des ehemaligen Spezialeinheitssoldaten Korben Dallas.

Wettlauf um die vier Steine

Korben bringt Leeloo zu Priester Vito Cornelius, dem letzten Hüter des alten Geheimnisses. Dieser erkennt sie als das fünfte Element und beginnt, sie auf ihre Aufgabe vorzubereiten. Unterdessen jagen Zorg und die Mangalores unabhängig voneinander nach den vier Steinen, die sich im Besitz einer außerirdischen Opernsängerin namens Diva Plava Laguna befinden. Das Militär schleust Korben als fingierten Preisgewinner auf das Kreuzfahrt-Raumschiff Fhloston Paradise, wo die Diva auftreten soll. Leeloo begleitet ihn, Cornelius schleicht sich als blinder Passagier an Bord. Auch der Showmaster Ruby Rhod ist an Bord und erweist sich dabei als überaus lautstarker Begleiter.

Auf dem Kreuzfahrtschiff eskaliert die Lage. Zorg und die Mangalores greifen getrennt voneinander an. Die Diva wird getötet, die vier Steine jedoch rettet Korben in letzter Sekunde. Zorg, der nur einen leeren Koffer erbeutet hat, kehrt zur Detonation seiner eigenen Bombe zurück. Bevor er sie entschärfen kann, zünden die Mangalores eine zweite Bombe. Das Schiff wird zerstört, Zorg kommt ums Leben. Korben, Leeloo, Cornelius und Ruby entkommen in einem kleinen Raumgleiter.

Die Feuerkugel rast weiter auf die Erde zu. Korben und seine Begleiter erreichen den ägyptischen Tempel, aktivieren die vier Steine und stellen die Verteidigungswaffe auf. Doch das fünfte Element, Leeloo selbst, verweigert die Aktivierung. Während ihrer Studien hat sie die gesamte Kriegsgeschichte der Menschheit verinnerlicht und zweifelt daran, ob diese Spezies eine Rettung verdient. Korben gesteht ihr seine Liebe. Dieser Moment reicht aus. Leeloo wird aktiviert, ein gebündelter Lichtstrahl schießt durch das Tempeldach ins Weltall und trifft die Feuerkugel, kurz bevor sie auf die Erde trifft. Die Kugel erkaltet zu einem zweiten Mond. Der Präsident will den Rettern persönlich danken, findet sie jedoch unabkömmlich beschäftigt.

Filmkritik und Fazit zum Film „Das fünfte Element“

Das fünfte Element“ ist ein Film, der seine eigenen Regeln aufstellt und sich an keine hält. Luc Besson inszeniert das Geschehen mit einer Energie, die kaum eine Pause duldet, und entwirft dabei eine Zukunftswelt von beachtlicher Detaildichte. Die Zusammenarbeit mit den Comiczeichnern Moebius und Mézières prägt den visuellen Grundton entscheidend: Die Stadt, in der Korben Dallas wohnt, ist kein nüchternes Hochhauspanorama, sondern ein organisch gewachsenes Labyrinth aus Licht, Lärm und überbordendem Leben. Thierry Arbogasts Kamera setzt diese Welt in kontrastreiche Bilder, die zwischen Industriedüsternis und Pop-Überdrehtheit pendeln.

Das Drehbuch verzichtet bewusst auf Plausibilität und setzt stattdessen auf Tempo und Komik. Dieser Tausch zahlt sich in weiten Teilen aus. Chris Tucker als Ruby Rhod liefert einen exzentrischen Auftritt, der die träge Filmmitte mit Eigendynamik füllt. Gary Oldman spielt Zorg als Karikatur des Machtmenschen, laut, selbstzufrieden und letztlich von seiner eigenen Dummheit besiegt, ohne je dem Helden persönlich zu begegnen. Diese Entscheidung kostet den Film eine klassische Konfrontation, zeigt jedoch zugleich, dass Besson kein Interesse an Schablonen hat. Die Szene im Konzert der Diva Plava Laguna verweist auf eine andere Stärke: Éric Serras Musik trägt den Moment mit ruhiger Intensität, und die visuelle Gestaltung der Figur verbindet Absurdität mit echter Stimmung.

Wer Science-Fiction als Genre liebt und bereit ist, Logik gegen Schauwert zu tauschen, findet hier ein Werk mit ungebremstem Unterhaltungswillen. Die Schwächen sind sichtbar: Das Drehbuch schleppt Konstruktionsfehler mit, die Leeloo als perfektes Wesen bleibt dramaturgisch überzeugender als psychologisch greifbar. Dennoch besitzt der Film eine Vitalität, die viele technisch glattere Produktionen vermissen lassen. Für Genre-Fans ist er ein erzählerisch unorthodoxes, visuell originelles Erlebnis.

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