Kindsköpfe

Eine Gruppe alter Freunde. Ein Seewochenende. Und die leise Erkenntnis, dass das Erwachsenwerden vielleicht nie wirklich stattgefunden hat. „Kindsköpfe“ verspricht genau das, was der Titel ankündigt: Erwachsene, die sich wie Kinder aufführen und das mit einem Aufgebot an Komikern, das Hollywood selten in einem einzigen Film versammelt hat.

Kindsköpfe
Dauer: 102 Min.
FSK: PG-13 (US)
Jahr: 2010
Kategorien: Komödie
Regie: Dennis Dugan
Produzenten: Jack Giarraputo, Adam Sandler
Hauptdarsteller: Adam Sandler, Kevin James, Chris Rock
Nebendarsteller: David Spade, Rob Schneider, Salma Hayek Pinault, Maria Bello
Studio: Columbia Pictures, Relativity Media, Happy Madison Productions

Was dabei herauskommt, ist kein subtiles Charakterstück, aber auch kein reines Abschalten auf Autopilot. Der Film pendelt zwischen schrägem Situationshumor und einer überraschend herzlichen Grundhaltung, die ihn von bloßem Klamauk unterscheidet. Wie viel davon tatsächlich funktioniert und für wen, das ist die eigentliche Frage.

Besetzung, Regie und Drehorte

Kindsköpfe“ ist eine US-amerikanische Komödie aus dem Jahr 2010, produziert von Adam Sandlers Produktionsfirma Happy Madison Productions in Zusammenarbeit mit Columbia Pictures. Regie führte Dennis Dugan, der bereits fünfmal mit Sandler gearbeitet hatte. Das Drehbuch stammt von Sandler und Fred Wolf, die Kamera übernahm Theo van de Sande, den Schnitt verantwortete Tom Costain, die Filmmusik komponierte Rupert Gregson-Williams.

In den Hauptrollen sind Adam Sandler, Kevin James, Chris Rock, David Spade und Rob Schneider zu sehen. In tragenden Nebenrollen spielen Salma Hayek, Maria Bello und Maya Rudolph. Sandler, Rock, Spade und Schneider kennen sich seit ihrer gemeinsamen Zeit beim US-amerikanischen Fernsehformat Saturday Night Live, wo sie zu Beginn der 1990er Jahre zum Ensemble gehörten.

Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2009 in Essex County im US-Bundesstaat Massachusetts statt. Der Chebacco Lake diente als Hauptdrehort für das fiktive Seehausidyll. Das Wasserpark-Vergnügen filmte man im Water Wizz in Wareham. Einzelne Szenen entstanden auf der Halbinsel Marblehead Neck. Der Film erhielt FSK 0 und wurde am 25. Juni 2010 in den USA veröffentlicht. 2013 folgte mit „Kindsköpfe 2“ eine Fortsetzung, in der Adam Sandler und zahlreiche Darsteller zurückkehrten.

Handlung & Inhalt vom Film „Kindsköpfe“

Im Jahr 1978 gewinnen fünf Jungs aus derselben Schulklasse die Basketball-Meisterschaft ihrer Altersgruppe. Lenny wirft den entscheidenden Korb, der gegnerische Mannschaft behauptet, sein Fuß sei übergetreten doch im Jubel interessiert das niemanden. Drei Jahrzehnte später hat jeder der Fünf seinen eigenen Lebensweg eingeschlagen: Lenny (Adam Sandler) ist ein wohlhabender Hollywoodagent, verheiratet mit der Modedesignerin Roxanne (Salma Hayek) und Vater dreier Kinder, die ihre Nanny per SMS herumkommandieren. Eric (Kevin James) behauptet, ein Unternehmen zu führen, kämpft aber still mit der Wahrheit seiner Situation. Kurt (Chris Rock) ist Hausmann, Rob (Rob Schneider) in seiner vierten Ehe mit der deutlich älteren Gloria, und Marcus (David Spade) der ewig unverantwortliche Singletyp.

Als ihr einstiger Coach Robert „Buzzer“ Ferdinando stirbt, treffen sich die fünf Freunde zur Beerdigung wieder. Lenny organisiert ein gemeinsames Wochenende am See, an dem sie damals ihren Meistertitel gefeiert hatten mit dem ausdrücklichen letzten Wunsch des Trainers, seine Asche dort zu verstreuen. Die Familien folgen mit. Lennys Söhne sollen endlich lernen, was es bedeutet, draußen zu spielen statt ständig auf Bildschirme zu starren. Roxanne ist eigentlich auf dem Weg zu einer Modenschau in Mailand. Doch als sich abzeichnet, wie sehr das Wochenende den Kindern guttut, entscheidet sie sich, zu bleiben. Der Frieden hält vorerst.

