Fußball als Anlass, Gewalt als Ritual, Zugehörigkeit als Sucht – Lexi Alexander beschreibt in ihrem Regiedebüt ein Milieu, das sich dem einfachen Urteil entzieht. Die gebürtige Mannheimerin bringt eigene Erfahrungen aus Kampfsport und Subkultur mit. Elijah Wood spielt den Außenseiter, durch dessen Blick das Publikum die Green Street Elite kennenlernt. Charlie Hunnam verkörpert den widersprüchlichen Anführer zwischen Klassenzimmer und Straßenschlacht. Der Film aus dem Jahr 2005 ringt sichtbar um die richtige Distanz zu seinem Stoff. Gelingt ihm die Gratwanderung zwischen Milieustudie und Stilisierung?
Eine schwarze Wand legt sich über Nacht um ein Hamburger Mietshaus und verwandelt private Wohnungen in hermetische Zellen. Philip Koch schickt in „Brick" ein Paar in Beziehungskrise, ein Airbnb-Pärchen, einen bewaffneten Rentner und einen undurchsichtigen Besucher in eine vertikale Versuchsanordnung. Der deutsche Mystery-Thriller mit Matthias Schweighöfer und Ruby O. Fee setzt auf Klaustrophobie, Genre-Ehrgeiz und eine zunehmend verschachtelte Auflösung. Netflix verspricht Hochspannung made in Germany. Kann der Film seine reizvolle Prämisse über einhundert Minuten tragen?
Wenn ein Eimer Schweineblut auf eine junge Frau herabfällt, kennt das Kino seit 1976 die Folgen. Kimberly Peirce übernimmt diesen legendären Moment für ihre Neuinterpretation aus dem Jahr 2013 und stellt eine Frage, die sich heute dringlicher denn je stellt: Was macht öffentliche Demütigung mit einem Menschen, wenn sie digital verewigt wird? Mit Chloë Grace Moretz in der Titelrolle und Julianne Moore als religiös verblendete Mutter entsteht ein Drama zwischen Bibelzitaten und Handykameras.
„Einfach zu haben" beginnt mit einer Notlüge und endet mit einer öffentlichen Beichte via Webcam. Dazwischen liegt eine Geschichte über Gerüchte, soziale Währungen und den Preis des Schweigens, die 2010 erstaunlich viel zu sagen hatte und heute nicht weniger. Will Gluck inszeniert das Ganze mit leichter Hand, Emma Stone gibt der Hauptfigur Schärfe und Tiefe zugleich. Warum fühlt sich ein Film über das Schlaraffenland der Lüge so ehrlich an?
Ein Bankräuber ohne Abitur, eine überforderte Referendarin und eine Klasse, die jeden Pädagogen in die Knie zwingt – klingt nach reinem Chaos, und das ist es auch. Mit rund 7,6 Millionen Kinobesuchern allein in Deutschland wurde „Fack ju Göhte" zur erfolgreichsten deutschen Kinokomödie des Jahrzehnts. Bora Dagtekin traf mit dieser rauen Schulkomödie offenbar einen Nerv, der weit tiefer saß als erwartet.
Tim Burton galt einst als Regisseur skurriler Außenseiter. Seine frühen Filme zeigten Figuren zwischen Komik und Melancholie, eingebettet in Gothic-Ästhetik. Mit „Dark Shadows" verfilmt er 2012 eine Kultserie aus den Sechzigern und versetzt einen Vampir in die siebziger Jahre. Johnny Depp verkörpert den aristokratischen Blutsauger, Eva Green spielt seine obsessive Gegenspielerin. Die Produktion kostete 150 Millionen Dollar und spielte weltweit 239 Millionen ein. Reicht die visuelle Opulenz aus, um die dramaturgischen Schwächen zu kompensieren?
Tschick zeigt zwei jugendliche Außenseiter, die während der Sommerferien in einem gestohlenen Lada durch Ostdeutschland fahren. Ohne Orientierung erleben sie zufällige Begegnungen, unter anderem mit einer Ausreißerin namens Isa. Die Ereignisse verändern ihren Blick auf sich selbst. Am Ende kehrt Maik mit neuem Selbstbewusstsein zurück in den Schulalltag und nimmt die Folgen der Fahrt auf sich.
"Elio" folgt einem Jungen, der durch einen Fehler zum Sprecher der Menschheit im All wird. Nach einem missglückten Funksignal trifft er auf fremde Lebensformen, gerät in politische Konflikte und muss sich gegenüber mächtigen Wesen behaupten. Seine Verbindung zur Erde bleibt bestehen, während er versucht, sich in der neuen Rolle zurechtzufinden und seinen eigenen Weg im Chaos zu erkennen.
"Smallfoot – Ein eisigartiges Abenteuer" dreht die Sicht auf Mythen um. Migo lebt in einem abgelegenen Yeti-Dorf und glaubt an überlieferte Regeln. Ein Flugzeugabsturz verändert alles, als er einen Menschen entdeckt. Doch seine Behauptung stößt auf Skepsis. Mit Hilfe neuer Freunde sucht er Antworten. Während Missverständnisse zwischen den Welten wachsen, muss er sich fragen, wem er wirklich vertrauen kann.
In "Jonas" wird die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der sich in der Schule beweisen muss. Der Film mischt Dokumentarstil mit Spielszenen, um die Herausforderungen im Schulsystem aufzuzeigen. Jonas’ Kampf mit seinen Noten, seine Gefühle für eine Lehrerin und sein Engagement in einer Schülerband illustrieren die Komplexität des Heranwachsens.
"Arschkalt" verwebt die Geschichten von Rainer, einem ehemaligen Fabrikbesitzer, der nach dem Konkurs seines Familienunternehmens als Tiefkühlkostverkäufer arbeitet. Sein Leben ändert sich grundlegend, als er den lebensfrohen Tobias als neuen Kollegen einarbeiten muss. Diese Begegnung zwingt Rainer, seine Einstellung zu überdenken und öffnet ihm die Augen für die Bedeutung von Freundschaft und Zuversicht.
"Das Löwenmädchen" ist ein Film aus Norwegen, der die Geschichte von Eva Arcander behandelt, welche aufgrund eines genetischen Defekts mit einer Behaarung am ganzen Körper auf die Welt kommt. Nicht nur von ihrem Vater, sondern auch von der Gesellschaft wird die junge Frau abgelehnt. Trotz der Widerstände entflieht sie der häuslichen Umgebung schließlich.