Sie putzt die Wohnungen reicher Leute – und erbt dabei nebenbei die Erde. Das klingt absurd, und „Jupiter Ascending" weiß das auch. Die Wachowskis haben 2015 eine Weltraumoper inszeniert, die sich weder um Genre-Konventionen noch um die Erwartungen ihres Publikums schert: opulentes Design, eine weibliche Heldin jenseits des Action-Klischees, ein galaktisches Erbfolge-Drama mit echter konzeptueller Tiefe. Ob das Experiment trotz aller Reibungsverluste trägt, lässt sich nicht mit einem Satz beantworten – oder doch?
Ein blaues Hemd, ein Bankjob und ein Goldfisch. Mehr braucht Guy nicht, um glücklich zu sein. Die Bankräuber am Mittag gehören zu seinem Alltag wie der Morgenkaffee. Dass seine Welt aus Pixeln besteht, ahnt er nicht. Shawn Levys „Free Guy" schickt Ryan Reynolds als erwachenden Nicht-Spieler-Charakter durch eine Videospielstadt voller schiefer Helden und schusswütiger Avatare. Zwischen Code und Kaugummieis stellt sich eine Frage, die größer ist als jedes Actionspiel: Kann ein programmiertes Leben echter werden als ein echtes?