Es gibt Filme, die das Publikum unterhalten wollen. Und dann gibt es Filme, die es herausfordern – die fragen, ob man wirklich bereit ist für das, was man sich da ansieht. Darren Aronofskys „Mother!" aus dem Jahr 2017 gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Was als ruhiges Kammerspiel beginnt, entwickelt sich zu einer apokalyptischen Schöpfungsallegorie, die religiöse Ikonografie mit roher Gewalt verbindet.
Stell dir vor, du wachst auf einem Luxusraumschiff auf – allein, mitten im All, mit neunzig Jahren Reise noch vor dir. Genau das passiert Jim Preston in „Passengers", dem Science-Fiction-Drama von Morten Tyldum aus dem Jahr 2016. Was folgt, ist keine klassische Weltraumabenteuergeschichte, sondern etwas Selteneres: eine Reflexion über Isolation, Sehnsucht und moralische Verantwortung. Rodrigo Prietos Kamera macht das Raumschiff Avalon zu einem kühlen Wunderwerk der Einsamkeit.
Terry Gilliam hat immer Filme über Menschen gemacht, die aus der Welt herausfallen. In „The Zero Theorem" treibt er dieses Motiv auf die Spitze: Qohen Leth wartet auf einen Anruf, der ihm den Sinn seines Lebens erklären soll – und verbringt eben dieses Leben damit, auf ihn zu warten. Eine mathematische Formel, eine virtuelle Liebe und ein allwissender Konzernchef umkreisen ihn wie Planeten um ein schwarzes Loch. Was passiert, wenn die Antwort auf alle Fragen nur das Nichts ist?
Jahrzehntelang liefen sie auf parallelen Spuren: Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger, jeder für sich eine Ära. 2013 trafen sie erstmals in gleichberechtigten Hauptrollen aufeinander – in einem Gefängnisthriller, der diese Begegnung als Ereignis inszeniert. Die Kulisse ist ein Hochsicherheitsgefängnis auf hohem Meer, das Setting wirkt klaustrophobisch, die Besetzung verheißt Großes. Was dieser Film aus dem Aufeinandertreffen zweier Legenden macht – und ob das Ergebnis dem langen Warten standhält?
Henri Charrières autobiografischer Roman verkaufte sich in 30 Sprachen über 13 Millionen Mal und wurde 1973 mit Steve McQueen zum Kinoereignis. 2017 wagt der dänische Regisseur Michael Noer eine zweite Verfilmung und rückt die ungewöhnliche Freundschaft zwischen dem Safeknacker Papillon und dem Fälscher Louis Dega in den Mittelpunkt. Charlie Hunnam und Rami Malek tragen den Film durch Dschungel, Dunkelzellen und die berüchtigte Teufelsinsel. Die Vorlage ist monumental, das Vorbild ikonisch. Was rechtfertigt diese zweite Reise in eine der härtesten Strafkolonien der Geschichte?
Ein Stadthaus in Manhattan, eine einzige Nacht und drei Einbrecher, die ausgerechnet dort eindringen wollen, wo sich Mutter und Tochter verbarrikadiert haben: David Fincher verdichtet in seinem fünften Spielfilm den klassischen Home-Invasion-Thriller zu einem präzise choreografierten Kammerspiel. Jodie Foster ersetzte kurzfristig die verletzte Nicole Kidman und prägt den Film mit ihrer Mischung aus Verletzlichkeit und wachsender Entschlossenheit. Howard Shore liefert einen pulsierenden Score dazu.
Wyoming im Winter: eine Landschaft, die Schönheit und Feindseligkeit in derselben Stille vereint. Taylor Sheridan wählt diese Kulisse für den Abschluss seiner Frontier-Trilogie und erzählt von einem Mord, der tiefer reicht als jede Ermittlungsarbeit es vermuten lässt. Zwischen verschneiten Bergrücken, Trauerrissen und einer Gesellschaft am Rand verdichtet sich ein Fall zur schmerzhaften Studie über institutionelle Vergessenheit. Der Film verweigert schnelle Antworten und gewinnt dadurch eine ungewöhnliche moralische Schärfe.
Acht Schlittenhunde, ein antarktischer Winter, kein Mensch weit und breit – und dennoch eine der stillen, unerwarteten Stärken des Familienfilmkinos der 2000er Jahre. Frank Marshall erzählt in „Antarctica – Gefangen im Eis" von Loyalität unter extremen Bedingungen, und er tut es auf eine Weise, die dem Publikum mehr zutraut als man von einem Disney-Abenteuerfilm erwarten würde. Was bleibt, wenn Sprache aufhört und nur noch Körpersprache zählt?
Seit einem Jahr hat Trevor Reznik kein Auge zugetan. Sein Körper ist ausgemergelt, sein Geist gefangen zwischen Paranoia und Schuldgefühlen, die er selbst nicht benennen kann. „Der Maschinist" – Brad Andersons spanisch-amerikanischer Psychothriller von 2004 – erzählt von einem Mann, dem die eigene Verdrängung zur Bedrohung wird. Christian Bales körperliche Transformation gilt bis heute als eine der extremsten der Filmgeschichte.
"Shame" Ein Mann in einer Millionenstadt, der alles hat und nichts fühlt – kein schlechtes Gewissen, keine Bindung, keine Pause. Steve McQueens New York ist kein Sehnsuchtsort, sondern ein System aus Verfügbarkeit und Erschöpfung, das einen Menschen wie Brandon nicht erschafft, sondern offenlegt. Michael Fassbender spielt diese Figur mit einer körperlichen Präzision, die einem keine Distanz lässt. Was treibt jemanden in die absolute Leere hinter der makellosen Oberfläche?
