The Expendables 3
Was passiert, wenn ein Franchise zu groß für seine eigene Prämisse wird? „The Expendables 3“ stellt diese Frage, ohne sie vollständig beantworten zu wollen. Patrick Hughes inszeniert 2014 den dritten Teil einer Reihe, die auf Nostalgie und Muskelkraft aufgebaut ist und muss dabei eine wachsende Besetzung koordinieren, die fast schon unüberschaubar wirkt. Das Ergebnis ist ein Actionfilm, der zwischen Selbstironie und Überdehnung pendelt.

| Dauer: | 127 Min. |
|---|---|
| FSK: | 16 (DE) |
| Jahr: | 2014 |
| Kategorien: | Action |
| Regie: | Patrick Hughes |
| Produzenten: | Avi Lerner, Danny Lerner, Kevin King Templeton, John Thompson, Les Weldon |
| Hauptdarsteller: | Sylvester Stallone, Jason Statham, Harrison Ford |
| Nebendarsteller: | Arnold Schwarzenegger, Mel Gibson, Wesley Snipes, Dolph Lundgren |
| Studio: | Davis Films, Ex3 Productions, Fipex Holding, Lionsgate, Millennium Media, Nu Image Entertainment |
Mit jedem neuen Teil wächst die Besatzung der Expendables, und damit auch die Erwartung. Stallone hat dieses Versprechen angenommen, doch wie viele Stars verträgt ein einziger Film, bevor das Konzept unter seinem eigenen Gewicht kollabiert? Diese Frage steht über dem gesamten dritten Kapitel der Reihe wie ein unausgesprochener Vorwurf.
Besetzung, Regie und Drehorte
„The Expendables 3“ ist ein US-amerikanischer Ensemble-Actionfilm aus dem Jahr 2014. Die Regie übernahm der australische Filmemacher Patrick Hughes, das Drehbuch verfassten Creighton Rothenberger, Katrin Benedikt und Sylvester Stallone gemeinsam. Die Kamera führte Peter Menzies Junior, den Schnitt verantworteten Sean Albertson und Paul Harb. Die Filmmusik komponierte Brian Tyler, dessen Soundtrack am 12. August 2014 über La-La Land Records erschien.
Das Ensemble vereint Generationen des Hollywood-Actionkinos. Sylvester Stallone führt als Barney Ross an, ihm zur Seite stehen Jason Statham, Dolph Lundgren, Randy Couture und Terry Crews als eingespieltes Kernteam. Neu hinzu kommen Wesley Snipes als früheres Mitglied Doctor Death, Antonio Banderas als quirliger Ex-Soldat Galgo, Harrison Ford als CIA-Kontakt Max Drummer und Mel Gibson als Antagonist Conrad Stonebanks. Die jüngere Generation wird durch Kellan Lutz, Ronda Rousey, Glen Powell und Victor Ortiz vertreten.
Die Hauptdreharbeiten begannen am 19. August 2013 in Bulgarien und im Nu Boyana Film Studio in Sofia und endeten am 22. Oktober 2013. „The Expendables 3“ (2014) ist der dritte Teil der Actionreihe nach „The Expendables“ (2010) und „The Expendables 2“ (2012). Mit „The Expendables 4“ (2023) folgte später ein vierter Teil. Der dritte Film wurde weltweit in einer gekürzten Fassung mit PG-13-Rating gestartet. In Deutschland erhielt die Kinofassung eine FSK-16-Freigabe, während der rund fünf Minuten längere Director’s Cut mit FSK 18 freigegeben wurde. Stallone räumte im Nachhinein ein, dass die Entscheidung für die gekürzte Fassung und das niedrigere Rating ein Fehler war.
Handlung & Inhalt vom Film „The Expendables 3“
Barney Ross und sein Kernteam befreien zu Beginn den seit Jahren inhaftierten ehemaligen Expendable Doctor Death aus einem gepanzerten Gefängniszug. Der Mediziner und Messerspezialist schließt sich sofort der Gruppe an. Ihr nächster Auftrag führt sie nach Somalia, wo ein Waffendeal verhindert werden soll. Dort trifft Barney auf Caesar, der das Team zum Treffpunkt lotst. Was dann folgt, übertrifft jede Erwartung: Der Waffenhändler ist Conrad Stonebanks, ein totgeglaubter Mitgründer der Expendables, der einst die Seiten wechselte. Stonebanks schießt Caesar nieder und entkommen, die Gruppe muss sich zurückziehen. Caesar liegt schwer verletzt im Krankenhaus.
Barneys neuer CIA-Kontakt Max Drummer übernimmt die Koordination und erteilt einen klaren Auftrag: Stonebanks soll lebend vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gebracht werden. Das widerspricht Barneys persönlichem Wunsch, dennoch fügt er sich dem Befehl. Um seine Männer nicht in den sicheren Tod zu schicken, entschließt er sich zu einem drastischen Schritt: Er entlässt das gesamte Stamm-Team und engagiert über den Vermittler Bonaparte eine neue, jüngere Truppe. Dazu gehören der Ex-Marine Smilee, Scharf-Schützin und Türsteherin Luna, Hacker Thorn und Waffenexperte Mars. Den hartnäckigen Ex-Soldaten Galgo weist Barney zunächst ab.
