Ein Minecraft Film

Es gibt Filme, die sich ihrer eigenen Absurdität vollkommen bewusst sind – und genau daraus ihre Energie schöpfen. „Ein Minecraft Film“ gehört zu dieser seltenen Spezies. Jared Hess, bekannt für seinen anarchisch-eigenwilligen Humor, schickt eine bunt zusammengewürfelte Gruppe Außenseiter in eine kubische Parallelwelt und lässt dort die Konventionen des Abenteuerfilms hinter sich. Was dabei entsteht, ist weder klassisches Familienspektakel noch generisches Blockbuster-Kino.

Ein Minecraft Film
Dauer: 101 Min.
FSK: 12 (DE)
Jahr: 2025
Kategorien: Abenteuer
Regie: Jared Hess
Produzenten: Roy Lee, Mary Parent, Vu Bui, Jason Momoa, Torfi Frans Ólafsson, Cale Boyter, Jill Messick, Jon Berg
Hauptdarsteller: Jason Momoa, Jack Black, Sebastian Eugene Hansen
Nebendarsteller: Emma Myers, Danielle Brooks, Jennifer Coolidge, Rachel House
Studio: Warner Bros. Pictures, Legendary Pictures, Mojang Studios, Vertigo Entertainment, On the Roam, Domain Entertainment

Der Film stellt sich der eigentümlichsten aller Verfilmungsaufgaben: Wie erzählt man eine Geschichte über ein Spiel, das absichtlich keine hat? Minecraft lebt von der Freiheit des Spielers, nicht von der Logik des Plots. Hess entscheidet sich, dieses Prinzip nicht zu ignorieren, sondern filmisch zu übersetzen – mit allem Chaos, das dazugehört. Ob diese Entscheidung aufgeht oder das Fundament des Films ins Wanken bringt, ist eine Frage, die sich erst in der Oberwelt selbst beantwortet.

Besetzung, Regie und Drehorte

Ein Minecraft Film“ ist ein US-amerikanischer Abenteuerfilm aus dem Jahr 2025, produziert von Legendary Pictures in Zusammenarbeit mit Mojang Studios und vertrieben von Warner Bros. Pictures. Regie führte Jared Hess, der für seinen Independentfilm „Napoleon Dynamite“ bekannt ist. Das Drehbuch stammt von Chris Bowman, Hubbel Palmer, Neil Widener, Gavin James und Chris Galletta. Die Filmmusik komponierte Mark Mothersbaugh, die Kamera lag in den Händen von Enrique Chediak.

Die Hauptrolle des erfahrenen Oberwelt-Bewohners Steve übernimmt Jack Black, an seiner Seite spielt Jason Momoa den chaotischen Garrett „The Garbage Man“ Garrison. Emma Myers verkörpert die pragmatische Natalie, Danielle Brooks ihre Vermieterin Dawn, und Sebastian Hansen gibt den ideenreichen Henry. Jennifer Coolidge tritt als Vize-Direktorin Marlene auf, Jemaine Clement ist als Daryl zu sehen. In einer Post-Credit-Szene erscheint zudem Alice May Connolly als Alex.

Der Film entstand überwiegend in Studiosets in Neuseeland, die Dreharbeiten begannen nach dem Ende des SAG-AFTRA-Streiks im November 2023. Die Laufzeit beträgt 101 Minuten, die FSK-Freigabe liegt bei 12 Jahren. Für über drei Millionen deutsche Kinobesucher wurde der Film mit der Goldenen Leinwand ausgezeichnet. Weltweit spielte er über 955 Millionen US-Dollar ein und gilt damit als zweiterfolgreichste Videospielverfilmung aller Zeiten.

Handlung & Inhalt vom Film „Ein Minecraft Film“

Der Film beginnt mit Steve, der bereits als Kind von Minen fasziniert war und als Erwachsener schließlich seinen Kindheitstraum verfolgt. Beim Graben stößt er auf die sogenannte Kugel der Dominanz, ein magisches Artefakt aus zwei Teilen. Zusammengesetzt öffnet es ein Portal in die Minecraft-Oberwelt – eine Welt aus beweglichen Würfeln, in der Steve sich über die Jahre ein eigenes Paradies erschaffen hat. Sein Hund Dennis begleitet ihn dabei treu. Als die Nether-Herrscherin Malgosha, eine goldbesessene Piglin-Anführerin, Steve gefangen nimmt und die Kugel begehrt, schickt er Dennis in die reale Welt, um das Artefakt zu verstecken.