Wenn die Vergangenheit einholt

Im Wasserpark Water Wizz eskaliert der Familienausflug zu einem grotesken Reigen aus kleinen Katastrophen: Eric ignoriert die Warnung seiner Tochter vor einem Pooladditiv, das Urin blau färbt, was unübersehbare Konsequenzen hat. Rob verteidigt seine Tochter gegen einen Wasserrutschenaufseher mit körperlichem Nachdruck. Marcus dagegen versucht, Robs Töchter anzubaggern was später zu einem Handgemenge führt. Lennys Gruppe trifft im Park auf Dickie, Lennys einstigen Gegner, der die Niederlage von 1978 nie verwunden hat und auf ein Rückspiel besteht. Sein Kumpel Wiley verunglückt am Kletterseil und landet in Gips.

Am darauffolgenden Tag bricht die angestaute Spannung offen aus. Rob greift Marcus an, überzeugt, er habe mit seiner Tochter Jasmine geschlafen. Marcus gibt zu, sich im Vergleich zu seinen verheirateten Freunden wie ein Versager zu fühlen. Eric gesteht, dass er seinen Job schon längst verloren hat und das Wochenende dazu nutzte, eine Fassade aufrechtzuerhalten. Robs Toupet ist ohnehin seit Jahren kein echtes Geheimnis. Kurt bekommt zu hören, dass seine Frau seine Rolle als Hausmann grundsätzlich unterschätzt. Lenny räumt ein, den Mailandflug schon vor der Abreise heimlich storniert zu haben.

Am letzten Tag kommt es zum lange geforderten Rückspiel gegen Dickies Mannschaft. Das Finale läuft auf Lenny und seinen Sohn Greg gegen Dickie und dessen Sohn hinaus. Lenny verschießt den entscheidenden Wurf absichtlich, wie er später Roxanne gesteht. Er wollte seinem Sohn zeigen, dass Verlieren zum Leben gehört, und dem alten Rivalen endlich den Frieden gönnen. Beim abendlichen Feuerwerk löst Marcus erneut sein gefährliches Pfeil-Roulette-Spiel aus und trifft ausgerechnet den noch immer eingegipsten Wiley am Fuß, bevor dieser ohnmächtig wird.

Filmkritik und Fazit zum Film „Kindsköpfe“

Kindsköpfe“ ist kein Film, der seine Defizite versteckt, er trägt sie offen zur Schau und setzt darauf, dass das Publikum darüber hinwegsieht. Dennis Dugan inszeniert mit spürbarer Routine, aber wenig Ehrgeiz: Die Kameraarbeit von Theo van de Sande bleibt funktional, das Schnittbild von Tom Costain folgt dem Comedy-Takt ohne nennenswerte formale Überraschungen. Was den Film dennoch trägt, ist das unbestreitbare Zusammenspiel der fünf Hauptdarsteller. Sandler, James, Rock, Spade und Schneider füllen ihre schematischen Figuren mit einer organischen Vertrautheit, die man nicht schreiben kann, die muss man kennen.

Das Drehbuch von Sandler und Wolf operiert nach dem Prinzip der Sketchrevue: Szenen existieren als eigenständige Gagnummern, nicht als dramaturgische Einheiten. Die Wasserparksequenz etwa mit einem blau verfärbten Pool, einem kämpfenden Rob und einer kollektiv überforderten Elternschaft, erreicht durch ihre Verdichtung eine komische Energie, die das übrige Tempo der Erzählung deutlich übersteigt. Rupert Gregson-Williams‘ Musik bleibt unauffällig im Hintergrund. Das ist keine Kritik. Die Komödie braucht keine musikalische Verstärkung, ihr Rhythmus entsteht aus den Figuren selbst, nicht aus dem Soundtrack.

Wer einen Film sucht, der die Grenzen des Genres auslotet, wird hier nicht fündig. Wer hingegen zwei Stunden anspruchslosen, aber ehrlichen Ensemble-Humor schätzt getragen von Darstellern, die ihre Sache mit sichtlicher Spielfreude machen, für den hält „Kindsköpfe“ mehr bereit, als der einfache Rahmen vermuten lässt. Genre-Liebhaber nehmen mitunter die Schlichtheit in Kauf. Hier ist sie der Preis und das Angebot ist fair.

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