Verrat, Falle und Rettungsmission
Das junge Team stellt Stonebanks schließlich in Bukarest. Zunächst verläuft die Festnahme bei einer Waffenübergabe überraschend reibungslos. Doch kurz darauf ortet ein GPS-Sender den Transport, woraufhin Stonebanks seine Männer per Helikopter zum Angriff schickt. Während die vier jungen Rekruten in Gefangenschaft geraten, stürzt Barney in einen Fluss. Er überlebt jedoch, schaltet das Rückholkommando aus und beschließt anschließend, die Mission allein zu Ende zu bringen. Noch bevor sein Flugzeug startet, überzeugt Galgo ihn, ihn mitzunehmen. Kurz darauf stoßen außerdem Christmas und die übrigen Expendables dazu und vervollständigen das Team.
Inzwischen verschanzt sich Stonebanks in einer befestigten Ruinenstadt einer fiktiven osteuropäischen Republik, die von einer regulären Armee geschützt wird. Dennoch dringen die Expendables in das Gebiet ein und entdecken die Gefangenen in einem mit Sprengstoff präparierten Hotel. Daraufhin entfesselt sich eine gewaltige Schlacht: Infanterie, Panzer und Kampfhubschrauber greifen gleichzeitig an. Zwar wehrt sich das Team entschlossen, doch die Gegner drängen es immer weiter zurück. Gerade als die Situation aussichtslos erscheint, treffen Drummer und Trench unerwartet mit einem Helikopter ein. Wenig später kehrt auch Yin Yang zurück, wodurch sich das Kräfteverhältnis endlich zugunsten der Expendables verschiebt.
Schließlich greift Stonebanks selbst ein, während das Gebäude bereits in Flammen steht. Ohne Waffen liefern sich Barney und sein ehemaliger Weggefährte einen erbitterten Faustkampf. Nach einem harten Schlagabtausch gewinnt Barney die Oberhand und erschießt Stonebanks trotz des ursprünglichen CIA-Befehls, ihn lebend festzunehmen. Nur Sekunden später explodiert das gesamte Gebäude. Während das Team in Trenches Helikopter flieht, klammert sich Barney außen an den Rumpf. Nach der Mission erholt sich Caesar von seinen Verletzungen, und Barney nimmt Galgo, Smilee, Luna, Thorn und Mars offiziell in die Expendables auf. Schließlich feiern Alt und Jung gemeinsam in einer Bar, wo nach all dem Chaos zumindest für einen Moment Frieden zwischen den Generationen einkehrt.
Filmkritik und Fazit zum Film „The Expendables 3“
„The Expendables 3“ leidet strukturell an einem Paradox, das bereits die Eröffnungssequenz offenbart. Patrick Hughes inszeniert einen Helikopterangriff auf einen gepanzerten Zug, doch die CGI-Integration des Fluggeräts wirkt technisch überholt, die fallenden Gegner bewegen sich wie Marionetten an sichtbaren Fäden. Wo Körperlichkeit und räumliche Glaubwürdigkeit fehlen, verliert auch die dramaturgische Wirkung ihren Halt. Die Nahkampfszenen gelingen dagegen überzeugender, Ronda Rousey in ihrem Spielfilmdebüt und Jason Statham bringen echte physische Intensität in einzelne Momente, Antonio Banderas kapert mit seinem unablässig redenden Ex-Soldaten fast alle komödiantischen Szenen für sich.
Das Tempo des Films ist ungleichmäßig verteilt. Die Mittelsection, in der das junge Team aufgebaut und direkt wieder gefangen genommen wird, zieht sich mit eigenartiger Mattheit durch eine lange zweite Stunde. Mel Gibson verleiht dem Antagonisten Stonebanks trotz dünner Figurenzeichnung eine unangenehme Kälte, die mehr trägt als das Drehbuch hergibt. Die Meta-Witze der Reihe, Snipes‘ Steuerhinterziehungskommentar, Fords Seitenhieb auf Willis‘ Abgang, sind als Einzelmomente durchaus treffsicher, wirken in dieser Dichte jedoch zunehmend wie die Selbstpromotion eines Franchise, das sich seines eigenen Fortbestands nicht sicher ist.
Für Anhänger des Ensemble-Actionkinos bietet der Film trotz seiner Mängel noch ausreichend Substanz: Gibson als Gegenspieler, Banderas als komödiantisches Herz, ein finales Chaos mit spektakulärer Sprengung. Wer die Vorgänger schätzte, findet hier bekannte Koordinaten, wenn auch in einem Rahmen, der sich um eine Nummer zu groß geschneidert hat. Die Entscheidung, die Kinofassung zu entschärfen, um ein breiteres Publikum zu erreichen, hat das Gegenteil bewirkt: Kernfans fühlten sich um die erwartete Härte gebracht, während Neuzuschauer das Franchise kaum für sich entdeckten. Stallone hat diesen Fehler selbst eingeräumt. Als Actionunterhaltung mit Genre-Bewusstsein funktioniert „The Expendables 3″ noch, als Steigerung der Vorgänger jedoch nicht.