Manchmal entscheiden sich Biografien durch Unterlassung. Frank Lehmann vergisst 1980 schlicht, den Kriegsdienst zu verweigern – und landet mit zwanzig Jahren in der Bundeswehrkaserne, obwohl ihn seine Freunde für einen Hippie halten. Hermine Huntgeburths Verfilmung von Sven Regeners gleichnamigem Roman macht aus dieser Verspätung einen Fernsehfilm zwischen Kasernenhof und Kommunenküche. Frederick Lau trägt den passiven Helden mit stoischer Ruhe. Gelingt es der ARD-Produktion, ein ganzes Zeitpanorama in neunzig Minuten zu pressen?