Black Panther

Black Panther“ ist kein gewöhnlicher Superheldenfilm. Ryan Coogler, der afroamerikanische Regisseur aus Oakland, betritt mit seinem Marvel-Debüt ein Terrain, das weit über das übliche Genrekalkül hinausweist, und das spürt man von der ersten Einstellung an. Wakanda, das fiktive afrikanische Königreich, atmet eine visuelle und kulturelle Dichte, die im Blockbuster-Kino ihresgleichen sucht. Der Film erschien 2018 und wurde in sieben Oscar-Kategorien nominiert, drei davon gewann er.

Black Panther
Dauer: 134 Min.
FSK: 12 (DE)
Jahr: 2018
Kategorien: Action, Science-Fiction
Regie: Ryan Coogler
Produzenten: Kevin Feige
Hauptdarsteller: Chadwick Boseman, Michael B. Jordan, Lupita Nyong'o
Nebendarsteller: Danai Gurira, Martin Freeman, Daniel Kaluuya, Letitia Wright
Studio: Marvel Studios

Was macht einen Film zu einem kulturellen Ereignis? Die Frage drängt sich bei „Black Panther“ mit besonderer Schärfe auf, denn hier verbinden sich popkulturelle Unterhaltung und gesellschaftspolitische Relevanz auf eine Weise, die selten so konsequent durchgehalten wird. Coogler schöpft aus dem Afrofuturismus, jener ästhetischen Tradition, die Science-Fiction, afrikanische Kosmologien und die Erfahrungen der Diaspora zusammendenkt. Welches Kino kann das?

Besetzung, Regie und Drehorte

Black Panther“ ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Actionfilm der Marvel Studios aus dem Jahr 2018. Regie führte Ryan Coogler, der das Drehbuch gemeinsam mit Joe Robert Cole verfasste. Als Produzent zeichnet Kevin Feige verantwortlich. Die Kamera lag in den Händen von Rachel Morrison, der Schnitt bei Michael P. Shawver, Debbie Berman und Claudia Castello. Ludwig Göransson komponierte die Filmmusik, ergänzt durch einen eigenständigen Soundtrack von Kendrick Lamar.

Chadwick Boseman verkörpert den Protagonisten T’Challa, den König von Wakanda und Träger des Black-Panther-Titels. Michael B. Jordan spielt seinen Widersacher Erik Killmonger, während Danai Gurira als General Okoye, Lupita Nyong’o als Nakia und Letitia Wright als Prinzessin Shuri wesentliche Figuren des Ensembles darstellen. Martin Freeman übernimmt die Rolle des CIA-Agenten Everett K. Ross, Andy Serkis jene des Waffenhändlers Ulysses Klaue. Weitere Rollen bekleiden Forest Whitaker, Angela Bassett, Daniel Kaluuya und Winston Duke.

Der Film hat eine Laufzeit von 135 Minuten und ist in Deutschland ab 12 Jahren freigegeben. Er gilt als erster MCU-Film mit einem überwiegend schwarzen Ensemble und einem afroamerikanischen Regisseur. Im Rahmen der Oscar-Verleihung 2019 gewann er in den Kategorien Bestes Kostümdesign, Bestes Produktionsdesign und Beste Filmmusik. Die Dreharbeiten fanden unter anderem in Atlanta und dem südkoreanischen Busan statt.

Handlung & Inhalt vom Film „Black Panther“

Wakanda liegt verborgen im Herzen Afrikas. Nach außen gibt sich das Land als arme, bedeutungslose Nation, doch hinter einer gewaltigen Tarnvorrichtung verbirgt sich eine Hochzivilisation, die ihren technologischen Vorsprung einem einzigartigen Rohstoff verdankt: Vibranium, das einst durch einen Meteoriteneinschlag in den Boden des Landes gelangte. Diese selbst gewählte Isolation hat Wakanda vor kolonialer Ausbeutung bewahrt, zugleich aber auch von der Welt abgeschnitten. In der Gegenwart steht nach dem Tod von König T’Chaka, der bei einem Anschlag auf die Vereinten Nationen ums Leben kam, sein Sohn T’Challa vor der Krönung.

In einem traditionellen Zeremoniell muss T’Challa ohne seine besonderen Kräfte im Zweikampf bestehen, bevor er offiziell zum König gekrönt werden kann. Der einzige ernsthafte Herausforderer ist M’Baku, Anführer des abseits lebenden Jabari-Clans, dem T’Challa jedoch gewachsen ist. Zeitgleich stiehlt der Exsoldat Erik Killmonger gemeinsam mit dem Waffenhändler Ulysses Klaue ein Vibranium-Artefakt aus einem Londoner Museum. Als T’Challa von diesem Diebstahl erfährt, reist er mit General Okoye und seiner Exfreundin Nakia nach Busan, wo ein Verkauf des Artefakts stattfinden soll. Dort gelingt es ihnen zwar, Klaue zu verhaften, doch Killmonger befreit ihn und verletzt dabei den CIA-Agenten Everett Ross schwer.

