Fifty Shades of Grey – Befreite Lust
Märchen enden mit einer Hochzeit. „Fifty Shades of Grey – Befreite Lust“ beginnt genau dort – und stellt damit die Frage, was einem Liebesfilm eigentlich noch bleibt, wenn das große Ja-Wort bereits gesprochen ist. James Foley inszeniert den Abschluss der Trilogie als Luxuspanorama, in dem Sehnsucht und Kontrolle erneut aufeinanderprallen. Das Ergebnis ist ambivalent.

| Dauer: | 105 Min. |
|---|---|
| FSK: | 16 (DE) |
| Jahr: | 2018 |
| Kategorien: | Drama, Romantik |
| Regie: | James Foley |
| Produzenten: | E.L. James, Dana Brunetti, Marcus Viscidi, Michael De Luca |
| Hauptdarsteller: | Dakota Johnson, Jamie Dornan, Eric Johnson |
| Nebendarsteller: | Eloise Mumford, Rita Ora, Luke Grimes, Victor Rasuk |
| Studio: | Universal Pictures, Michael De Luca Productions, Perfect World Pictures |
Ana und Christian sind verheiratet. Was folgt, ist kein klassisches Happily Ever After, sondern ein Ehetest unter Hochglanzbedinungen: Eifersucht, Karrierekonflikte und ein Widersacher, der aus dem Schatten tritt. Die Frage, die der Film stellt, ist weniger romantischer als psychologischer Natur – kann ein Paar, das auf Macht und Unterwerfung gebaut wurde, tatsächlich auf Augenhöhe ankommen?
Besetzung, Regie und Drehorte
„Fifty Shades of Grey – Befreite Lust“ ist der dritte und abschließende Teil der Fifty-Shades-Filmreihe, die auf E. L. James‘ Romanserie basiert. Regie führte erneut James Foley, der bereits den zweiten Teil der Trilogie inszenierte. Das Drehbuch stammt von Niall Leonard, dem Lebenspartner der Romanvorlage-Autorin. Produziert wurde der Film von Michael De Luca, Dana Brunetti, Marcus Viscidi und E. L. James selbst. Die Musik komponierte Danny Elfman, die Kameraarbeit übernahm John Schwartzman.
Dakota Johnson und Jamie Dornan kehren in ihren Rollen als Anastasia und Christian Grey zurück. An ihrer Seite agieren unter anderem Kim Basinger als Elena Lincoln und Eric Johnson als Antagonist Jack Hyde. Weitere Rollen übernehmen Arielle Kebbel, Luke Grimes, Rita Ora, Marcia Gay Harden und Jennifer Ehle. Der Film feierte seine Weltpremiere am 6. Februar 2018 in Paris und kam zwei Tage später in die deutschen Kinos.
Die Dreharbeiten fanden simultan mit dem zweiten Teil der Reihe statt – back-to-back gedreht von Februar bis Juli 2016. Als Schauplätze dienten Paris sowie Vancouver, wo mehrere Szenen in den North Shore Studios entstanden. Das Produktionsbudget betrug 55 Millionen US-Dollar; weltweit spielte der Film rund 372 Millionen Dollar ein. Die Altersfreigabe in Deutschland liegt bei FSK 16.
Handlung & Inhalt vom Film „Fifty Shades of Grey – Befreite Lust“
Der Film setzt unmittelbar mit der Hochzeit von Anastasia Steele und Christian Grey ein. Nach der Zeremonie reist das frischgebackene Ehepaar in die Flitterwochen nach Frankreich. Die ersten Bilder zeigen luxuriöse Kulissen, sonnenbeschienene Küstenlandschaften und das perfekte Bild eines Neubeginns. Doch schon bald erreicht Christian eine beunruhigende Nachricht aus seiner Firmenzentrale: Jemand hat sich Zugang zum Serverraum verschafft, Daten gestohlen und ein Feuer gelegt. Ana erkennt auf den Überwachungsaufnahmen ihren früheren Vorgesetzten Jack Hyde. Das Paar bricht die Flitterwochen ab und kehrt nach Seattle zurück.
Zurück im Alltag beginnt das Eheleben mit seinen Reibungspunkten. Ana wird zur Lektorin befördert, während Christian das gemeinsame Leben mit Bodyguards, Sicherheitsprotokollen und eigenen Vorstellungen zu strukturieren versucht. Ein Ausflug zum neu erworbenen Haus am See endet mit einem unerwarteten Kräftemessen – Architektin Gia flirtet offen mit Christian, woraufhin Ana unmissverständlich Grenzen setzt. Christian reagiert mit überraschter Bewunderung. Die Dynamik zwischen den beiden bleibt ein Tauziehen aus Freiheit und Kontrolle, das sich durch den gesamten Film zieht. Als Ana gegen Christians Anweisung mit ihrer Freundin Kate in eine Bar geht, eskaliert der Konflikt. Jack Hyde lauert ihr in der gemeinsamen Wohnung auf – die Bodyguards können Schlimmeres verhindern.