Eine abgelegene Insel im Pazifik, eine Handvoll europäischer Aussteiger, und ein Fall, der bis heute nicht vollständig geklärt ist – die Galápagos-Affäre von 1934 klingt nach erfundenem Stoff. Regisseur Ron Howard hat jahrelang an dieser Geschichte gearbeitet und sie nun mit einem starken Ensemble verfilmt. Jude Law, Vanessa Kirby, Ana de Armas und Daniel Brühl geben den historischen Figuren ein Gesicht. Was passiert, wenn Menschen, die Freiheit suchen, sich gegenseitig zur größten Bedrohung werden?
2011 erschütterte Lars von Trier das Arthouse-Kino mit einem Film, der den Weltuntergang nicht als Spektakel, sondern als inneren Zustand begreift. „Melancholia" beginnt mit dem Ende – und erzählt dann, wie zwei Schwestern auf sehr unterschiedliche Weise mit der Gewissheit des Unabwendbaren umgehen. Wagners Musik, schwedische Schlossmauern, ein blau leuchtender Planet am Himmel. Was bleibt vom Menschen, wenn keine Hoffnung mehr trägt?
"Monster" zeigt Aileens Versuch, in Florida Stabilität zu finden, nachdem sie Selby begegnet und beide eine Beziehung aufbauen. Abgewiesene Jobanfragen, finanzielle Not und wiederkehrende Gewalt prägen ihren Alltag. Aileen tötet mehrere Freier, nutzt deren Besitz und versucht dennoch, Nähe zu Selby zu halten. Ermittlungen, wachsender Druck und belastende Entscheidungen führen schließlich zu ihrer Festnahme und dem späteren Urteil.
"Interstellar" spielt in einer Zukunft, in der die Erde durch Staubstürme und Ernteausfälle unbewohnbar wird. Der ehemalige Pilot Cooper wird Teil einer geheimen NASA-Mission, die durch ein Wurmloch nach bewohnbaren Planeten sucht. Gemeinsam mit Wissenschaftlern und zwei Robotern begibt er sich auf eine riskante Expedition, um den Fortbestand der Menschheit zu sichern, während auf der Erde seine Tochter Murph die Lösung eines physikalischen Rätsels sucht.
"Bugonia" handelt von einer Entführung, die sich zu einem psychologischen Machtspiel entwickelt. Ein Verschwörungsgläubiger hält eine Managerin gefangen, überzeugt, sie sei Teil einer außerirdischen Spezies. Manipulation, Schuld und Täuschung verdichten sich, bis beide Gefangene ihrer eigenen Überzeugungen werden. Als die Situation eskaliert, löst sich die Grenze zwischen Realität und Wahn vollständig auf.
"Good Boy - Trust His Instincts" zeigt einen jungen Mann, der mit seinem Hund in das einsame Haus seines verstorbenen Großvaters zieht. Todd leidet an einer schweren Lungenerkrankung und sucht Ruhe, doch unheimliche Vorkommnisse im Haus deuten auf eine dunkle Präsenz hin. Während seine Gesundheit weiter abnimmt, versucht Hund Indy, ihn vor einer unsichtbaren Bedrohung zu schützen, die eng mit der Vergangenheit des Hauses verbunden scheint.
"Ash" beginnt mit Riyas Erwachen in einer verlassenen Forschungsstation auf einem fernen Planeten. Ohne klare Erinnerung sucht sie nach Antworten und stößt auf Spuren einer Katastrophe. Während sich technische Defekte häufen, begegnet sie Brion, der behauptet, sie retten zu wollen. Doch Riyas Erinnerungen werden immer widersprüchlicher. Die Wahrheit über den Tod der Crew und ihren Zustand drängt sich Schritt für Schritt an die Oberfläche.
"Die Familie" zeigt eine Jugendliche, die gegen familiäre und soziale Erwartungen aufbegehrt. In einem abgelegenen Seminar entwickelt sich ein komplexes Beziehungsgeflecht zwischen Vertrauen, Nähe und Einfluss. Als eine Teilnehmerin tot im Wald gefunden wird, verändert sich die Dynamik. Die scheinbare Harmonie weicht Verunsicherung, während Misstrauen und emotionale Abhängigkeit zunehmen.
"The Gorge" zeigt zwei Elite-Scharfschützen, die eine abgelegene Schlucht ein Jahr lang bewachen sollen. Levi Kane und Drasa arbeiten auf gegenüberliegenden Seiten, ohne Kontakt zueinander. Doch nach Monaten brechen sie das Schweigen und entdecken eine tiefere Wahrheit hinter ihrem Einsatz. Als Levi in die Schlucht stürzt, offenbart sich ein geheimes Experiment mit gefährlichen Konsequenzen.
"Brimstone - Erlöse uns von dem Bösen" ist ein packender Western, der die düstere Geschichte von Liz, einer stummen Hebamme, erzählt. Ihre idyllische Welt wird durch die Ankunft eines geheimnisvollen Reverends erschüttert, der eine beunruhigende Verbindung zu ihrer Vergangenheit hat. Der Film fesselt mit seiner intensiven Darstellung von Gewalt und Unterdrückung im Wilden Westen, während Liz verzweifelt versucht, sich und ihre Familie vor dem fanatischen Prediger zu schützen.