Zeitgleich zieht in der Kleinstadt Chuglass, Idaho, das Geschwisterpaar Henry und Natalie nach dem Tod ihrer Mutter ein. Henry, ein experimentierfreudiger Tüftler, baut in der Schule einen Jetpack und richtet damit versehentlich Schäden in der örtlichen Chipsfabrik an. Um einer Strafe zu entgehen, heuert er den gescheiterten Videospielehändler Garrett an, sich als sein Onkel auszugeben. In dessen Laden findet Henry schließlich die Kugel der Dominanz, die Garrett zuvor bei einer Versteigerung von Steves Hab und Gut erworben hatte. Als er sie aktiviert, öffnet sich das Portal. Natalie und ihre Vermieterin Dawn suchen vergeblich nach Henry – und werden gemeinsam mit ihm und Garrett in die kubische Welt gesogen.

Kampf um die Oberwelt

In der Oberwelt empfangen die Neuankömmlinge zunächst Zombies und feindliche Mobs, die bereits in der ersten Nacht das Rückfahrtsportal zerstören. Steve taucht auf und führt die Gruppe zu einem nahen Dorf, wo er ihnen das Handwerk des Crafting beibringt. Malgosha erfährt von der Rückkehr der Kugel und schickt ihre Piglins in einem Angriff auf das Dorf. Steve, Garrett und Henry entkommen knapp per Minecart. Natalie und Dawn werden derweil von Dennis gefunden und schließen sich mit dem Hund zusammen.

Die Gruppe bricht zum sagenumwobenen Waldanwesen auf, das einen Ersatz-Kristall für das zerstörte Portal birgt. Garretts Gier nach einem Diamantenschatz Steves bringt dabei Konflikte zwischen den Charakteren ans Licht. Der riesige Schlachtzwinger namens „The Great Hog“ verfolgt sie – und wird durch einen zufälligen Creeper-Angriff neutralisiert. Im Waldanwesen gelingt Henry der Diebstahl des Kristalls und einer Enderperle. Die Situation eskaliert, als Malgosha persönlich erscheint, die Brücke zum Anwesen zerstört und die Kugel an sich reißt. Garrett opfert sich scheinbar in der Explosion, während Steve und Henry entkommen.

Malgosha nutzt die Kugel, um das Höllenportal zu verstärken, verdunkelt die Oberwelt und erklärt den Krieg. Die Gruppe schmiedet Waffen und erschafft eine Armee aus Eisengolems. Im finalen Kampf setzt Henry die Enderperle ein, entreißt Malgosha die Kugel und stellt das Sonnenlicht wieder her – was die Piglin-Armee zombifiziert. Garrett überlebt die Explosion und kehrt zur Gruppe zurück. Wieder in Chuglass entwickeln die fünf gemeinsam das Videospiel „Block City Battle Buddies“. Dawn eröffnet ihren Zoo mit Dennis als Star, Natalie startet einen Selbstverteidigungskurs, Henry baut erfolgreich seinen Jetpack, und Garrett belebt seinen Laden mit Steve als Partner. In Steves altem Haus begegnet er einer Frau namens Alex – eine Post-Credit-Szene kündigt Weiteres an.

Filmkritik und Fazit zum Film „Ein Minecraft Film“

Ein Minecraft Film“ ist in seiner Konzeption bewusst gegen den Strich gebürstet. Jared Hess inszeniert nicht den erwartbaren Familienfilm mit sentimentalem Kern, sondern einen schrillen Anarcho-Trip, der seine Stärke aus Unberechenbarkeit zieht. Jack Black und Jason Momoa harmonieren dabei als komödiantisches Duo erstaunlich gut – ihre Rivalität und ihr körperlicher Slapstick erzeugen Momente, die man so im Abenteuergenre selten sieht. Mark Mothersbaughs Musik unterstreicht das Geschehen mit dem richtigen Maß an Verspieltheit, ohne zu dominieren.

Was das Visuelle betrifft, leistet der Film Bemerkenswertes: Die Studiosets imitieren den abgerundeten Pixellook des Spiels überzeugend, die Beleuchtung verleiht der kubischen Welt eine stilsichere Eigenästhetik. Trotzdem bleibt das Drehbuch die schwächste Komponente. Die Dramaturgie folgt keiner erkennbaren Spannungskurve – Szenen wechseln einander ab, ohne dass eine innere Notwendigkeit den Rhythmus bestimmt. Die emotionalen Bögen, vor allem rund um die Geschwister Henry und Natalie, wirken deplatziert und werden narrativ nicht eingelöst. Die FSK-12-Einstufung überrascht dabei nicht: Einige Szenen, etwa verbrannte Schweinejunge oder abgetrennte Gliedmaßen im Minecraft-Look, sind für jüngere Kinder deutlich zu düster.

Wer klassische Abenteuerkinematographie sucht, wird enttäuscht. Wer sich auf den dadaistischen Eigensinn von Jared Hess einlässt und Minecraft-Spielerfahrung mitbringt, findet dagegen einen Film voller Easter Eggs, skurriler Einfälle und überraschend böser Witze. Für ein kulturinteressiertes Publikum mit Affinität zum absurden Humor lohnt sich ein Blick – mit entsprechend kalibrierten Erwartungen.

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