Sieben Oscars, ein Bagel als Symbol des Nichts und eine Steuerprüfung, die zur Schlacht wird – „Everything Everywhere All at Once" entzieht sich jeder Schubladisierung. Daniel Kwan und Daniel Scheinert haben 2022 einen Film geschaffen, der Martial-Arts-Choreografien mit existenziellen Fragen verschränkt und dabei das Multiversum nicht als Marketing-Vehikel begreift, sondern als emotionalen Resonanzraum. Michelle Yeoh trägt diese Mehrfachexistenz mit einer Beiläufigkeit, die staunen lässt. Was bleibt von einem Werk, das alles gleichzeitig sein will?
Der irische Bürgerkrieg dringt nur als fernes Echo bis zur fiktiven Insel Inisherin vor. Hier scheint die Welt unverändert, hier hat jeder Tag seinen Rhythmus – bis Colm Doherty seinem besten Freund Pádraic die Freundschaft kündigt und mit drastischen Konsequenzen droht. Martin McDonagh nutzt diesen scheinbar absurden Konflikt für eine vielschichtige Reflexion über Sinnsuche, Stillstand und die Unfähigkeit, das eigene Leben zu verändern. Die Insel wird zur Bühne einer leisen Katastrophe. Welche Eskalation lässt sich aus einem einzigen Wort entzünden?
Als Warner Bros. und Legendary Pictures 2016 die Realverfilmungsrechte für das Pokémon-Franchise sicherten, rechnete kaum jemand mit einem Noir-Krimi. Rob Letterman wählte ausgerechnet die Meisterdetektiv-Variante der Taschenmonster als Kinovorlage. Ein flauschiges Pikachu mit der Stimme von Ryan Reynolds ermittelt in einer neonbeleuchteten Metropole nach einem verschwundenen Vater. Zwischen videospieltypischer Nostalgie und kinematografischer Ambition entsteht ein Werk, das mit seiner Genre-Hybridisierung überrascht.
Drei Patienten, ein gestohlenes Auto und die vage Aussicht auf das italienische Meer – aus dieser Konstellation gewinnt Ralf Huettner einen deutschen Film, der sich dem einfachen Mitleid ebenso verweigert wie dem billigen Humor. Florian David Fitz schrieb sich die Hauptrolle des tourettekranken Vincent selbst auf den Leib und gewann damit 2011 den Deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller. Die Tragikomödie bewegt sich zwischen Alpen und Adria, zwischen Anstalt und Autonomie.
Es gibt Science-Fiction, die mit Raumschiffen anrückt, und Science-Fiction, die mit einem Glas Rotwein beginnt. James Ward Byrkit hat sich für die zweite Variante entschieden. Sein Regiedebüt aus dem Jahr 2013 verwandelt ein gewöhnliches Wohnzimmer in einen Schauplatz metaphysischer Verwicklungen, ohne je die Realität zu verlassen. Acht Freunde, ein Komet, eine Nacht. Was zunächst wie ein Indie-Drama beginnt, verschiebt sich Szene für Szene in andere Aggregatzustände. Können acht Menschen wirklich zusammenbleiben, wenn jeder von ihnen plötzlich ein anderer sein könnte?
Fußball als Anlass, Gewalt als Ritual, Zugehörigkeit als Sucht – Lexi Alexander beschreibt in ihrem Regiedebüt ein Milieu, das sich dem einfachen Urteil entzieht. Die gebürtige Mannheimerin bringt eigene Erfahrungen aus Kampfsport und Subkultur mit. Elijah Wood spielt den Außenseiter, durch dessen Blick das Publikum die Green Street Elite kennenlernt. Charlie Hunnam verkörpert den widersprüchlichen Anführer zwischen Klassenzimmer und Straßenschlacht. Der Film aus dem Jahr 2005 ringt sichtbar um die richtige Distanz zu seinem Stoff. Gelingt ihm die Gratwanderung zwischen Milieustudie und Stilisierung?
Zeitreisefilme versprechen stets mehr, als sie einlösen können. Paradoxien, Identitätsfragen und moralische Dilemmata warten auf ihre filmische Entfaltung. Peter Hyams versuchte 1994 den Spagat zwischen physikalischem Gedankenspiel und handfester Action. Mit Jean-Claude Van Damme als Agent einer Zeitpolizei und Ron Silver als korruptem Senator entstand ein kommerziell erfolgreiches Stück Science-Fiction-Kino. Der Film wurde zum größten Hit des Belgiers und brachte ihm eine Saturn-Auszeichnung für Mia Sara ein. Hält die Mischung aus Quantenmechanik und Kampfsport einer Betrachtung nach drei Jahrzehnten stand?
"Du sollst nicht lieben" zeigt das Leben eines streng religiösen Familienvaters in Jerusalem. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt Aaron die Metzgerei und begegnet dem jungen Ezri. Er gibt ihm Arbeit und Unterkunft, wodurch sich eine enge Bindung entwickelt. Gleichzeitig wächst der Druck aus dem Umfeld, da Gerüchte über Ezri kursieren. Die Gemeinschaft reagiert mit Ablehnung, was auch Aarons Familie belastet. Unter wachsender sozialer Spannung gerät seine Lebensordnung zunehmend ins Wanken.
