Das Imperium schlägt zurück

Zwischen zwei Kapiteln ruht die Gefahr. Wenn der Mythos einer Saga sich verdichtet, geschieht es selten im triumphalen Moment, sondern im Schatten dazwischen. Irvin Kershners „Das Imperium schlägt zurück“ aus dem Jahr 1980 ist ein solcher Schattenmoment. Er bildet das Zentrum der klassischen Star-Wars-Trilogie und verweigert doch jede narrative Bequemlichkeit. Hier wird kein Sieg gefeiert, sondern eine Niederlage komponiert. Das Pathos weicht der Prüfung.

Das Imperium schlägt zurück
Dauer: 124 Min.
FSK: 12 (DE)
Jahr: 1980
Kategorien: Fantasy, Science-Fiction
Regie: Irvin Kershner
Produzenten: Gary Kurtz, Howard G. Kazanjian
Hauptdarsteller: Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher
Nebendarsteller: Billy Dee Williams, Anthony Daniels, David Prowse, Peter Mayhew
Studio: Lucasfilm Ltd.

Drei Jahre nach der Zerstörung des Todessterns hat die Euphorie des Rebellensieges längst jene nüchterne Ernüchterung erreicht, die jeder Krieg früher oder später zurücklässt. Der zweite Teil der Saga erzählt nicht die Fortsetzung eines Erfolges, sondern dessen Preis. Kershner zeichnet eine Galaxis im Rückzug. Das Weltraumabenteuer verwandelt sich in eine Meditation über Schuld, Erbe und Selbsterkenntnis. Kann eine Weltraumoper ihre eigene Mythologie hinterfragen, ohne dabei ihre Wirkung zu verlieren?

Besetzung, Regie und Drehorte

Die Regie des 1980 erschienenen US-amerikanischen Space-Opera-Films übernahm Irvin Kershner, während George Lucas sich auf Produktion und Storykonzept konzentrierte. Das Drehbuch verantworteten Leigh Brackett und Lawrence Kasdan. Für die Kamera zeichnete Peter Suschitzky, den Schnitt besorgte Paul Hirsch. Gary Kurtz produzierte den Film gemeinsam mit Lucas. Die Musik komponierte John Williams. Die Kinofassung läuft 124 Minuten, die Special Edition von 1997 umfasst 127 Minuten.

Die Hauptrollen spielen Mark Hamill als Luke Skywalker, Harrison Ford als Han Solo und Carrie Fisher als Prinzessin Leia Organa. David Prowse verkörpert Darth Vader, dessen ikonische Stimme James Earl Jones beisteuerte. Frank Oz führte Yoda als Puppe und lieh ihm zugleich die Stimme. Billy Dee Williams debütiert als Lando Calrissian in der Saga. Alec Guinness erscheint erneut als Obi-Wan Kenobi. Jeremy Bulloch spielt den Kopfgeldjäger Boba Fett. Peter Mayhew und Anthony Daniels kehren als Chewbacca und C-3PO zurück. Kenny Baker steckt erneut in R2-D2.

Der Film „Das Imperium schlägt zurück“ erhielt bei der Oscarverleihung 1981 die Auszeichnung für den besten Ton sowie einen Sonderoscar für die visuellen Effekte. John Williams wurde für seine Komposition mit dem British Academy Film Award geehrt. Die FSK gab die Special Edition ab zwölf Jahren frei. Im Jahr 2010 nahm das National Film Registry den Film als erhaltenswertes Werk auf.

Handlung & Inhalt vom Film „Das Imperium schlägt zurück“

Drei Jahre nach der Vernichtung des Todessterns haben die Rebellen auf dem vereisten Planeten Hoth eine neue Basis errichtet. Das Imperium sucht die Versprengten mit Sonden systematisch im Raum. Luke Skywalker wird auf einem Patrouillenritt von einem Wampa-Wesen attackiert und in dessen Höhle verschleppt. Erst die aufkeimende Kraft der Macht ermöglicht ihm die Flucht. Geschwächt und dem Erfrieren nahe, erscheint ihm Obi-Wan Kenobi als Vision. Er weist ihn an, den Planeten Dagobah aufzusuchen. Dort lebe der Meister, der ihn zum Jedi ausbilden könne. Han Solo findet den Freund im letzten Moment.

Ein fataler Fehler eines imperialen Admirals verrät die Position der Echo-Basis. Darth Vader lässt den Offizier erwürgen und befiehlt den Angriff. Die gewaltigen AT-ATs überrennen die Abwehrlinien der Rebellen. Inmitten der Flucht trennen sich die Wege der Hauptfiguren. Luke steuert mit R2-D2 das Dagobah-System an, während Leia, Han, Chewbacca und C-3PO im Millennium Falken der imperialen Flotte zu entkommen versuchen. Der Hyperraumantrieb versagt. Die Verfolgungsjagd führt in ein dicht gestaffeltes Asteroidenfeld, das zur trügerischen Zuflucht wird.