Bedrohung, Verrat und Wendepunkt
Christians Reaktion auf Anas eigenmächtigen Abend ist kalt und strafend. Er entzieht ihr die Nähe, verweigert den Körperkontakt und führt sie schließlich ins Spielzimmer, wo er die Regeln der Unterwerfung wieder in Kraft setzt. Ana spricht zum ersten Mal das Safeword. Der Moment markiert eine Verschiebung im Machtgefüge des Paares. Christian erklärt seine Angst, Ana akzeptiert seine Entschuldigung. Wenig später überrascht er sie mit einem Kurztrip nach Aspen, zu dem auch Freunde und Geschwister eingeladen sind. Die Reise mündet in einen Heiratsantrag – Elliot macht Kate vor allen einen Antrag.
Kurz nach der Rückkehr erfährt Ana, dass sie schwanger ist. Die Neuigkeit trifft sie unvorbereitet. Christians Reaktion beim Abendessen ist explosiv: Er verlässt die Wohnung und kehrt betrunken zurück. Eine SMS von Elena auf seinem Handy bringt Ana dazu, sich im roten Zimmer einzuschließen. Am nächsten Morgen bricht ein offener Streit aus, bei dem Ana Christian auffordert, Verantwortung zu übernehmen. Der Konflikt bleibt zunächst ungelöst. Dann meldet sich Jack Hyde erneut – diesmal mit einer Geiselnahme. Er entführt Christians Schwester Mia und fordert fünf Millionen Dollar Lösegeld.
Ana handelt allein. Sie geht zur Bank, hebt das Lösegeld ab und lügt Christian an, sie verlasse ihn. Christian glaubt ihr nicht und ortet ihr Handy. Bei der Geldübergabe schlägt Hyde Ana nieder. Bevor er Schlimmeres anrichten kann, schießt sie ihm ins Knie. Bewusstlos bricht sie zusammen – kurz darauf treffen Polizei und Christian ein. Im Krankenhaus stellt sich heraus, dass dem ungeborenen Kind nichts passiert ist. Christian findet in einer emotionalen Szene zu Ana zurück und gesteht, dass er sich auf das Baby freut. Im Epilog suchen die beiden gemeinsam das Grab von Christians Mutter auf. Der Abspann zeigt die kleine Familie – Ana erneut schwanger, Christian mit dem gemeinsamen Sohn spielend – im Garten des Seehauses.
Filmkritik und Fazit zum Film „Fifty Shades of Grey – Befreite Lust“
„Fifty Shades of Grey – Befreite Lust“ trägt alle Merkmale seiner Vorgänger – Stärken wie Schwächen. Foley inszeniert mit sicherem Gespür für Oberfläche: Die Kameraarbeit von John Schwartzman liefert durchgehend gefällige Bilder, die Ausstattung ist makellos, der Soundtrack mit Acts wie Sia, Dua Lipa und Ellie Goulding sorgt für emotionalen Schub. Die eigentliche Schwachstelle liegt im Drehbuch. Niall Leonards Dialoge bewegen sich in einer Gefühlsregion zwischen Telenovela und Ratgeberprosa, ohne je die Tiefe zu erreichen, die Foley von seinen Hauptdarstellern einfordern könnte. Dakota Johnson trägt die Szenen mit einer Erdung, die dem Material nicht immer gerecht wird – Jamie Dornan wirkt in den Momenten glaubwürdigsten, in denen Christian Unbeholfenheit zeigen darf.
Tempo und Rhythmus des Films folgen einem bekannten Muster: Zärtlichkeit, Konflikt, Versöhnung, Eskalation. Die Thrillerelemente rund um Jack Hyde fügen sich in dieses Muster ein, ohne es wirklich zu stören – Hyde bleibt eine Figur mit Funktion, jedoch ohne Substanz. Die Erotikszenen sind choreografiert und ästhetisch, verlieren aber den Mut zur Körperlichkeit, der dem Genre eigentlich innewohnen sollte. Danny Elfmans Score unterstreicht die emotionalen Höhepunkte verlässlich, ohne je überraschend zu sein. Was bleibt, ist ein Film, der seine Zielgruppe kennt und sie bedient – kalkuliert, aber nicht ohne Wirkung.
Wer die ersten beiden Teile mochte, wird auch hier nicht enttäuscht. Der Abschluss der Trilogie liefert, was er versprochen hat: Glamour, Konflikt und eine Auflösung, die das Märchen rundet. Für Fans der Reihe ist der Film ein Pflichttermin. Alle anderen werden wenig finden, das sie nicht schon kannten – der Vorhang fällt, wie er aufgegangen ist.