Thron, Verrat und der Kampf um Wakanda

T’Challa bringt den verletzten Ross nach Wakanda, wo er geheilt werden kann. Dabei erfährt er von Zuri, dem Hüter der Geheimnisse des Königshauses, dass Killmonger in Wahrheit sein Cousin ist: Erik, der Sohn von N’Jobu, einem wakandischen Spion, der einst in Oakland lebte und von König T’Chaka getötet wurde, als er einen Anschlag plante. Killmonger verrät Klaue und tötet ihn, um dessen Leichnam als Eintrittskarte nach Wakanda zu nutzen. Dort fordert er T’Challa zum rituellen Zweikampf um den Thron heraus und siegt. T’Challa stürzt den Zeremonien-Wasserfall hinab und gilt als tot.

Als neuer König will Killmonger Wakandas Waffentechnologie an unterdrückte Schwarze weltweit verteilen, um eine gewaltsame Umkehrung der globalen Machtverhältnisse herbeizuführen. T’Challas Familie flieht, sucht Zuflucht bei M’Baku und entdeckt, dass T’Challa den Sturz überlebt hat. Im Gebirge der Jabari wird er gepflegt und durch das herzförmige Kraut geheilt. In einer Vision begegnet er seinem Vater, der ihm die Last der Isolation eingesteht.

T’Challa kehrt zurück und stellt sich Killmonger in den Vibranium-Minen zur finalen Auseinandersetzung. Mit Unterstützung der Dora Milaje, von Nakia und dem wiedergewonnenen M’Baku gelingt es ihm, die Auslieferung der Waffen zu verhindern. Ross verhindert aus Wakanda heraus, dass die Transportschiffe das Land verlassen. T’Challa verletzt Killmonger tödlich und trägt ihn an die Oberfläche, wo dieser das Reich seiner Vorfahren ein letztes Mal sehen kann. Er lehnt die angebotene Heilung ab und wählt den Tod. T’Challa übernimmt den Thron zurück, eröffnet in Oakland ein Hilfszentrum und tritt vor den Vereinten Nationen mit dem Versprechen auf, Wakandas Wissen und Ressourcen mit der Welt zu teilen.

Filmkritik und Fazit zum Film „Black Panther“

Black Panther“ verdankt seine Wirkung vor allem dem Mut zur Ambivalenz. Ryan Coogler entwirft in Erik Killmonger eine Gegenfigur, die im Kern keine reine Schurkenzeichnung duldet. Die Ungerechtigkeit, aus der sein Hass erwächst, ist real. Chadwick Bosemans zurückhaltende Intensität steht dabei in produktivem Spannungsverhältnis zu Michael B. Jordans brennender Präsenz. Rachel Morrisons Kamera fängt Wakanda in satten, klar komponierten Bildern ein, und Ludwig Göranssons Musik, die westafrikanische Instrumente mit modernen Klangwelten verwebt, gibt dem Film eine akustische Identität, die weit über Standardware hinausgeht.

In der Inszenierung zeigt Coogler ein sicheres Gespür für visuelle Originalität. Besonders die Casino-Sequenz in Busan, in einem langen Einstellungsfluss gehalten, setzt einen Ton, der im MCU bis dahin nicht existierte. Allerdings verliert das Drehbuch im letzten Drittel etwas von seiner Risikobereitschaft, wenn Killmonger durch zusätzliche Grausamkeiten moralisch eindeutig markiert wird, ein Zug, der die zuvor aufgebaute Ambiguität partiell zurücknimmt. Das Kostümdesign von Ruth E. Carter, das afrikanische Textilinspirationen mit futuristischer Ästhetik verbindet, und das Produktionsdesign von Wakanda selbst zählen zu den stärksten handwerklichen Leistungen des Films.

Wer Science-Fiction als kulturelles Denkinstrument ernst nimmt, findet in „Black Panther“ einen der eigenwilligsten Blockbuster der letzten Jahre. Der Film ist ungleichmäßig, gelegentlich überladen und gerade deshalb lebendiger als das berechnete Hochglanzformat vieler Genreproduktionen. Für Genre-Liebhaber, die Action mit politischer Substanz schätzen, ist er eine lohnende Seherfahrung.

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