Zwischen Schatten, Sumpf und Selbsterkenntnis

Auf Dagobah trifft Luke schließlich auf ein kleines, grünes Wesen, das er zunächst jedoch nicht als Yoda erkennt. Der greise Meister zweifelt zwar an seiner Eignung, willigt jedoch schließlich dennoch in die Ausbildung ein. Währenddessen erhält Darth Vader eine Botschaft des Imperators, und der Herrscher äußert dabei Besorgnis über den heranwachsenden Jedi. Vader überzeugt ihn jedoch davon, Luke nicht zu töten, sondern ihn stattdessen auf die dunkle Seite zu ziehen. Um den Rasenden Falken aufzuspüren, heuert er zudem Kopfgeldjäger an, unter ihnen auch Boba Fett. Das Schiff entkommt zwar dem Weltraumtier im Asteroiden, treibt jedoch anschließend mit abgeworfenem Müll getarnt davon.

Boba Fett durchschaut jedoch das Manöver und folgt Han schließlich nach Bespin. In der schwebenden Wolkenstadt hofft der Schmuggler zwar auf die Hilfe seines alten Bekannten Lando Calrissian, doch der Baron steht unterdessen unter imperialem Druck. Vader hat die Gasmine bereits erreicht und stellt Lando somit vor eine brutale Wahl. Während Luke gleichzeitig auf Dagobah Visionen vom Leid seiner Freunde empfängt, bricht er schließlich vorzeitig auf, obwohl Yoda und der Macht-Geist Obi-Wans ihn vergeblich beschwören. Im entscheidenden Duell verliert Luke schließlich seine Hand, und Vader enthüllt ihm schließlich, sein Vater zu sein.

Han wird in Karbonit eingefroren, ein Experiment, das eigentlich Luke gelten sollte. Boba Fett bringt den reglosen Schmuggler nach Tatooine, wo Jabba der Hutte ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt hat. Lando durchschaut Vaders Verrat an der eigenen Abmachung und schlägt sich auf die Seite der Rebellen. Gemeinsam mit Leia, Chewbacca und den Droiden flieht er im Millennium Falken. Luke entkommt im letzten Moment, gerettet durch Leias übersinnlich vermittelte Nähe. Er erhält eine kybernetische Hand. Der Film endet in gedämpfter Stille.

Filmkritik und Fazit zum Film „Das Imperium schlägt zurück“

Kershners Inszenierung setzt auf Verdichtung statt Entfaltung, und gerade diese Zurückhaltung verleiht „Das Imperium schlägt zurück“ seine tragische Würde. Die Kamera von Peter Suschitzky komponiert den Eisplaneten Hoth als weiße Leere, in der das Grau der AT-ATs wie eine langsam heranrückende Flutwelle wirkt. Der Angriff auf die Echo-Basis zählt zu den präzisesten Actionsequenzen des Genres. Lawrence Kasdans Drehbuch zeigt Figuren, die reifen, zweifeln und scheitern dürfen. Mark Hamill findet dabei eine neue Ernsthaftigkeit. Frank Oz verleiht Yoda durch Puppenspiel eine Präsenz, die keiner digitalen Nachbildung bedürfte.

Das Sounddesign, 1981 mit einem Oscar bedacht, verdient die Würdigung auch heute. Der Imperial March von John Williams etabliert eine musikalische Drohgebärde, die ohne Worte auskommt und doch ganze Kapitel erzählt. Das Tempo bleibt ruhig, wo andere Filme drängen würden. Die Sumpfpassagen auf Dagobah entfalten eine fast kontemplative Langsamkeit, während der Kampf in der Wolkenstadt die Dunkelheit des Stoffes fühlbar macht. Die visuellen Effekte setzten Maßstäbe für ihre Zeit. Selbst die späteren digitalen Überarbeitungen konnten den handwerklichen Kern nicht überschreiben.

Wer die Weltraumoper als Genre schätzt, findet hier ihre reifste Form. Der Mittelteil der klassischen Trilogie verweigert jede Erlösung und gewinnt gerade dadurch. Schauspielführung, Musik und Bildsprache greifen so präzise ineinander, dass der Cliffhanger am Ende nicht als Mangel, sondern als Versprechen wirkt. Für kulturinteressierte Zuschauer bleibt der Film ein Lehrstück darüber, wie populäres Kino analytische Tiefe entwickeln kann.

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