Eine abgelegene Insel im Pazifik, eine Handvoll europäischer Aussteiger, und ein Fall, der bis heute nicht vollständig geklärt ist – die Galápagos-Affäre von 1934 klingt nach erfundenem Stoff. Regisseur Ron Howard hat jahrelang an dieser Geschichte gearbeitet und sie nun mit einem starken Ensemble verfilmt. Jude Law, Vanessa Kirby, Ana de Armas und Daniel Brühl geben den historischen Figuren ein Gesicht. Was passiert, wenn Menschen, die Freiheit suchen, sich gegenseitig zur größten Bedrohung werden?
"Was ist Liebe wert - Materialists" zeigt Lucy, eine erfolgreiche Partnervermittlerin in New York, die zwischen ihrem wohlhabenden Klienten Harry und ihrem Exfreund John steht. Während sie beruflich versucht, hohe Erwartungen ihrer Kunden zu erfüllen, gerät sie durch eine Klage gegen die Agentur in eine Krise. Zugleich muss sie ihre eigenen Entscheidungen hinterfragen. Am Ende findet sie neue Stabilität, indem sie Verantwortung und persönliche Gefühle zusammenführt.
"Spider-Man: No Way Home" zeigt, wie Peter Parker nach der Enthüllung seiner Identität mit wachsendem Druck kämpft. Ein Zauber von Dr. Strange läuft aus dem Ruder, wodurch Gegner aus anderen Universen auftauchen. Gemeinsam mit zwei alternativen Spider-Men versucht Peter, die Kontrolle zurückzugewinnen. Dabei gerät er in moralische Konflikte, die persönliche Opfer fordern und seine Entwicklung spürbar beeinflussen.
"Wilhelm Tell" spielt im Jahr 1307, als die Schweiz unter habsburgischer Herrschaft steht und sich Widerstand formiert. Nach einer öffentlichen Weigerung, dem Machtanspruch zu folgen, gerät Tell ins Visier von Landvogt Gessler. Die Ereignisse führen zu Gefangenschaft, Befreiung und einer Reihe von Auseinandersetzungen, in deren Verlauf sich verschiedene Gruppen zusammenschließen, um den Einfluss der Besatzer in den Kantonen zurückzudrängen.
"Aus nächster Distanz" folgt zwei Frauen, Naomi und Mona, die in Hamburg in einem Safe House vorübergehend Unterschlupf finden. Während Naomi, eine Mossad-Agentin, Mona, eine aus dem Libanon geflohene Informantin, beschützen soll, entwickelt sich zwischen ihnen eine unerwartete Freundschaft. Ihr Zusammenleben ist geprägt von gegenseitigem Misstrauen, das langsam in Vertrauen übergeht, obwohl die ständige Bedrohung durch die Hisbollah ihre Sicherheit gefährdet.
Die Verfilmung der schwarzen Komödie "Der Gott des Gemetzels" eroberte 2011 mit hochkarätigen Filmstars wie Jody Foster und Christoph Waltz endlich die Kinoleinwand. Im Film geht es um zwei Elternpaare, die die Probleme ihrer Kinder lösen wollen. Besonders spannend ist dabei das Spiel mit Sympathien und Antipathien der einzelnen Charaktere.
„Kindeswohl“ ist eine gelungene filmische Umsetzung aus dem Jahr 2017, welche den Dramen zuzuordnen ist. In diesem Werk geht es um eine Richterin, welche einerseits mit verschiedenen Glaubensgrundsätzen konfrontiert wird, anderseits eine schwierige Entscheidung zu treffen hat, bei der es um Leben sowie Tod geht. Wie wird sie handeln?
"Folge meiner Stimme" ist ein Film aus dem Jahr 2014 von dem Regisseur Hüseyin Karabey. In den Hauptrollen zu sehen sind Feride Gezer und Melek Ülger. Die Geschichte handelt von Großmutter Berfé und der kleinen Jiyan, die um Temo aus militärischer Gefangenschaft zu befreien, sich auf eine beschwerliche Reise begeben.
"Es Geht Um Alles" ist das Langfilmdebüt der Regisseurin Nina Pourlak. Im Jahr 2006 zog sich Arthur Abraham beim Kampf gegen Edison Miranda einen schweren Kieferbruch zu. Die Dokumentation zeigt das anschließend harte Training, den Weg zurück in den Ring und beleuchtet einfühlsam und authentisch das Verhältnis zu Ulli Wegner.
Der Film "Die Wunde" ist ein Drama von dem Regisseur John Trengove, der 2017 veröffentlicht wurde. Der Film handelt von Homosexualität. Dabei kommt eine Gruppe an Männern zusammen, von denen sich zwei näher stehen. In dem Drama wird das Thema behandelt, dass sich zwei homosexuelle Männer nicht in der Öffentlichkeit zeigen können.
Der Spielfilm Glaubensfrage wurde im Jahr 2008 veröffentlich und wurde von John Patrick Shanley entwickelt. Glaubensfrage, der in den USA spielt, basiert auf einem Theaterstück und handelt in der Zeit nach dem Attentat auf John F. Kennedy. Der Film basiert auf den Missbrauchsskandalen, von denen Priester bezichtigt worden sind.